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Test: Røde iXY

Field-Mikro fürs iPhone

Felix Haala am 24.09.2013

Field-Mikro fürs ...

Mit Field-Recordern lassen sich blitzschnell Interviews, Atmos oder der Pianist aus der Bar um die Ecke aufzeichnen. Und das alles ohne viel Equipment. Røde stellt mit dem Stereo-Aufsteckmikrofon iXY für iPad und iPhone eine gelungene Alternative vor.

Zubehör für Mobiltelefone aus der Obstabteilung wurde in den letzten Jahren immer beliebter. So gilt es mittlerweile, mit Qualität und Innovationen aus einer schier unüberschaubaren Produktauswahl herauszustechen. Røde versucht dies nun mit einer Neukonzeptionierung des Field-Recorders – nämlich als iPad- beziehungsweise iPhone-Dock. Wir betrachten im Folgenden das schicke Stereo-Aufsteckmikrofon iXY mitsamt der praktischen Aufnahme-Software Røde Rec.

Eines ist schnell klar: das Røde iXY richtet sich eindeutig an Besitzer iOS-basierter Systeme. Optisch hat man sich hier von den Verpackungen und Anleitungen aus Cupertino inspirieren lassen. Der Inhalt ist sehr überschaubar und trotzdem umfangreich: das Mikrofon, eine Schnellstartanleitung, ein Hard-Shell-Case und ein Windschutz. Von Anfang an hat man das Gefühl, mit dem Aufsteckmikro iXY etwas Hochwertiges in der Hand zu halten.

Zwei Kondensatorkapseln in XY-Anordnung sind auf der Trägerplatte des Stereo-Mikrofons montiert. Auf der Unterseite finden sich eine Status-LED und ein Apple-Dock-Connector. Dass es sich um ein Produkt aus dem Hause Røde handelt, merkt der Kenner schnell am leicht bronzefarbenen Material und dem Goldpunkt an der Vorderseite. Das iXY ist komplett aus Metall gefertigt und für seine Größe relativ schwer. Lediglich am Anschluss für das Mobiltelefon befinden sich kleine Plastikteile – das ist allerdings dem Konzept des Apple-Dock-Connectors geschuldet.

Damit das iXY seine Stärken voll ausspielen kann, laden wir Rødes hauseigene Recording-Software Rec-App im App-Store in der kostenfreien LE-Variante runter. Auch die Vollversion ist dort für 5,49 Euro erhältlich. Letztere bietet deutlich mehr Einstellungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten. Dazu zählen unter anderem eine EQ- und Dynamiksektion. Zudem sind die Exportformate vielseitiger als in der abgespeckten Version der App.

Kundenorientiert: Schon beim Verpackungsdesign spricht man den Apple-User an.

Erste Schritte

Zeit, das Røde iXY zu konfigurieren: Wir stecken es auf ein iPhone 4S. Die Verbindung scheint auf Anhieb zu funktionieren – die LED am Mikrofon leuchtet grün. Nach einem Klick auf die Røde-Rec-LE-App gelangen wir ins Hauptmenü. Dort stellen wir zunächst die Audio-Hardware ein und können die Abtastfrequenz sowie den Aufnahmemodus bestimmen. Für unseren Test entscheiden wir uns für eine komplette Stereoaufzeichnung bei 44,1 kHz Samplingfrequenz. Daneben gäbe es noch die Möglichkeit, beiden Seiten des Mikrofons einzeln mono oder mono summiert aufzunehmen.

Zurück im Hauptmenü legen wir ein neues Projekt an und benennen es. Dabei lassen sich sogar Bilder und GPS-Daten in die Datei einpflegen. Gerade die Beschriftung ist bei vielen Außenaufnahmen zum Sounddesign essenziell, um die passenden Files für spätere Vertonungen wiederzufinden. Als weiteres, schönes Feature zeigt sich die Speicheranzeige: Sie bietet einen Überblick, wie viel Speicherplatz auf dem Smartphone noch zur Verfügung steht und wie lange die mögliche Aufnahmedauer ist.

Im Menüpunkt „Settings“ lassen sich die Mikrofone einpegeln und verschiedene iOS-spezifische Aufnahmeoptimierungen wählen – diese deaktivieren wir, um ein unverfälschtes Signal vom Mikrofon zu bekommen. Leider gibt es hier kein Meter, um das Mikrofon einzupegeln, also schätzen wir einen Wert. Unter „iXY“ lassen sich die Daten des Stereo-Mikrofons einsehen: Modellnummer, Seriennummer, Hardware und Firmware-Version. Letztere lässt sich sogar updaten. In unserem Test funktioniert das alles intuitiv und einfach.

Der Reiter „Share“ beherbergt die Exportfunktionen. Dabei kann man wählen, ob man die Aufnahme direkt an Soundcloud oder lieber per iTunes auf den heimischen Rechner übertragen möchte. Auch der Versand via E-Mail oder ein FTP-Upload ist möglich. Tipp: Deaktiviere den automatischen Sleepmodus des iPhones. Die App umgeht diesen leider nicht und so schaltet sich der Bildschirm nach kürzerer Nicht-Betätigung einfach aus. Das ärgert einen auch schon bei kurzen Aufnahmen.

Umfangreiche Ausstattung: Im Lieferumfang befinden sich auch ein Windschutz und ein Hardcase, das sicher beim Transport schützt.

