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Test: Zoom TAC-2

Tischlein deck dich

Marco Sulek am 04.12.2014

Tischlein deck dich

Zoom ist bei Einsteigern wie Profis für seine hochwertigen Pocket-Recorder weltbekannt. Doch die Japaner wissen Aufnahmeenthusiasten auch darüber hinaus zu begeistern. Der neueste Output aus dem Land der aufgehenden Sonne hört auf den Namen TAC-2 und hält so einige Überraschungen bereit. Wir hatten ihn im Test.

Mal ehrlich, es gibt doch so viele Audio-Interfaces auf dem Markt – braucht es da wirklich noch ein weiteres? Zoom beweist mit dem TAC-2: Ja! Festzuhalten ist, dass die kompakte Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Audiowelt zugegebenermaßen nicht mit einer unendlich langen Feature-Liste aufwartet. Was das TAC-2 jedoch bereithält, kann sich nicht nur sehen und hören lassen, sondern hat für alle Preisklassen Vorbildcharakter. Doch beginnen wir ganz von vorne.

Zoom hat sich dafür entschieden die Vorteile des TAC-2 ausschließlich Mac-Usern zugänglich zu machen: Für die Datenübertragung kommt die noch relativ junge Thunderbolt-Technologie zum Einsatz. Auch optisch lehnt sich der Wandler ans Apple-typische Design an: Seine Oberfläche ist silberfarben, das Display mit einer schwarzen Kunststoffblende bestückt. Neben unserem MacBook Pro vermittelte es jedenfalls einen sehr edlen und passenden Eindruck. Wer auf einen einheitlichen Look steht, findet hier auf jeden Fall ein geeignetes Desktop-Interface.

Das TAC-2 hält zwei Eingänge und zwei Ausgänge bereit. Aber halt: Lohnt sich hier überhaupt eine Thunderbolt-Schnittstelle, wenn sogar USB 2.0 die dafür benötigte Übertragungsrate bei einer hohen Auflösung mehr als erfüllen würde? Nun, was das Apple-Format dem von Intel voraus hat, ist in diesem Fall seine absolut geringe Latenz. Wir haben nachgemessen und kamen auf eine Verzögerungszeit von 1,6 ms bei einer Auflösung von 44,1 kHz zu 24 Bit und einem Hardware-Puffer von 512 Samples. Das ist wirklich nicht mehr spürbar; Monitoring-Probleme Tape-Send-seitig gehören damit der Vergangenheit an.

Ganz nach mobilen Anforderungen konzipiert, bezieht das Zoom TAC-2 seine Spannungsversorgung über die Thunderbolt-Schnittstelle. So sind mit MacBook und Interface bewaffnet immer und überall Recordings möglich – natürlich sollte der Rechner aufgeladen sein. Zudem erspart das ein zusätzliches Kabel. Das Anschließen weiterer Geräte am TAC-2 ist allerdings nicht möglich, da hier nur eine Thunderbolt-Buchse bereitsteht. Wenn der Rechner also nur einen Anschluss mit dem Blitzsymbol anbietet, aber mehrere solcher Geräte angeschlossen werden sollen, muss ein Hub her oder der Wandler muss einfach an das Ende der Kette.

Über zwei Kombibuchsen auf der Rückseite kann man verschiedenste Instrumente und Geräte an das Zoom TAC-2 anschließen.

Dezent, aber umfangreich

Wie es der aktuelle Trend von Desktop-Interfaces verlangt, kommt das TAC-2 mit möglichst wenig Bedienelementen aus. Genaugenommen besitzt es nur einen Encoder mit Tasterfunktion. Was recht spartanisch klingt, reicht in der Praxis völlig aus, da die Bedienung ausschließlich über den Rechner erfolgen kann. Einige Features, wie das Aktivieren der Phantomspeisung und das Zuschalten von Effekten, sind sogar nur über die kostenlos herunterladbare Software TAC-2 MixEfx konfigurierbar.

Über TAC-2 MixEfx ist nicht nur ersichtlich, welche Pegel an welchen Ein- und Ausgängen anliegen, sondern auch, mit welcher Auflösung das System aufnimmt. Individuell für jeden Eingangskanal lässt sich zudem der Input-Gain bestimmen sowie ein Lowcut setzen, die Phase drehen oder 48-Volt-Phantomspeisung zuschalten. Global kann für die Inputs ein Pad mit den Stufen 0, -6 und -12 dB aktiviert werden. Etwas schade ist allerdings, dass sich der Eingangspegel nur in 3-dB-Stufen regeln lässt – obwohl das bei großen Konsolen wie von SSL auch nicht anders gehandhabt wird. Nützlich für Stereo-Aufnahmen ist übrigens, dass sich die beiden Inputs auch gruppiert konfigurieren lassen.

