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Workshop: Meet the Doublebass Teil 1

Rudiment meets Doublebass

Alexander Holzwarth am 01.10.2013

Rudiment meets ...

Hände und Füße: Das wichtigste Gut eines Schlagzeugers. Um diese in Einklang zu bringen, bedarf es viel Zeit und Training. Alex Holzwarth (u.a. Rhapsody) stellt dir hier sein Trainingsprogramm vor, das effizient ist und alle wichtigen Komponenten vereint: Singles, Doubles und Paradiddles.

Gutes Doublebassdrumming ist keine Kunst, die man so einfach über Nacht erlernt – aber das kannst du dir ja denken. Es braucht dazu unzählige Stunden harter Arbeit und Training. Dass Arbeit aber auch Spaß machen kann, will ich dir beweisen. Die Übungen, die ich dir zusammengestellt habe werden es zeigen. Grundvoraussetzung für die Übungen sind Schlagkombinationen, die jeder kennt: Einzelschläge, sogenannte Single Strokes, Doppelschläge, die Doubles und den Paradiddle, sowie 16tel Schläge mit den Füßen. Sie bilden die Bausteine, aus denen sich das Training zusammensetzt.

Nun stellt sich die Frage: Wie schaffe ich es, diese vermeintlich einfachen Übungen mit Händen und Füßen unisono, also flamfrei hinzubekommen und sie außerdem noch in einem schönen, gleichmäßigem Raster laufen zu lassen? Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie es sich anfühlt wirklich zeitgleich zu spielen, versuche zuerst mit beiden Händen gleichzeitig auf der Snare zu spielen. Ab und zu flamt es, aber manchmal kommen die Schläge auch unisono. Das ergibt einen eigenartigen Sound und der Rebound fühlt sich anders an.

Diese Erfahrungswerte brauchst du bei unseren Herausforderungen. Die Idee ist sich zurückzunehmen und den physikalischen Begebenheiten unterzuordnen. Das Gute dabei: Du wirst selbst zum Zuhörer, beziehungsweise zum Beobachter und schließlich auch zum Genießer. Das kling zunächst utopisch, weil viele sich beim Thema Doublebassdrumming immer den sportlichen Aspekt vorstellen, die schweißtreibende Arbeit. Aber genau hiervon wirst du dich verabschieden und dich dem Gegenteil widmen.

Eine optimale Einstellung des Pedals ist Ausgangspunkt für gutes Doublebassdrumming.

Der Weg ist das Ziel

Versuche deine Schläge einfach mal so zu spielen, dass du fast gar nicht mehr merkt, dass du es gerade tust. Wie machst du das? Ganz einfach: Reduziere dein Spiel auf das Minimale, beziehungsweise lass den Stock die Arbeit machen. Das Gleiche machst du dann auch mit den Pedalen. Nur hier übernehmen eben die Pedale oder eher die Klöppel die Aktivität für dich, indem du sie nur noch andribbelst.

Die Fußmaschinen gehören dazu entsprechend eingestellt: Fixiere erst mal die Federspannung extrem leicht, dann fährst du den Klöppel weit aus und zuletzt stellst du einen großen Winkel zwischen Fell und Beater ein – mindestens 50°. Spiele anschließend erst mal 16tel Einzelschläge nur mit den Füßen (Notenbsp. 1). Versuche das Ganze mit einer Art „Jazz Approach“, das heißt: die Doublebass leise und flockig zu spielen. Du denkst: Doublebass und leise? Geht das? Und wie das geht. Du wirst merken, dass dies auch der Schlüssel zum Schnellerwerden sein wird, aber das ist nicht Thema dieses Workshops.

Notenbeispiel 1


Spiele das Gleiche jetzt mit den Händen: Nur eben auch die anderen Kombinationen. Versuche ganz relaxed gespielte 16tel zu produzieren, in Singles (Notenbsp. 2), Doubles (Notenbsp. 3) und Paradiddle (Notenbsp. 4). Wenn es gut läuft, klingen alle drei Rudiments gleich. Übrigens: Für diese Übungen eignet sich hervorragend ein Drumpad, das du auf die Snare legen kannst. Achte hierbei auf deine Stöcke, dass sie getuned sind, also die gleiche Dichte haben und somit gleich klingen können.

Notenbeispiele 2 bis 4

Eine gute Körperhaltung ist ausschlaggebend für entspanntes Trommeln.

