Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: Sony HDR-MV1

Endlich geile Konzertaufnahmen

Jan Hoffmann am 25.06.2014

Endlich geile ...

Bei Konzerten wollen viele Bands schicke Liveaufnahmen machen. Aber entweder man nimmt eine gute Kamera, muss dann aber mit dünnem Sound oder gar massiven Übersteuerungen leben. Oder man nimmt einen guten Audiorecorder mit Kamera. Da ist dann allerdings die Bildqualität meist mies. Gibt es nicht ein Gerät, das alles gut kann? Sonys neue HDR-MV1 nähert sich diesem Ideal jedenfalls schon an.

Prinzipiell ist ein Konzert ja eine tolle Gelegenheit, um ein Video für seine Band zu machen. Aber wenn man es in Sachen Equipment nicht zu aufwendig haben möchte, ist es gar nicht so einfach die passende Kamera dafür zu finden. Denn die gewöhnliche Live-Umgebung ist alles andere als kamerafreundlich: meist recht düster, oftmals laut – und dann auch noch mit massiven Lautstärkeschwankungen, die viele automatische Limiter überfordern. Dementsprechend schwer ist es auch eine Kamera zu finden, die sowohl ein gutes Bild wie auch einen erstklassigen Sound liefert. Sony hat jetzt mit der HDR-MV1 ein Modell im Programm, das explizit für diese und ähnliche Anwendungen gedacht ist. Grund genug für uns, die Kamera auf Herz und Nieren zu testen.

Schick sieht sie auf jeden Fall aus, die kleine Sony. Sie ist nur etwas größer als eine Zigarettenschachtel und mit gut 160 Gramm angenehm leicht. Mitgeliefert werden lediglich der Akku sowie ein USB-Kabel. Letzteres dient auch dem Laden des Akkus in der Kamera, was dann entweder per USB-Buchse am Rechner geht – oder schneller per USB-Stecker (wie ihn fast jeder für sein Handy haben dürfte) an der Steckdose. Eine Speicherkarte ist nicht mit dabei, aber die sind ja mittlerweile nicht mehr so teuer. Die Sony akzeptiert sowohl die hauseigenen Memory Stick Micro (M2) wie auch die weit verbreiteten Micro-SD/SDHC/SDXC-Karten. Letztere bekommt man in der 32 GB-Variante mittlerweile für rund 20 Euro – und hat dann Platz für 4 Stunden Video in bester Qualität. Theoretisch sind Speicherkarten bis 132 GB verwendbar.

Beste Qualität, das bedeutet hier Full-HD-Videoauflösung, also 1920 x 1080 Pixel, sowie Linear-PCM-Audio. Dafür, dass den Bildchip immer bestes Material erreicht, soll das Carl-Zeiss-Tessar-Objektiv sorgen. Damit der Klang in hoher Qualität aufgezeichnet wird, verfügt die HDR-MV1 über ein Stereo-Mikrofon in X/Y-Anordnung, das wie die Linse in einem Winkel von 120° optimal arbeitet. Erfreulich ist auch, dass die Bedienung – wenn man seine Voreinstellungen gemacht hat – mit drei Knöpfen erledigt wird. Mit Power schaltet man die Kamera ein und aus, Start/Stop beginnt oder beendet die Aufnahme und mit der Play-Taste kann man sich das aufgenommene Material direkt auf dem integrierten 2,7“-Bildschirm ansehen.

DAnk der Linse von Carl Zeiss funktioniert die Sony auch bei wenig Licht sehr gut.

Ab in den Saal

Der Bildschirm befindet sich auf der linken Seite der Kamera. Jetzt mag der ein oder andere anmerken, dass das ja schon etwas ungünstig ist, wenn man mit der Sony in der Hand loslaufen will, um schicke Aufnahmen beispielsweise von den Vorbereitungen vor dem Konzert zu machen. Doch dafür ist die Sony eigentlich nicht gedacht. Sie soll auf einem Stativ stehen und das Konzert filmen oder beispielsweise am Drumset oder dem Hals der Gitarre stecken, um coole Close-Ups zu machen. So kennt man das ja schon von anderen sogenannten Action-Cams. Man kann durchaus auch aus der Hand filmen – das ist aber schon etwas gewöhnungsbedürftig. Zudem verfügt die Sony über keinerlei Verwacklungsschutz – ruhige Bewegungen und zitterfreie Handhabung sind also gefragt. Was einem beim Einsatz als Handkamera – und nicht nur da – helfen kann, ist die passende App fürs Smartphone.

Diese hört auf den Namen PlayMemories Mobile und ist für iOS wie auch Android verfügbar. Die Verbindung zwischen Handy und Kamera funktioniert via WLAN. Das klappt reibungslos und schon sieht man auf dem Smartphone das Bild von der Kamera, kann zwischen Audio- und Videoaufnahmen wechseln und die Aufnahme auch aus der Ferne starten und beenden. Gerade letzteres ist sehr praktisch, wenn man beispielsweise die Kamera im hinteren Teil des Clubs auf eine Balustrade oder in den ersten Stock stellt und dann nicht dort hinrennen möchte, um „Record“ zu drücken. Abgesehen davon kann man so sein Handy auch als Bildschirm nutzen, während man mit der Kamera aus der Hand aufnimmt – etwas Übung vorausgesetzt. Auch wenn man alleine Videos von sich selbst machen möchte, ist das hilfreich.

