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Vergleichstest: Pocket-Recorder für Musiker

Nimmermüde

Marco Sulek am 17.06.2014

Nimmermüde

Schier grenzenlos wirkt das Angebot an Pocket-Recordern für den professionellen Einsatz. Für Suchende prüften wir fünf angesagte Aufnahmegeräte auf Herz und Nieren. Was dabei herauskam, erfährst du im folgenden Vergleichstest.

Pocket-Recorder sind nicht nur handlich, sondern auch flexibel und einfach zu bedienen. Vor allem aber sind sie Tonstudios, die in jede Jackentasche passen. Dass man unterwegs überhaupt ein derartig ausgestattetes Gerät benötigt, zeigen folgende Situationen: Atmo-Aufnahmen, Interviews, Kameraton, Live-Mitschnitte oder Recording von Bandproben. Besonders die musikalischen Anwendungen verlangen viele zusätzliche Funktionen.

Was jedoch viele verzweifeln lässt, ist der unüberschaubare Markt für handliche Recorder. Wie kann man so überhaupt das passende Modell für die eigenen Bedürfnisse finden? Um dir die Suche zu erleichtern, luden wir fünf heiße Kandidaten namhafter Hersteller ein. Alle miteinander eignen sich bestens für Künstler, Tontechniker und solche, die es werden wollen. Dabei wählten wir bewusst Geräte mit unterschiedlichen Größen und Features aus – denn nur so lässt sich erahnen, was alles geboten wird.

Doch kommen wir endlich zu den Teilnehmern, die da wären: Marantz PMD661 MKII, Olympus LS-100, Sony PCM-M10, Tascam DR-40 und Zoom H6. Allesamt machen einen stabilen Eindruck und liegen recht gut in der Hand – auch wenn der PMD661 MKII im Vergleich zu den anderen ziemlich breit und mächtig ist. Soll das Gerät nicht gehalten werden, bietet jedes der uns vorliegenden Modelle an der Unterseite ein 1/4“-Gewinde für ein Kamerastativ. Alternativ lassen sie sich auch dank ihrer Gummifüßchen wackelfrei und rutschfest auf ebenen Oberflächen platzieren.

Bis auf den LS-100, der eine komplette Metall-Umhüllung besitzt, bestehen die Gehäuse der Recorder größtenteils aus Kunststoff. Nur der PMD661 MKII und der PCM-M10 haben zusätzlich eine metallene Blende. Alle Displays sitzen in der oberen Hälfte der jeweiligen Geräte, nur der H6 fällt hier etwas aus der Reihe: Sein Bildschirm ist im unteren Teil zu finden. Der H6 und der LS-100 sind übrigens die einzigen beiden unserer fünf Kandidaten mit farbigem Display.

Eingebaute Mikrofone machen Pocket-Recorder allzeit einsatzbereit (v.o.n.u.: PCM-M10, DR-40, LS-100 & PMD661 MKII).

Alleinstellungsmerkmale

Jeder der Pocket-Recorder in unserem Test hat Eigenschaften, die ihn gewissermaßen einzigartig machen. Der Marantz PMD661 MKII etwa besitzt neben seinen analogen Eingängen eine S/PDIF-Schnittstelle für die digitale Signalzufuhr. Weiterhin ist sein Line-Out nicht im Mini-Klinken-Format, sondern als Cinch-Buchsen ausgeführt. Für eine ständige Pegelkontrolle sitzt ein 10-LED-Meter an der unteren Hälfte. Außerdem bietet er als einziger Recorder zwei eingebaute Lautsprecher, um die Aufnahmen stereophon wiedergeben zu können.

Musikern, die gerne mehrspurig aufzeichnen, kommt der Olympus LS-100 entgegen: Mit seiner Overdub-Funktion erlaubt er es, ganze acht Spuren hintereinander aufzuzeichnen, diese abzumischen und sogar zu bouncen. Als praktisches Gimmick integriert er ein sogenanntes Lissajous-Meter, mit dem sich die Phasendifferenz zwischen den beiden eingebauten Stereo-Mikrofonen messen lässt. Als alleiniger Kandidat bezieht der LS-100 seinen Strom über einen Kamera-Akku, der sich direkt über die USB-Schnittstelle laden lässt.

