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Test: Zoom TAC-8 Thunderbolt Interface

Latenz? Was ist das?

Jan Hoffmann am 26.08.2015

Latenz? Was ist das?

Ja, klar, viele Musiker stehen voll auf Vintage-Equipment. Aber gerade im Bereich Recording fährt man mit den neuen Geräten im Allgemeinen doch besser. Und der Fortschritt geht weiter. Denn mit dem TAC-8 bringt Zoom ein achtkanaliges Thunderbolt-Interface für Mac-User, die so für kleines Geld einen umfassend ausgestatteten Wandler bekommen, mit dem sich absolut professionell arbeiten lässt.

Früher war alles besser? Tja, das darf bezweifelt werden. Und gerade was Recording-Equipment angeht, kann man nur sagen: Von wegen! Denn was man heute auch als Amateur schon für recht kleines Geld an Equipment bekommt, davon hätten vor zwei, drei Jahrzehnten absolute Profistudios nur geträumt. Das hängt nicht nur mit den immer potenteren Rechnern zusammen, mit denen quasi alle heutzutage aufnehmen, sondern auch mit den neuen Standards und besserer Hardware.

Eine der entscheidenden Komponenten für jeden, der mit seinem Rechner aufnehmen möchte, ist das Interface, also das Gerät, mit dem man seine Signale in den Computer bekommt – seien es Gitarren oder Keyboards, alles was per Mikrofon abgenommen wird oder auch andere Soundquellen. Sicher, die meisten Rechner haben eine Buchse, über die man etwas aufnehmen kann, doch wer auch nur ein wenig Wert auf guten Sound, flexible Anschlussmöglichkeiten und bequeme Bedienbarkeit legt, wird um ein externes Gerät nicht herumkommen. Klare Sache, ein Audio-Interface muss her, und da ist die Auswahl riesig.

So sollte man sich überlegen, was man alles braucht, wie viel Geld man ausgeben möchte und an welchen Rechner beziehungsweise welche Schnittstelle man den Wandler überhaupt anschließen möchte. Hier haben Besitzer neuerer Rechner von Apple seit einiger Zeit den Vorteil der Thunderbolt-Schnittstelle, die nicht nur mehr als genug Datenumsatz auch für große Setups bietet, sondern zudem durch minimale Latenz glänzt. Wie gut das funktioniert, haben wir schon beim Test des Zoom TAC-2 gesehen – quasi dem kleinen Bruder des heutigen Testkandidaten. Doch während es dort darum ging, Recording-Einsteigern vor allem tollen Sound bei geringster Latenz zu bieten, wendet sich das TAC-8 an Leute, die größere Ansprüche an Mehrkanalfähigkeit und verschiedene Ein- und Ausgänge haben.

Dann schauen wir erst mal, was sich im schlanken Karton des Zooms so alles findet. Neben dem Interface im 19"-Format (mit rund 16 cm übrigens nicht sehr tief, passt also auch in schmale Racks) findet sich das Netzteil (ohne funktioniert das TAC-8 nicht, im Gegensatz zum TAC-2) sowie die Bedienungs- und die Download-Anleitung für Steinbergs Cubase LE. So hat man auch gleich noch eine Recording-Software und kann direkt loslegen. Apropos direkt loslegen: Ein Thunderbolt-Kabel liegt leider nicht bei. Der deutsche Zoom-Vertrieb begründet das damit, dass man das Zoom TAC-8 möglichst günstig anbieten wollte, was ja auch lobenswert ist. Wer noch kein Thunderbolt-Kabel hat, der muss noch mal rund 40 € dafür einplanen. Aber keine Sorge, das Interface ist immer noch ein Schnäppchen, wie wir sehen werden.

Wenn es um analoge Eingänge geht, bietet die Front des Zoom TAC-8 reichlich Möglichkeiten.

Massig rein und raus

Dann schauen wir uns das TAC-8 mal genauer an. Wie gesagt, kommt das moderne Interface im 19"-Format, in schickem Silber und Dunkelblau sowie solide aus Metall gefertigt. Dank mehrerer Gummifüße und rund 2 kg Gewicht steht es auch ohne Rack schön solide. Die Front des Geräts ist geprägt von den acht Kombibuchsen zum Anschluss analoger Quellen sowie den dazugehörigen Gain-Reglern, dem großen Mastervolume-Pot sowie den beiden Kopfhörerausgängen mit separaten Lautstärkereglern. Dazu gibt es zwei Hi-Z-Taster an den ersten beiden Eingängen (etwa um passive Gitarren direkt über das Zoom aufzunehmen), zwei Taster für Phantomspeisung auf den Kanälen 1-4 und/oder 5 - 8 sowie vier LEDs, die anzeigen, aus welcher Quelle die Clock – also die zeitliche Synchronisierung verschiedener Geräte – gesteuert wird.

