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Test: PreSonus Studio 192

Moderner Recording-Profi

Marco Sulek am 06.08.2016

Moderner ...

Mit seinen Lösungen für Beschallungs- und Recordinganwendungen ist PreSonus schon seit Langem überall in der Audiowelt angekommen. Zum neuesten Output der US-Amerikaner zählt das Studio 192. Wir haben uns das umfangreich ausgestattete USB-3.0-Audio-Interface genau angesehen und einem Praxistest unterzogen.

Es schaut modern aus, hält massenhaft Funktionen bereit und verspricht Höchstleistungen: das Studio 192 von PreSonus. Bei der heutigen Konkurrenz unter den Audio-Interfaces sind alle drei Aspekte gleichermaßen gefragt, um auf dem Markt die nötige Aufmerksamkeit zu erhalten. Schließlich schlafen auch die Mitbewerber nicht und versorgen Musiker wie Techniker mit Hightech-Lösungen – und die haben es in sich. Bei all der Rivalität gibt es jedoch gleich mehrere Punkte, die das Studio 192 zu einer attraktiven Lösung für Hobby-Recording-Engineers und Projektstudios macht.

Mit seiner Frontblende aus gebürstetem Aluminium präsentiert sich das Studio 192 in einem zeitlosen Gewand. Die Rackohren sowie die Regler hingegen sind in einem PreSonus-typischen Blau gehalten. Mittig an der Front finden sich sowohl das Display mit lediglich sechs Bedientastern als auch die Pegelanzeige. Letztere zeigt mittels ihrer achtstufigen LED-Segmentanzeige genau an, wie viel Signalpegel bei den acht Eingangskanälen sowie dem Main-Out anliegt. Über der Pegelanzeige der jeweiligen Eingänge gibt es noch je eine weitere LED, die den Benutzer darauf hinweist, bei welcher Eingangsbuchse die Phantomspeisung gerade aktiviert ist.

Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern kommt das Studio 192 mit einem schlichten Display aus. Lediglich zwei Anzeigen geben dem User zu verstehen, welcher Preamp aktuell angewählt und welcher Gain eingestellt ist. Und das reicht auch völlig aus, denn über die Software UC Surface kann alles Weitere geregelt, gesteuert und angezeigt werden – doch dazu später mehr. Mithilfe der beiden Pfeiltasten unter dem Encoder lässt sich der Kanal auswählen, bei dem der Gain geregelt oder die Phantomspeisung aktiviert werden soll. Apropos: Um bis zu stolze 60 dB kann das Eingangssignal bei Bedarf angehoben werden.

Gut versteckt am Display befindet sich links vom Taster „Talk“ ein eingebautes Talkback-Mikrofon. Dessen Signal lässt sich durch Drücken quasi an ein beliebiges Ziel schicken. Somit ist es nicht nötig, einen Eingangskanal für ein Mikrofon zu verbraten, um mit dem Musiker im Aufnahmeraum kommunizieren zu können. Wenn wir schon beim Thema Musiker sind: Das Studio 192 hält zwei separat regelbare Kopfhörerausgänge bereit. Damit sind Musiker sowie Techniker in den meisten Situationen bestens versorgt und ein zusätzlicher Kopfhörerverstärker ist nicht nötig.

In Sachen Anschlüsse ist das PreSonus Studio 192 für quasi alle Anforderungen gerüstet.

Fokus „Hardware“

Lob verdient PreSonus für die makellose und vorbildliche Verarbeitung: Am Studio 192 sitzen Buchsen, Regler und Taster fest am Gehäuse – erstere sind sogar verschraubt. Hier wackelt eben nichts oder macht gar den Eindruck, es könnte schnell zu Bruch gehen. Im Gegenteil. Das Audio-Interface wirkt mit seinem Vollmetallgehäuse robust und scheint somit auch für mobile Anwendungen in rauen Umgebungen bestens geeignet zu sein. Vor allem seine gut zwei Kilogramm machen es zu einem luftig-leichten Begleiter (in einem entsprechenden Case).

Trotz seines Fliegengewichts hält das Studio 192 mächtig viel bereit. Insgesamt acht analoge Eingänge in Form von Kombi-Buchsen werden hier geboten – davon zwei frontseitig sowie acht rückseitig. Hinter jedem Input sorgt ein XMAX-Mikrofonverstärker mit Burr-Brown-Digitalwandlern dafür, dass das Signal in bester Qualität in die digitale Welt gelangt. Dabei weisen die von PreSonus entwickelten Wandler nicht nur einen großen Dynamikbereich von über 110 dB sowie einen hohen Signal-Rausch-Abstand von 128 dB auf, sondern klingen auch sehr fein und hochauflösend.