Der kompakteste und einzige Recorder in unserem Vergleichstest, der in jede Hosentasche passt, ist der PCM-M10 von Sony. Neben seinen Maßen und dem geringen Gewicht lässt er sich mit nur einer Hand kinderleicht bedienen. Ein nützliches Feature fällt sofort beim Tascam DR-40 ins Auge: Seine zwei integrierten Mikrofone lassen sich schwenken und auf die jeweilige Situation ausrichten. Außerdem kann er vier Spuren gleichzeitig oder im Overdub-Modus aufnehmen.

Alleine auf seine Flexibilität bezogen ist der Zoom H6 sehr interessant: Er besitzt eine Schnittstelle, an die sich diverse Elemente stecken lassen – sei es ein XY-, MS- beziehungsweise Richtrohr-Mikrofon oder zwei zusätzliche Kombi-Buchsen. Apropos: Vier Kombi-Buchsen sind fest am H6 installiert, sodass sechs Signalquellen gleichzeitig aufgenommen werden können. Sehr nützlich ist aber auch seine Interface-Funktion: An den Computer via USB anschließen, das Input-Setting konfigurieren und direkt im Lieblingsprogramm recorden.

Lieber flexibel ein Mikrofon anstecken? Kombi- und XLR-Buchsen machen es möglich (oben: H6, links: DR-40, rechts: LS-100, unten: PMD661 MKII).

Signalpolitik

Wie mit der Feature-Liste sieht es auch bei den eingebauten Mikrofonen und Anschlüssen aus: Der PMD661 MKII hat zwei eingebaute Kleinmembraner, die mit einem Abstand von gut 7 cm in AB-Anordnung ausgerichtet gerade nach vorne zeigen. Zwischen den Mikros finden sich zwei XLR-Buchsen mit zuschaltbarer Phantomspeisung. Außerdem gibt es einen zweiten Line-In im Mini-Klinken-Format sowie die bereits genannte S/PDIF-Schnittstelle. Zwar sind das vier anwählbare Eingänge, doch der PMD661 MKII nimmt maximal stereo auf.

Ebenfalls maximal stereo recordet der LS-100. Hier sind die Mikrofone zwar auch in AB-Technik angeordnet, doch weisen sie einen Abstand von 5 cm und einen Winkel von 90° zueinander auf. Weiterhin gibt es zwei Kombi-Ins mit zuschaltbarer 24- oder 48-Volt-Power sowie einen Mini-Klinken-Mikrofon-Eingang. Als einziges Aufnahmegerät in unserem Test besitzt der PCM-M10 keine XLR- oder Kombi-Buchsen – was mit der Größe einhergeht. Aber ein Mikrofon- und ein Line-Eingang erlauben es, extern gewandelte Signale zu speichern. Seine Mikrofone schauen leicht nach außen und haben einen Abstand von gut 4 cm zueinander.

Wie schon erwähnt: Die beiden Mikrofone am Tascam DR-40 lassen sich um 90° von XY- auf AB-Technik umschwenken. Da so die beiden Eingangskanäle im Panorama vertauscht werden würden, fragt der Recorder nach, ob man beide Inputs anpassen möchte. An der Unterseite finden sich zudem zwei Kombi-Buchsen mit zuschaltbarer Phantomspeisung. Eine nützliche Funktion kommt zum Tragen, wenn man zwei Mikrofone in MS-Anordnung anschließt: Der DR-40 bietet eigens hierfür einen Decoder.

Zu seinen vier mit Phantomspeisung betreibbaren Kombi-Eingängen enthält der Lieferumfang des Zoom H6 einen XY- und einen MS-Aufsatz. Praktisch bei den XY-Mikrofonen ist, dass sie sich einzeln drehen lassen, um den Öffnungswinkel von 90° auf 120° abzustimmen. Außerdem ist hieran ein Line-In zu finden. Die Signale vom MS-Modul dekodiert der H6 natürlich entsprechend. Doch: Auch wenn der optional erhältliche Kombi-Buchsen-Aufsatz so aussieht, er bietet keine Phantomspeisung.

Stimmt’s? Der Tascam DR-40, Olympus LS-100 und Zoom H6 besitzen praktischerweise Tuner.

