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Test: Turbosound Milan M12

Partyheld

Marco Sulek am 11.04.2014

Partyheld

Turbosound hat seine Milan-Lautsprecher-Serie komplett neu überarbeitet. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört der DSP von Klark Teknik, der für einen unverwechselbaren Sound sorgen soll. Wir hatten den aktiven M12 im Test, um ihn rundum zu beleuchten.

Turbosound erlangte Mitte der 1970ern vor allem durch seine modularen Line-Array-Lösungen einen hohen Bekanntheitsgrad. Mittlerweile beinhaltet das Repertoire des britischen Lautsprecherspezialisten alles, was in den Rahmen Live-Beschallung fällt – von haushohen PAs über portable Systeme bis hin zur Festinstallation. Erst kürzlich modernisierte Turbosound seine Milan-Serie, die drei Lautsprecher und zwei Subwoofer umfasst – alle in aktiver Bauweise. Daraus nahmen wir den mittleren Speaker M12 etwas genauer unter die Lupe.

Das schwarze Gehäuse des Milan M12 besteht aus widerstandsfähigem Polypropylen. Wie man es von einigen Studiomonitoren her kennt, besitzt die Kompositkonstruktion rundliche Fasen, um Kantenreflexionen zu vermeiden. Ein extrem stabiles, gelochtes Metallgitter bewahrt Hoch- und Tieftöner vor ungewollten äußeren Einwirkungen. Dahinter schützt eine Lage schwarzer Stoff vor dem Eindringen von Staub und Flüssigkeit. Diese verhindert jedoch auch den Blick auf die Treiber.

Unten an der Front ist das Turbosound-Logo angebracht. Über einen Schalter an der Rückseite bestimmt man, ob es ausgeschaltet sein, in Betriebsbereitschaft leuchten oder vor Übersteuerungen warnen soll. Griffe bietet der M12 an beiden Seiten sowie an der Gehäuseoberseite. Die seitlichen Henkel bestehen für eine hohe Stabilität und somit eine lange Lebensdauer aus Aluminium, der obere besitzt eine Aluminiumabdeckung. Damit die Lautsprecher stabil und rutschfest am Boden stehen, sind sie mit drei Gummifüßen an der Unterseite ausgestattet.

Dank der Multifunktionsbauweise findet der M12 sowohl für die Publikumsbeschallung als auch fürs Monitoring Verwendung. Als PA lässt sich der Lautsprecher über zwei Flansche auf einem Stativ platzieren. Der vordere von ihnen ermöglicht einen geringen Neigungswinkel nach vorne, der hintere hingegen ist für eine vertikale Ausrichtung gedacht. Sogar M10-Flugpunkte sind integriert: Drei an der Ober- und drei an der Unterseite. Je vier kleine Füßchen auf beiden Seiten ragen für die Monitorstellung aus dem Gehäuse. Allerdings sind sie so eng zusammen, dass, sollte ein Musiker seinen Fuß auf die Box stellen, der M12 schnell kippt.

Zwei Flansche an der Unterseite des M12 ermöglichen eine flexible Ausrichtung.

Innenleben

Signale gelangen über zwei Neutrik-Kombibuchsen in den Turbosound M12. Beide voneinander unabhängige Inputs bieten je einen Pegelsteller sowie einen Eingangswahlschalter. Letzterer passt die Empfindlichkeit entweder auf Line- (-2 dBu) oder Mikrofonpegel (-32 dBu) an. Vor zu hohen Eingangspegeln warnt eine rote LED rechts neben dem Lautstärkeregler. Um weitere Lautsprecher mit dem Signal des M12 zu versorgen, das der M12 wiedergibt, ist eine XLR-Ausgangsbuchse vorhanden.

Neben dem leuchtenden Logo an der Front signalisiert auch eine blaue LED an der Rückseite Betriebsbereitschaft. Rechts daneben befindet sich eine grüne Signal-LED, begleitet von einer roten Limit-LED. Der M12 besitzt je einen High- und Lowshelf-EQ, worüber sich das Signal um ±6 dB bei 80 Hz beziehungsweise 12 kHz anpassen lässt. Ein Lowcut bei 100 Hz eliminiert störende Bässe, wenn beispielsweise nur die Stimme übertragen werden soll. Auch in Kombination mit einem Subwoofer ist das Hochpassfilter nützlich. Außerdem gibt es einen Schalter mit zwei EQ-Presets: „Music“ hat einen gewissen Loudness-Effekt, wohingegen „Speech“ für eine gute Sprachverständlichkeit mittenbetonter ist.

