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Test: Sony PCM-M10

Immer dabei

Marco Sulek am 16.06.2014

Immer dabei

Sony war schon immer ganz vorne dabei, wenn es um die mobile Aufzeichnung auf digitaler Ebene ging – sei es Mini-Disk oder DAT. Auch bei professionellen Field-Recordern hat der japanische Hersteller ein Wörtchen mitzureden. Wir nahmen den PCM-M10 etwas genauer unter die Lupe.

Zu den wenigen auf hohe Ansprüche ausgelegten Pocket-Recordern, die ihrer Bezeichnung wirklich gerecht werden, zählt der PCM-M10 von Sony: Mit seinen Abmessungen passt er in jede Hosen- und Jackentasche. Dabei ist er nur um einen Tick dicker als die meisten Smartphones. Doch das kompakte Aufzeichnungsgerät sollte man nicht unterschätzen, denn es bietet einige interessante Features, die es für diverse professionelle Applikationen rüsten.

Seine Größe macht den PCM-M10 aber vor allem eines: unglaublich handlich. Doch nicht nur das, denn der Recorder lässt sich obendrauf bequem auch mit lediglich einer Hand bedienen. Das ist vor allem in Situationen, in denen man seine Multitasking-Fähigkeit unter Beweis stellen muss, von Vorteil – etwa während Interviews, mit zusätzlicher Kamera oder als FoH-Techniker. Über die mitgelieferte Fernbedienung ist es zudem möglich, die wichtigsten Funktionen aus gewisser Distanz zu steuern.

Der PCM-M10 hat einigen Mitbewerbern etwas voraus: Es gibt keine abstehenden Elemente, die bei einem versehentlichen Sturz beschädigt werden oder gar abbrechen können. Selbst der Pegel-Regler ist durch das leicht überstehende Gehäuse optimal geschützt. Im Allgemeinen lässt die Verarbeitung keine Wünsche offen: nichts wackelt, alles sitzt fest an seinem Platz und die Taster sowie Regler weisen einen leichten Widerstand auf – so, wie man es eben von hochwertigen Geräten kennt.

An seiner Unterseite besitzt der PCM-M10 kleine Gummifüßchen. Diese sorgen dafür, dass der Recorder rutschfest an seinem Platz steht – sogar in leichter Schräglage. Möchte man das Gerät nicht in der Hand halten oder auf einer Ablage platzieren, bietet sich das 1/4“-Gewinde an der Gehäuseunterseite an, das quasi jedes Kamerastativ bietet. Wer seinen Recorder sicherheitshalber am Handgelenk befestigen möchte, der kann außerdem den beigelegten Trageriemen an der dafür vorgesehenen Stelle am Gehäuse anbringen.

Durch das Gehäuse ist der Level-Regler gut geschützt.

Signal rein

Rechts und links an der Front des Sony PCM-M10 sitzen hinter einem gelochten Element zwei Schallwandler. Hierbei handelt es sich um Elektret-Kondensatormikrofone, die eigentlich als Lavalier-Mikrofone entwickelt wurden. Angeordnet sind sie in einem 45°-Winkel in AB-Technik und weisen einen Abstand von gut 4 cm zueinander auf. Erstaunlicherweise handelt es sich hier nicht um eine nierenförmige Richtcharakteristik, sondern um eine kugelförmige. Das wirkt erst einmal fehlplatziert, da man schließlich nicht die ganze Umgebung aufnehmen möchte – doch dazu gleich mehr.

Direkt über den jeweiligen Mikrofonkapseln sitzen zwei LEDs: Die linke leuchtet grün, wenn das Eingangssignal -12 dB (FS) erreicht– der optimale Aussteuerungspegel. Dahingegen färbt sich die rechte rot, sobald sich das Signal 1 dB vor der Clipping-Grenze befindet. Als wäre das nicht genug, erscheint am Display eine warnende Meldung, dass der Eingangspegel reduziert werden sollte. Wem diese Anzeige zu ungenau ist, dem bietet der PCM-M10 ein hochauflösendes Pegel-Meter, das von -40 bis 0 dB (FS) reicht.

Nicht nur manuell, sondern auch via Auto-Rec-Level-Funktion lässt sich der Sony PCM-M10 einpegeln. Das heißt, die Eingangslautstärke regelt der Recorder unabhängig vom Gain-Poti. Lediglich über einen Schalter, der die Mikrofonempfindlichkeit bestimmt, lässt sich zwischen „High“ und „Low“ wählen. Ein praktisches Gimmick ist übrigens die fünfsekündige Voraufnahmefunktion, wenn sich das Gerät bereits im Record-Ready-Modus befindet – eine zu späte Reaktion wird also nicht durch einen abgeschnittenen Anfang bestraft.

Dank einer Line-In-Buchse ist der PCM-M10 auch für Instrumente und andere externe Quellen gewappnet. Möchte man lieber sein eigenes Mikrofon nutzen, gibt es extra eine Mini-Klinkenbuchse, an der Schallwandler mit entsprechendem Stecker angesteckt werden können. Interessant zu wissen: Die Mikrofonbuchse hat Vorrang vor den internen Mikrofonen.

Zwischen den beiden Schallwandlern befinden sich zwei Mini-Klinkenbuchsen – eine für Mikrofone und ein Line-In.

Aufnahmebereit

Schaltet man den Sony PCM-M10 ein, fällt eines sofort auf: Er fährt verhältnismäßig schnell hoch. Spontane Situationen, die man aufnehmen möchte, stellen also keine Hürde dar. Um den Recorder in Aufnahmebereitschaft zu versetzen, muss der Record-Taster gedrückt werden – ein rotes Leuchten bestätigt dies. Vom Ready- in den Record-Modus gelangt man nun, indem man den Play/Enter-Taster betätigt.