Die Rückseite ist nicht weniger vollgepackt. Neben Netzschalter und Netzteileingang befindet sich die Thunderbolt-Buchse sowie der Stand-Alone-Schalter – letzteren aktiviert man, wenn man das TAC-8 ohne Rechner einsetzen möchte, zum Beispiel als Preamp. Direkt daneben befinden sich die Ein- und Ausgänge für S/PDIF, MIDI, die Word Clock und ADAT. Den Abschluss bilden dann die beiden Main-Output-Buchsen im 6,3-mm-Format – etwa für den Anschluss von Monitorboxen – sowie acht analoge Outputs. Da sollten die meisten Nutzer mehr als genug Ein- und Ausgänge für all ihre Projekte und Setups haben. Dass es „nur“ eine Thunderbolt-Buchse gibt, ist etwas schade, falls man mehrere Geräte in Reihe schalten möchte. Aber entweder hat der Rechner – wie das MacBook Pro in unserem Testsetup – eben mehrere Thunderbolt-Anschlüsse oder das Zoom TAC-8 muss eben ans Ende der Signalkette.

Apropos Rechner: Wie man sich bei einem Thunderbolt-Interface denken kann, ist es für den Betrieb mit Geräten aus dem Haus Apple ausgelegt. Für Windows-Fans gibt es mit dem Zoom UAC-8 ein vergleichbares Tool – das man auch an Macs nutzen kann, nur eben ohne die Vorzüge der Thunderbolt-Schnittstelle. Ansonsten sind die Voraussetzungen recht überschaubar. Neben dem Thunderbolt-Anschluss muss der Rechner mit OS X 10.8.5 oder neuer ausgestattet sein. Aber das sollte ja kein Problem sein.

Über die Anschlüsse auf der Rückseite kann man das TAC-8 in verschiedenste Setups einbinden.

Anschlussfreudig

Also: Ab an den Rechner. Doch bevor wir das TAC-8 anschließen, laden wir uns zunächst den Treiber sowie die Software „TAC-8 MixEfx“ aus dem Internet herunter. Die Programme sind weder groß noch schwer zu installieren – das ist also in wenigen Minuten erledigt und man kann loslegen. Was man jetzt eigentlich nur noch benötigt, ist eine Recording-Software. Ist man hier absoluter Neuling und hat noch keinen Sequencer, liegt dem Interface Cubase LE 8 bei – also die Einsteigerversion von Steinbergs Recording-Klassiker Cubase. Hier kann man zwar beispielsweise weniger maximale Spuren nutzen und auch weniger Spuren gleichzeitig aufnehmen – auch hat man hier keine 5.1-Funktionen und weniger Effekte –, doch gerade für Einsteiger sind die Features mehr als ausreichend. Man kann also direkt mit ersten Aufnahmen loslegen.

Egal, ob man das mitgelieferte Cubase nutzt oder eine andere Software einsetzen möchte, das Zoom TAC-8 wird von allen Programmen im Test problemlos erkannt und konnte direkt eingebunden werden. Damit bietet es sich, trotz der vielfältigen Möglichkeiten, auch für Einsteiger in Sachen Recording an. Denn so ein Interface ist ja schließlich vor allem ein Werkzeug und soll möglichst reibungslos funktionieren – und das tut das Zoom.

Dabei hilft auch das Mini-Programm „TAC-8 MixEfx“, mit dem man das Interface direkt am Rechner fernsteuern kann. Mann muss sich also nicht ständig zum Interface begeben, um etwa den Eingangspegel zu regeln, die Phantomspeisung zu (de)aktivieren oder die Verschaltung anzupassen. Sehr praktisch. Darüber hinaus bietet die Software einige nützliche Zusatzfeatures wie etwa einen Low Cut pro Eingang, einen Phasendreher oder eine Auto-Gain-Funktion. Auch kann man hier Effekte wie Hall für jeden Kanal einzeln regeln – etwa, um den Monitorsound etwas lebendiger zu gestalten.

In jedem Fall hat man so blitzschnell – und bequemer als direkt am Gerät – alle Pegel und Ein- und Ausgangslevel eingestellt. Zudem kann man seine Einstellungen speichern. Beispielsweise lassen sich, wenn man die Musiker einer Band einzeln aufnimmt, für jeden die Einstellungen für Ein- und Ausgänge, Effekte, das Monitoring usw. abspeichern und dann einfach schnell aufrufen, wenn dann wieder mal Gitarrist 2 dran ist. So muss man keine Notizen mehr machen und jedes Mal alles wieder hindrehen – ein paar Klicks genügen, sehr praktisch.

Die MixEfx-Software macht die Bedienung des Zoom TAC-8 nicht nur komfortabler, sie bietet auch einige Zusatzfeatures.

