Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: Røde NT3

Mobiler Kleinmembraner

Marco Sulek am 28.01.2014

Mobiler ...

Sowohl im Consumer- als auch im professionellen Audiobereich genießen die Mikrofone „Made in Australia“ weltweites Ansehen. Dabei offeriert Røde dem Tonfänger eine Palette an Schallwandlern, die ganz besondere Merkmale aufweisen. Mit dem NT3 hatten wir einen Kleinmembraner im Test, der sich nicht nur flexibel, sondern auch mobil für allerlei Aufnahmen einsetzen lässt.

Røde, bereits seit 1967 als Hersteller hochwertiger Schallwandler etabliert, bietet heute eine interessante und weitreichende Auswahl an unterschiedlichen Modellen. Bekanntheit erreichte der australische Mikrofonspezialist vor allem durch seine erschwinglichen Großmembrankondenser NT1 und NT2. Aus der NT-Serie nahmen wir den vielversprechenden Kleinmembraner NT3 etwas genauer unter die Lupe – und wurden von einigen erstaunlichen Eigenschaften überrascht.

In einer relativ schlichten Pappverpackung fällt uns das Røde NT3 in die Hände. Bis auf ein paar Merkmale des Mikrofons sind hierauf leider keine technischen Daten oder dergleichen aufgedruckt – man muss also die Verpackung öffnen, um einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen zu können. Im Lieferumfang befindet sich neben dem Manual noch eine Garantiekarte, ein Sticker, eine Mikrofonklemme, ein Windschutz, eine Kunstledertasche und das Mikrofon selbst.

Eine lange Lebensdauer des NT3 verspricht das robuste Gehäuse aus gegossenem Metall. Wie bei Røde-Mikrofonen üblich, wurde ein goldfarbener Metallpunkt in den Schaft eingearbeitet, der sich zwischen Korb und dem Schalter für Betriebsbereitschaft befindet. Anders als es das Produktfoto auf der Verpackung zeigt, findet sich am untere Schaftende keinen schwarzen Streifen mit der Modellbezeichnung und der Seriennummer. Stattdessen wurden diese direkt auf das nickelfarbene Metallgehäuse gedruckt – wodurch ein hochwertigerer Eindruck entsteht.

Im Gegensatz zu manch anderen Kleinmembranern liegt das Røde NT3 optimal in der Hand. Die Haptik erinnert sogar leicht an ein Handheld-Gesangsmikrofon. Die Verarbeitung jedenfalls ist tadellos. Auch die Mikrofonklemme RM3 vermittelt ein gutes Gefühl. Dadurch, dass am Gelenk der Klemme keine Feststellschrauben zu finden sind, befürchtet man im ersten Moment, die RM3 könnte sich durch das Gewicht des NT3 verselbstständigen – wie es bei einigen Mitbewerbern der Fall ist. Rødes Mikrofonhalterung jedoch weist einen optimalen Widerstand auf, der jede Zweifel verfliegen lässt.

Zwischen dem Korb und dem Schalter für Betriebsbereitschaft befindet sich der Røde-typische goldene Punkt.

Flexible Power

Als extern polarisiertes Kondensatormikrofon benötigt das Røde NT3 Phantomspeisung. Hierbei ist der Betrieb mit Spannungen von 48, 24 und sogar 12 Volt möglich. Außerdem spendierte der australische Hersteller dem NT3 ein Batteriefach, worin eine 9-Volt-Blockbatterie (PP3) Platz findet. Damit bestückt lässt sich der Kleinmembraner nicht nur an Interfaces, Mischpulten und Preamps mit Phantompower, sondern auch an solchen ohne einsetzen.

Ein Schalter versetzt das NT3 in Betriebsbereitschaft – sowohl bei externer als auch bei interner Spannungsversorgung. Direkt darüber ist eine rote LED angebracht, die den Batteriezustand anzeigt: Kurzes Aufleuchten beim Einschalten signalisiert eine volle Batterie, dauerhaftes Leuchten bedeutet, dass die Energie langsam, aber sicher zur Neige geht. Zum Auswechseln lässt sich einfach der untere Mikrofonschaft aufschrauben: Batterie auswechseln, wieder zusammenschrauben und fertig.

Røde empfiehlt als Energielieferant Alkali-Batterien. Laut Datenblatt ist damit ein Betrieb von unglaublichen 400 Stunden möglich – vorausgesetzt, man schaltet das Mikrofon bei Nichtgebrauch aus. Beim ersten Einsatz des Røde NT3 war allerdings etwas verwirrend, dass die LED nicht aufleuchtet, wenn man beispielsweise an einem externen Gerät die Phantomspeisung aktiviert – man könnte denken, es wäre etwas falsch angeschlossen oder defekt. Spätestens beim Einpegeln ist man aber beruhigt, sobald ein Signal ankommt.

Die Option, mit Batteriepower zu arbeiten, ist zwar keine neue Errungenschaft, aber dennoch sehr nützlich. Besonders praktisch zeigt sich diese Möglichkeit, wenn man Atmoaufnahmen im Freien realisieren möchte. Doch nicht nur das: Das NT3 eignet sich dadurch sogar für Drahtlossysteme. Da dessen Taschensender selbst mit Batterien oder Akkus laufen und somit kein zweites Gerät versorgen können, sind keine dynamischen beziehungsweise dauerpolarisierten Mikrofone vonnöten.

Der Mikrofonschaft des Røde NT3 lässt sich abschrauben, um eine 9-Volt-Batterie (PP3) für den mobilen Betrieb einzulegen.

