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Workshop: Musiker-Business, Teil 24 – GVL – Moneten für’s Musizieren


Ran ans Geld

Nachdem du in der letzten Folge Grundsätzliches über die GVL erfahren hast, geht es jetzt ans Eingemachte: Wie komme ich an die Moneten? Seitdem auch die Verwertungsgesellschaften im digitalen Zeitalter angekommen sind, kannst du dir fürs Kassieren viel Papierkram ersparen. Grundsätzlich musst du allerdings dafür trotzdem zuerst Mitglied bei der GVL werden.

Grundsätzlich musst du, um Kassieren zu können, erst mal Mitglied bei der GVL werden und einen anfänglichen Stapel Bürokratie hinter dich bringen. Die Anmeldeunterlagen findest du hier: https://www.gvl.de/rechteinhaber/kuenstler

Die Mitgliedschaft kostet nichts, die Aufwandsentschädigung für das Einsammeln der Tantiemen holt sich die GVL direkt durch einen prozentualen Anteil an den Gesamteinnahmen. Durch deine Mitgliedschaft räumst du der GVL verschiedene Rechte ein, die diese wiederum für dich als Verwertungsgesellschaft administriert und Tantiemen für dich einholt, wenn deine Musik genutzt wurde. Diese Rechte sind z.B. der gesetzliche Anspruch auf angemessene Vergütung für die Nutzung deiner Musik in Hörfunk- und Fernsehsendungen, wenn deine Songs von Tonträgern und/oder Bildtonträgern abgespielt wurden.

Darüber hinaus ist die GVL berechtigt, die eingeräumten Rechte auch an Dritte zu übertragen. Das wird beispielsweise notwendig, wenn die GVL dich als Künstler international vertreten soll – aber dazu kommen wir später noch.

Das GVL Online-System ARTSYS

ARTSYS – das Online-System der GVL

Wenn du Mitglied bist, dann solltest du schnellstmöglich deinen Zugang zum Online-System ARTSYS beantragen. Über das Online-System kannst du deine Mitwirkungen bei Tonträger-Aufnahmen melden. Mit diesen Meldungen werden dann die Sendemeldungen der Rechtenutzer abgeglichen und zugeordnet. Daher ist es extrem wichtig, dass Songtitel nicht mehr nachträglich geändert werden und du die Meldungen mit einer gewissen Ordnungsliebe in das System eingibst. Im Zweifel wird von dir auch verlangt, dass du deine Mitwirkung bei der Musikaufnahme nachweist. Das kannst du z.B. in Form einer Bescheinigung machen, die du auf der GVL-Homepage runterladen kannst, oder du hast direkt vom Produzenten der Musik eine Künstlerquittung für deine Leistung im Studio bekommen. Einmal mehr bewährt es sich, eine Grundordnung in den Dokumenten zu haben, auch wenn das Musikerleben nach außen hin zu cool für eine geregelte Ordnerwirtschaft scheint.

Deine Mitwirkungen als Interpret werden in verschiedene Rollen eingeteilt, dabei musst du jede einzelne Rolle angeben, auch wenn du Sänger, Gitarrist, Schlagzeuger und Bassist in einem bist.

Für diese Meldung solltest du folgende Infos über deine Tracks unbedingt parat haben: Songname, Komponist, Hauptinterpret (Bandname), ISRC (den bekommst du z.B. von deinem Label) und das Jahr der Aufnahme. Im ARTSYS findest du automatisch die Songs, für die eine Nutzungsmeldung von Senderseite vorliegt. Bei diesen Songeinträgen kannst du dann ggf. deine Mitwirkung ergänzen, wozu du oben genannte Daten brauchen könntest.

Überprüfung & ggf. Reklamation

Wenn deine Mitwirkungen im ARTSYS online eingetragen sind, dann kannst du von Zeit zu Zeit ins System schauen und siehst den Status deiner Songs direkt in der Datenbank. Der Status kann anzeigen, dass die Meldung noch nicht verarbeitet ist, aber auch, ob bereits Tantiemen für die Rechteinhaber vorliegen. Eine regelmäßige Kontrolle kann sehr wichtig sein, insbesondere wenn du von Sendungen weißt, in denen deine Musik genutzt wurde.

Wenn in der Datenbank neben deinem Song ein Euro-Symbol erscheint, dann liegen Tantiemen für dich bereit. Diese Tantiemen werden automatisch von der GVL am Jahresende für das jeweilige Vorjahr auf dein Konto überwiesen. Wenn du also Radio-Airplays in 2015 hattest, dann solltest du im Dezember 2016 die Moneten dafür auf deinem Konto erwarten dürfen.

Es kann vorkommen, dass nicht alle Musiknutzungen bei der GVL gemeldet wurden. Wenn du Infos über eine Sendung hast, in der deine Musik gelaufen ist, diese aber nicht abgerechnet wurde, dann solltest du eine Reklamation an die GVL senden. Dafür meldest du der GVL die betreffende Sendung mit allen dir verfügbaren Daten, sodass die GVL Kontakt mit dem Sender aufnehmen und Tantiemen für diese Nutzung nachfordern kann.

GVL international – Bekomme ich auch Geld für ausländische Airplays?

Der Vorteil bei Verwertungsgesellschaften ist, dass sie meistens Verträge mit ihren Schwestergesellschaften im Ausland haben. Damit ist gemeint, dass die GVL Gegenseitigkeitsverträge mit ihren Pendants in anderen Ländern hat, sodass auch Airplays z.B. in Großbritannien oder Frankreich an dich abgerechnet werden können. Auf dieser Website kannst du nachschauen, in welchen Ländern die GVL deine Tantiemen von ihren Schwestergesellschaften einsammelt:
https://www.gvl.de/gvl/internationales

Diese Abrechnung dauert etwas länger, da die Ländergesellschaften untereinander kommunizieren müssen, ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand entsteht und die Abrechnungszeiträume im Ausland von unseren abweichen können. Im Januar 2016 bekamen beispielsweise die Record Labels die vorläufigen Listen der französischen Gesellschaft SCPP von der GVL, welche von den Labels mit Verkaufszahlen ergänzt werden müssen.

Die SCPP zieht – anders als die GVL – auch die Verkaufszahlen in Frankreich zur Gewichtung der Tantiemen heran. Je mehr man also dort verkauft hat, desto größer sind die Vergütungssätze für Airplays in Frankreich. So gibt es in jedem Land spezifische Abrechnungsparameter, was eine Voraussage der zu erwartenden Tantiemen extrem schwer macht.







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