Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: Zoom Q4n

Kamera? Läuft!

Jan Hoffmann am 30.03.2016

Kamera? Läuft!

Du suchst eine Kamera, die nicht nur geile Bilder macht, sondern auch laute Sounds toll aufnimmt? Dann check mal den Zoom Q4n Handy Video Recorder, der sich gewohnt kompakt und als toller Audiorecorder – jetzt aber auch mit deutlich verbesserter Bildqualität – präsentiert. Dazu ist die Bedienung selbsterklärend. Klingt klasse? Ist es auch.

Mit seinen kompakten Handy Recordern mischt Zoom den Markt für mobile Audiorecorder seit einigen Jahren heftig auf. Kein Wunder, dass man das Programm bald auch um Handy Video Recorder ergänzt hat – man hat also die hochwertigen Audiorecorder mit einer Kamera ausgestattet. Klare Sache, spätestens seit YouTube kommt man als Musiker kaum noch ohne kleine Clips, Filmchen und Videoansagen aus. Und da braucht man eine Kamera, die sowohl gute Bilder macht als auch klanglich ordentlich – und vor allem ohne Verzerrungen – aufnehmen kann. Leider konnten die Kameras der Video Handy Recorder von Zoom zu Beginn nicht mit der tollen Audioqualität mithalten. Doch das hat sich mittlerweile geändert, wie der brandneue Q4n beweist, der seinen Vorgänger Q4 gerade hier deutlich übertrifft.

Was geblieben ist, ist das angenehm kompakte Format. Mit Akku und Speicherkarte bestückt, bringt der Zoom Q4n gerade mal rund 175 g auf die Waage. Und mit eingefahrenen Mikros bekommt man die kleine Kamera auch in großen Hosentaschen unter – im Gigbag oder Rucksack sowieso. Eingefahrene Mikros? Genau, die beiden Kapseln sind versenkbar, um die Kamera kleiner zu machen. Will man besten Klang ohne externe Audioquelle wie Mischpultsignal oder ein externes Mikro aufnehmen, fährt man sie einfach nach oben.

Zudem kann man zwischen A/B- und X/Y-Anordnung der Schallwandler wechseln. Einfach die Kapseln drehen, den Rest macht der Zoom automatisch. Sehr praktisch. Die A/B-Methode bietet sich für Aufnahmen an, die mehr vom Raumklang bzw. der Umgebung einfangen sollen – also beispielsweise wenn der Zoom Q4n im Saal am FoH-Platz steht. Auch wenn man als Band gemeinsam ein Video dreht, bei dem mehrere Leute zu hören sein sollen, ist das die Einstellung der Wahl. Die X/Y-Stereo-Anordnung empfiehlt sich, wenn man fokussierter arbeiten will. Etwa wenn man sich aufnimmt, wie man Akustikgitarre spielt und singt – oder wenn eine einzelne Person in die Kamera spricht. Klar, der Raum wird natürlich dennoch eingefangen, aber der Center-Bereich wird einfach präsenter.

Ansonsten gibt es an der Kamera wenig Bedienelemente: Power, Record, Pegel – das war es. Der Rest wird über den Bildschirm erledigt. Das ist aber durchaus üblich und sinnvoll. Denn wenn man alles vorab ordentlich eingestellt hat, muss man ja nur noch Record und Stop drücken ... und dass man den Pegel jederzeit nachregeln kann, ohne sich durchs Menü zu arbeiten, ist sehr praktisch. Übrigens: Kleine LEDs oben und vorne an der Kamera zeigen durch Flackern an, wenn der Input übersteuert. So muss man nicht aufs Display schauen, um Verzerrungen im Griff zu haben. Man kann den Pegel aber auch automatisch nachregeln lassen.

Hier unser Video von der NAMM Show über die Verbesserungen des Zoom Q4n im Vergleich zum Vorgänger:

Zooms Q4n ist kompakt und bietet dennoch alles was man für geile Videos braucht.