On the Road

Für einen ersten Recordingversuch nehmen wir das Smartphone mit aufgestecktem iXY in die Hand und stellen eine Interviewsituation nach. Dafür müssen wir das Smartphone auf den Kopf drehen, damit das Mikrofon nach oben zeigt – der Bildschirminhalt dreht sich hierbei wie gewohnt mit. Den Pegel können wir jetzt am Display über ein virtuelles Meter checken. Zusätzlich schließen wir einen Kopfhörer an das iPhone an, um auch eine akustische Kontrolle zu erhalten. Nach einem Klick auf den Button „Record“ beginnt die Aufnahme.

Wir sprechen von beiden Seiten in das iXY und merken, dass der Pegel zu hoch ist – es zerrt. Ein Blick in die Anleitung verrät: das Mikrofon lässt sich auch mit Hilfe eines versteckten Faders samt Meter einpegeln; ein Klick auf das kleine Mikrofonsymbol unter dem Meter bringt ihn zum Vorschein. Wir pegeln das Mikrofon also erneut ein und starten die Aufnahme – nun funktioniert’s. Während dem Recording wird die Wellenform in Echtzeit auf dem Display dargestellt, ganz so wie man es von herkömmlichen DAWs kennt.

Mit diesem Wissen begeben wir uns nun in die Wildnis und fertigen einige typische Atmos an. Dazu gehören eine Autofahrt, Stimmen und Geräusche in einem chinesischen Restaurant, Naturgeräusche im Wald und vorbeifahrende Autos. Zurück im Studio hacken wir auch noch ein paar Akkorde auf unserer Gitarre in das Mikrofon. Der Akku des Smartphones geht während den Sessions deutlich zügiger in die Knie als gewohnt. Jedoch ist ein Nachladen während der Aufnahmen leider nicht möglich, da der Dock Connector ja schon belegt ist.

Da bei den ersten Aufnahmen Windgeräuschen zu hören sind, verwenden wir für alle weiteren Außenaufnahmen den mitgelieferten Windschutz. Dieser ist einfach und effektiv: Die vorbeistreifende Luft wird durch den Schaumstoff abgebremst und umgelenkt, wodurch sie keinen beziehungsweise nur einen geringeren Effekt auf die Mikrofonkapsel hat. Dem tieffrequenten, störenden Rumpeln wird somit vorgebeugt und man erhält eine saubere Aufnahme. Ein großer Pluspunkt ist, dass sich dieses essentielle Tool gleich im Lieferumfang befindet.

Abgenommen: Im Studio oder auf der Straße, das Rode iXY ist dabei.

Zurück im Studio

Wir übertragen sämtliche aufgenommen Sessions per iTunes auf unseren Studiorechner. Dies funktioniert über einen kleinen Workarround: Im Share-Menü der App muss jede Aufnahme einzeln exportiert werden. Dies ist in verschiedenen Formaten möglich: AIFF, WAVE oder CAF. Danach steckt man das Smartphone am Rechner an, startet iTunes und zieht sich die entsprechenden Files aus der App in einen lokalen Ordner. Auch ein Download über den Browser ist möglich. Wie das geht, steht praktischerweise direkt am entsprechenden Menüpunkt.

Bei der Sichtung des Materials im Studio fällt auf: Die Aufnahmen klingen alle gut, räumlich und authentisch. Leider rauschen die Aufnahmen wahrnehmbar. Dennoch ist mit dem iXY von einfachen Natur-Atmos bis hin zu klassischen „car passing by“-Sounds für Vertonungen alles möglich. Auch Sprachaufnahmen oder Interviewmitschnitte lassen sich schnell und einfach mit dem iXY anfertigen und veröffentlichen – man bedenke die direkten Sharing-Möglichkeiten.

Während der Aufnahme empfehlen wir allerdings stets ein ruhiges Händchen zu wahren. Zwar begrenzen sich die Störgeräusche durch das Handling beim Halten der Smartphone-Mikrofon-Kombination auf ein Minimum, aber Kabelbewegungen eines angesteckten Kopfhörers führen dann doch zu Rumpelgeräuschen in der Aufnahme. Leichte Bewegungen in der Ausrichtung des Mikrofons sind auch wahrnehmbar. Dies fällt vor allem bei konkreten Nahaufnahmen auf.

Unterm Stricht ist das Rode iXY mit der Rode Rec App ein solides und hochwertiges Tool, um unterwegs einfach und unkompliziert Stereoaufnahmen anzufertigen. Auch die weitreichenden, direkten Sharing-Optionen machen die Kombination interessant: kein lästiges übertragen auf den PC ist notwendig und Interviews oder Messeberichte können vor Ort, innerhalb kürzester Zeit, online gestellt werden. So wird das iXY zu einer echten Field-Recorder-Alternative mit vielen Extras.

Versteckt: ... Das gewünschte Meter finden wir in der Recording-Ansicht. Auch hier gibt es die Möglichkeit, das Mikrofon einzupegeln - nach einem Klick auf das Mikrofonsymbol.

Technische Daten

Bauweise Stereo-Aufsteckmikrofon
Mikrofonkapsel 2 x 1/2"-Kondensatorkapseln
Richtcharakterisitk Niere
Übertragungsbereich 20 Hz bis 20 kHz
Maximalschalldruckpegel 120 dB
maximale Auflösung 24 bit zu 96 kHz
Kompatibilität iPhone 4, iPhone 4S, iPad 2 & iPad 3
Lieferumfang Schaumstoffwindschutz & Transportetui


Wertung:

+ guter Sound
+ ansprechende Optik und gute Verarbeitung
+ vielseitig einsetzbar
+ Recording-Software kostenlos erhältlich
- wahrnehmbares Rauschen

Preis (UVP): 199 €

Vertrieb: Hyperactive







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