Musik im Fokus

Musiker wünschen sich oftmals Funktionen, die auch unterwegs eine ordentliche Performance ermöglichen. So beispielsweise ein Stimmgerät – das hier nur der Olympus LS-100, der Tascam DR-40 und der Zoom H6 im Handgepäck haben. Sehr wichtig in einigen Situationen ist ebenso ein Metronom, um das Aufgenommene synchron zu anderen Instrumenten einspielen zu können. Doch einen Klick erzeugen von unseren fünf Probanden nur der LS-100 und der H6.

Aber genug jetzt: Wie klingen die guten Stücke nun? Am besten ist es, den Sound selbst zu hören. Deswegen haben wir uns einen Musiker geschnappt und im nahegelegenen Park einen Song aufgezeichnet. Dabei befestigten wir alle fünf Recorder an einer gebogenen Stange und richteten sie im gleichen Abstand von gut zwei Metern auf den Künstler aus. Die Aufnahme erfolgte bei 16 Bit zu 44,1 kHz – ohne jegliche Lowcuts oder Effekte. Nur in der Nachbearbeitung wurde auf alle Signale ein Hochpassfilter von 100 Hz gesetzt, um rumpelnde LKW-Geräusche wegzufiltern.

Aber lausche dem Ergebnis selbst (unser Video findest du etwas weiter unten) und bilde dir deine eigene Meinung. Als Referenzmikrofon diente uns hier der eingebaute Schallwandler unserer Kamera (Canon EOS 60D). Worauf du dabei unbedingt achten solltest: Neben dem Gesamtklangbild ist die Sprachverständlichkeit sehr wichtig. Ebenso sollten die Hintergrundgeräusche der Straße dezent, aber dennoch präsent klingen – sonst könnte man gleich ins Studio gehen.

Summa summarum lässt sich festhalten: Trotz einiger Unterschiede in Klang und Ausstattung bietet jeder Pocket-Recorder individuelle Vorteile. Wer beispielsweise sehr flexibel sein möchte, ist mit dem Zoom H6 optimal bedient. Ein hosentaschenfreundliches Aufnahmegerät mit hoher Klangqualität erhält man mit dem Sony PCM-M10. Freunde von Overdub-Sessions werden vor allem mit dem Olympus LS-100 Spaß viel Spaß haben. Studioqualität und viele spezielle Features hingegen bietet der Tascam DR-40. Und schließlich: Wer nicht auf eine digitale Signalzufuhr verzichten möchte, ist mit dem Marantz PMD661 MKII bestens beraten.



Technische Daten

   Marantz
PMD661 MKII
Olympus
LS-100
Sony
PCM-M10
 
Tascam
DR-40
Zoom
H6
Gehäuse Kunststoff & Alu Metall Kunststoff & Metall Kunststoff

Kunststoff, gummiert

Frequenzgang (bei 44,1 kHz Samplerate) 20 - 20.000 Hz 20 - 21.000 Hz 20 - 20.000 Hz 20 - 21.000 Hz

20 - 20.000 Hz

Stromversorgung 4x AA eingebauter Akku 2x AA 3x AA 4x AA
Interner Speicher 4 GB 4 GB
Externer Speicher SD & SDHC  SD, SDHC & SDXC M2 & Micro-SD SD & SDHC 

SD, SDHC & SDXC

Eingänge 2x XLR, Line & S/PDIF 2x Kombi & Mic Line & Mic  2x Kombi

4x Kombi

Ausgänge      Cinch & Phones Phones Line/Phones  Line/Phones 

Line & Phones 

Weitere Anschlüsse USB 2.0, DC & Remote USB 2.0 & Remote USB 2.0, DC & Remote USB 2.0 & Remote

USB 2.0, Remote & Modul

Display 52 x 27 mm, monochrom 42 x 34,5 mm, farbig 44 x 28 mm, monochrom 47 x 25 mm, monochrom

42 x 31 mm, farbig

Besonderheit digitaler Eingang 8-Spur-Overdubbing kompakt & handlich schwenkbare Mikros modulares System & Audio-Interface
Maße (HxBxT) 165 x 93 x 36 mm 159 x 70 x 33,5 mm 114,3 x 63,5 x 22,2 mm 155 x 90 x 35 mm

152,8 x 77,8 x 47,8 mm

Gewicht 410 g (ohne Batterie) 280 g (mit Akku) 141 g (ohne Batterien) 213 (ohne Batterien)

280 g (ohne Batterien)

Preis (UVP) 589 Euro 399 Euro 300 Euro 269 Euro

474 Euro

 







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