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Test: TC Helicon VoiceLive Play GTX & Sennheiser e 835 fx

Gleichberechtigung

Markus Beug-Rapp am 30.09.2013

Gleichberechtigung

TC Helicon und Sennheiser sind zwei renommierte Hersteller, die insbesondere für Sänger innovative und professionelle Tools anbieten. Da ist es nur richtig, wenn sich die beiden Hersteller zusammentun und ein Multieffektgerät gemeinsam mit einem Mikrofon auf den Markt bringen. Im Test zeigt sich, wie das Gespann VoiceLife Play GTX von TC Helicon und Sennheisers e 835 fx harmonieren.

Gitarristen haben es gut, denn sie haben in der Regel ihren Sound in den eigenen Fingern und Füßen. Dabei ist es ganz egal, ob sie im Studio, Proberaum oder auf der Bühne sind. Maximal wird der Tontechniker vor Ort um Anpassung der Signallautstärke bitten. Doch wie sieht es bei dir als Sänger aus? Effekte gibt es (auf der Bühne) in der Regel vom FoH-Platz aus. Im Proberaum hast du es meistens selbst in der Hand, insofern ausreichend technisches Gerät zur Verfügung steht und du damit umgehen kannst. Im Studio kannst du in der Regel auch mitbestimmen, falls du dem Techniker vor Ort auch präzise mitteilen kannst, wie deine Stimme klingen muss.

Dieselbe Freiheit, die ein Gitarrist in seiner Soundwelt genießt, hast du damit aber nicht. Nur gut, dass es Hersteller wie TC Helicon gibt, die dieser in den Himmel schreienden Ungerechtigkeit ein Ende setzen. Mit dem VoiceLive Play GTX bekommst du ein Effektgerät an die Hand bzw. zu Füßen gelegt, das speziell für den Gitarre spielenden Sänger abgestimmte Effekte bietet. Und was liegt näher, als dem Effektgerät gleich noch ein dazu passendes Mikrofon beizulegen? Nichts, und deshalb gibt es den Bodentreter in Kombination mit dem Sennheiser e 835 fx. Selbstverständlich lässt sich das Multieffektgerät auch mit anderen Mikrofonen betreiben, aber halt nicht so komfortabel. Denn Sennheiser verpasste dem e 835 fx einen speziellen Schalter, mit dem Effekte an- und ausgeschaltet werden können.

 

 

Seitlich sind der Gain-Regler und die RoomSense-Mikrofone angebracht

Übersichtlich & Aufgeräumt

Die Oberfläche des VoiceLive Play GTX ist bühnenfreundlich gestaltet. Für den direkten Zugriff (-tritt) sind lediglich die drei verchromten Taster zur Steuerung angedacht. Die per Finger bedienbaren, leicht vom Gehäuse abgesetzten und beleuchteten Kunststofftaster sind aussagekräftig beschriftet. Da sie ausreichend Abstand zu den verchromten Tastern haben ist ein versehentliches Bedienen per Fuß unwahrscheinlich. Die weiße Lackierung empfinde ich als sehr stylisch und schön, mit dem Vorteil, dass helle Flächen Licht reflektieren und somit auf der Bühne auch gezielte Tritte zulassen. Nachteilig dürfte es hingegen der Lichttechniker sehen, wenn leuchtende und reflektierende Kästchen sein Lichtdesign beeinträchtigen.

Wer suchet der findet: denn der Gain-Regler für das Mikrofon ist seitlich am Gehäuse angebracht. Beim ersten Test habe ich den Regler nicht auf Anhieb entdeckt und wunderte mich einen kurzen Augenblick, ob ich jetzt tatsächlich im Menü die Eingangsempfindlichkeit regeln müsse. Naja, ein schneller Blick ins Manual hätte mir diese Irritation erspart. Der Eingangspegel lässt sich stufenlos und (für mein Empfinden zu) leichtgängig regeln.