Die maximal stereophone Aufnahme erfolgt entweder im datenkomprimierten MP3- oder im relativ verlustfreien WAV-Format. In insgesamt zehn Ordner lassen sich dabei die Files abspeichern. Jeder Ordner bietet – wie die CD – Platz für 99 Titel. Damit man nicht die Orientierung verliert, werden die Folder nach Datum und Uhrzeit benannt. Während der Aufnahme lässt sich übrigens die Pause-Taste drücken, sodass der Recorder kurz innehält, um dann weiter aufzuzeichnen. Weiterhin lassen sich Marker setzen, um schneller zu einem Punkt springen zu können.

Zusätzlich zum internen Speicherplatz von 4 GB bietet der PCM-M10 einen Slot für eine Micro-SD-Karte. Für die Datenübertragung dient die USB-2.0-Schnittstelle. Ist der Recorder darüber mit einem Computer verbunden, leuchtet die Access-LED auf und der Bildschirm zeigt „Connecting“ an. Für die Stromversorgung sind übrigens zwei AA-Batterien zuständig. Alternativ kann der PCM-M10 auch über das mitgelieferte 3-Volt-Netzteil betrieben werden.

Um die Aufnahme abhören zu können, steht ein Mono-Lautsprecher bereit. Da dieser allerdings während des Recordings nicht laufen sollte, um Rückkopplungen zu vermeiden, steht eine Kopfhörer- beziehungsweise Line-Out-Buchse bereit. Steckt während der Wiedergabe ein Kopfhörerkabel in diesem Ausgang, wird der Lautsprecher stumm geschaltet. Die Lautstärke für Kopfhörer und integriertem Speaker lässt sich in 30 Schritten abstimmen, sodass der PCM-M10 auch geringe Änderungswünsche erfüllt.

Ist der Schalldruckpegel zu hoch, zeigt das Display eine Warnung an.

Alles im Blick

Sony beweist mit dem PCM-M10, dass man keinen grafischen Schnickschnack braucht, um alles auf einem relativ kleinen Bildschirm übersichtlich ablesen zu können. Über den Display-Button hat man zusätzlich die Option, sich verschiedene Informationen anzeigen zu lassen – je nachdem, was gerade wichtig ist. Ein Stimmgerät gibt es hier leider nicht, dafür die üblichen Tools wie Lowcut, Limiter und Wiedergabekorrektur. Zusätzlich hat Sony eine musikalische und wirklich gut klingende Tonhöhenkorrektur von maximal sechs Halbtonschritten eingebaut.

Neben seiner Kompaktheit überzeugt der PCM-M10 vor allem durch seinen Sound: Der Klang ist nuancenreich, ausgewogen und bietet eine verhältnismäßig sehr hohe Sprachverständlichkeit. Besonders letzterer Aspekt prädestiniert den Recorder in der Interview-Situation, wenn es darum geht, die Aufnahmen etwa via YouTube zu publizieren. Seine Vorzüge liegen aber klar in seiner Musikalität: Der weite Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz bei einer Samplerate von 44,1 kHz erlaubt es, alle Instrumente einer modernen Band präsent und gut wahrnehmbar unterzubringen.

Wie bereits oben beschrieben: Im PCM-M10 befinden sich zwei Kugelmikrofone. Allerdings klingt das Ergebnis nicht wie befürchtet sehr räumlich. Rückwärtig einfallenden Schall unterdrückt die Korbkonstruktion relativ gut, sodass beispielsweise Atemgeräusche des Nutzers oder Verkehrslärm im Hintergrund kaum auszumachen sind. Sprich: Trotz der Kugelcharakteristik ist es wichtig, den Sony-Recorder möglichst genau auf die aufzunehmende Schallquelle zu richten.

Aufgrund seiner Kompaktheit und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten empfiehlt sich der Sony PCM-M10 vor allem für Anwender, die beispielsweise für den Live- oder Proberaum-Mitschnitt ein geeignetes Aufnahmegerät suchen. Auch für das Festhalten musikalischer Ideen unterwegs oder für Interviews eignet sich der Recorder bestens. Da der Kopfhörerausgang hierbei ebenso als Line-Out dient, kann dieser einfach mit einer Kamera verbunden werden – und man hat besten Sound zum Bild.

An der Rückseite befinden sich weitere wichtige Bedienelemente.

Technische Daten

Gehäuse   Leichtmetall & Kunststoff, grau und silbern
Mikrofone

2x Elektret-Kondensatormikrofone

Maximalschalldruckpegel

123 dB

Frequenzgang 20 Hz - 20 kHz (bei 44,1 kHz)
Signal-Rausch-Abstand 87 dB
Anschlüsse

Line-In, Line/Phones-Out, Microphone-In, USB, Remote & 3-V-Netzbuchse

Externer Speicher

Memory Stick Micro (M2) & Micro-SD

Interner Speicher

4 GB

Format           

WAV & MP3

Auflösung

max. 24 Bit zu 96 kHz

Maße (HxBxT) 114,3  x 63,5 x 22,2 mm
Gewicht

187 g (mit Batterien)

Lieferumfang

PCM-M10, Fernbedienung, Netzteil, USB-Kabel, 2x AA-Batterien, Trageriemen, Bedienungsanleitung & Sound Forge Audio Studio LE


Wertung:
+ gute Verarbeitung
+ exzellenter Sound
+ leicht bedienbar
+ sehr kompakt

Preis (UVP): 300 Euro

Weitere Infos unter: www.sony.de

Vertrieb: HL Audio







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