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Workshop: Der perfekte Proberaum (Folge 1)

Der perfekte Raum

Marco Sulek am 26.09.2013

Der perfekte Raum

So gut wie jeder Musiker war schon einmal auf der Suche nach einem Proberaum. Und dies ist oftmals eine schwierige Aufgabe. Denn – wie heißt es so schön – Räume sind Schäume. Wir zeigen dir, worauf du bei der Wahl des Raums achten solltest.

Jeder Musiker weiß seinen Ort zu schätzen, an den er sich zum Komponieren und Musizieren zurückziehen kann. Im Optimalfall nutzt er diesen gemeinsam mit weiteren Künstlern, die zusammen eine Band darstellen. Richtig, die Rede ist vom heiligen Proberaum. Bevor man allerdings seine Kreativität darin zu entfesseln vermag, muss natürlich erst ein geeignetes Zimmer her. Und hier offenbart sich oftmals schon die erste große Schwierigkeit. Denn besonders Neueinsteigern sind entsprechende Anlaufstellen unbekannt.

Bevor du dich jedoch blindlings auf die Suche nach einem neuen Proberaum machst, solltest du dir erst einmal darüber im Klaren werden, dass es den perfekten Raum nicht gibt. Sicherlich gibt es gute Räume. Auch mit entsprechenden Investitionen erreicht man sehr gute Ergebnisse, doch das können sich nur weniger Musiker leisten – und wenn wird man sich gleich ein akustisch optimiertes Tonstudio bauen, bevor man das Geld in einen Proberaum steckt. Genau deswegen gilt es, sich schon im Vorfeld darüber schlau zu machen, was man überhaupt möchte, um „schlechte“ Räume von „guten“ unterscheiden zu können.

Ein wichtiger Aspekt ist, wie viel Geld man im Monat ausgeben möchte. Weil man in der Regel nicht alleine einen Proberaum bezieht, sollte es besser heißen: Wie viel Geld möchte oder kann jeder Musiker einer Band im Monat aufwenden? Auf keinen Fall darf sich hierbei jemand benachteiligt fühlen, wenn es beispielsweise heißt, der Raum kostet im Monat 150 Euro, vier der Mitglieder können jeweils 25 Euro Zahlen und der fünfte muss 50 Euro übernehmen. Hier sind Streit und Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Manchmal ist es für eine einzelne Band einfach zu teuer, einen Proberaum für sich alleine zu haben. Aus diesem Grund tun sich viele Bands mit weiteren Bands oder Musikern zusammen, um gemeinsam einen Raum zu teilen. Solltest du in diese Lage kommen, ist es wichtig, deine zukünftigen Proberaummitbenutzer erst richtig kennenzulernen. Du möchtest schließlich vermeiden, dass du irgendwann den Proberaum betrittst und dein Equipment entweder weg oder beschädigt ist. Auch einige Regeln, beispielsweise wer wann den Proberaum belegen und wer welches Equipment benutzen darf, sind dabei essenziell.

Container für alle Fälle: Viele Städte bieten Übungsräume in einer Ansammlung von herkömmlichen Baucontainern an.

Raum des Möglichen

Neben der Problematik, einen Proberaum zu finden, spielt eben der finanzielle Faktor eine große Rolle. Besonders in Großstädten muss man mit exorbitanten Preisen rechnen. Spitzenreiter ist – genau wie bei regulären Mietwohnungen – München. Hier zahlt man im Schnitt 9,64 Euro pro Quadratmeter und Monat. Günstiger wird es je weiter man auf dem Land sucht. Mit etwas Glück findet man dort in einem abgelegenen Gebäude einen Raum, für den man nur lächerliche 10 Euro im Monat abzudrücken braucht.

Allerdings bringt die Abgeschiedenheit auf dem Land auch einige Nachteile mit sich. Vor allem den, dass die öffentlichen Verkehrsmittel schlechter aufgestellt sind als in der Stadt – was besonders Musiker ohne Auto betrifft. Außerdem ist am Land in aller Regel kein nahegelegener Musikladen zu finden, in dem man im Notfall schnell neue Saiten oder Sticks besorgen kann. Wenn du gemeinsam mit deiner Band einen Proberaum einrichten möchtest, wäre es also von Vorteil, den Standort so zu wählen, dass jeder ohne Probleme hin- und wieder zurückkommt.

Eine interessante Alternative für ungebundene Musiker findet man oft in Musikschulen. Diese vermieten bereits mit Equipment ausgestattete Proberäume. Darin ist dann nicht nur eine komplette Beschallungsanlage zu finden, sondern auch Drums sowie Gitarren- und Bass-Amps – nur seine eigenen Instrumente wie Gitarren, Bässe und Keyboards sollte man dabei haben. Großer Nachteil hierbei ist jedoch, dass man sein Equipment nicht einfach im Raum bunkern kann. Außerdem richten sich die Mietpreise an verhältnismäßig hohe Stunden- oder Tagessätze.

Die praktischste und günstigste Variante ist jedoch ein Proberaum in den eigenen vier Wänden. Dadurch erspart man sich nicht nur zusätzliche Mietkosten, sondern auch eine meistens eher zeitintensive Suche. Wohnt man nicht gerade alleine in einem Einfamilienhaus, gibt es wiederum Reibungspunkte mit Mitbewohnern und Nachbarn. Sind diese Musikern gegenüber nicht gerade tolerant, kann es schnell mal passieren, dass man Ärger am Hals hat. Seid also besonders zu den Nörglern nett.

Viele Sticker, Poster und leere Bierflaschen: Daran erkennt man Proberäume, ohne sie überhaupt betreten zu müssen.

Zu feucht?

