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Test: PreSonus Studio One 3 Professional

Immer den Musiker im Kopf

Felix Haala am 24.03.2016

Immer den Musiker ...

Erst Interfaces, dann digitale Mischpulte, dann noch eine DAW, PAs und Monitore. PreSonus trumpft mit einer umfassenden Palette an hochwertigen Audiotools auf. Und es ist zu vermuten, dass der Hersteller vom Homerecording bis zum Projektstudio am liebsten jedes Studio komplett ausstatten möchte – und jeden Proberaum und Live-Club gleich dazu. Die hauseigene DAW Studio One geht mittlerweile in Version 3. Wir haben sie für euch auf Herz und Nieren getestet.

Wer die Audiowelt in den letzten Jahren genauer beobachtet hat, wird feststellen, dass DAWs wie Pilze aus dem Boden schießen. Längst ist dieser hart umkämpfte Markt nicht mehr nur den Platzhirschen Avid, Steinberg oder Apple (mit Logic) vorbehalten. Vor gerade einmal sechs Jahren bereiteten ehemalige Cubase-Entwickler den Weg für die neue Digital Audio Workstation Studio One unter der Flagge von PreSonus. Mittlerweile befinden wir uns in der Version 3 – und es hat sich einiges getan.

Das Schöne an PreSonus: Es lässt sich eine relativ klare Linie in der Firmenpolitik erkennen. Und die heißt: „Alles für den Künstler“. Man ist ja grundsätzlich sehr breit aufgestellt und so finden sich in den Produktkatalogen des amerikanischen Herstellers Audiointerfaces, digitale Mischpulte, DAW-Controller, PA-Systeme, Studiomonitore, analoges sowie digitales „Outboard“ und eben auch eine eigene DAW.

Es ist also problemlos möglich ein komplettes Studio nur mit PreSonus-Produkten einzurichten. Und alle arbeiten auf hohem Niveau, sind günstig und funktionell. Lediglich bei Kabeln, Rechner und Mikrofon muss man sich noch bei anderen Herstellern umsehen – das wäre aber auch zu viel verlangt. Bei der Kombination PreSonus-DAW und -Audiointerface tut man sich hier sowieso einen Gefallen, arbeiten diese bei Studio One doch Hand in Hand was Gain-Einstellungen und Low-Latency-Monitoring angeht.

PreSonus Studio One hat in den letzten Jahren einiges an Zulauf bekommen. Gerade was die Umsetzung von Musikproduktionen angeht, bietet die DAW interessante Features und lehrt einige Konkurrenten das Fürchten. Der Workflow von der Multitrackaufnahme bis zum fertigen Master ist sehr durchdacht und macht Spaß. Was sich in der neuen Version geändert hat und welche Features die DAW allgemein bietet, erfahrt ihr im folgenden Test.

Breit aufgestellt: PreSonus bietet alles, was ein Musiker audiotechnisch benötigt, von Proberaum über Studio bis hin zur Bühne.

Kommandozentrale

Wer die Software erwirbt, muss zunächst einen Account auf der PreSonus-Website anlegen. Danach wird die erworbene Seriennummer in das vorgegebene Feld eingetragen und schon erscheint das Paket Studio One 3 Professional in der Übersicht. Hier können nun alle Bestandteile einzeln heruntergeladen und lokal abgespeichert werden – und das sind viele Gigabyte. Darunter befinden sich diverse Instrumente, Samples und Loops sowie die kostenlos enthaltene und tief integrierte Software zur Tonhöhenkorrektur, Melodyne Essential.

Nach der Installation und Ersteinrichtung des gut 130 MB großen Grundpaketes kann PreSonus Studio One 3 eigenständig nach im Account registrierten Paketen suchen, diese laden und installieren. Das dauert zwar je nach Internetanbindung immer noch einige Zeit, aber man muss sich um nichts mehr kümmern.

