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Test: Røde M5 (Stereoset)

Klein wandelt besser

Marco Sulek am 19.07.2016

Klein wandelt besser

Røde ist unbestreitbar der weltweit bekannteste Mikrofonhersteller der südlichen Hemisphäre. Dieser Status kommt nicht von ungefähr: Bereits seit knapp 20 Jahren sammelt der Spezialist Erfahrungen im Bereich der Schallwandler. Diese geballte Kompetenz wurde nun in das M5 gesteckt, einem Matched-Pair-Kleinkondenser-Set.

Es ist gut und sinnvoll, Kleinkondensatormikrofone als Matched-Pair auszuliefern. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das Pärchen ist nicht nur perfekt wie nur irgend möglich aufeinander abgestimmt und macht Stereo-Aufnahmen somit zum Klanggenuss, sondern beide Mikros lassen sich auch getrost einzeln für unterschiedliche Aufgaben in derselben Session nutzen. Und mal ganz ehrlich: Wann kommt es schon vor, dass die Allrounder in ihrem Dasein nicht für stereophone Zwecke zurate gezogen werden?

Mit dem M5 hat Røde nun ein qualifiziertes und optimiertes Kleinmembraner-Pärchen zum kleinen Preis im Programm. Das weiß der australische Spezialist geschickt zu vermarkten, denn den Schallwandlern liegt ein schick gestaltetes Matched-Pair-Certificate mit Unterschrift des zuständigen Technikers bei. Mehr noch: Zwei Jahre Garantie gibt Røde ohnehin auf seine Newcomer – und erweitert diese auf ganze zehn Jahre bei einer Online-Registrierung. Hier lohnt es sich durchaus, wenige Klicks und fünf Minuten Lebenszeit zu investieren.

Das M5 kommt in einem stabilen Pappkarton mit allerlei Zubehör. Hier finden sich neben dem bereits erwähnten Zertifikat und den Mikrofonen ein Røde-Sticker, ein mehrsprachiges Manual sowie je zwei Windschutzhauben und Stativklemmen. Einzig und alleine die Box wirkt nicht so ästhetisch, sprich unpraktisch und etwas klobig. Aber gut, für knapp 200 Euro (UVP) darf man nicht erwarten, dass alles in einer hübschen Holzschatulle kommt. Eine alte Zigarrenschachtel und etwas Schaumstoff – und schon ist die Garage gepimpt.

Einen Pluspunkt bekommt Røde definitiv für die Stativklemme RM5: Im Gegensatz zu den Halterungen RM1 (z.B. für M1) und RM3 (z.B. für NT3) lässt sich die Feststellschraube mithilfe eines Hebelchens arretieren. Dadurch besteht nicht die Gefahr, dass sich eine Klemme nach langem Einsatz irgendwann verselbstständigt und sich dadurch die Mikrofonposition ungewollt ändert. Außerdem macht die Klemme RM5 einen robusten und langlebigen Eindruck – lediglich das Hebelchen sollte man nicht zu sehr überstrapazieren.

Jedem M5-Pärchen liegt ein sogenanntes Matched-Pair-Certificate bei, dass den bestmöglichen identischen Sound der Mikrofone bestätigt.

Kompakter Freund und Helfer

Das M5 ist klein – und mit seinen 100 mm Länge sogar um ganze 7 mm kürzer als das KM184 aus Berlin und 18 mm kürzer als das NT5 aus dem gleichen Hause. Durch diese kompakte Bauweise eignet sich der Kleinmembraner aus Sydney für schwierigste Mikrofonierungsaufgaben. Etwa am Schlagzeug, wenn Hi-Hat, Ride oder Crashes als Underheads zwischen eng platzierten Becken und Kesseln abgenommen werden sollen. Zudem fallen die kleinen Mikros auf der Bühne weniger auf als vergleichbare – und somit in der Regel größere – Modelle.

Durch die mattschwarze Keramikbeschichtung des Metallgehäuses trägt das M5 nicht so schnell unschöne Kratzer und Abnutzungserscheinungen davon. Aber nicht nur das ist ein Merkmal dafür, dass der Kleinmembraner robust und widerstandsfähig ist, denn die makellose Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig. Typisch für Røde finden sich am Schaft natürlich auch der goldene Punkt und das unübersehbare Firmenlogo in Weiß.

An äußerlichen Merkmalen war das aber noch längst nicht alles, denn hier gibt es kein auf- oder abschraubbares Element. Dadurch kommen weder laienhafte Musiker noch neugierige Tontechniker auf die Idee, die Kapsel herunterzuschrauben und nachzusehen, was drinnen steckt. So ist es für die goldbedampfte ½-Zoll-Membran auch sicherer. Weiteren Schutz bietet die zweischichtige Gaze an der On-Axis des M5, die das Eindringen von Fremdpartikeln verhindert. Aufgrund der feinmaschigen inneren Gaze haben hier selbst feinste Staubkörnchen kaum eine Chance.

