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Test: Omnitronic ARM-6.5 Monitorboxen

Kraftvoller Geheimtipp

Jan Hoffmann am 14.01.2016

Kraftvoller ...

Wenn man will, kann man für ein schickes Tonstudio auch heutzutage richtig viel Geld ausgeben – man muss es allerdings nicht mehr, selbst dann nicht, wenn man hochwertige Komponenten möchte. So bekommt man für deutlich unter 600 Euro ein paar Omnitronic ARM-6.5-Monitorboxen – und die liefern eine absolut beeindruckende Performance ab, die auch in größeren Studios überzeugt.

Wie schon gesagt, haben Musiker oder Tontechniker, die sich ein Tonstudio aufbauen wollen, es heute so leicht wie wohl noch nie. Wenn man über einen halbwegs leistungsstarken Rechner verfügt, kann man sich schon für rund 1.000 Euro mit dem Wichtigsten eindecken, um loslegen zu können. Woran man auf jeden Fall nicht sparen sollte, sind hochwertige Abhörmöglichkeiten. Ein Paar guter Kopfhörer sollte man sich als Musiker ja sowieso leisten, aber auch Monitorboxen sind ein Muss – einerseits, weil man mit ihnen doch noch anders hört als mit Headphones, andererseits aber auch, weil man dann schon zwei Abhören hat, mit denen man das Klangmaterial checken kann.

Wenn man dann im Internet recherchiert, was in den großen Studios so an Monitorboxen zum Einsatz kommt – und was diese kosten –, könnte man schnell verzweifeln. Doch keine Panik, abseits der legendären Modelle gibt es mittlerweile einige Anbieter, die für kleines Geld richtig tolle Speaker im Programm haben. Ein besonders interessantes Produkt sind die Omnitronic ARM-6.5.

Omnitronic? Noch nie gehört? Nicht so schlimm, sonst wären die Monitorboxen ja kein Geheimtipp mehr. ☺ Und mit dem Modell ARM-6.5 legt der bisher eher für kleine Helferlein, DJ-Equipment und Live-Equipment bekannte Hersteller gleich mal richtig gut los. Die Speaker sind keine riesigen Brocken, aber doch schon richtig erwachsene Lautsprecher, die auch im Tieftonbereich einiges erwarten lassen. Die gesamte Technik steckt dabei in einem soliden und sauber verarbeiteten 15 Millimeter starken MDF-Gehäuse – womit eine Box auf satte 7 kg Gewicht kommt.

Der integrierte Bändchen-Hochtöner sorgt für angenehme und doch sehr detaillierte Höhenwiedergabe.

Die inneren Werte zählen

Im Bassreflexgehäuse der Omnitronic sind ein 6,5"-Tiefmitteltöner mit Kevlarmembran sowie ein 2"-Bändchenhochtöner verbaut, die gemeinsam mit den beiden Endstufen (mit 60 Watt Leistung für den Tiefmittentöner und 20 Watt für den Hochtöner) für klare und kraftvolle Sounds sorgen. So verspricht der Hersteller einen maximalen Schalldruck von 102 dB sowie einen Frequenzgang von 45 Hz bis 22 kHz. Sehr angenehm ist auch die sehr aufgeräumte Front, auf der sich lediglich der Lautstärkeregler findet, der gerastert ist, wodurch sich zwei Boxen leicht auf die gleiche Lautstärke einpegeln lassen.

Sämtliche Anschlüsse und Einstellmöglichkeiten befinden sich hingegen auf der Rückseite der Speaker, was ja kein Problem ist, da man solche Monitore, wenn sie einmal eingerichtet sind, nicht ständig umstellt. Dank XLR-, Klinken- und Cinch-Inputs hat man freie Auswahl, wie man sein Audiomaterial zur Box transportiert. Ansonsten befinden sich – neben dem Power-Schalter – noch drei Dreifachschalter auf der Rückseite der Omnitronic ARM-6.5, mit denen man die Box optimal an Aufstellposition und Set-up anpassen kann.

Mit Acoustic Space (0 dB, -2 dB, -4 dB) hat man die Möglichkeit, die Bässe zu reduzieren, was beispielsweise nötig sein kann, wenn man die Speaker in die Ecke stellen muss, wodurch der Bassbereich überbetont wird. Mit HF Trim (-2 dB, 0 dB, +2 dB) hingegen kann man einstellen, ob man die Höhen im Klangbild eher betonen oder absenken möchte – hier entscheidet der persönliche Geschmack. Mit LF Cut Off (Flat, 80 Hz, 100 Hz) schließlich lässt sich ein Hochpassfilter aktivieren und die Signalanteile unter 80 oder 100 Hertz unterdrücken – besonders wenn man zusätzlich einen Subwoofer im Einsatz hat, ist das sehr sinnvoll.