Gesetzt dem Fall, ein vermeintlich geeigneter Raum wurde gefunden, gilt es, diesen zu inspizieren. Zwar versprechen viele Vermieter gleich von Anfang an nur beste Voraussetzungen, aber wie heißt es so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Genau aus diesem Grund solltest du dir vorher überlegen, welche Fragen du dem Vermieter stellen möchtest. Wichtig ist hierbei, herauszufinden, ob sich erstens der Raum an sich eignet und zweitens, ob durch das Umfeld Komplikationen auftreten könnten. Ein paar wichtige Anhaltspunkte haben wir für dich zusammengefasst.

Achte beim Besichtigen des Raumes auf feuchte Stellen an der Wand. Diese erkennt man oft durch einen deutlich verfärbten oder aufgerauten Putz. Ein feuchter Raum gibt sich auch dadurch zu erkennen, indem er einen (leicht) modrigen Geruch beim Betreten aufweist – leider ist dieser typisch für viele Proberäume. Sollte der Raum nämlich feucht sein, kann es über kurz oder lang dazu führen, dass dein Equipment Schaden nimmt. Und nicht nur dein Equipment ist davon betroffen, denn Schimmel und Konsorten machen auch deiner Gesundheit zu schaffen.

Manchmal steckt man doch in der Misere, den suboptimalen Raum nehmen zu müssen, da es einfach keine Alternative gibt. Eines sollte dir jedoch im Vornherein klar sein: Die Luftfeuchtigkeit lässt sich zwar senken, aber feuchte Wände bekommt man nur schwer bis gar nicht trocken – das wäre ein zu großer, fast nicht bezahlbarer Aufwand. Um nun die Luftfeuchtigkeit in den Griff zu kriegen, gibt es einige Möglichkeiten. Die einfachste Lösung ist häufiges Lüften. Besonders nach der Probe, wenn alle Musiker verschwitzt sind, ist das Fenster zu öffnen.

Kostengünstige Abhilfe schaffen passive Luftentfeuchter mit Salzgranulat. Diese stellt man einfach in den Raum. Nach einer gewissen Zeit sammelt sich Wasser in dem dafür vorgesehenen Behälter – der entsprechend oft zu leeren ist. Etwas teurer wird es mit elektrischen Luftentfeuchtern. Genau wie die Granulatbeutel stellt man diese einfach in den Raum. Allerdings kann es sein, dass elektrische Luftentfeuchter störende Nebengeräusche verursachen. Zur Not schaltet man das Gerät einfach während der Probe aus und im Anschluss wieder ein.

Die effizienteste Methode, die Luftfeuchtigkeit zu senken: elektrische Luftentfeuchter, die in die Raummitte zu stellen sind.

Rund ums Gebäude

Ist das Thema Feuchtigkeit geklärt, gibt es noch weitere Dinge zu beachten. Zum Beispiel solltest du dich erkundigen, wie der Raum geheizt wird. Eine zentrale Gebäudeheizung stellt dabei den Optimalfall dar. Teurer und vor allem gefährlicher ist das Heizen mit elektronischen Heizgeräten. Ölradiatoren und Heizstrahler sollte man nur dann betreiben, wenn man auch anwesend ist und ein Auge darauf werfen kann  – nicht, dass das Gerät einen Defekt aufweist und die ganze Bude plötzlich in Brand steckt. Besonders bei alten Heizgeräten sollte man Vorsicht walten lassen.

Was sich auch stark auf das Raumklima auswirkt, ist das Wandmaterial. Bestehen die Wände beispielsweise aus dünnen Rigipsplatten, wirkt sich die Außentemperatur viel stärker auf den Innenraum aus als bei modernen Ziegeln. Klar, nachrüsten lässt sich im Prinzip immer. Die Frage ist nur, wie viel Zeit und Geld man in derartige Maßnahmen investieren möchte. Nicht zuletzt haben die Wände ja auch Einfluss darauf, wie viel Schall nach außen dringt. Hierbei gilt der einfache Merksatz: je massiver die Wände sind, desto mehr Schall isolieren sie.

Die Schallisolation bringt uns auch gleich zum nächsten Punkt: wie sieht es mit den Nachbarn aus? Fragen, die du diesbezüglich auf alle Fälle klären solltest, lauten unter anderem: Sind im selben Gebäude noch Firmen oder Wohnungen zu finden? An welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten darf man proben? Vor allem kann die Frage nicht schaden, welche Band vorher den Raum genutzt hat. Sollte vorher beispielsweise ein Akustik-Duo darin geprobt haben, dürfte dieses nicht so viel Lärm verursacht haben wie es eine vollbesetzte Metal-Combo tun wird.

Im Interesse deines Equipments solltest du dich auch nach der Einbruchssicherheit erkundigen. Sprich, wie leicht sind Türen und Fenster zu knacken. Vergitterte Fenster und Stahltüren beispielsweise erschweren Einbrechern die Arbeit. Am besten ist es allerdings, wenn das Gebäude möglichst permanent besetzt ist. Zu deiner eigenen Sicherheit ist es außerdem ratsam, ein Gebäude zu wählen, das nicht gerade abbruchreif und total heruntergekommen aussieht. Auf alle Fälle kann es nicht schaden, eine Versicherung gegen Diebstahl und sonstige Schäden abzuschließen.

Dies war nun der erste Workshop zu bereits neun geplanten Folgen „Der perfekte Proberaum“. In den nächsten Folgen erfährst du unter anderem, wie man den Proberaum mithilfe von Akustikelementen klanglich optimiert, welches Equipment überhaupt von Nöten ist und wie man damit einen guten Sound zustande bringt. Zudem bieten wir dir die Möglichkeit, ein Foto deines Proberaums in unserer Bilderstrecke am Ende des nächsten Workshops zu integrieren. Schick uns dazu einfach ein schickes Bild an: info@musicnstuff.de 







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