Anfassen erlaubt

Detailliertere Einstellungen werden dann über das Touchscreen-Display vorgenommen. Der Touchscreen ist jetzt eleganter in die Kamera integriert, lässt sich in alle Richtungen drehen oder auch einklappen. Viel wichtiger ist aber, dass die Bedienung viel besser funktioniert als bei früheren Modellen – der Bildschirm reagiert einfach besser und schneller. Hier lassen sich Dinge wie die Videoauflösung (bis zu 3M, also deutlich mehr Pixel als Full HD beim Vorgänger), das Audioformat und vieles mehr einstellen, aber auch die Aufnahmen abspielen. Zudem finden sich hier verschiedene für Musiker ausgelegte Programme. Ganz so einfach und zielsicher wie bei aktuellen Smartphones arbeitet der Touchscreen leider nicht. Aber man gewöhnt sich schnell daran, dass man hier etwas genauer und fester drücken muss als bei iPhone, Samsung Galaxy & Co.

Auf dem Startbildschirm sieht man auf einen Blick, welche Videoauflösung und welches Audioformat man ausgewählt hat. Dazu werden Mikrofonposition, eventuell angewähltes Tiefpassfilter sowie die automatische Lautstärkenanpassung angezeigt. Außerdem sind die Restaufnahmezeit, der Akkuladestand und der aktuell eingehende Pegel zu sehen. Drückt man dann auf den Bildschirm werden zusätzlich die Zoom-Taster eingeblendet und Lautstärke sowie Play-Taster zum Anschauen bereits gemachter Aufnahmen nebst der Input Settings sichtbar. Und ja, der Zoom Q4n hat einen integrierten Lautsprecher, so dass man auch ohne Kopfhörer schnell checken kann, ob die Audioqualität stimmt.

Dazu gibt es den Taster für das Menü. Hier geht es dann tiefer in die Einstellungen. Hier wählt man Video- und Audioqualität aus, ob die Anzeige sich beim Drehen des Bildschirms mitbewegen soll, kann sehen, welche Aufnahmen man bereits gemacht hat und einzelne löschen, die Zeit einstellen, die Karte formatieren und entscheiden, als was der Zoom Q4n beim Anschluss eines USB-Kabels dienen soll: als Webcam, USB-Mikro oder als Kartenleser. In diesem Menü ist alles zu finden, was man braucht. Zudem ist alles so selbsterklärend, dass man sich den Blick in die Bedienungsanleitung sparen kann. Nach fünf Minuten Ausprobieren hat man die Kamera gut im Griff.

Auf der Oberseite des Zoom Q4n befinden sich die wichtigsten Bedienelemente – und die Mikros lassen sich von JHand schnell von AB auf XY switchen.

Einfach loslegen

Und in der Praxis? Da toppt der Zoom Q4n den Vorgänger locker. Der größte Qualitätssprung liegt eindeutig in der Bildqualität. Die ist nicht nur höher auflösend, sondern liefert vor allem auch bei ungünstigen (also dunklen) Lichtverhältnissen noch richtig gute Ergebnisse. Das liegt vor allem am neuen Objektiv, das deutlich lichtstärker ist. So bekommt man auch in der Dämmerung oder in dunklen Clubs gut nutzbare Aufnahmen hin. Dabei helfen außerdem die zehn Programme wie beispielsweise „Concert Lighting“, „Dance Club“, „Night“ oder „Rehearsal Studio“. Hier muss man etwas experimentieren, wird dann aber mit tollen Aufnahmen belohnt. Dazu trägt zudem die maximale Videoauflösung von 3M HD, also 2.304 x 1.296 Pixeln, bei. So kann man auch nur einen Ausschnitt des Videos verwenden und hat immer noch ein Full-HD-Video mit 1.920 x 1.080 Pixeln.

