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Vergleichstest: PA für den Proberaum

Sechs auf einen Streich

Marco Sulek am 05.06.2014

Sechs auf einen ...

Bei dem großen Angebot an PAs fühlt man sich schnell mit der Frage überfordert, welche nun die richtige für den Proberaum ist. Um dir bei deiner Entscheidung zu helfen, luden wir sechs verschiedene Lautsprecher namhafter Hersteller zu einem Vergleichstest ein.

Es gibt viele Beschallungslösungen, die für den Proberaum infrage kommen. Am häufigsten ist wohl die Kombination aus Endstufe und passiven Lautsprechern anzutreffen. Dieses Mehrkomponentenkonzept hat durchaus seine Berechtigung – vor allem für Festinstallationen und den professionellen Live-Betrieb. Doch Musiker möchten es eigentlich möglichst unkompliziert. Schließlich steht ihre Performance im Vordergrund – und nicht die Beschallung. Hier treten aktive Speaker ins Licht, die maximale Flexibilität und Mobilität versprechen.

Praktisch an dieser Bauart ist, dass du keine Endstufe und zusätzlichen Kabel mehr benötigst. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven, wenn du dein Setup für einen Gig ab- und wieder aufbauen musst. Stutzig? Keine Sorge: Aktive Lautsprecher von heute haben nichts mehr mit den ersten Modellen zu tun, die nur bedingt zufriedenstellend waren. Ganz im Gegenteil, denn die Elektronik ist optimal auf die Treiber abgestimmt.

Je nach Geschmack, geforderter Lautstärke und bevorzugtem Genre eignen sich für den Proberaum Boxen mit 10“- oder 12“-Tieftöner am besten. Überlege zudem, was du mit der PA noch vorhast. Sprich: Soll sie zusätzlich als Monitor dienen? Welche Anschlüsse benötigst du? Sind dir Klang-Presets und weitere Einstellungsmöglichkeiten direkt am Speaker wichtig? Allerdings: Die meisten Spielereien bringen nichts, wenn der Sound nicht passt. Aber schauen wir uns erst einmal die Probanden etwas näher an.

Für unseren Test ließen wir uns drei Zehn- sowie drei Zwölfzöller renommierter Hersteller zukommen. An Zehnern hatten wir HK Audio PL 110 FA, IMG Stage Line MEGA-DSP10 und LD Systems DDQ 10, die Zwölfer waren Electro-Voice ETX-12P, Mackie SRM550 und RCF HD 32-A. Alle Modelle bewegen sich im mittleren Preissegment zwischen 700 und 1.400 Euro (UVP). Um gleich eines vorwegzunehmen: Hier handelt es sich um ausgewachsene und bestens verarbeitete PAs, die sich kaum etwas nehmen.

Der Flansch des LD Systems DDQ 10 lässt sich in 4,5°-Schritten um bis zu 13,5° nach vorne oder nach hinten neigen.

Die wichtigsten Features

Die schlichtesten Speaker in unserem Vergleich waren der DDQ 10 und der HD 32-A. Zwar integrieren beide eine Class-D-Endstufe, bieten jedoch weder Display noch viele Parameter. Dafür besitzt der DDQ 10 etwas, das man selten sieht: einen Groundlift-Schalter, falls es mal brummt. Zusätzlich ist ein Lowcut angebracht, etwa um einen Sub anzuschließen. Schade ist jedoch, dass es eingangsseitig nur eine XLR-Buchse gibt. Der HD 32-A hingegen hat sowohl einen XLR- als auch einen Klinken-In. Neben einem Wahlschalter für die Eingangsempfindlichkeit ist hier noch eine Art Loudness-Funktion vorhanden.

Mehr Anschluss- und Bedienmöglichkeiten bieten der PL 110 FA und der SRM550. Signale finden bei beiden Modellen über je zwei Kombi- und eine Stereo-Cinch-Buchse in den Lautsprecher. Über einen Schalter am PL 110 FA lässt sich bestimmen, ob die Box als Monitor oder als PA arbeiten soll. Außerdem gibt es einen Contour-Schalter, der die Mitten absenkt. Mit einem Taster am SRM550 lassen sich vier Klang-Presets anwählen: PA, DJ, Monitor und Solist. Eine Besonderheit hier ist der Feedback-Destroyer mit bis zu vier speicherbaren Frequenzen.