Anschließend kann mittig im Startbildschirm ein Nutzerprofil angelegt werden. Es enthält Künstlernamen, Genre, die Website und ein Profilbild. Das ist vor allem für Soundtüftler interessant, die hauptsächlich ihre eigene Musik aufnehmen. Diese Metadaten werden später im produzierten Songs hinterlegt, können aber auch dann noch individuell angepasst werden. Die Grundeinstellungen wie das verwendete Audiointerface, die Samplerate und die Buffer-Size können direkt darunter eingestellt werden.

Das Fenster, das man bei jedem Start von Studio One 3 zu sehen bekommt, ist eine Art Kommandozentrale. Hier findet man neben den erwähnten Optionen die zuletzt bearbeiteten Songs, Projekte und einen PreSonus-Newsfeed mit Updatebenachrichtigungen und Produktneuheiten. Einige werden sich jetzt fragen: Was ist denn der Unterschied zwischen einem Song und einem Projekt? Dazu kommen wir gleich.

Kommandozentrale: Mit diesem Startbildschirm beginnt jede Session in PreSonus Studio One 3 Professional.

Vom kleinen …

Studio One 3 Professional bietet zwei grundsätzliche Arbeitsmodi, nämlich „Song“ und „Projekt“. In einem „Song“ lässt sich, wie man das von anderen DAWs kennt, ein einzelner Song mit mehreren Spuren aufnehmen, bearbeiten, mischen und rendern. Der fertige Song wird anschließend in ein Projekt übernommen, in welchem das Mastering für die spätere Veröffentlichung stattfindet. Möchte man während des Masters also noch etwas an der Mischung ändern, öffnet man den entsprechenden Song, bearbeitet und rendert ihn. Anschließend wird der neue Mix automatisch in das Projekt übernommen.

Interessant ist, dass man bei Studio One 3 Professional wirklich an alle Schritte von der Aufnahme der ersten Spuren bis hin zum fertigen Master gedacht hat. So lassen sich sogar Metadaten wie ISRC-Codes einpflegen und ein fertiges DDP inklusive Image für das Presswerk erstellen – oder einfach eine Master-CD brennen. Bei anderen Anbietern hätte man dafür mehrere Tools einsetzen müssen, wovon jedes einzelne mehr kostet als Studio One 3 Professional. Aber erstellen wir zunächst einen neuen Song.

Studio One 3 ist grundsätzlich so konzipiert, dass alle Bearbeitungsschritte in einem Fenster stattfinden können. Ähnlich kennt man das ja von Logic. So finden wir zunächst die typische Spurdarstellung in der Mitte des Fensters, einige Bearbeitungstools darüber und das Transportmenü darunter. Auf der linken Seite lässt sich nun der Inspector einblenden. Dieser gibt eine Übersicht zur jeweilige Spur, deren Kanal und einigen grundsätzlichen Einstellungsmöglichkeiten. Auf der rechten Seite lässt sich ein Menü mit verschiedenen Funktionen einblenden: Es zeigt Loops, Audiodateien im Song oder fix die Übersicht der installierten Plug-Ins. Damit lässt sich jederzeit schnell das richtige Tool oder Soundfile finden.

Am unteren Bildschirmrand wird optional der Mixer eingeblendet. Dieser gestaltet sich übersichtlich und kann weitreichend individualisiert werden. So lässt sich die Art des Meterings am Ausgang konfigurieren, verschiedene Kanalarten wie Busse ein- und ausblenden und es wird sogar die Gainreduction der Dynamik verändernden Plug-Ins im jeweiligen Kanal angezeigt. Das kommt einem vor wie eine Best-of aller gängigen DAWs – das überzeugt. Mit einem Klick lässt sich dieses Fenster auch „abdocken“ und auf einen zweiten Bildschirm legen.

Durchblick: Die drei Elemente Inspector, Mixer und Browser lassen sich jederzeit ein- und ausblenden – je nachdem ob gerade viel Information oder viel Platz zum Arbeiten benötigt wird.

… zum Großen

Hat man den Song fertig gemischt, wird er gerendert und in das Projekt übertragen. Die Ansicht hier ist sehr ähnlich. Links findet man eine Liste der Songs und kann mittels Plug-Ins in den Sound eingreifen. Daneben befinden sich ein individualisierbarer Analyzer und eine Meter. Darunter verteilen sich dann die einzelnen Tracks in einer Zeitleiste und können noch verschoben und mit Fades versehen werden. Man sieht, es wurde wirklich an alles gedacht, um eine professionelle Produktion vom ersten bis zum letzten Schritt durchzuführen.

