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Workshop: Musiker-Business, Teil 9 – Bin ich bereit für den Labeldeal?

Bist du bereit? Mach den Check!


Bist du bereit? ...

In der letzten Folge hast du erfahren, wie die Reise ins Big Business starten und wo sie hinführen kann. Willst du nach den Sternen greifen, bleibt dir also nichts anderes übrig, als dir entweder ein eigenes Team aufzubauen oder dich in die Hände eines Labels zu begeben. Aber bist du dafür schon bereit? Hier erfährst du, ob …

Grundsätzlich ist der Unterschied zwischen einem Labeldeal und einer Selbstvermarktungsplattform – ziemlich selbsterklärend –, dass man mit einem Label einen Partner mit Erfahrung und guten Kontakten an seiner Seite hat, während man bei einer Selbstvermarktungsplattform alles alleine in die Hand nehmen muss.

Das geeignete Label sollte deine Musik einschätzen können und Strategien für den Verkauf und die Promotion entwickeln, ggf. kann das auch in Zusammenarbeit mit dir passieren, wenn die Künstler-Label-Beziehung das unterstützt. Eine Beziehung zwischen Künstler und Label basiert daher auch immer auf einer gewissen Vertrauensbasis, denn der Künstler möchte seine Musik in guten Händen wissen, während das Label den Anspruch hat, dass der Künstler tatkräftig mitzieht und die Zeit und das investierte Geld in die richtige Person gesteckt werden.

Aus diesem Blickwinkel heraus solltest du dir auch die Frage stellen, ob du bereit bist einem Businesspartner das nötige Vertrauen entgegen zu bringen und dich auch auf mögliche Veränderungen oder Ergänzungen deiner Pläne einlassen kannst. Wenn du deinem Label nicht vertraust, dann wird eine Zusammenarbeit nicht funktionieren. Musik als emotionales Gut sollte auch so an Presse und Fans vermittelt werden, Misstrauen kann die notwendige Arbeitsmotivation dafür vergiften und schadet am Ende beiden Seiten.

Ob du auch aus der Sicht eines A&R (Artist & Repertoire, das sind z.B. Talentscouts von Musikunternehmen) bereit für einen Labeldeal bist, kannst du im ersten Schritt anhand einer kleinen Checkliste herausfinden. Es gibt dabei keine richtigen oder falschen Antworten, denn jeder Künstler muss individuell betrachtet werden. Der Check kann dir aber helfen, mögliche Schwachstellen zu erkennen und damit bei deiner weiteren Entwicklung nützlich sein.

Los geht’s: Bist du bereit für den Labeldeal?

Wie lässt sich meine Musik beschreiben?
o    Was sagen Fans und auch Fremde dazu?
o    Fragt nicht nur eure Freunde, sondern holt euch auch das Feedback von Außenstehenden ein!

Habe ich eine USP?
o    Gibt es dieses Alleinstellungsmerkmal, das mich/meine Band von allen anderen unterscheidet und die Sache einzigartig macht?
o    Frage dich nicht nur, wie du das siehst, sondern frage auch deine Fans, was dich in ihren Augen besonders macht!

Wie groß ist meine Fanbase?
o    Wie viele Fans sind regelmäßig auf meinen Konzerten und wie viele davon kaufen im Durchschnitt pro Konzert CDs und Merch?
o    Hier zählen nicht nur die Facebook-Freunde, sondern vielmehr die Anzahl der Leute, die regelmäßig deine Konzerte besuchen!

Wächst meine Fanbase stetig?
o    Spielt mal zwei Jahre hintereinander Konzerte in der gleichen Reihenfolge in ein paar Clubs und schaut euch an, ob es mehr Leute in der Crowd werden. Ein gesundes Wachstum ist extrem wichtig!

Habe ich eine funktionierende Online-Präsenz?
o    Kommt es im Social Web zum Dialog mit den Fans und wird meine Homepage gut besucht?
o    Habe ich immer wiederkehrende Posts auf meiner Facebook-Seite von treuen Fans, die sich auf die nächste Platte freuen?

Wie ist das allgemeine Feedback von den Fans zu Alben und Konzerten?
o    Hinterfrage das nicht nur in Bezug auf die Musik, sondern auch in Bezug auf Artworks, Showgestaltung, persönliche Fankontakte usw.
o    Das meiste Feedback sammelt man ganz subtil am Merchstand durch persönliche Präsenz ein!

Wie groß sind meine Einnahmen aus CD-, Online- und Merchverkäufen?
o    Habe ich tatsächlich Gewinne oder decke ich gerade mal die Kosten inkl. Arbeitszeit?
o    Sei an dieser Stelle ehrlich zu dir selbst, damit du genau weißt, wo du stehst und was deine nächsten Schritte auf dem Weg zum Erfolg sein könnten!

Branchenexperten

Für jeden der möglicherweise offen gelegten Punkte, an denen du noch arbeiten könntest, gibt es auch Branchenexperten, die du um Hilfe bitten kannst. Ein Manager ist da in den meisten Fällen der richtige Ansprechpartner, allerdings musst du jemanden finden, der seine Zeit in Künstleraufbau investiert.

Es bringt also wenig, einfach den Manager der berühmten Rockband XY anzuschreiben und zu hoffen, dass er vor lauter Entzückung dankbar auf die Knie fällt. Mach auch bitte nicht den Fehler und schreibe ein Label oder einen Manager an und erkläre, dass du eigentlich alles selbst kannst und nur noch Konzerte brauchst. Label und Manager sind keine Booker! Und alleine die Tatsache, dass die Booker nicht auf deine Anfragen anspringen, sollte dir zeigen, dass man eben nicht immer alles alleine kann.

Genau aus diesem Grund haben sich ja auch so viele Spezialbereiche in dieser Branche herausgebildet. Wenn du tatsächlich einen Partner an deiner Seite haben möchtest, um ernsthaft voran zu kommen, dann solltest du ihm vertrauen und zeigen, dass du es auch Wert bist, dass jemand Mühe, Zeit und Geld in deinen Aufbau investiert – das gilt für alle Businesspartnerschaften.

Mark Hoppus (Blink182) hat auf der letzten Midem Konferenz (Musikbusinessmesse in Cannes) in einem Interview zum Ausdruck gebracht, dass die „Do It Yourself“-Mentalität extrem wichtig ist, um in der Branche voran zu kommen. Dabei sollte ein Künstler immer hinter dem stehen, was er macht und vollen Einsatz zeigen, um die Karriereleiter hochzuklettern. Wenn ein Künstler nicht selbst zu 100% Gas gibt, wenn die Motivation und die Energie nicht von der Band selbst kommen, dann nutzen auch die besten Supporter nichts! Sind du und deine Band aber voll und ganz dabei, dann hast du auch eine Chance, ein gutes Label zu finden und faire Beteiligungen auszuhandeln.

Das Interview könnt ihr hier sehen: http://www.midem.com/en/explore-the-library/videos/interview-with-mark-hoppus/







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