Displays besitzen die beiden Lautsprecher Electro-Voice ETX-12P und IMG Stage Line MEGA-DSP10. Hierüber sind nicht nur diverse Presets einstellbar, sondern sogar ein EQ für die Raumentzerrung. Wo beim MEGA-DSP10 zwei Taster und ein Encoder der Menüführung dienen, kommt der ETX-12P mit nur einem Regler aus. Dafür hat der MEGA-DSP10 eine Ethernet-Schnittstelle, womit er sich über einen Laptop oder ein Tablet fernsteuern lässt. Eingangsseitig bieten beide je zwei Kombi-Buchsen, nur der MEGA-DSP10 hat zusätzliche Stereo-Cinch-Buchsen.

Neben der Klangregelung und Bedienung ist es entscheidend, wo der Lautsprecher zum Einsatz kommt. Jeder unserer Probanden hat einen Stativflansch: MEGA-DSP10, SRM550 sowie HD 32-A je nur einen und ETX-12P sowie PL 110 FA je zwei. Auch der DDQ 10 besitzt einen Flansch. Dieser ist jedoch flexibel um ±13,5° neigbar. Stabilen Halt als Monitor bieten der DDQ 10 und der SRM550 – die anderen hingegen kippen relativ leicht in dieser Stellung, der PL 110 FA benötigt einen optionalen Bügel. Genügend Montagepunkte für den geflogenen Betrieb aber besitzen alle.

Der RCF HD 32-A (Bild) und der IMG Stage Line MEGA-DSP10 sind die beiden einzigen Lautsprecher in unserem Test, die ihren Strom über eine Powercon-Buchse beziehen.

Aus der Konserve

Für einen ersten Test schlossen wir die sechs Lautsprecher an ein Interface an, stellten alle auf die gleiche Lautstärke sowie möglichst flat ein und ließen Konservenmusik drüber laufen. Als erstes spielten wir ein abwechslungsreiches und ausdrucksstarkes, aber modernes Klavierstück ab: Ein sehr ausgewogenes, ja fast Hifi-artiges Klangbild erhielten wir vom ETX-12P, PL 110 FA, SRM550 und HD 32-A. Der MEGA-DSP10 bot zwar auch besten Fullrange-Sound, doch ein leicht nasales Klangbild und der DDQ 10 klang hierfür ein wenig zu brillant.

Als nächstes spielten wir Pink Floyds „Wish You Where Here“ ab. Der Songanfang im Singer-Songwriter-Charakter kam hier besonders gut über die DDQ 10 und ETX-12P rüber. Außerdem boten die beiden eine ausgezeichnete Sprachverständlichkeit. Ebenfalls passend zum Stück tönte die Musik über den PL 110 FA, MEGA-DSP10 und HD 32-A. Alle fünf boten eine sehr detaillierte, nuancenreiche Wiedergabe. Im Vergleich jedoch leicht undefiniert und matschig war das Klangbild des SRM550.

Wir wollte es genau wissen und legten einen Metal-Song mit runtergestimmten E-Gitarren und schleppenden bis extrem schnellen Drums auf. Sehr erstaunt waren wir hier vom Klangbild des PL 110 FA: Trotz des Zehnzöllers und des kleinen Gehäusevolumens war hierüber bei moderater Lautstärke der meiste Druck auszumachen. Erst bei höheren Pegeln holten der ETX-12P, MEGA-DSP10, SRM550 und HD 32-A auf. Nur der DDQ 10 war vergleichsweise marginal bassärmer. Ein sauberer Fullrange-Sound war über alle Speaker zu hören – auch wenn der SRM550 wieder leicht undefiniert klang.