Wie für Kondensatormikrofone üblich, benötigt auch das M5 eine passende Spannungsversorgung, um ein Signal zu liefern. Røde garantiert dabei vollste Funktionalität sowohl bei 24 als auch bei 48 Volt Phantompower – und das verzerrungsfrei bei bis zu 140 dB Schalldruckpegel und einem Dynamikbereich von 121 dB. Interessant zeigt sich auch das Richtdiagramm: Hier ist eine auffällig stabile Nieren-Richtwirkung zwischen 500 Hz und 4 kHz zu verzeichnen. Doch das Mikro überzeugt nicht nur mit Werten.

Dank seiner kompakten Bauweise passt das M5 mit Leichtigkeit zwischen eng positionierte Becken.

Attestierte Praxistauglichkeit

Wir setzten das Matched-Pair-Set für Schlagzeugaufnahmen ein und nutzten die Mikrofone sowohl als Overheads in AB-Aufstellung als auch für die Abnahme von Hi-Hat und Ride. Wie bereits erwähnt, war es dank der kompakten Bauweise und der leicht arretierbaren Halterung ein Leichtes, die M5 zu positionieren. Praktisch zeigte sich hier übrigens das Hebelchen an der Klemme auf eine ganz andere Art und Weise: Um das Kabel so eng wie möglich am Stativ entlangführen zu können, befestigten wir die Leitung kurzerhand einfach zwischen Hebelchen und Klemme.

Als Ergebnis erhielten wir ausgewogene und nuancenreiche Signale, die sich optimal in das Klangbild des gesamten Schlagzeugs einfügen ließen. Dabei lieferten die M5 speziell in den oberen Frequenzbereichen einen unverkennbaren Mehrwert. Besonders positiv fiel uns auf, dass Mitten sowie Höhen weder über- noch unterbetont wirkten und dadurch die Signale der Drums einen angenehm natürlichen Eindruck vermittelten. Zudem war beim Ausklang der Becken ein nur extrem geringes Eigenrauschen auszumachen – obwohl dieses Störsignal wahrscheinlich doch eher von den Wandlern unseres Interfaces rührte als von den M5 selbst.

Das M5 ist vor allem dank seiner hervorragenden Auflösung sowie vorbildlichen räumlichen Abbildungstreue und Tiefe für die Stereophonie prädestiniert. Bei häufigeren Aufnahmen in stereo empfiehlt es sich, zusätzlich Rødes 20 cm breite Schiene Stereo Bar zu erwerben, die für gut 40 Euro erhältlich ist. Übrigens: Riskiert man einen genaueren Blick ins Manual, wird man mit Wissen belohnt. So sind dort die AB-, XY- und ORTF-Stereophonie beschrieben, wodurch sich gleich bessere Ergebnisse erzielen lassen.

Die M5 lieferten einen nuancenreichen Sound, die dem Gesamtklang der Drums zu Gute kam.

Fazit, Technische Daten & Wertung

Kann man das M5 nun als kleinen Bruder des NT5 betrachten? Zugegeben, rein auf Preis, technische Daten sowie Größe bezogen mag das zutreffen. Doch in Sachen Verarbeitung, Klang und Handhabung kann das M5 dem NT5 durchaus das Wasser reichen. Blendete man die oben genannten Unterschiede aus und vergleiche die Mikrofone objektiv miteinander, hielte man sie für Modelle innerhalb ein und derselben Preisklasse. Somit richtet sich das frische Pärchen von Røde keineswegs nur an Home-Recorder der ambitionierten Einsteigerklasse, sondern unserer Meinung nach ebenso an Fortgeschrittene wie Profis.

Wandlerprinzip Druckgradient
Membrandurchmesser

1/2"

Richtcharakteristik

Niere

Frequenzgang 20 Hz bis 20 kHz
Ausgangsimpedanz 200 Ω
Max. Ausgangspegel

+13,5 dBu (1 kHz, 1 % Klirrfaktor, 1-kΩ-Last)

Empfindlichkeit

-34 dB re 1 V/Pa ( 20 mV bei 94 dB Schalldruckpegel)

Grenzschalldruckpegel

140 dB

Signal-Rausch-Abstand

75 dB

Dynamikbereich

121 dB

Phantomspeisung 24 oder 48 V
Schaftdurchmesser 20 mm
Länge 100 mm
Gewicht 80 g
Lieferumfang Mikrofonhalterungen, Matched-Pair-Certificate, Windschutze, Sticker & Bedienungsanleitung


Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ guter, natürlicher Sound
+ perfektes Matched-Pair-Set

Preis: 199 Euro (UVP)

Vertrieb: Hyperactive
Weitere Infos: Røde M5

 

 







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