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Workshop: MusicBiz-Madness – Teil 3: Marketing richtig vorbereiten

Planung ist alles

Julian Angel am 11.08.2014

Planung ist alles

Beim letzten Workshop hast du erfahren, wie deine CD-Pressung abläuft und wie du obendrein noch bares Geld bei der GEMA sparen kannst. Jetzt, da du deinen Silberling in der Hand hältst – oder vermutlich gleich ein paar Hundert – musst du dir Gedanken machen, wie du deine Musik effektiv unter die Menschen bringst. Wir sprechen heute über Marketing und beginnen mit der Auswahl der Medien.

Jeder Fan hat seine ganz eigenen Vorlieben wenn es darum geht, gute neue Musik zu finden. Der eine liest gedruckte Magazine, der andere erfährt über Radiosendungen von neuer Musik, viele informieren sich online bei Webzines oder über die verschiedenen sozialen Netzwerke. Wenn du die Möglichkeit hast, deine potentiellen Fans auf all diesen Wegen zu erreichen, solltest du sie auch nutzen. Wir werden gleich über die verschiedenen Methoden sprechen wie man potenzielle Hörer von seiner Musik überzeugen kann. Nachdem du im letzten Teil erfahren hast, wie du an deine CDs kommst, wollen wir uns heute um die Verbreitung deiner Musik kümmern.

Stellt sich erstmal die Frage: Wie viele Medien müssen bemustert werden? Natürlich hängt die Anzahl der Medienkontakte, die du mit deinen Promoexemplaren und Pressekits bemusterst, stark von der jeweiligen Stilrichtung ab. Wichtig ist hier, möglichst zielgerichtet vorzugehen. Picke dir jene Medien heraus, die sich ganz speziell mit deiner Stilrichtung befassen. Versuche dabei, ganz tief in die passenden Unterkategorien vorzudringen, denn hier findest du die wirklich interessierten Fans. Je nach Größe deiner speziellen Musikszene kannst du zwischen 40 und 100 Kontakte in deiner Marketingkampagne berücksichtigen. Diese Kontakte setzen sich in der Regel zusammen aus Print, Online und Radio.

Auch Seiten wie Music nStuff stellen Bands und Alben vor

Wähle das passende Medium

Printmedien   

Gedruckte Zeitschriften sind der Klassiker. Auf Grund des begrenzten Platzangebotes schaffen es aber bei weitem nicht alle Bands und Musiker, dort eine Rezension, geschweige denn einen Artikel zu ergattern. Wer aber auf den heiligen Seiten erwähnt wird, genießt automatisch eine gewisse Glaubwürdigkeit beim Leser. Printmedien wählen ihre Themen, also ihre Bands, natürlich nach Bekanntheit und Wichtigkeit aus. Zudem behandeln viele Magazine Zusendungen per Post und mit CD vorrangig. Zunehmend gewinnen aber auch Download-Links an Bedeutung bzw. Popularität wodurch man sich einiges an Porto sparen kann.

Der Vorteil von Printmedien liegt in ihrer Langlebigkeit. Anders als eine Website lassen sie sich nicht einfach wegklicken. Ein geneigter Leser nimmt ein Magazin mehrmals in die Hand und stößt beim Blättern mehrmals auf den gleichen Bericht, das gleiche Bild oder auf die gleiche Anzeige. Du kannst außerdem davon ausgehen, dass jemand, der Geld für ein Musikmagazin ausgibt, ein besonderes Interesse an der darin besprochenen Musik hat.


Webzines   

Als Webzines bezeichnen wir Internetseiten, die ähnlich einem Magazin ihre Leser mit News, Interviews, Tourneedaten und Rezensionen versorgen wie beispielsweise auch www.musicnstuff.de. Hier erweist sich der nahezu unbegrenzte Platz als gute Möglichkeit für unbekannte Bands, vorgestellt zu werden. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass Internetleser direkt die Möglichkeit haben, per Klick auf deine Website oder deinen YouTube-Kanal zu gelangen (wo du hoffentlich ein paar Hörbeispiele bereithältst) oder ein neues Fenster zu öffnen, um nach Shops zu suchen, über die sie deine Musik beziehen können. Sprich, wenn ein Fan einmal in Stimmung geraten ist, kann er schnell und ohne Ablenkung zum Kauf übergehen. 

Es mag sehr Oldschool erscheinen, aber auch heute hören noch Millionen Menschen in Deutschland Radio – auch übers Internet

Internet Killed The Radio Star?

Radio

Während Zeitschriften und Webzines Musik hauptsächlich in Worten beschreiben können, geben Radiosendungen deine Musik eins zu eins an den möglichen Fan weiter, genau so wie du sie aufgenommen hast. Besser kannst du dich kaum präsentieren. Dafür sind Radioeinsätze allerdings auf die Dauer deines Songs begrenzt (abgesehen von Interviews oder Ähnlichem). Während also Papier und Webseiten sehr geduldig sind, ist deine Radiopräsentation nach drei oder vier Minuten beendet, und wer bei der Ansage nicht genau hinhört oder im Straßenverkehr abgelenkt ist, wird deinen Bandnamen nie erfahren. Um deine Fans direkt über ihre Ohren zu erreichen, ist also eine längere, regelmäßige Radiopräsenz nötig. Doch genau das ist für ungesignte Bands im Normalfall so gut wie unmöglich, müssen sie sich meist doch schon glücklich schätzen, einmal spätabends im Spartenprogramm gespielt zu werden.