An Ausgängen finden sich acht symmetrische Line- und zwei Main-Outs auf der Rückseite sowie die zwei bereits erwähnten Kopfhörerausgänge an der Front. Auf digitalem Wege ist es zusätzlich möglich, 16 Signale via ADAT sowie zwei Signale via S/PDIF ins und aus dem Studio 192 zu jagen. Zusammengefasst kann das Audio-Interface also 26 Monosignale eingangsseitig sowie 32 ausgangsseitig handhaben. Und das simultan sowie auf nur einer Höheneinheit. Da kommt die Konkurrenz in dieser Preisklasse schnell ins Schwitzen.

Um nun die ganzen Signale auch in Verbindung mit einer DAW nutzen zu können, besitzt das Studio 192 eine USB-3.0-Buchse. Für die Signalübertragung liegt dem Interface ein USB-3.0-Kabel bei, mit dem die Daten in Höchstgeschwindigkeit in Richtung Rechner übertragen werden sollen. Mit unserem MacBook Pro, das ebenfalls eine USB-3.0-Buchse besitzt, kam es jedoch anfänglich zu Verbindungsproblemen. Die einfachste Lösung schien hier, ein anderes, konventionelles USB-Kabel zu verwenden. Und siehe da: Hiermit klappte alles wunderbar. Übrigens: Besitzer von Computern ohne USB-3.0-Schnittstelle können auch in den Genuss des Studio 192 kommen, denn das Interface ist zu USB 2.0 abwärts kompatibel.

Die Einstellungen des PreSonus Studio 192 kann man bequem am Rechner vornehmen.

Fernsteuerung leicht gemacht

Wirklich interessant wird es beim Studio 192 bei den Möglichkeiten via Software. Nach der Registrierung auf der Herstellerseite kann die Software UC Surface heruntergeladen werden. Schließt man nun das Interface an und öffnet die App, zeigt sich ein kleines Fenster, in dem die wichtigsten Informationen ablesbar sind – etwa wie hoch die aktuelle Samplerate ist. Ein Doppelklick auf das Interface-Icon im unteren Teil öffnet dann noch eine ganz andere Welt: die der Fernsteuerbarkeit des Studio 192.

Dank des im Interface integrierten DSPs ist laut Hersteller eine latenzfreie Bearbeitung jedes Signals möglich. Sprich: Filter, Equalizer, Gate, Kompressor und Limiter lassen sich auf jeden Kanal je nach Wunsch konfigurieren. Obendrauf sind noch Parameter für Reverb und Delay enthalten, die sich je nach Bedarf hinzumischen oder abstimmen lassen. Über UC Surface lässt sich alles, wirklich alles am und im Studio 192 fernsteuern – sowohl, ganz banal, die Gain-Regelung und Phantomspeisung als auch die gesamte Signalverwaltung und -bearbeitung.

Für jedes gängige Instrument gibt es zig Presets, die sich nach Bedarf anpassen, abspeichern und wieder aufrufen lassen. Das kommt vor allem Einsteigern und Situationen, in denen es schnell gehen soll, zugute. Doch nicht nur Presets, auch ganze Sessions lassen sich in 50 User-Presets abspeichern. Dabei merkt sich die Software freilich nicht nur die Gain-Werte, sondern die ganze Signalbearbeitung und alle am Studio 192 getätigten Einstellungen.

Eines muss man den Entwicklern bei PreSonus lassen: Trotz der vielen Features, die UC Surface bereithält, ist die Oberfläche absolut übersichtlich und intuitiv gestaltet. Jeder, der schon einmal mit dem Mixer in einer DAW gearbeitet hat, wird sich hier schnell zurechtfinden. Schön umgesetzt wurde auch die Pegelanzeige in jedem Kanal – so behält man immer den Überblick. Und freilich lassen sich über die Software ebenso allgemeine Einstellungen zum Audio-Interface vornehmen, etwa Talkback-Quelle oder Solo-Modus für den integrierten Mixer.

Das PreSonus Studio 192 verfügt über zwei getrennt regelbare Kopfhöreranschlüsse.