Schließlich ließen wir noch ein klassisches Stück über die Aktiv-Speaker laufen, um die Detailtreue und räumliche Tiefe vergleichen zu können. Ein gutes Wiedergabeverhalten war mit Rachmaninoffs „Piano Concerto Nr. 2 in C Minor“ bei allen sechs Speakern gegeben. Besonders herausgestochen haben jedoch HK Audios PL 110 FA und LD Systems DDQ 10, deren Räumlichkeit schon beinahe der von Studiolautsprechern glich. Nun aber genug der Fertigkost.

Für unseren Test mit Konservenmusik verkabelten wir die sechs Speaker mit einem Interface und stellten sie nebeneinander auf.

Im Proberaum

Zwar haben wir nun schon einen guten Eindruck von dem bekommen, was die einzelnen Lautsprecher bieten, doch wir wollen schließlich in den Proberaum. Die Speaker positionierten wir dafür an einer Wand und stellten sie möglichst neutral sowie auf gleicher Lautstärke ein. Unsere Testband – eine Metal-Formation – spielte ein abwechslungsreiches Song mit akustischen, rockigen sowie geprügelten Parts sechsmal in Folge, damit wir jeden Probanden einzeln hören konnten.

Wir begannen mit dem kleinsten der Kandidaten: dem HK Audio PL 110 FA. Wie bereits oben beschrieben, waren wir überrascht vom extrem weiten Frequenzgang. Auch der Sound präsentierte sich durchsetzungsstark, aber keineswegs aufdringlich. Praktisch zeigte sich zudem der leicht nach vorne geneigte Winkel des Flanschs von 3° beziehungsweise 7°. Als nächstes wechselten wir zum IMG Stage Line MEGA-DSP10. Was hier bei Konservenmusik nasal klang, verhalf im Proberaum vor allem den Vocals zu Präsenz. Möchte man auf hohem Niveau etwas beanstanden, dann nur den etwas dünnen Sound – doch dafür gibt’s ja Subwoofer.

Dem Gitarristen gefiel besonders der LD Systems DDQ 10, der aufgrund seines etwas höhenlastigen Charakters dem Instrument die entsprechende Durchsetzungskraft gab. Außerdem schien es so, als wäre der DDQ 10 gefühlt der lauteste aller Lautsprecher. Doch wechseln wir zum nächsten – dem Mackie SRM550. Dank seiner Feedback-Destroyer-Funktion ertönte kein einziges Mal ein Pfeifen, obwohl wir es übertrieben haben. Allerdings war auch er der Speaker, dessen Limit-LED am schnellsten aufleuchtete.

Die letzten zwei Modelle hielten sich die Waage: Wo der Electro-Voice ETX-12P eine bessere Sprachverständlichkeit lieferte, ging der RCF HD 32-A viel weiter runter – was besonders beim Bass und der Kick für ordentlich Schub sorgte. Über beide tönte bester Fullrange-Sound, der nichts zu wünschen übrig ließ und alle darüber verstärkten Instrumente wie Gitarren, Bass, Gesang, Kick und Snare präsent rüberbrachte.

Im Proberaum zeigten die sechs Probanden, was sie wirklich können.

Welche für was?

Auch wenn es womöglich unglaubwürdig erscheint, aber es gibt keinen klaren Favoriten unter unseren Testkandidaten. Alle Lautsprecher haben durchaus ihre Vorzüge und eignen sich bestens für den Proberaum – auch wenn nicht unbedingt für jedes Genre gleichermaßen. Geht es darum, normale Pop- und Rockmusik im Proberaum zu verstärken, sind alle prädestiniert. Akustische Bands und Singer-Songwriter sind vor allem mit dem ETX-12P, PL 110 FA, DDQ 10 und MEGA-DSP10 gut beraten.

