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Workshop: Musiker-Business, Teil 16 – Musikverlage, ein weiterer Partner

… weitere Türen, um Geld zu verdienen


… weitere Türen, ...

Für viele Newcomer ist das Thema Musikverlag und Publishing ein Buch mit sieben Siegeln. Verständlich, denn Musikverlage agieren aus Sicht des Künstlers eher parallel zum ganz „normalen Ablauf“. Wir beantworten dir hier folgende Fragen: Was macht eigentlich ein Musikverlag und was bringt mir die Zusammenarbeit?

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Musikverlagen unterscheiden: E-Musikverlage und U-Musikverlage. Das „E“ steht dabei für ernste Musik (z.B. Klassik) und das „U“ für Unterhaltungsmusik (prinzipiell alle Genres aus dem Bereich Populärmusik – auch Rock, Metal, Hip-Hop, Soul usw.).

Musikverlage, auch Publisher genannt, können ganz verschiedene Funktionen für einen Urheber erfüllen. Viele U-Musikverlage haben sich auf die Administration der Urheberrechte und Sync-Auswertungen spezialisiert („Sync“ ist die Auswertung der Musik in Verbindung mit Film-Elementen, darunter fallen sowohl Werbespots als auch Filme in TV und Kino). Es gibt auch Verlage, die sich im Live-Bereich angesiedelt haben.

Die Ausrichtung eines Musikverlages hat oft etwas mit der Genre-Spezialisierung zu tun. Viele Verlage agieren im Großraum Pop und Rock, andere im Weltmusikbereich und wieder andere im elektronischen Musikbereich oder Hip-Hop. Logischerweise solltest du danach deine Anfragen hinsichtlich einer Zusammenarbeit richten.

Ursprünglich haben Musikverlage eine Veröffentlichungspflicht und sind für den Notendruck zuständig. Da aber in der heutigen Zeit der Notendruck nicht bei jeder Musik tatsächlich sinnvoll ist (man denke z.B. an einen Techno-Song), kann dieser auch aus der Vereinbarung mit einem Urheber ausgenommen werden.

Musikverlage und die GEMA

Neben den Urhebern können auch Musikverlage GEMA-Mitglied sein. Da gibt es heutzutage zwei Trends: Die eine Verlagsfraktion ist quasi ganz regulär GEMA-Mitglied (darunter auch die Major-Verlage von Sony, Warner und Universal), die andere agiert GEMA-frei. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Wer sich als Urheber für eine GEMA-Mitgliedschaft und auch eine Zusammenarbeit mit einem GEMA-pflichtigen Verlag entscheidet, der hat gute Chancen seine Musik bspw. in den großen TV-Sendern zu hören. Das hat den Hintergrund, dass die meisten Sender Rahmenverträge mit der GEMA haben und daher für ihre Eigenproduktionen nur GEMA-pflichtige Musik verwenden wollen. Das erleichtert schlichtweg die Abrechnung der Musiknutzungen.

Dabei zahlt der Sender einen Betrag X an die Verwertungsgesellschaft und reicht eine Sendeliste ein (sogenannte „Cue Sheets“), anhand der die Abrechnung an die Urheber und Verlage vorgenommen wird. Andernfalls müssten die Sender für jedes Musikstück einen extra Deal mit dem Urheber oder seinem Verlag schließen.

Natürlich gibt es auch GEMA-freie Verlage, die wiederum ihrerseits Verträge mit großen TV-Sendern haben. Aus diesem Grund kann auch keine Wertung vorgenommen werden, welches nun der Königsweg ist. Das muss jeder Künstler für sich selbst entscheiden.

Was bringt mir ein Musikverlag?

Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit einem Musikverlag immer eine langfristige Entscheidung. Du musst dich nicht gleich mit deinem Verleger verheiraten, aber die Werke, die in den Musikverlag aufgenommen werden, sind meistens auch über die Dauer der Schutzfrist an den Verlag gebunden – zumindest dann, wenn der Musikverlag im Sync-Bereich mit deinen Werken arbeiten möchte.

Bei reinen Administrationsdeals kann die Dauer auch kürzer sein, allerdings wird sich der Musikverlag dann vermutlich nicht großartig bemühen deine Musik zu verwerten. Diese Vertragslänge hat damit zu tun, dass ein Song, der durch die Hilfe eines Verlages berühmt wurde, auch noch Jahrzehnte später Geld abwerfen kann. Diese Einnahmen können auf die Arbeit des Verlages zurückzuführen sein und natürlich möchte dein Geschäftspartner auch dann noch seinen Anteil an der geleisteten Arbeit verdienen.

Einen guten Musikverlag erkennst du auch an der Kommunikation, bestenfalls bekommst du ab und zu auch mal auf Nachfrage Feedback, ob mit deiner Musik gearbeitet wurde. Die Langfristigkeit liegt darin begründet, dass insbesondere bei Sync-Geschäften nichts erzwungen werden kann. Ein Verlag kann sich zwar um die Verwertung deiner Musik bemühen und sie immer wieder bemustern, aber am Ende muss auch das passende Film- oder TV-Projekt zur richtigen Zeit dabei sein, damit ein Deal entstehen kann. Darüber hinaus kann es einige Zeit dauern, bis deine Musik weitläufig an die Kontakte des Verlages verbreitet wurde, sodass Redaktionen und Produzenten darauf aufmerksam werden können. 

Londoner Verteilungsschlüssel

Neben der Sync-Auswertung ist auch die bereits angesprochene Administration ein wichtiger Punkt. Dabei meldet der Verlag die vertraglichen Werke bei der Verwertungsgesellschaft an und sichert damit die Grundlage einer Abrechnung. Wenn die Musik dann für ein audiovisuelles Projekt lizenziert wurde, werden die GEMA-Tantiemen direkt von der Verwertungsgesellschaft auf Urheber und Verlag verteilt. Oftmals wird der übliche Londoner Verteilungsschlüssel für die Ausschüttung zugrunde gelegt. Diese Verteilungsgrundlage kannst du unter folgendem Link finden: https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Gema/Verteilungsplan.pdf

Nach diesem Schlüssel werden die Aufführungsrechte in Zwölfteln zwischen den Berechtigten verteilt und die mechanischen Vervielfältigungsrechte in Prozenten.  

Auch für Sende- und Aufführungsrechte bekommt ein Komponist diesem Schlüssel folgend im Normalfall 5/12, ein Textdichter 3/12 und ein Verlag 4/12 der GEMA-Tantiemen. Wenn du Komponist und Textdichter zugleich bist, dann bekommst du 8/12 und der Verleger 4/12. Bei den mechanischen Rechten behältst du 60% und der Verlag 40%. Da es aber für die Verteilung unglaublich viele Regelungen und verschiedene Anwendungsfälle gibt, ist das nur eines von vielen Beispielen. Generell ist der Schlüssel eher auf Seiten der Urheber gewichtet, da schließlich das kreative Schaffen Grundlage für den Geldsegen ist.







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