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Workshop: Musiker-Business, Teil 11 – Labeldeal vs. Selbstvermarktung


Zwei Seiten der ...

Nachdem wir in den letzten Folgen detailliert die Selbstvermarktung und auch den Labeldeal betrachtet haben, ist es Zeit einfach mal die Pros und Kontras beider Welten aufzuzeigen. Allem voran sei dabei gesagt, dass diese auch immer von den persönlichen Zielen eines Künstlers oder einer Band abhängig sind.

Hast du ein paar gute Aufnahmen, eine große Fanbase und viel Zeit, dich um Promotion zu kümmern, kann eine Selbstvermarktungsplattform schon Sinn machen, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Gute Aufnahmen sind in jedem Fall eine Voraussetzung für die Nutzung solcher Plattformen, da oftmals eine technische Prüfung vorgenommen wird, die dann darüber entscheidet, ob die Plattform deine Songs überhaupt an Shops wie iTunes weitergeben kann. Dieser Aspekt gilt auch bei einem Labeldeal!

Hast du dich mit deiner Band aber schon über einen gewissen Punkt hinaus professionalisiert und bist dir sicher, dass du hauptberuflich Musik machen möchtest, dann solltest du auch den direkten Weg zu einem Label in Betracht ziehen. Mit „professionalisiert“ ist in diesem Sinne gemeint, dass du, neben ordentlichen Aufnahmen, vielleicht schon regelmäßig auf Festivals spielst und ein professionelles Management an deiner Seite hast.

Natürlich gibst du auch immer etwas von den Gewinnen an Management, Label und Vertrieb ab. Wichtig ist dabei aber auch, sich selbst Folgendes klar zu machen: Businesspartner sind in der Regel dazu da, direkt oder indirekt deinen Gewinn zu vergrößern. Wer dafür nichts von seinem Kuchen abgeben will, wird in den meisten Fällen langfristig auch nur einen kleinen Kuchen backen. Je größer der Kuchen durch Businesspartner wird, desto größer ist auch dein regelmäßiger Anteil daran!

Marketing zeichnet sich nicht nur durch den Verkauf der Musik aus, sondern auch durch gute Promotion, geschickte Preisfestlegung und vor allem ein gutes Produkt (vgl. die vier Marketing-Ps: Product, Price, Promotion, Placement). Mach dir bei der Auswahl einer Selbstvermarktungsplattform anhand dessen auch bewusst, welcher Bereich davon durch die Selbstvermarktungsplattformen unterstützt wird und welcher nicht.

Die Unabhängigkeit – das Pro der Selbstvermarktung?

Zu den Vorteilen der Selbstvermarktungsplattformen zählt zunächst die Unabhängigkeit. Musiker haben hier selbst in der Hand, wann sie welche Songs verkaufen möchten. Außerdem bieten viele Plattformen inzwischen attraktive Promotion-Add-Ons, durch welche die Bewerbung der eigenen Musik in einem gewissen Rahmen ermöglicht wird.

Allerdings liegt auch genau an dieser Stelle oftmals der Hase im Pfeffer! Erfolgreiche Promotionkampagnen sind sehr zeit- und mitunter auch kostenintensiv. Ein guter, halbwegs professionell gestalteter Bandnewsletter beispielsweise braucht eine gewisse Vorbereitungszeit, bevor er verschickt werden kann (von der Erstellung einer professionellen Homepage mal ganz zu schweigen). Auch die Kontakte dafür müssen erst einmal mühsam gesammelt werden. Werden die Leute auf deine Musik nicht zum richtigen Zeitpunkt aufmerksam, kauft sie folglich auch keiner und du gehst leer aus. Bei den Selbstvermarktungsplattformen stecken die eigenen Möglichkeiten den Rahmen ab, während man mit einem Label an seiner Seite in der Regel ein viel größeres Kontaktnetzwerk bemustern kann.

Dazu kommt noch der Faktor Zeit: Es dauert oft eine recht lange Zeit, bis die Gewinnzone erreicht wird und bspw. die Kosten des Album-Uploads auf so einer Plattform durch die Erlöse wieder ausgeglichen sind – vom Arbeitsaufwand mal ganz abgesehen. Beweist eine Band genügend Ausdauer, stellt sich der Erfolg trotzdem oft erst nach mehreren Monaten oder Jahren ein, bevor man das erste Mal bei „Null“ rauskommt. Übrigens hängt das auch mit den Zahlungsrhythmen der Shops und Vertriebe zusammen, die oftmals quartalsweise, halbjährlich oder jährlich getaktet sind. Was die Zahlungsrhythmen angeht, sieht es also bei Label und Selbstvermarktungsplattformen gleich aus. Insofern solltet ihr euch auf eurer Karriereleiter auch immer genügend Zeit für Gigs einräumen, die euch sofortiges Geld zum Leben sichern können. Geld aus Verkäufen in Onlineshops oder Ladengeschäften legt immer einen weiteren Weg zu euch zurück, als die Gage auf die Hand!

Alles in allem bringen Selbstvermarktungsplattformen dann einen Erfolg und verhelfen zu einer größeren Fangemeinde, wenn man als Band auch bereit ist, genügend Zeit zu investieren, um die Arbeit eines Labels nach seinen eigenen Möglichkeiten selbst zu erledigen. Ersetzen kann man ein Label in der Regel allerdings nie ganz, wenn man das Ziel hat, die eigene Musik zum Beruf zu machen.

Hier findest du ein paar Selbstvermarktungsplattformen (bzw. Vertriebsplattformen), auf deren Homepages du dich informieren kannst (Reihenfolge ohne Wertung!):

www.zimbalam.de

www.imusiciandigital.com
www.feiyr.com
www.tunecore.com
www.spinnup.com







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