Übrigens, der Zoom Q4n Handy Video Recorder arbeitet mit SD-Karten. Es wird zwar keine mitgeliefert, aber die bekommt man ja mittlerweile so günstig, dass man besser selbst entscheidet, welche Größe man möchte. Im Test kam ein 32-GB-Modell zum Einsatz, mit dem man in bester Auflösung rund zweieinhalb Stunden aufnehmen kann. Das reicht meist völlig – zudem wird der Akku auch nicht länger halten. Aber auch sehr lange Aufnahmen sind kein Problem. Einfach eine größere Speicherkarte einsetzen und den Zoom per USB-Kabel mit Strom versorgen. Das funktioniert hier auch im laufenden Betrieb, was ja nicht alle Kameras ermöglichen. Das gibt Pluspunkte.

Der Sound des Zoom Q4n ist wie erwartet richtig klasse, satt, rauscharm und ergänzt die bewegten Bilder wunderbar. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, die Mikros von Hand schnell von A/B auf X/Y umstellen zu können. Auch dass das Pegelpoti immer direkt verfügbar ist, ist hilfreich. Übrigens: Wer gerade auf den Sound noch mehr Wert legt und das Gerät oft als reinen Audiorecorder nutzen möchte, der sollte sich den Zoom Q8 genauer anschauen. Hier hat man noch mal deutlich mehr Möglichkeiten – auch dank Wechselkapseln, XLR-Eingängen und zum Beispiel der Option, das angesteckte Stereomikrofon sowie zwei Spuren aus dem Mischpult per XLR-Kabel parallel aufzunehmen.

Will man tiefer ins Menü einsteigen, läuft das über den Touchscreen des Zoom Q4n.

Fazit, technische Daten & Wertung

Feine Sache, dieses Update ist mal richtig vernünftig. War der Vorgänger schon eine gute Bandkamera, sorgt beim Zoom Q4n Handy Video Recorder vor allem die deutlich verbesserte Bildqualität für Begeisterung. Dazu wurden das Design und die Mikrofone neu gestaltet, was die Bedienung deutlich erleichtert. Dieses Package wieder zu toppen wird nicht einfach. Eine richtig tolle Bandkamera für – im Laden – rund 350 Euro.

Bauweise Actioncam mit integriertem Akku und hochwertigen Mikrofonen
Gehäuse

Kunststoff mit klappbarem Touch-Display

Mikrofone

2 integrierte Mikrofone (A/B oder X/Y wählbar)

Maximaler Schallpegel 140 dB (SPL)
Anschlüsse External Mic In, Headphone/Line Out, HDMI, Mini USB
Regler, Schalter

Power, Record, Gain

Stromversorgung

Lithium-Ionen-Akku, 1.050 mAh (mitgeliefert), alternativ per USB-Buchse

Speichermedien

SD/SDHC/SDXC-Karten (Klasse 10 oder höher, max. 128 GB)

Max. Videoauflösung 3M HD (2.304 × 1.296)/30 fps (Alternativ: HD1080p/30 fps, HD720p/60 fps, HD720p/30 fps, WVGA/60 fps, WVGA/30 fps)
Audioformate

WAV, 16/24 Bit, Samplingfrequenz: 44,1/48/96 kHzAAC, Bitrate 64 - 320 kbps, Samplingfrequenz: 48 kHz

Zoom (digital) 0.75, 0.85, 1.00, 1.30, 1.50
Maße (HxBxT) 60 - 80 x 40 x 117 mm
Gewicht ca. 175 g
Herkunftsland China


Wertung:

+ sehr kompakt und robust
+ tolle Soundqualität
+ deutlich verbesserte Bildqualität
+ Aufnahmen in 3M HD (mehr als Full HD)
+ vielfältig einsetzbar
+ integrierter Akku
+ dreh- und klappbarer Bildschirm
- Touchscreen etwas schwer zu bedienen

Preis (UVP): 415,31 Euro

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: Zoom Q4n

 

 

 







layout-domain.tmpl