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Workshop: Musiker-Business, Teil 21 – GEMA – Wann lohnt der Beitritt


Die GEMA und der ...

Grundsätzlich sei gesagt, dass die GEMA, abgesehen von der roten Logo-Farbe, recht wenig mit dem Teufel gemein hat – auch wenn das gerne mal in so einer Form dargestellt wird. Vielmehr steckt der Teufel im Detail. In dieser Folge erfahrt ihr, wie man als Musiker, und insbesondere als Newcomer, von der GEMA oder ähnlichen Verwertungsgesellschaften profitieren kann.

Die GEMA (Gesellschaft zur Verwertung von musikalischen Aufführungs- und mechanischen Vervielfältigungsrechten – so viel Zeit muss sein) kümmert sich um die kollektive Rechtewahrnehmung für Urheber von Musikwerken. GEMA-Tantiemen zahlt nur derjenige, der direkt oder indirekt mit der Nutzung eurer Musik auf kommerziellem Wege Geld verdient, also ist der private Musikliebhaber aus dieser Angelegenheit ausgeschlossen. Jedes Mal, wenn Musik im Radio, TV oder im Internet abgespielt wird, oder von einer Konzertbühne schallt, bekommt der Urheber für seine kreative Leistung Geld.

Da jeder einzelne Musiker kaum die Möglichkeit hat alle Musiknutzungen weltweit selbst nachzuverfolgen, bemüht sich die GEMA darum dies zu tun. Kurz gesagt: Eine Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft macht Sinn, wenn man im Radio gehört wird, Konzerte spielt und CDs bzw. MP3s verkauft. Wichtig ist dabei, dass man sich klar macht, dass so eine Leistung immer mit administrativem Aufwand verbunden ist, daher solltest du dir vor der Mitgliedschaft die Frage stellen, wie ernsthaft du dein Musikerdasein betreiben möchtest und ob sich dieser Aufwand auch lohnt.

Der finanzielle Aufwand beläuft sich auf 50 Euro jährlich (Stand 2016). Bedenkt man, dass dieser Betrag gerne auch mal für einen rauschenden Partyabend im Club auf den Kopf gehauen wird, relativiert sich die Diskussion um zu hohe Mitgliedsgebühren schnell. Die genauen Konditionen und Infos zum Mitgliedsantrag findest du unter dem folgenden Link:
https://www.gema.de/de/musikurheber/mitglied-werden/infos-zur-mitgliedschaft/

Ab wann lohnt der Beitritt in die GEMA?

Die kollektive Rechtwahrnehmung durch eine GEMA macht insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Aufführung und Sendung der Musik Sinn, da Radiosender und Rundfunkstationen Verträge mit der Gesellschaft haben, durch die das Geld für die Musiknutzung eingefordert werden kann. Das ist auch gut so, denn kaum ein Radiosender wird den Aufwand betreiben, für jeden einzelnen Song einen gesonderten Vertrag mit dem Urheber abzuschließen.

Daher ist die Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft nahezu die einzige Möglichkeit, an diese Gelder heranzukommen. Diese Problematik ergibt sich aber nicht aus der GEMA-Mitgliedschaft. Und all jenen, denen der Blutdruck bei diesem Thema gefährlich hoch steigt sei empfohlen, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass man kein Mitglied bei der GEMA sein muss, aber kann. Alternativen gibt es durchaus, also warum sich über etwas aufregen, zu dem man nicht gezwungen wird?

Aber was genau bedeutet das für den Musiker? Ab wann lohnt sich eine Mitgliedschaft? Ein Beispiel: Ich kenne eine kleine Band, die nebenbei Musik macht und im vergangenen Jahr durch eine kreative Albumpause gerade mal drei Auftritte im Rahmen von städtischen Veranstaltungen spielen konnte. Für die drei Auftritte sind ca. 200 Euro Gage pro Gig eingenommen worden. Nach sorgfältiger Ablieferung aller notwendigen Formulare beliefen sich die GEMA-Einnahmen nur für diese drei Konzerte auf knapp 500 Euro. Insgesamt wurden also mit diesen Konzerten 1.100 Euro verdient. Dies soll nur als Beispiel dienen, da die genauen Tantiemen immer auch von Faktoren wie der Anzahl der gespielten Songs, der Länge des Konzertes, der Besucherzahl, den Eintrittsgeldern etc. abhängen.