Als ziemlich praktisch erweist sich die Monitoring-Funktion: Hier kann der Anwender wählen, in welchem Verhältnis und mit welchem Panorama er das Direkt-Signal hören möchte. Ist lediglich das Tape-Return-Signal vom Computer gewünscht, lässt sich dieses aufdrehen – auch paralleles Hören beider Signale ist möglich. Für den Kopfhörer- und den Line-Ausgang stehen je ein separater Regler sowie ein Mute-Button bereit. Hier ist man eben flexibel.

Was man bereits von anderen, besser ausgestatteten Audio-Interfaces her kennt, ist eine interne Effekt-Engine. Das TAC-2 kommt mit insgesamt vier verschiedenen Algorithmen, die je zwei Presets bereithalten. Für jeden Eingang plus Tape-Return-Mix gibt es einen Regler, der das Effektsignal hinzufährt. Die Qualität der Effekte kann sich dabei durchaus hören lassen – auch wenn es die professionellere Variante wäre, den Hall in der DAW hinzuzumischen. Nebenbei bemerkt: Es gibt drei Memory-Plätze, die ein schnelles Aufrufen von verschiedenen Szenen erlauben, wobei das TAC-2 MixEfx jeden Parameter abspeichert – Total Recall fürs Audio-Interface.

Über die kostenlose Zoon Tac-2 MixEfx-Software hat man alle In- und Outputs im Blick und kann diverse Funktionen fernsteuern.

Audiophile willkommen

Mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit zu 192 kHz genügt das TAC-2 jedem Anspruch. Das prädestiniert das silberne Interface nicht nur für Demo-Aufnahmen aller Art, sondern auch für Projekte mit den Qualitätsanforderungen eines professionellen Tonstudios. Wem dabei ein Kopfhörerausgang nicht reicht, der kann an den Line-Output einen hochwertigen Kopfhörerverstärker stecken und erhält im Nu genügend Anschlussmöglichkeiten für eine mehrköpfige Band – dann natürlich leider nur mit einem Kopfhörermix, aber das ist zu verkraften.

Seine Signale erhält das Zoom TAC-2 über zwei Kombi-Inputs und einen Instrumenteneingang. Sobald ein Kabel in der Buchse für hochohmige Signale steckt, schaltet das Interface den ersten Kombi-Eingang stumm – aufgrund der zwei Wandler sind schließlich nur zwei Eingangskanäle gleichzeitig nutzbar. Und wie steht’s nun mit der Audioqualität? Hier gibt es auch nichts zu meckern: Die Wandler konvertieren das Signal so, wie man es sich wünscht – es ist sauber, hochauflösend und klingt absolut neutral. Was will man mehr?

Dass die Japaner ihr Equipment anwenderbezogen konzipieren, zeigt neben den Eigenschaften des TAC-2 eine weitere, scheinbar banale Tatsache: Zoom legt seinem Jüngling ein Thunderbolt-Kabel bei. Und das ist wirklich eine Sensation, denn zum einen sind die Kabel aus dem Hause Apple nicht gerade günstig, weswegen sie eigentlich nie beiliegen, und zum anderen braucht man sowieso eines, um das TAC-2 betreiben zu können. Hier heißt es: Auspacken, Software installieren, anschließen und sorgenfrei loslegen.

Das Zoom Tac-2 ist sehr klar und übersichtlich aufgebaut und lässt sich leicht bedienen.

Fazit / Technische Daten / Wertung / Preis

Zoom hat mit dem TAC-2 ein absolut fähiges Kleinst-Desktop-Audio-Interface auf den Markt gebracht. Dabei eignet sich der Sprössling nicht nur bestens für kleine Recording-Aufgaben, sondern genauso fürs audiophile Hören direkt vom Computer aus. Darum gilt: Lautsprecher anschließen und hochauflösenden Sound genießen. In Verbindung mit der geringen Latenz und der hohen Audioqualität können wir das TAC-2 nur wärmstens empfehlen.

Übrigens: Wer mehr Ein- und Ausgänge benötigt, aber trotzdem nie mehr als zwei Spuren parallel aufnehmen will, der sollte sich mal das TAC-2R von Zoom anschauen,das es im Handel schon für rund 330 € gibt.

Technische Daten

Anschlüsse 2x Kombi-Buchse-In
  Instrument-In
  2x symm. Line-Out
  Phones
 

Thunderbolt

Kanäle 2 In & 2 Out
Dynamikbereich  

118 dB (A/D) & 120 dB (D/A)

Auflösung max. 24 Bit zu 192 kHz
Regler One-Knob-Encoder
Kompatibilität Mac OS X
Features pro Kanal Gain, Pad, High-Pass, Phase, Phantompower & Effects
Maße (HxBxT) 51 x 120 x 130 mm
Gewicht 420 g

 

Wertung:

+ edle Optik
+ hochwertiger Sound
+ geringe Latenzen
+ Thunderbolt-Kabel im Lieferumfang enthalten
- Gain-Stufen recht grob gewählt


Preis (UVP):    236,81 Euro


Weitere Infos unter: Zoom TAC-2

Vertrieb: Sound Service


Hier noch ein kleiner Einblick in die Features des Geräts:









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