Sehr cool ist es von Omnitronic, dass in der Bedienungsanleitung auch Tipps stehen, wie man die Speaker optimal aufstellt und anschließt. Da sich die Boxen ja durchaus an Einsteiger richten, ein sehr vernünftiger Ansatz. So vermeiden die Anwender unbefriedigenden Sound durch falsche Positionierung der Monitorboxen.

Dank der Schalter auf der Rückseite kann man die ARM-6.5 optimal für den Einsatzzweck- und -ort einstellen.

Schöner Klang – und trotzdem sehr analytisch

Beim Monitoring im Studio kommt es ja in erster Linie nicht auf besonders schönen Klang an, sondern darauf, dass die Boxen das Audiomaterial sehr klar, differenziert und analytisch wiedergeben, sodass man möglichst viele Details erkennen und Fehler von vornherein minimieren kann. Doch wenn sie das leisten und dennoch so angenehm klingen, dass man sie auch für Filmsessions oder ausgiebige Musiksessions einsetzen kann, umso besser.

Die Omnitronic ARM-6.5 bekommen dieses Kunststück auf die Reihe – behält man den sehr günstigen Preis im Auge, ist das wirklich erstaunlich. Doch unser Fokus liegt natürlich auf dem Einsatz im (Home)Studio und hier überzeugen die Lautsprecher mit ihrem angenehm klaren und differenzierten Klangbild und einem ausgewogenen Klangbild über den gesamten Frequenzbereich. Ich jedenfalls habe einen Subwoofer oder mehr Fundament nie vermisst.

Dank der Einstellmöglichkeiten kann man die Boxen bestens an den Aufstellort anpassen, und wenn man sich dann erst mal das Klangbild der ARM-6.5 eingeprägt hat, ist es ein Leichtes damit richtig gut zu arbeiten. Auch wenn man länger mit ihnen beschäftigt ist, ist das Gehör vergleichsweise wenig ermüdet und man kann sich auch längeren Mixingsessions widmen. Also, wer bislang die Monitore von Omnitronic noch nicht auf dem Schirm hatte, der sollte die ARM-6.5 mal einem persönlichen Test unterziehen. Mich haben die Speaker auf jeden Fall überzeugt, und der niedrige Preis ist dann die Sahne auf dem leckeren Kuchen. ☺

Die Omnitronic-Monitore sind nicht nur günstig, wohlklingend und vielseitig, sondern auch toll verarbeitet.

Fazit, Wertung & Technische Daten

Was bleibt also hängen? Die Omnitronic ARM-6.5 sind tolle Boxen für das erste Recordingstudio oder daheim – aber vor allem so gut, dass sie auch gehobenen Ansprüchen durchaus genügen. Dass man ein Paar dabei schon für unter 600 € bekommen kann, macht das Ganze nur noch reizvoller. Wer also gerade auf der Suche nach richtig guten Allround-Studiomonitoren zum kleinen Preis ist – aber keinen kleinen Sound möchte – der sollte den Omnitronic-Boxen mal ein oder zwei Ohren schenken.

Bauweise Aktive Monitorbox
Gehäuse

Bassreflex, MDF (15 mm)

Lautsprecher

2"-Bändchenhochtöner, 6,5"-Speaker mit Kevlarmembran

Frequenzbereich 45 Hz - 22 kHz
Verstärkerleistung Class-A/B-Endstufe 60 W Tieftöner, 20 W Hochtöner
Anschlüsse

XLR, 6,3 mm Klinke, Cinch

Regler, Schalter

Front: Volume (gerastert); Back: Power, Acoustic Space (0 dB, -2 dB, -4 dB), HF Trim (-2 dB, 0 dB, +2 dB), LF Cut Off (Flat, 80 Hz, 100 Hz)

Schalldruckpegel

max. 102 dB

Maße (B x H x T)

275 x 230 x 358 mm

Gewicht (Paar)

7 kg

Herkunftsland China

 
Wertung:
+ fetter, erwachsener Sound
+ sehr gut an die persönlichen Ansprüche anpassbar 
+ klarer und fein auflösender Sound
+ top verarbeitet
+ überaus fairer Preis

Preis (UVP): 331 € (pro Box)

Vertrieb: Steinigke Showtechnic
Weitere Infos: Omnitronic ARM-6.5







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