Die gesamte Signalverarbeitung übernimmt ein DSP von Klark Teknik – das Herzstück des Turbosound M12. Dieser integriert einen Limiter, der die Lautsprecher vor Pegelspitzen schützt. Außerdem kümmert sich der DSP um den digitalen Cross-Over sowie um die Phasen- und Laufzeitkorrektur zwischen Hoch- und Tieftöner. Auch die Class-D-Endstufe stammt von Klark Teknik. Diese stellt eine Bi-Amped-Peak-Leistung von 1.100 Watt bereit. Davon erhält der 12-Zoll-Tieftöner 1.000 Watt und der 1-Zoll-Aluminium-Kompressionstreiber 100 Watt.

Ein elliptisches Wave-Guide um den Hochtöner sorgt laut Hersteller für einen Abstrahlwinkel von 90 zu 60 Grad. Dank kontrolliertem Abstrahlverhalten, erwies sich der Turbosound M12 als äußerst feedbackresistent. Und das ist auch wünschenswert, denn was ist schlimmer als ständig befürchten zu müssen, dass es pfeift?

Neutrik-Kombi-Ins ermöglichen eine flexible Signalzuführung. Die Eingangsempfindlichkeit lässt sich entsprechend über einen Schalter darüber anpassen.

Live total

Eines gleich vorweg: Der Turbosound M12 leistet ordentliche Schalldruckpegel – 128 dB (Peak). Obwohl wir den Levelregler stark aufrissen, brachten wir den Lautsprecher einfach nicht ins Clipping. Wir mussten aufgrund der hohen Lautstärke den Versuch sogar vorzeitig abbrechen, da sogar unser Gehörschutz an seine Grenzen stieß. Jedenfalls prädestinieren die Leistungsreserven den Milan-Zwölfzöller für jegliche Clubs, in denen gegen alle Erwartungen doch mehr Publikum erscheint, das lautstark beschallt werden möchte.

Beim Sound zeigt sich der M12 allerdings eher als Spezialist denn als Allrounder. Trotz stark ausgeprägter Bässe – je lauter der Lautsprecher tönt, desto sauberer klingen sie – scheint es dem Speaker schnell zu viel zu werden, wenn untenrum einiges passiert. Nicht, dass er den Dienst quittieren würde, nein, aber die Tiefen klingen bei Rock und Metal eher matschig als differenziert. Zwar hilft es, mit dem 100-Hz-Lowcut aufräumend einzuschreiten, doch ohne zusätzlichen Subwoofer ist diese Maßnahme für einen guten Sound nicht empfehlenswert.

Seine wahren Stärken lässt der M12 bei akustischer Musik spielen. Besonders Unplugged-Besteck gibt der Lautsprecher überzeugend wieder. Hier präsentiert sich der Sound sehr klar, differenziert und ausgewogen. Lediglich die Höhen wirken einen Tick zu brillant. Doch dafür bietet der M12 ja einen Highshelf – auf „10 Uhr“ gestellt weiß der Klang sogar bei hohen Pegeln vollends zu überzeugen. Zusätzlich zu akustischen Setups macht sich auch elektronische Musik sehr gut, wodurch sich der M12 bestens für DJs eignet.

Mit dem M12 offeriert Turbosound einen Lautsprecher, der vor allem durch sein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Dank seiner hohen Leistungsreserven sorgt er bei Clubgigs oder auf Partys für den nötigen Schalldruck, der auch bei ein paar Leuten mehr für eine partyhafte Stimmung sorgt. Wer ein unterstützendes und ein differenzierteres Fundament möchte, der findet übrigens in der Milan-Serie aktive Subwoofer mit 15- und 18-Zoll-Treiber.

Die seitlichen Tragegriffe bestehen aus Aluminium – das sorgt für eine hohe Stabilität und eine lange Lebensdauer.

Technische Daten

Gehäuse

Polypropylen

Bestückung

12“-Woofer & 1“-Tweeter

Frequenzgang

50 Hz bis 18 kHz (±3 dB)

Maximalschalldruckpegel 128 dB (Peak)
Abstrahlcharakteristik

90° horizontal &60° vertikal

Endstufe

Class-D

Verstärkerleistung

1.000 W (Peak) Tiefton & 100 W (Peak) Hochton

Anschlüsse 2x Kombibuchse-In, XLR-Mix-Out & Kaltgerätenetzbuchse
Bedienelemente

2x Eingangspegel, 2x Mic/Line, Lowcut, Speech/Music, Lowshelf, Highshelf, Front-LED & Netzschalter

Flugpunkte 6x M10
Maße (HxBxT)

620 x 394 x 330 mm

Gewicht

20,5 kg


Wertung:
+ enorme Leistungsreserven
+ optimaler Sound für Akustikbestecke
+ hochwertige Verarbeitung
+ rückkopplungsresistent
- Bässe matschen bei Rock/Metal
- Gefahr des Umkippens in Monitorstellung

Preis (UVP): 499 Euro

Weitere Infos unter: www.turbosound.com

Vertrieb: FACE Germany







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