Am Gehäuserücken sind alle Anschlussmöglichkeiten untergebracht. Hier ist alles vorhanden was das Musikerherz begehrt: Für Mikrofone gibt es einen XLR- und für Gitarren einen 6,3-mm-Klinken-Eingang. Das Gitarrensignal kann sogar durchgeschleift werden – zum Beispiel um ein unbearbeitetes Signal in ein Mischpult zu geben. Eingangsseitig ist auch eine 3,5-mm-Klinkenbuchse (Stereo) vorhanden um beispielsweise einen Zuspieler anzuschließen. Zudem gibt es noch eine MIDI- und eine Pedalbuchse sowie XLR-Ausgänge für den symmetrischen Anschluss an ein Mischpult. Kopfhörer lassen sich per 3,5-mm-Stecker anbringen und für die Anbindung an einen Computer ist ein USB-Anschluss zu finden. Ganz versteckt und unauffällig findet sich auch noch ein Taster für den Ground Lift. Wenn es also aus der PA brummt würde ich zur Sicherheit diesen Knopf betätigen. Wenn es danach ruhig ist, passt alles und wenn nicht, kann es sein, dass die Störung von einem anderen Gerät ausgeht.

 

 

Für Pegelanpassungen an der Gitarre und des Mikrofonklangs muss man sich durch das Menü arbeiten

Gitarrenkompatibel

In der vorliegenden Version des VoiceLive kommen nicht nur Sänger auf die Kosten, sondern auch Gitarristen. Du hast nämlich die Möglichkeit eine E-Gitarre ohne Amp oder eine Akustikgitarre direkt anzuschließen. Von der Amp-Simulation bis hin zu gängigen Gitarreneffekten hast du die Möglichkeit den Gitarrensound deinen Songs anzupassen. Insbesondere der typische Singer-/Songwriter, der mit Akustikgitarre unterwegs ist, dürfte an dem Effektgerät seine Freude haben – zumindest ich finde den Akustikgitarrenklang sehr gelungen für die schnelle, unkomplizierte Liveperformance. Die E-Gitarrensounds hingegen sind teils sehr gelungen und teils etwas zu dünn für meinen Geschmack. Insbesondere die Gitarrensounds mit vielen Effekten, wie man es häufig bei U2 hören kann, überzeugen mich. Verzerrte Sounds hingegen – die eher roh und rockig klingen sollen – mag ich in diesem Fall lieber authentischer.

Der Vollständigkeit halber hier ein Auszug der Gitarreneffekte:

  • Amp- und Lautsprechersimulation
  • Verzerrung
  • Flange
  • Chorus
  • Tap-Delay
  • Reverb
  • Detune
  • Rotary Speaker
  • 3-Band-EQ

Der Anschluss der Gitarre erfolgt über ein handelsübliches Instrumentenkabel. Denn das TC Helicon kann auch mit hochohmigen Signalen umgehen. Der übersichtlichen Oberfläche ist es geschuldet, dass es keine Regler mit direktem Zugriff auf die Pegelanpassung gibt. Hier muss man sich erst mühsam durchs Menü klicken. Daher passt hier besonders die Redewendung „Vorbereitung ist das halbe Leben“. Eine kurze Pegelanpassung der Gitarre an die Stimme während eines Gigs wird somit zur Geduldsprobe für die Fans und eventuelle Mitmusiker. Oder um es anders auszudrücken: „Es ist nicht praktikabel.“

Irritierend ist es, dass ein permanenter Effekt auf dem Gitarrensignal liegt. Selbst wenn im Menü alle Effekte herausgedreht oder abgeschaltet werden, scheint noch Reverb und Chorus auf dem Signal zu liegen. Falls es die Möglichkeit gibt den Effekt komplett herauszudrehen, ist dies nicht intuitiv bedienbar.

 

 

Mit „Mic Control“ kannst du Spezialeffekte selbst aktivieren und deaktivieren

Harmonische Effekte

Die Effektpalette ist für den Sänger zusammengestellt und lässt nur wenige Wünsche offen. Hier mal ein Auszug der verfügbaren Gesangseffekte:

 

  • EQ
  • Kompression
  • De-Esser
  • Gate
  • Tonhöhenkorrektur
  • Harmonie
  • Verdopplung
  • Reverb
  • Delay
  • Flange
  • Chorus
  • Rotary Speaker
  • Verzerrung

Die Effekte sind größtenteils livetauglich und konnten mich im Test überzeugen. Jedoch gilt auch hier, dass weniger oft mehr ist. Also zumindest ich arbeite gerne (je nach Song) mit subtilem Effekteinsatz. Die Gesangsharmonien die mit VoiceLive Play GTX erzeugt werden können, klingen je nach Genre richtig gut. Da ich jedoch häufig unplugged unterwegs bin und es hier so natürlich wie möglich klingen soll, verwende ich die Harmonien und die Tonhöhenkorrektur sehr sparsam.


