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Test: RCF ART 712-A MKII

Leistungsstarker Klang

Marco Sulek am 30.09.2013

Leistungsstarker ...

RCF ist bekannt für seine hochwertigen Lautsprecher. Dabei verbessert und verfeinert der italienische PA-Spezialist seine bereits etablierten Produkte stetig. Wir hatten den ART 712-A MKII für dich im Prüfstand.

Als RCF 1996 die ersten Modelle der ART-Reihe präsentierte, kristallisierte sich deutlich heraus: diese Lautsprecher sind leicht zu handhaben, bieten viel Power und scheinen wie für den rauen Touralltag geschaffen zu sein. Heute, 17 Jahre danach, verfolgt RCF noch immer das gleiche Ziel – und stattet seine Jünglinge zusätzlich mit modernster Technik aus. Aus der insgesamt sieben Produkte umfassenden ART-7-Familie hatten wir zwei der mittleren Aktiv-Lautsprecher im Test: die ART 712-A MKII.

Bei PA-Speakern von heute hat man gewisse Ansprüche, die erfüllt sein wollen. Beispielsweise erwartet man hohe Effizienz, totale Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer. Genau diesen Punkten kommt der ART 712-A MKII nach. In dem 17,2 kg leichten Polypropylen-Gehäuse steckt zudem einiges an Power: Eine digital gesteuerte Endstufe sorgt im Bi-Amp-Betrieb dafür, dass der 12“-Tieftöner 500 Watt und der 1“-Hochtöner 200 Watt RMS-Leistung erhält.

Mit gesammelter Power von 700 Watt erzielt der ART 712-A MKII von RCF laut Datenblatt 129 dB Schalldruckpegel. Damit der Lautsprecher bei so viel Leistung nicht überhitzt, ist auf der Rückseite ein großzügiger Aluminiumkühlköper angebracht. Direkt über diesem findet sich versenkt im Gehäuse das Anschluss- und Bedienfeld. Hier lässt sich die Lautstärke mittels stufenlos drehbaren Poti regeln. Um diesen herum ist allerdings keine Beschriftung zu finden und er rastet auch nirgends ein, sodass sich ein Pärchen nur relativ umständlich aufeinander abstimmen lässt. Etwas nachteilig ist zudem, dass das Poti ausschließlich an der Platine befestigt ist und nicht zusätzlich am Gehäuse Halt findet.

An Anschlüssen ist eine XLR- und Line-Eingangs- sowie eine XLR-Ausgangsbuchse zu finden. Der XLR-Ausgang gibt hier das Eingangssignal eins zu eins weiter, sodass weitere aktive Lautsprecher oder Endstufen damit versorgt werden können. Wenn beispielsweise untenrum mehr Schub gewünscht ist, lässt sich so das Signal an einen Subwoofer weiterleiten.

An der Rückseite des ART 712-A MK II befindet sich versenkt im Gehäuse das Anschluss- und Bedienfeld.

Stabile Tatsache

Dank des sehr stabil wirkenden Kunststoffgehäuses scheint der RCF ART 712-A MKII bestens für den Touralltag geeignet zu sein. Die leicht aufgeraute, anthrazitfarbene Gehäuseoberfläche sorgt zudem dafür, dass sich Kratzer nicht sofort bemerkbar machen. Für den Schutz des Woofers ist ein Metallgitter angebracht, auf dessen Innenseite sich eine dünne Schaumstofflage befindet. Damit erschwert man Staub und anderen Fremdkörpern das Durchdringen zum Speaker. Auch der Hochtöner hat ein feines Metallgitter erhalten, das ihn vor unerwünschten Einwirkungen schützt.