Online-Radio und Podcasts

Dafür hast du aber im Bereich des Onlineradios und der Podcasts größere Chancen, regelmäßig gespielt zu werden. Die Hörerschaft ist hier natürlich wesentlich kleiner als im normalen Formatradio, meist liegen die Hörerzahlen im dreistelligen Bereich, dafür widmen sich Onlinesendungen ganz bestimmten Stilrichtungen, so dass deine Musik auch nur von deiner speziellen Zielgruppe gehört wird.

Onlineradios haben noch einen weiteren Vorteil: Während dein Song läuft, werden dein Name und der Songtitel – gerne auch das dazugehörige Albumcover – eingeblendet, so dass interessierte Hörer diese Informationen bequem aufnehmen und nebenher deine Website besuchen oder Shops nach deinen Songs durchstöbern können.

Ob Zeitschrift, Radio, Internet oder live – zeig deinen (potenziellen) Fans, dass es dich gibt und begeistere sie für deine Musik

Sei Teil der Szene

Szenemedien 

Nicht immer relevant, aber oft interessant und imagefördernd sind Szenemedien wie Stadtmagazine oder auch Lifestyle-Blogs. Eine Bemusterung wird dir hier keinesfalls schaden, doch erwarte nicht mehr als bei der zielgerichteten Promotion in deiner speziellen Marktnische. Stadtmagazine sind hilfreich, wenn du entweder bereits stark in deiner Stadt, also regional, präsent bist, oder aber kurz- bis mittelfristig eine Reihe von Auftritten dort planst. Bedenke aber, dass du es hier mit einem weitgefächerten Publikum zu tun hast, dass sich auch für viele andere Musikstile interessiert.

Auch Szene- oder Lifestyle-Blogs stellen gerne gute Musik vor. Bei erfolgreichen Blogs kannst du so ein sehr großes Publikum erreichen. Meist sind derartige Blogs jedoch tagesaktuell ausgerichtet, was bedeutet, dass der Beitrag über deine Musik auch sehr schnell wieder aus dem Blickfeld der Leser verschwinden kann. Im Übrigen wetteiferst du dort nicht nur mit anderen Bands und Musikern, sondern auch mit Beiträgen über Mode, Events, Kultur etc.

Welche Gewichtung du den einzelnen Medien in deinem Promotionmix gibst, entscheidest du selbst sowie die individuellen Gegebenheiten deiner Stilnische. Indem du alle Möglichkeiten wahrnimmst und für dich nutzt, kannst du eine möglichst große Anzahl interessierter Fans erreichen, jeden auf seinem ganz persönlichen Lieblingsweg. Und für Fans, die sowohl Zeitschriften und Webzines lesen als auch Radio hören, bist du umso stärker präsent, so dass sie sich deiner Musik – hoffentlich – nicht mehr entziehen können.

Das Internet

Mindestens genauso viel Kontakt zur Szene – und das weltweit – bieten natürlich auch diverse Kanäle im Internet wie Facebook, YouTube & Co. Versuch auch da mit deiner Band aktiv und leicht auffindbar zu sein, um die Zahl deiner Fans zu erhöhen. Viel Erfolg!

Am 12. Oktober findet die zweite MusicBiz-Madness-Konferenz in Frankfurt am Main statt

MusicBiz Madness vor Ort

Julian Angel, der Autor dieser Workshop-Reihe, ist Rockmusiker und Organisator der Musikbusiness Konferenz MusicBiz Madness. Dort geben Musiker und Brancheninsider ihre Erfahrungen und Erfolgsrezepte an ungesignte, sich selbst vermarktende Musiker weiter. Auf der begleitenden Website findest du weitere Tipps rund um das Musikbusiness: www.musicbizmadness.de

Und im Herbst ist es wieder soweit: Einen Tag voller Insiderwissen, Marketingtipps und innovativer Ideen – das verspricht die Musikbusinesskonferenz MusicBiz Madness, die nach dem erfolgreichen Start 2013 in Nürnberg dieses Jahr am 12. Oktober  in den Räumen der Goethe Universität in Frankfurt am Main stattfindet.

In der heutigen Zeit sind Musiker ja immer mehr darauf angewiesen, bei der Vermarktung ihrer Musik Eigeninitiative zu ergreifen. Allerdings ist man dabei „oft ziellos und irritiert, da die Flut an guten Ratschlägen häufig widersprüchlich ist und nicht sofort zu spürbarem Erfolg führt“ so Julian Angel. MusicBiz Madness schafft mit einem umfangreichen Vortragsprogramm Klarheit. Referenten, die das Musikmarketing aus eigener Erfahrung und von innen kennen erläutern ohne Umwege, was funktioniert – vor allem aber wie.

Dozenten sind unter anderem Christian Goebel vom Label Motor Music, der viele Bands bei der Selbstvermarktung begleitet hat und zeigt, wodurch sich erfolgreiche Methoden von den weniger guten unterscheiden und die selbständige Promoterin Birgitt Schwanke, die Veröffentlichungen von den Rolling Stones, Elton John und Ozzy Osbourne, aber auch die vieler Underground Acts betreut hat. Sie erläutert die große Bedeutung klassischer Promotionwege im digitalen Zeitalter.

Daran anknüpfen werden Expertenvorträge zu weiteren Themen wie Onlinemarketing, Social Media, Direktmarketing, rechtliche Aspekte der Musikpromotion sowie eine abschließende Diskussionsrunde mit allen Referenten. Alle Informationen zum Programm gibt es unter www.MusicBizMadness.de, Early Bird Tickets sind bis 15.08. erhältlich.

Übrigens: Dieser Artikel stellt keinerlei Beratung, insbesondere keine juristische Beratung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr und beziehen sich auf den Zeitpunkt, an dem der Artikel verfasst wurde.







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