Irritierend sind für mich hingegen die Ambience Mikrofone (TC Helicon nennt dies RoomSense-Stereomikrofone) im Gehäuse des Effektgeräts, die den gespielten Song analysieren und dann in Echtzeit die Gesangsharmonien erzeugen. Wenn diese Funktion aktiviert ist, fällt zunächst negativ auf, dass das Berühren der Metalltasten am Gehäuse Nebengeräusche erzeugt. Doch zurück zum eigentlichen Effekt: Die Harmonien die hierüber erzeugt werden, passen nicht immer zum gespielten Song.

Kompressor, Gate und EQ für die Stimme sind in fertige Presets oder Styles integriert. Anpassungen sind hier nicht mehr vorgesehen. Man kann lediglich die zur Verfügung stehenden Presets wählen und hört dann gleich, was es mit dem Stimmsignal macht. Die Ergebnisse sind für mein Empfinden sehr praktikabel und wohlklingend abgestimmt. Für die Zukunft würde ich mir jedoch etwas mehr Bearbeitungsmöglichkeiten wünschen.

Mit dem TC Helicon VoiceLive Play GTX lässt sich auch hervorragend üben. Im Practise-Mode kannst du überprüfen, wie sauber du intonierst. Du kannst dir Töne vorgeben lassen, die du dann zum Beispiel nachsingst und du bekommst im Anschluss eine Analyse, wie nah du am richtigen Ton dran warst. Ebenfalls eine gute Möglichkeit zu üben ist es einen Zuspieler anzuschließen und mit der Voice-Cancel-Funktion die Stimme des zu übenden Songs auszublenden. Der Effekt funktioniert so gut wie bei anderen Karaoke-Stimmausblend-Geräten. Alles was in der Mitte liegt, wird ausgeblendet, das ist neben der Stimme meist auch Bassdrum und Bass. Hören kann man dann in der Regel noch den Effektanteil der ausgeblendeten Signale. Wie schon geschrieben, die Funktion ist zum üben gedacht und dafür erfüllt sie ihren Zweck.

 

 

Sennheiser e 835 fx: Dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik

Sennheiser e 835 fx

Mit dem Sennheiser e 835 fx wird dem VoiceLive Play GTX ein dynamisches Mikrofon der Evolution-Serie beigelegt. Warm und präsent zeigt sich der Klang des Schallwandlers mit der Nierencharakteristik. Das e 835 ist ja eigentlich ein alter Bekannter; und mit dem Zusatz „fx“ wurde eine Funktion implementiert, die das Mikrofon auch als Fernsteuerung für das VoiceLive Play GTX werden lässt. Der gummierte Knopf übernimmt die Funktion des Hit-Buttons am VoiceLive. Hier muss aber darauf geachtet werden, nicht unbeabsichtigt gegen den Knopf zu kommen, da sonst die zugeordneten Effekte unbeabsichtigt aktiviert oder deaktiviert werden.

Das e 835 fx liegt satt in der Hand und vermittelt einen wertigen und robusten Eindruck. Die typische Form und Farbgebung lässt das Mikrofon auch sofort als Sennheiser identifizieren. Zur Reinigung lässt sich der Metallkorn abschrauben und der eingelegte Schaumstoff entnehmen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Kombination TC Helicon und Sennheiser sehr gut funktioniert. Mit einer Vielzahl an Funktionen und Effekten kannst du dir deinen individuellen Sound erstellen und bist nicht mehr auf das Effektrack deines Tontechnikers angewiesen.

Technische Daten

TC Helicon VoiceLive Play GTX  
Maße 45 mm (h) x 200 mm (b) x 156 mm (t)
Gewicht 1 kg
Display Hintergrundbeleuchtet, LCD
Presets mehr als 200 song- und künstlerinspirierte Voreinstellungen
Tasten Hintegrundbeleuchtet
Sennheiser e 835 fx  
Bauweise dynamisches Tauschspulenmikrofon
Richtcharakteristik Niere
Übertragungsbereich 40 Hz bis 16 kHz
Gewicht 330 g


Wertung:

+ Effektklang
+ Klangqualität und Verarbeitung Sennheiser e 835 fx
+ Einfache Bedienung
+ Funktionsumfang
- RoomSense Mikrofone
- Nicht abschaltbarer Effekt auf dem Gitarrenkanal
- Kein direkter Zugriff auf Gitarrenpegel und Ausgangspegel

Preis (UVP): 506 €

Vertrieb:







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