GEMA Mitgliedschaft im Überblick: Musikurheber beginnen mit der angeschlossen­en Mitgliedschaft. Diese genügt auch, willst du vorrangig von der kollektiven Rechteverwertung – also von den Tantiemen – profitieren.

Vorurteile, Tantiemen & Mitgliedschaft

Und um mit noch einem Vorurteil aufzuräumen: Nein, Dieter Bohlen bekommt nicht das ganze Geld! Der Mann hat unwahrscheinlich viele Songs geschrieben, sowohl bekannte als auch unbekannte Stücke, die man beispielsweise nur aus der TV-Werbung kennt und oft nicht weiß, dass sie von ihm sind. Und natürlich bekommt er dafür viel Geld, aber nicht mehr als jeder andere verdienen würde, der das Gleiche leistet.

Man hört vielleicht immer mal wieder, dass die „nicht zuordnungsfähigen GEMA-Gelder“ dann an eben diese Urheber ausgeschüttet werden – das stimmt nur zum Teil, denn sie werden prozentual auf die GEMA-Mitglieder verteilt. Also kann sowohl die Studentenband mit dem großen Traum als auch Dieter Bohlen einen Anteil an diesen Geldern bekommen. Wie genau die Verteilung aussieht, kann man dem aktuellen GEMA-Jahrbuch entnehmen, oder unter diesem Link nachlesen:
https://www.gema.de/musikurheber/tantiemen/

Zudem hängt die Ausschüttung der Tantiemen auch von den verschiedenen Mitgliedsformen ab. Die einfachste Mitgliedsform ist die angeschlossene Mitgliedschaft, die beiden anderen Formen sind die außerordentliche und die ordentliche Mitgliedschaft. Da alleine die korrekte Erklärung der Mitgliedsformen einen eigenen Artikel füllen könnte, gibt’s hier die wichtigsten Infos zur Mitgliedschaft:
https://www.gema.de/musikurheber/mitglied-werden/infos-zur-mitgliedschaft/

Musiker als Kleinunternehmer

Wichtig ist, dass man sich bewusst macht, dass ein finanziell erfolgreiches Musikerdasein auch immer den Papierkrieg eines Kleinunternehmens mit sich bringt, da du nicht zuletzt bei der Steuererklärung mehr Aufwand betreiben musst, als wenn du einfach bei einem Unternehmen angestellt bist.

Die oben angesprochenen nicht zuordnungsfähigen Gelder kommen unter anderem dann zustande, wenn die GEMA für ihre Mitglieder Geld von den Musiknutzern bekommt, der GEMA aber nicht mitgeteilt wurde, wer denn dieses Wunderwerk der Musikgeschichte vollbracht hat, oder welche Stücke genau verwendet wurden. Das kann z.B. dann vorkommen, wenn Gaststätten Pauschalbeträge für die musikalische Untermalung bezahlen. Eine genaue Auflistung jedes Musikstückes von jedem Abend würde sämtliche Verwaltungsapparate sprengen (und damit auch den Mitgliedsbeitrag in die Höhe treiben). Zu diesem Thema aber später noch mehr.

Das heißt im Klartext: Du als Urheber solltest sorgsam mit der Meldung deiner Leistung umgehen, denn oftmals fehlen der GEMA einfach die Infos von den eigenen Mitgliedern.

Kurzum sollte man sich als Urheber Folgendes vor Augen führen: Wenn ich gearbeitet habe, dann teile ich das meinem Geldgeber mit, damit er mich bezahlen kann. Wenn ich arbeite und keinem was davon erzähle, kann ich kein Geld verdienen. Wer also fleißig Songs schreibt, aber weder den Musiknutzern noch der GEMA mitteilt, von wem diese Meisterwerke stammen, dann bestrafst du dich selbst damit, dass dein Geldgeber nicht weiß, wer dafür bezahlt werden soll.

Ein Rat an dieser Stelle: Halte es am besten wie mit dem Finanzamt und reiche alles, was du übers Jahr gemacht hast, ein. Umso höher sind die Chancen, dass du am Ende auch von der ganzen Bürokratie profitieren kannst.







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