Entkoppelt

Damit die Mikrofonkapsel des Røde NT3 optimal vom Schaft entkoppelt ist, lagert diese in einer weichen und flexiblen Gummivorrichtung. Bei abgeschraubtem Korb ist zu erkennen, dass nur zwei Drähte die Kapsel mit der Elektronik im Gehäuse verbinden. Vorsicht ist also geboten. Allerdings verspricht diese Lösung sehr gute Ergebnisse, denn Trittschall oder Griffgeräusche werden so effizient unterdrückt – und das sticht im Test sehr positiv hervor. In den Mikrofonkorb ist zudem ein Poppschutz in Form einer Schaumstoffeinlage integriert. Diese lässt sich einfach entfernen, um sie zu reinigen.

Die Kapsel des NT3 misst 0,75 Zoll (19 mm) und hat die Richtcharakteristik „Niere“. Das Spektrum reicht dabei von 20 Hz bis 20 kHz, wobei das Datenblatt einen relativ eigenen Frequenzverlauf zeigt: Unterhalb von 100 Hz bis runter auf 20 Hz ist eine Absenkung von knapp 4 dB zu verzeichnen. Weiterhin ist bei 4 kHz eine Erhöhung von ungefähr 2 dB zu sehen, gleich darauf fällt der Frequenzgang zwischen 6 und 7 kHz auf -2 dB ab, um erneut bei ca. 12 kHz auf +2 dB anzusteigen.

Beim Wandler selbst handelt es sich um eine Echt-Kondensatorkapsel. Und das ist etwas Besonders, denn beim NT3 handelt es sich laut Hersteller um das weltweit einzige Kleinmembranechtkondensatormikrofon, das mit einer 0,75-Zoll-Membran aufwartet. Diese Konstruktion vereint die besten Eigenschaften von Klein- und Großmembranern. Das verspricht vor allem eine hohe Impulstreue bei einem fülligen Klang.

Mit einem Maximalschalldruckpegel von 140 dB scheut das Røde NT3 nicht vor lauten Schallquellen zurück. Es eignet sich dadurch also nicht nur für sanfte Instrumentensignale, sondern kann auch getrost vor einem Schlagzeug positioniert werden – vor einer Snare beispielsweise sind mit dem NT3 sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Nebenbei ist der Dynamikumfang mehr als ausreichend: 123 dB, das ist mehr als das menschliche Gehör verträgt, ohne irreparablen Schaden zu nehmen.

Eine optimale Entkopplung von Griffgeräuschen ermöglicht die elastisch, in einer Gummivorrichtung gelagerte Mikrofonkapsel.

Voll im Einsatz

Rødes NT3 präsentierte sich in unserem Test als waschechter Allrounder: vor akustischen Gitarren, am E-Gitarren-Verstärker, als Overhead-Pärchen am Schlagzeug, an der Snare, als Raummikrofon sowie bei Sprache und Gesang lieferte es hervorragende Signale mit einem leicht individuellen, aber durchsetzungsfähigen Klangcharakter. Besonders hervorzuheben ist hier die Richtcharakteristik, die über den gesamten Frequenzbereich relativ stabil zu sein scheint und dadurch rückwärtig einfallenden Schall gut unterdrückt.

Wie bereits angedeutet: Das NT3 eignet sich ebenso gut als Gesangsmikrofon – und das sogar für die Bühne. Durch die gute Entkopplung seiner Mikrofonkapsel überträgt es kaum Griffgeräusche. Nebenbei ist noch die Resistenz gegenüber Feedbacks lobenswert, denn der Kleinmembraner verhält sich von der Anfälligkeit her eher wie eine Tauchspule – und nicht, wie zu erwarten, wie ein Kondensatormikrofon.

Nicht nur für musikalische Zwecke bietet sich das NT3 an, sondern auch für Radio, Film und Fernsehen. Beispielsweise für Atmo- oder Naturaufnahmen eignet sich der mobile Kleinmembraner. Man sollte jedoch beachten, dass sich Schallquellen nur bedingt gezielt einfangen lassen – schließlich handelt es sich um eine Nierencharakteristik. Zwar wird von hinten einfallender Schall sehr gut unterdrückt, aber die On-Axis-Richtwirkung ist relativ breit.

Mit dem NT3 hat Røde einen Allrounder im Programm, der sich für allerlei Aufnahmesituationen und Schallquellen bestens eignet. Was besonders für die Langlebigkeit des Mikrofons spricht: Der Hersteller gewährt ganze zehn Jahre Garantie. Dazu muss sich der Käufer nur online registrieren – die entsprechende Registrierungskarte liegt dem Mikrofon bei. Das dargebotene Preis-Leistungs-Verhältnis lässt zumindest keinen kalt.

Als Parkmöglichkeit liegt dem NT3 eine Kunstledertasche bei.

Technische Daten

Wandlerprinzip

extern polarisiertes Kondensatormikrofon

Membrandurchmesser 0,75“ (19 mm)
Richtcharakteristik Niere
Frequenzgang 20 Hz – 20 kHz
Empfindlichkeit 12 mV/Pa bei 94 dB (SPL)
Grenzschalldruckpegel 140 dB
Signal-Rausch-Abstand

77 dB

Dynamikbereich

123 dB

Spannungsversorgung 12, 24 und 48 V, externe Quelle oder 9-V-Batterie
Schaftdurchmesser

50 mm

Länge 270 mm
Gewicht

371 g

Lieferumfang Mikrofonhalterung, Tasche, Windschutz & Bedienungsanleitung


Wertung:
+ flexible Spannungsversorgung
+ hochwertige Verarbeitung
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ interessanter Allrounder

Preis (UVP): 219 Euro

www.rodemic.com

Vertrieb: Hyperactive







layout-domain.tmpl