Der ART 712-A MKII zeigt sich sehr handlich: Sowohl oben als auch auf beiden Seiten sind Tragegriffe angebracht. Diese sind so gummiert, dass sogar mit verschwitzten Händen kaum die Gefahr des Abrutschens besteht. Allgemein ist das Gehäuse sehr handlich konstruiert und erlaubt es einer Person, den Lautsprecher auf ein Stativ zu hieven. Auf der Unterseite ist dafür ein Stativflansch zu finden. Dieser besteht nicht aus Kunststoff, sondern aus Aluminium, wodurch sich hier – bedingt durch vieles Auf- und Abstecken – nicht so schnell Abnutzungserscheinungen bemerkbar machen.

Nicht nur für das Platzieren auf einem Stativ ist der RCF-Jüngling gedacht: Auf der Unterseite befinden sich vier Gummifüßchen, die neben einem rutschfesten Halt noch für eine Entkopplung zum Boden sorgen. Sehr gelungen zeigen sich außerdem die abgeschrägten Kanten auf der Rückseite, die für die Positionierung als Bühnenmonitor gedacht sind. Dabei fällt sehr positiv auf, dass trotz der nur knapp 15 cm Auflagefläche ein sehr stabiler Halt gegeben ist – hier kann ein Musiker ruhig seinen Fuß drauf stellen, ohne dass der Lautsprecher gleich umkippt.

RCF bietet zum ART 712-A MKII separat erhältliches Zubehör an. Darunter sind der Flugbügel AC ART 712 H-BR (UVP 174 Euro) sowie diverse Stative und Distanzstangen zu finden. Für gewisse Modelle aus der ART-Serie hat der Hersteller auch Schutzhüllen im Programm – nur leider nicht für unsere Probanden. Wer trotzdem auf Nummer sicher mit seinen Schützlingen gehen möchte, der sucht sich von Drittanbietern geeignete Transporttaschen.

Obwohl die Auflagefläche für die Verwendung als Bühnenmonitor nur knapp 15 cm beträgt, steht der ART 712-A MKII sehr stabil an seinem Platz.

Das Soundpanel

Im RCF ART 712-A MKII erfolgt die Signalbearbeitung DSP-basiert. Neben diversen Schutzschaltern und dem Limiter sind noch zwei Schalter zu finden, die über die digitale Steuereinheit laufen: Flat/Boost und Line/Mic. Über den Flat/Boost-Schalter lässt sich das Signal entweder unbearbeitete (Flat) wiedergeben oder mit einer sanften, aber hörbaren Loudness-Anpassung (Boost). Bei Line/Mic handelt es sich um den Wahlschalter der Eingangsempfindlichkeit, der entweder auf -2 dBu (Line) oder +4 dBu (Mic) schaltbar ist.

Drei LEDs sorgen an der Box für eine optische Kontrolle. Sobald die untere Status-LED leuchtet, ist der ART 712-A MKII betriebsbereit. Leider befindet sich eine solche Anzeige nur auf der Rückseite, sodass es bei Festinstallationen oder im geflogenen Betrieb nur schwer ersichtlich ist, ob der Lautsprecher mit Strom versorgt wird. Die mittlere LED signalisiert bei grünem Leuchten, dass ein Signal anliegt. Letztes Glied in der LED-Kette ist die Limit-LED. Sobald der DSP-gesteuerte Limiter eingreift, leuchtet diese rot.

Ein erster Test galt dem Sound und der maximal erreichbaren Lautstärke der ART 712-A MKII. Mit Musik aus der Konserve gefüttert lauschten wir, was uns der aktive Speaker bot. Und wir waren erstaunt: So einen ausgeglichenen Klang, bei dem so viele Nuancen des Signals zu hören waren, wie bei einem analytischen Studiolautsprecher, hatten wir nicht erwartet. Dabei präsentierten sich die Höhen sehr klar, die Mitten unaufdringlich und die Bässe sehr präsent, aber keineswegs matschig.  