Record, Start – und los geht’s

Am Ende zählt dann aber doch vor allem, wie stressfrei und gut klingend man in der Praxis mit dem Interface arbeiten kann. Hier leistet sich das Zoom TAC-8 keine Schwächen. Was direkt begeistert, ist die minimale Latenz. Machte man sich früher oft Gedanken, ob man die Latenz weit genug minimieren könnte oder wie man denn das Monitoring gestalten könnte, um vernünftig performen zu können, ist die Latenz bei diesem 19"-Gerät so niedrig, dass man schon fantasieren muss, um hier noch Latenz zu hören. Man bewegt sich (natürlich je nach Einstellung) im niedrigen einstelligen Millisekundenbereich, also irgendwo in der Gegend von 2 ms. Das ist in etwa so, als würde man statt einen guten halben Meter von der Box entfernt zu hören eben etwas über einen Meter entfernt performen. Der Unterschied ist also wirklich minimal und in der Praxis nicht relevant.

Dazu kommt der makellose, erstklassige Sound des Zoom TAC-8. Im Optimalfall wünschte man sich ja, das Interface würde den Klang des Eingangssignals überhaupt nicht beeinflussen. Doch in der Praxis ist das selbstverständlich anders, jedes Gerät hat einen gewissen Eigenklang, abhängig von den verwendeten Preamps, Wandlern und ähnlichen Bestandteilen der Signalkette. Doch das Zoom liefert hier angenehm unauffällige und blitzsaubere Ergebnisse – so soll es sein. Ob analoge Eingänge oder die vielfältigen digitalen Inputs, das Zoom bewegt sich in seiner Preisklasse unter den Besten. Und auch die Ausgänge – egal, ob man die Kopfhörerausgänge nutzt oder Monitorboxen anschließt – präsentieren sich schön klar, sauber und laut genug. Dann kann die Aufnahmesession ja kommen.

Hier bekommst du schon mal einen schönen Eindruck der Features des Zoom TAC-8:




Fazit & technische Daten

Wie zu Beginn dieses Artikels schon erwähnt, gibt es gerade im Bereich Recording allen Grund, sich über den technischen Fortschritt zu freuen. Das Zoom TAC-8 ist hierfür ein guter Beweis. Solide gebaut bietet es auf nur einer Höheneinheit vielseitigste Ein- und Ausgänge, einfache Bedienung (auch dank der dazugehörigen Software) sowie tollen Sound und minimale Latenz. Wer also auf der Suche nach einem hochwertigen Interface ist, um auch aufwendigere Aufnahmesessions durchführen zu können und auch für verschiedenste Geräte gerüstet zu sein, liegt hier goldrichtig.

Und auch wer die ersten Gehversuche in Sachen Recording mit einem kleinen Interface hinter sich hat und jetzt Richtung Profi gehen möchte, findet hier einen tollen Partner. Schon für die unverbindliche Preisempfehlung wäre das Zoom TAC-8 ein echt gutes Angebot. Im Handel wird es aktuell allerdings für rund 700 € angeboten, was es zu einem echten Schnäppchen macht. Und wer wirklich nur einzelne Aufnahmen daheim oder unterwegs machen möchte, trotzdem aber die Soundqualität und niedrige Latenz möchte, für den hat Zoom ja noch das TAC-2 im Programm, das man inklusive Kabel schon für rund 200 € bekommt.


Bauweise Thunderbolt-Interface im 19"-Format
Gehäuse

Metall

Anschlüsse

Front: 8x Kombi-Buchse-In, 2x Phones
Back: 8x symm. Line-Out, 2x Main Out, Optical In & Out, Word Clock Out, MIDI-In & -Out, S/PDIF-In & -Out, Thunderbolt, Netzteil

Regler, Schalter Front: 8x Gain, 2x Hi-Z, 2x 48-V-Phantomspeisung, Main Volume, 2x Headphone Volume
Back: Power, Stand Alone On/Off
Kanäle 18 Ein- und 20 Ausgänge (8x Analog In, 10x Digital In (8x ADAT- und 2x S/PDIF-In), 10x Analog Out, 10x Digital Out (8x ADAT- und 2x S/PDIF-Out)
Dynamikbereich

120 dB (A/D) & 120 dB (D/A)

Auflösung

max. 24 Bit zu 192 kHz

Kompatibilität

Mac OS X (10.8.5 oder neuer)

Features pro Kanal Gain, Pad, High-Pass, Phase, Phantompower & Effects
Maße (B x H x T)

158 x 483 (B) x 46 mm (19", 1 HE)

Gewicht ca. 2 kg
Herkunftsland China


Preis (UVP): 891,31 €

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: Zoom TAC-8







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