Härtere Gangarten hingegen sind mit dem SRM550 und HD 32-A, aber genauso mit dem ETX-12P und PL 110 FA besser bedient. Letzterer eignet sich übrigens auch gut für Partys. Um auch noch kurz auf DJs einzugehen: Hierfür empfehlen sich aufgrund einer guten Basswiedergabe vor allem der ETX-12P, PL 110 FA, SRM550 und HD 32-A. Übrigens: Der MEGA-DSP10 und der HD 32-A besitzen als einzige von allen sechs Powercon-Buchsen – ein professionelles, arretierbares Steckerformat für die Stromzufuhr.

Zum Schluss gehen wir noch auf paar kleine, aber spannende Details ein: Von den sechs aktiven Lautsprechern haben nur drei LEDs an der Front – nämlich ETX-12P, SRM550 sowie MEGA-DSP10. Die größte Anschlussvielfalt bieten mit zwei Kombi- und einem Stereo-Cinch-Eingang der PL 110 FA, MEGA-DSP10 und SRM550. Handhabbar ist am besten der HD 32-A, der insgesamt drei Griffe besitzt und das einzige Modell mit Kunststoffgehäuse ist. Vom Gewicht her überrascht aber vor allem der SRM550, der – obwohl mit einem Zwölfzöller bestückt – lediglich 16,8 kg auf die Waage bringt.

Ein wichtiges Faktum ist außerdem, dass alle Speaker alleine bestens klingen. In den oben beschriebenen Punkten geht es wirklich nur um den Vergleich zwischen den einzelnen Lautsprechern. Anbei findest du die wichtigsten technischen Daten der einzelnen Lautsprecher. Obendrauf haben wir uns die Mühe gemacht, jedes einzelne Modell genauer unter die Lupe zu nehmen – mit einem Klick auf die Modellbezeichnung gelangst du direkt zum jeweiligen Test.

Im Gegensatz zu den anderen Speakern im Test lassen sich die drei Eingänge am HK Audio PL 110 FA separat regeln.

Technische Daten

 

HK Audio PL 110 FA

IMG Stage Line MEGA-DSP10 LD Systems DDQ 10
Bestückung (Woofer & Tweeter)

10“ & 1“

10“ & 1“ 10“ & 1“
Abstrahlcharakteristik

90° x 55°

90° x 60° 90° x 60°
Frequenzgang (Hz) 58 - 18.000 (-10 dB) 55 - 20.000 (-6 dB) 59 - 20.000 Hz (?)
Maximalschalldruckpegel

132 dB (Peak)

125 dB (Peak) 132 dB (Peak)
Leistung

1.000 W (RMS)

600 W (RMS) 800 W (RMS)
Eingänge

2x XLR & Cinch

2x XLR & Cinch XLR
Ausgänge

2x XLR

3x XLR 2x XLR
Besonderheit

Eingänge separat regelbar

Display & via Rechner fernsteuerbar Groundlift & flexibler Flansch
Maße (HxBxT in mm)

491 x 343 x 370

504 x 320 x 345 520 x 300 x 350
Gewicht

16 kg  

18 kg 15,5 kg
Preis (UVP)

739 Euro

849 Euro 1.099 Euro


 

 

Electro-Voice ETX-12P

Mackie SRM550 RCF HD 32-A
Bestückung (Woofer & Tweeter)

12“ & 1,25“

12“ & 1“ 12“ & 2“
Abstrahlcharakteristik

90° x 55°

90° x 50° 90° x 60°
Frequenzgang (Hz) 55 - 20.000 (-3 dB) 55 - 17.000 (-3 dB) 45 - 20.000 Hz (-3 dB)
Maximalschalldruckpegel

135 dB (Peak)

132 dB (Peak) 131 dB (Peak)
Leistung

2.000 W (Peak)

800 W (RMS) 700 W (RMS)
Eingänge

2x XLR

2x XLR & Cinch Klinke & XLR
Ausgänge

2x XLR

XLR XLR
Besonderheit

übersichtliches Display

Feedback-Destroyer Plug-and-Play
Maße (HxBxT in mm)

613 x 381 x 400

585 x 360 x 377 647 x 380 x 380
Gewicht

23,6 kg

16,8 kg 18,6 kg
Preis (UVP)

1.419 Euro

832 Euro 1.267 Euro


 







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