Höchstleistungen

PreSonus hat nicht zu viel versprochen, denn das Studio 192 arbeitet absolut zuverlässig. Latenzen? Nein! Selbst bei einer umfangreichen Signalbearbeitung direkt über den integrierten DSP war keinerlei Verzögerung wahrzunehmen. Hervorgehoben werden sollte hier auch der großzügige Headroom der Kopfhörerausgänge: Dort, wo andere Interfaces mit dem Lautstärkeregler längst auf Anschlag sind und man sich als Musiker über das noch viel zu leise Monitorsignal ärgern muss, liefert das Studio 192 ordentlich Pegel. Doch Vorsicht, das Gehör kann hier durchaus in Mitleidenschaft gezogen werden.

Aber wie klingen nun die internen Wandler und wo stößt das Interface an seine Grenzen? Zunächst einmal zum Sound: Das Studio 192 hebt Signale absolut sauber, hochauflösend und klangtreu auf die digitale Ebene – hier gibt es wirklich keinen Grund zum Meckern. Das gilt sogar für extrem hohe Gainwerte jenseits von 50 dB. Und was ist nun mit den Grenzen des Interfaces? Ehrlich gesagt sind diese nur schwer erreichbar. Es bietet mehr als genügend Ein- und Ausgänge, lässt sich intuitiv bedienen und ist eigentlich jeder Signalquelle gewachsen. Gut, MIDI-Anschlüsse besitzt es nicht, aber in einer modernen Umgebung läuft sowieso das meiste über USB.

Die Inputs an der Front verfügen über gut zupackende Kombibuchsen.

Fazit, technische Daten & Wertung

Mit dem Studio 192 hat PreSonus ein hochmodernes, leistungsfähiges Audio-Interface im Programm, das sich nicht so schnell in die Knie zwingen lässt. Hier wird einiges geboten. Und das alles zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Treiber benötigt es durch seine Class-Compliance nicht – sowohl bei Mac als auch bei Windows heißt es: einstecken und direkt loslegen. Selbst mit einem iPad lässt sich das Studio 192 nutzen. Hierfür wird lediglich das Camera-Connection-Kit beziehungsweise der Lightning-USB-Adapter zusätzlich benötigt.

Um gleich mit dem Studio 192 arbeiten zu können, lässt sich nach der Registrierung nicht nur die Steuerungssoftware UC Surface herunterladen, sondern auch die DAW Studio One Artist. Somit hat man gleich alles im Gepäck und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Übrigens: Wer über ADAT noch weitere Kanäle nutzen möchte, der ist mit dem DigiMax DP88 bestens bedient. Der Vorverstärker kommt in der gleichen Optik wie das Studio 192 und lässt sich ebenso komplett über UC Surface konfigurieren und fernsteuern.

Samplerate bis zu 192 kHz
Wortbreite

24 Bit

Dynamikbereich

118 dB (A-gewichtet bei 48 kHz)

Kompatibilität ab Mac OS X 10.8 und Windows 7
Mindestvoraussetzungen Intel Core 2, 4 GB Arbeitsspeicher, 20 GB freie Festplattenspeicher & USB-2.0-Schnittstelle
Analoge Eingänge

8 x Kombo-Buchse

Analoge Ausgänge

8 x symmetrische Line-Out, 2 x Main-Out & 2 x Kopfhörerausgang

Digitale Anschlüsse

2 x ADAT-In, 2 x ADAT-Out, S/PDIF-In, S/PDIF-Out, Wordclock- In, Wordclock-Out & USB 3.0

Talkback-Mikrofon

Elektret-Kondensatormikrofon mit Kugelcharakteristik

Regler

Encoder für Gain, Main-Out-Regler & 2 x Regler für Kopfhörerausgang

Taster 2 x Cursor, Phantomspeisung, Talk, Dim/Mute, Mono & Power
Pegelanzeige 8-Segment-LED für alle 8 Eingänge und Main-Out
Stromversorgung externes DC-Netzteil (18 V, 2,6 A)
Maße & Gewicht 19", 1 HE, 2,22 kg
Lieferumfang USB-3.0-Kabel (1,8 m), Netzteil, Quick-Start-Guide, Sticker, US Surface (Download) & Studio One Artist (Download)


Wertung:
+ hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ guter Sound
+ optisch ansprechend
+ intuitiv über Software fernbedienbar

Preis (UVP): 998 €

Vertrieb: Hyperactive
Weitere Infos: PreSonus Studio 192







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