Doch was sind die wirklichen Neuheiten in der Version 3? Da gibt es einige! Da wäre zum einen die Arranger-Spur. Mit dieser kann man Songteile wie Chorus oder Verse zunächst benennen, die Benennung schlägt einem Studio One 3 Professional nach einem Standardschema schon vor, und anschließend ganz einfach verschieben. Den Chorus am Ende zweimal laufen lassen? Kein Problem, einfach den letzten Chorus in der Arranger-Spur markieren, im Kontextmenü „Duplizieren“ wählen und fertig. Mit den Benennungen aus der Arranger-Spur lässt sich auch beim Mix optimal durch den Song navigieren.

Zusätzlich lässt sich über einen Button jederzeit das Scratch Pad einblenden. Es beinhaltet in einem kleinen Fenster alle Spuren des Songs und man kann kurze Songnotizen darin aufnehmen und diese später in den Song kopieren. Der Mixer wurde in Sachen Benutzerfreundlichkeit optimiert, da die Kanäle jetzt die Farben der zugehörigen Spuren annehmen. Dazu gesellen sich Leistungsverbesserungen, Verbesserungen im Browser, die Einbindung von Automationskurven, neue Plug-Ins zur Tonbearbeitung und neue Software-Instrumente.

Wem das an neuen Features immer noch nicht reicht, der sollte sich einen Touchscreen anschaffen. Die Benutzeroberfläche von Studio One 3 Professional wurde so optimiert, dass sich alle Funktionen mit dem Finger bedienen lassen. Und als Krönung hat PreSonus noch eine kostenlose DAW-Controller-App für iOS am Start. Wem bei diesem Gesamtpaket nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, dem kann wahrscheinlich nicht einmal mehr PreSonus helfen.

Touch-Controller: Früher war ein MIDI-Controller eine kostspielige Anschaffung für ein kleines Studio. Heute bekommt ihr ihn in Form einer iOS App von PreSonus geschenkt.

Fazit, technische Daten & Wertung

Du suchst eine Recording-Software, die sich voll und ganz auf die Bedürfnise von Musikern konzentriert? Dann empfehlen wir dir, mal Presonus Studio One auszuprobieren. Schließlich kann man die Version „Prime“ kostenlos testen und dann je nach Bedarf upgraden. Die neueste Version 3 überzeugt mit einigen zusätzlichen Features, noch geschmeidigerer Bedienung und verbesserter Vernetzung mit weiteren Geräten wie Presonus eigenen Mischpulten und auch Tablets. Und mit Studio One 3 wird einem der Einstieg in die Presonus-Welt sehr leicht gemacht.


Art 64 Bit DAW + Sequenzer (bzw. 32 Bit in den kleinen Paketen)
Unterstützte Plug-Ins

VST2, VST3, AU und ReWire-Anwendungen

Mitgelieferte Plug-Ins

div. Effekt-Plug-Ins, Softwareinstrumente und Loops

Betriebssysteme Mac OS X, Microsoft Windows
Kopierschutz Seriennummer / Online-Account
Besonderheiten tiefe Integration der PreSonus Interfaces, Digitalmixer und iOS Apps

 
Wertung:

+ stabile DAW
+ einfacher und leicht zu verstehender Workflow für Musikproduktionen
+ viele gute Effekt-Plug-Ins, Software-Instrumente und Loops mitgeliefert
+ hervorragende Kompatibilität zu den eigenen Interfaces und Digitalmischpulten
+ hauseigene Controller-Plug-Ins für iOS
- nur als Download erhältlich
- Post-Pro-Arbeiten möglich, aber Workflow nicht ideal

Preise (UVP):
PreSonus Studio One 3 Prime – kostenlos
Artist – 109 €
Professional 444 €

Vertrieb: Hyperactive Audiotechnik GmbH
Weitere Infos: Presonus Studio One 3







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