Positiv dabei ist auch, dass die HDR-MV1 mit einem seitlichen Bildwinkel von 120° aufnimmt. Dadurch bekommt man, auch wenn die Kamera ziemlich nahe vor einem steht, eine ganze Menge ins Bild. Will man sich etwa beim Gitarrespielen für YouTube aufnehmen, genügt schon ein Abstand von ca. 50 Zentimetern und man ist komplett mit seinem Instrument zu sehen. Das Positive ist aber gleichzeitig auch das Negative: Will man etwa bei einem Konzert nur die Bühne und die Musiker im Bild haben, müsste man sich (bei einer knapp 10 Meter breiten Bühne) rund eineinhalb bis zwei Meter davor stellen. Gerade da geht es aber bei Rockkonzerten am heftigsten zur Sache. Und über einen Zoom verfügt die Sony dummerweise nicht, was echt schade ist.

Dank der beiden Mikros in XY-Anordung liefert die HDR-MV1 sehr überzeugende Audioaufnahmen.

Richtig coole Bilder bei fettem Sound

Sowohl Bild- wie auch Audioqualität der Sony überzeugen absolut. Obwohl ich bei beiden Testkonzerten absichtlich laute und von den Lichtverhältnissen her ungünstige Gigs ausgewählt habe (Metalbands im Club), ist das Ergebnis richtig überzeugend. Trotz eher diffuser Lichtverhältnisse und teilweise heftiger Hell-Dunkel-Wechsel lässt die Sony sich nicht aus der Ruhe bringen und liefert durchweg tolles Bildmaterial. Und auch die Soundqualität der Aufnahmen ist so, wie man es sich wünscht beziehungsweise wie man es von einem guten Pocket Recorder erwartet. Wenn man sich eine gute Position für die Kamera aussucht, an der es auch für die eigenen Ohren gut klingt, bekommt man hier richtig gutes Material. Da gibt es keine Lautstärkeschwankungen, und von Übersteuerungen scheint die Sony meilenweit entfernt. Hier funktionieren die Automatikprogramme wirklich erstklassig. Man muss eigentlich nicht wirklich ins Menü einsteigen.

Man kann aber natürlich, wenn man mag – etwa um die Audio- und Videoqualität zu reduzieren. Allerdings reichte in unserem Test eine 16-GB-Speicherkarte für satte zwei Stunden Aufnahme in höchster Qualität. Mehr wird man am Stück wohl kaum drehen wollen. Und falls doch, kann man ja auch größere beziehungsweise mehrere Speicherkarten einsetzen. Ansonsten kann man über das Menü auch auf reine Audioaufnahmen umstellen, die Speicherkarte formatieren oder die üblichen Einstellungen wie Weißabgleich, Zeit- und Datumseinstellungen und solche Dinge erledigen. Die Automatikeinstellungen der Sony aber funktionieren wie gesagt so gut, dass man sich Experimente eigentlich sparen kann.

Was ist also das Fazit dieses Tests? Klanglich arbeitet die HDR-MV1 wirklich hervorragend und lässt sich auch von sehr lauten Umgebungen nicht im Geringsten beeindrucken. Auch die Videoqualität ist toll (gerade in dunklen Räumen), und die leichten Verzerrungen am Bildrand sind für eine derart weitwinklige Kamera (man hat schon einen sichtbaren Fischaugeneffekt) sehr gering. Auch Schärfe und Farben lassen nichts zu wünschen übrig. Das größte Manko für mich ist tatsächlich der fehlende Zoom. Gut, den haben andere Actioncams teilweise auch nicht, aber er würde dieser tollen Kamera noch das Sahnehäubchen aufsetzen. Doch auch so bietet die Sony ein feines Gesamtpaket zum fairen Preis. Also, einfach mal antesten.

Auch in Sachen Bedienung könnte die Sony-Kamera nicht übersichtlicher aufgebaut sein

Technische Daten & Wertung

Objektiv Carl Zeiss Vario-Tessar 120° Weitwinkelobjektiv
Sensor-Auflösung (physikalisch)

16,8 Megapixel

Brennweite real/KB-equiv

3,3 mm/18,5 mm

Lichtstärke F2,8
Bildwinkel diagonal 120 Grad
Videoauflösung

1920 x 1080p (30 fps), 1280 x 720p (30 fps)

Videoformat

MP4 (H.264)

Audioaufnahme

120-Grad-X-Y-Stereomikrofonsystem

Audioformat

PCM

Speichermedium

Memory Stick Micro (M2), Micro SD/SDHC/SDXC Memory Card (Class 4 oder höher)

Bildschirm 2,7“ Clear Foto LCD
Taster

Power, Start/Stop, Play, Menü (Mini-Joystick)

Anschlüsse

Speicherkartenslot, Kopfhörer (3,5-mm-Klinke), Multi (unter anderem zum Laden des Akkus), HDMI Out, Line In

Drahtlose Schnittstellen

WiFi, NFC

Gewicht

ca. 165 g (inkl. Akku)

Maße

116,5 x 70,5 x 27 mm

Lieferumfang

Kamera, Akku, USB-Kabel

Besonderheit

Fernsteuerung per Smartphone-App (iOS, Android)

 Wertung:
+ top Bildqualität (auch in dunkler Umgebung)
+ toller räumlicher Klang
+ kompakte und solide Bauweise
+ per Smartphone fernsteuerbar
+ arbeitet weitgehend vollautomatisch
+ großer Bildwinkel (man bekommt viel ins Bild)
- großer Bildwinkel (will man nur die Bühne im Bild haben, muss man sehr nah ran)
- kein Zoom vorhanden
- Display seitlich und nur bedingt zum Filmen aus der Hand verwendbar

Preis (UVP): 299 Euro

Weitere Infos unter: www.hlaudio.de/sony-pro-audio/sony-hdr-mv1.html

Vertrieb: HL Audio

 







layout-domain.tmpl