Nun war es an der Zeit, mal richtig Gas zu geben. Also schoben wir den Mischpultfader nach oben und drehten das Lautstärkepoti des RCF-Probanden auf. Bei einer für den Lautsprecher verhältnismäßig anspruchsvollen Metal-Nummer erwarteten wir, dass bald der Limiter greifen würde – doch das geschah nicht. Irgendwann wurde es uns dann doch zu laut und wir regelten wieder runter. Trotz der relativ kurzzeitigen Belastung schritt erstaunlicherweise weder der Limiter ein noch waren Verzerrungen des Signals zu hören – die beiden ART 712-A MKII hatten also noch genügend Reserven.

Insgesamt drei gummierte Tragegriffe am ART 712-A MKII sorgen für genügend Halt für den Transport und das Platzieren auf einem Stativ.

Einsatz, jetzt

Dort, wo viele PAs mit Konservenmusik gut klingen, scheitern sie im richtigen Einsatz durch eine zu hohe Feedbackanfälligkeit. Nicht so der RCF ART 712-A MKII. Er zeigte sich im Proberaum sogar rückkopplungsresistenter, als die von uns normalerweise verwendeten Lautsprecher, die in unseren Augen sowieso schon sehr unanfällig für Mitkopplungen sind. Ungefähr zwei, drei Dezibel mehr Pegel am Gesangsmikrofon waren hier nötig, um den Italienern ein Pfeifen zu entlocken.

Auch im Zusammenhang mit der Band konnten die ART 712-A MKII überzeugen. Weder ein matschiges Frequenzgewirr noch einzelne, völlig untergehende oder überbetonte Instrumente waren in unserem im Vorfeld optimal eingestellten Mix auszumachen. Im Ganzen war ein ausgewogener Sound zu vernehmen, der seinesgleichen sucht. Sogar wenn es nicht allzu laut sein soll – beispielsweise für Festinstallationen in Bars oder Clubs – überzeugt der RCF-Lautsprecher im vollen Maße.

Was wir aus zeitlichen Gründen leider nicht antesten konnten, war das Verhalten der ART 712-A MKII im Live-Einsatz. Doch aus den Eindrücken, die wir im Proberaum erhielten, schließen wir, dass unser Proband auch für die Publikumsbeschallung bestens geeignet ist. Aufgrund der guten Basswiedergabe, die wir soweit herausforderten, dass unsere Hosenbeine schlackerten, sollte genügend Power vorhanden sein, um gut 100 Leute ohne Subwoofer mit einem guten Sound zu nähren.

Der RCF ART 712-A MKII ist all jenen empfohlen, die einen tourtauglichen Aktiv-Lautsprecher suchen, der genügend Leistungsreserven bietet, um auch ohne nötige Unterstützung in den Tiefen für strahlende Gesichter zu sorgen. Zwar mag manchen Bandmusiker erst die unverbindliche Preisempfehlung abschrecken, doch sei diesen gesagt: Der Straßenpreis liegt viel tiefer, als man denkt. Außerdem dürfte der Lautsprecher „Made in Italy“ dank seiner soliden Verarbeitung auf lange Zeit eine gute Performance liefern, ohne den Geist aufzugeben. Sicher ist jedenfalls eines: Der ART 712-A MKII bringt genau das rüber, was man von Lautsprechern dieser Klasse erwartet.

Technische Daten

Gehäuse Kunststoff
Bestückung 12“-Woofer & 1“-Tweeter
Frequenzgang 50 Hz bis 20 kHz
Maximalschalldruckpegel 129 dB
Abstrahlcharakteristik 90° horizontal &60° vertikal
Frequenzweiche 1,2 kHz
Verstärkerleistung 500 W (RMS) Tiefton & 200 W (RMS) Hochton
Anschlüsse XLR-In, Line-In, XLR-Out & Kaltgerätenetzbuchse
Abmessung (HxBxT) 637 x 384 x 363 mm
Gewicht

17,2 kg


Wertung:

+ ausgewogener Sound
+ solide Verarbeitung
+ gutes Handling
+ hohe Leistung

Preis (UVP): 974 Euro

Vertrieb: dB Technologies







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