Kombinationen

Jetzt kombinierst du die Übungen miteinander – Hände und Füße spielen 16tel. Im Normalfall kommen die Bassdrumschläge immer etwas zu früh, was vollkommen natürlich ist. Stell dir vor, du stehst von einem Tisch auf und willst gleichzeitig mit den Armen aufsetzen beziehungsweise abstützen. Die Beine sind immer erster. Also: Ein völlig natürliches Ereignis, welches du etwas pimpen musst, um zu deinem erklärten Ziel zu kommen. Übrigens: Das ist bei einem 4 on the floor – die Bass spielt Viertel, die Snare auf zwei und vier – genau dasselbe. Wenn du dich damit nicht eingehend auseinandersetzt, spielst du die Bassdrum eigentlich immer etwas zu früh und die Snare etwas zu spät. Es sei denn du bist ein Naturtalent und machst das nach Gehör intuitiv richtig.

Wenn du kein Naturtalent bist, kannst du dem Flam ganz einfach den Garaus machen, indem du bei den Pedalen den Weg verlängerst. Geh dafür etwas mit den Füßen von der Trittplatte runter. Dadurch erreichst du eine leichte zeitliche Verzögerung. Des Weiteren kannst du die Pedale mit einer schlaksigen Bewegung andribbeln. Sehr wichtig sind hier die Fußgelenke, die unbedingt locker sein sollten. Wenn du alles richtig gemacht hast, entsteht ein kleines Nebengeräusch, ein Vorschlag. Der eigentliche Schlag passiert dann etwas später, wenn du schon wieder entspannt bist.

Jetzt müssen die Hände nur noch in time gedacht werden, denn die eigentlichen Schläge führen ja die Stöcke aus – zumindest fast. Hierfür findest du unter Notenbeispiel 5 noch eine interessante Offbeat-Übung. Ganz wichtig ist auch, dass du hierbei deinen Oberkörper stützt, das heißt, den Rumpf etwas anspannst, um eine stabile, geerdete Grundhaltung aufrecht zu erhalten und alle Anspannung auf einen Punkt zu zentrieren – den Bauch. Im Endeffekt ist das die eigentlich einzige Anspannung, die du hast. Der Rest ist zu jeder Zeit extrem locker.

Notenbeispiel 5:


Auch die Hockerhöhe kann hier von großer Bedeutung sein. Achte darauf, dass sich deine Oberschenkel in etwa waagerechter Position befinden. Mit diesen Vorbereitungen sollte es dir recht schnell gelingen folgende Übungen durchzuführen und mehr noch: alles, was zu diesem Thema anfällt gut zu spielen.

Orchestriere, also spiele die Rudiments verteilt über das komplette Schlagzeug.

Ran an das Set und an die Übungen

Starte mit einfachen Singles (Video Übung 1/ Notenbsp. 6), die du wegen der unterschiedlichen Sounds beispielsweise auf Ride (rechte Hand) und Snare (linke Hand) orchestrierst. Wenn du dies nicht machst, klingen alle Übungen von Singles, Doubles und Paradiddles gleich. Dazu spielst du 16tel mit den Füßen und versuchst die vorangegangenen Ideen umzusetzen.

Notenbeispiel 6


„Vereinfache“ die Sache, indem du nur mit einem Fuß spielst: Erst den rechten, das heißt, du spielst gerade 8tel, dann den linken Fuß – 16tel Offs. Das ist nicht ganz so easy – deswegen auch die Anführungsstriche. Hier empfehle ich dir die 16tel Offs erstmal mit der linken Hand auf dem Pad zu üben. Wenn es nicht so gut klappt, zähle im sehr langsamen Tempo mit (1e&e2e&e3e&e4e&e), dann nimmst du auch diese Hürde schnell. Achte immer besonders auf deinen linken Fuß, der wird meistens zu früh gespielt. Versuche bewusst den Offbeat später zu spielen, auch wenn es mal falsch klingt. Erst damit schaffst du es deinen Spielraum besser interpretieren zu können.

In den weiteren Übungen werden zuerst Doubles (Videoübung 2 / Notenbsp. 7), dann der Paradiddle (Videoübung 3 /Notenbsp. 8) behandelt. Am besten trainierst du erst jede Übung einzeln, dann packst du sie alle drei zusammen: erst gerade 8tel, dann 16tel (mit beiden Füßen), dann 16tel Offs und wieder 16tel. Achte auf das Tempo. Es sollte bequem sein. Mach es dir am Drumset gemütlich.

Notenbeispiel 7

 

Notenbeispiel 8


Für ganz Fleißige gibt es mit den Videoübungen 4 bis 6 noch einen Nachschlag. Verdopple die Anzahl der Doublebass-Schläge. Die Noten dazu findest du unter Beispiel 9 bis 11.

Notenbeispiel 9

 

Notenbeispiel 10

 

Notenbeispiel 11


Mit diesen sechs Übungen hast du ein optimal geschnürtes Paket mit dem Vorteil, dass sich Übungselemente überschneiden und wiederholen. Im Video findest du alle aufgeführten Übungen hintereinander.


Ich hoffe, die Übungen machen dir genauso viel Spaß wie mir. Dein Alex

Video zum Workshop







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