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Test: Nowsonic Stage Router

Immer verbunden

Marco Sulek am 21.07.2014

Immer verbunden

Für die Bühne hält der Markt allerhand individuelles, nützliches und auch unkonventionelles Equipment bereit. Von einem WLAN-Router jedoch, der speziell an die Live-Bedürfnisse eines Engineers angepasst wurde, hat wohl noch kaum einer gehört. Genau so ein Gerät bietet der junge Hersteller Nowsonic mit dem Stage Router an. Was er alles kann, haben wir für dich im Test herausgefunden.

Wie für Flightcases geschaffen, besitzt der Nowsonic Stage Router ein 19“ Gehäuse. Im Rack verbaut nimmt er dann gerade einmal eine Höheneinheit ein. Damit das Gerät sogar den rauesten Touralltag unbeschadet übersteht, besitzt es eine äußerst robuste, widerstandsfähige und sogar relativ kratzfeste Metallhülle. Dank der recht schlanken Form beansprucht es nach hinten ins Rack nur 12 cm. Auch mit einem Gewicht von gerade einmal 1,3 kg bedeutet es keine wirkliche zusätzliche Belastung für die Bandscheiben.

An physikalischen Bedienelementen hat Nowsonic gespart: Neben dem obligatorischen Netzschalter an der Front ist noch ein mit „RST/WPS“ beschrifteter Taster vorhanden. Letzterer wurde versenkt im Gehäuse montiert, sodass man ihn nur mit einem spitzen Gegenstand wie einem Kugelschreiber bedienen kann. Betätigt man ihn nur kurz, stellt er automatisch eine sichere Verbindung zu allen momentan angeschlossenen Geräten her. Hält man ihn allerdings länger als fünf Sekunden gedrückt, lädt man die Werkseinstellung des Stage Router.

Im Lieferumfang liegen nebst Netzkabel und Bedienungsanleitung noch vier Antennen bei. Diese lassen sich an die BNC-Buchsen an der Vorderseite anschrauben. Üblicherweise richtet man sie in V-Form aus, damit sie optimal arbeiten. Da es sich hierbei um ein True-Diversity-System handelt, überprüft der Stage Router ständig, von welcher Antenne das Signal besser empfangen wird. Auch das Empfängergerät erhält Daten durch zwei, räumlich unterschiedlich ausgerichtete Antennen viel zuverlässiger.

Schaut man etwas genauer auf die Antennen, macht sich ein kleiner Unterschied im Aufdruck bemerkbar: Zwei sind mit „5.8G“ beschriftet, auf den anderen beiden steht nichts. Da leider auch die Bedienungsanleitung keinen Hinweis darauf gibt, worin der Unterschied liegt, stecken wir sie an den äußeren BNC-Buchsen für den 5-GHz-Bereich an – das scheint nur logisch zu sein. Die zwei unbeschrifteten Antennen hingegen schrauben wir an die inneren Anschlüsse mit der Beschriftung „2,4 GHz“.

Die Antennen lassen sich an der Front des Stage Router an die dafür vorgesehenen BNC-Buchsen schrauben.

Anwendung total

Mittig an der Front des Nowsonic Stage Router sitzen insgesamt neun LEDs. Sobald er eingeschaltet ist, macht sich die Power-Anzeige ganz rechts bemerkbar. In Betriebsbereitschaft fängt außerdem die CPU-LED an zu leuchten. Ein interessantes Feature zeigt sich zudem, wenn das Netzwerkgerät mit einem Kaltgerätenetzkabel an eine Stromquelle angeschlossen, aber nicht eingeschaltet wird: Sozusagen als Bestätigung, dass es in Betrieb genommen werden kann, blinken die CPU- und Power-LEDs gut alle 20 Sekunden gleichzeitig kurz auf.

An der Rückseite gibt es drei orangene Cat-5-Buchsen, die für den Anschluss eines Host-Computers bereitstehen. An der linken Seite finden sich noch zwei Cat-5-Neutrik-Buchsen. Diese besitzen einen Push-Button, wie man es von XLR-Steckern kennt. Allerdings sind diese relativ überflüssig, da das Ethernet-Kabel lediglich an seiner Unterseite arretiert wird. Welche Schnittstelle belegt wurde, zeigen frontseitig angebrachte LEDs an, die mit den Ziffern „1“ bis „4“ und mit „WAN“ beschriftet sind.

Der Stage Router sendet und empfängt sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Frequenzband. Beide Bereiche lassen sich einzeln über den Browser eines Rechners abschalten – aber dazu gleich mehr. Für die optische Kontrolle, welche der beiden Sendefrequenzen aktiviert ist, gibt es entsprechende LEDs an der Vorderseite. Alle neun Leuchtdioden präsentieren sich übrigens in einem starken blauen Licht. So sind nicht nur in dunkler Umgebung sofort die wichtigsten Einstellungen ersichtlich, sondern auch noch aus einer gewissen Distanz aus.

Eine interessante Frage, die sich stellt, ist wohl die, warum der Nowsonic Stage Router in zwei Frequenzbereichen funkt. Nun, beide haben ihre Vorteile: 2,5 GHz bietet eine höhere Reichweite bei maximaler Sendefrequenz und unterstützt sowohl neuere als auch ältere Systeme. Der 5-GHz-Bereich hält hingegen mehr überlappungsfreie Kanäle bereit und auch der Funkbetrieb ist störungsfreier. Das ganz einfach aus dem Grund, da viele Funkmikrofone und Taschensender auf der Bühne ebenfalls den 2,4-GHz-Bereich nutzen – Überlappungen sind hier also nicht auszuschließen.

Via Netzwerk-Konfigurator am Host-Computer ist die Verbindung in wenigen Schritten eingestellt.

Einrichtungsexperte

Eigentlich lässt sich der Nowsonic Stage Router schnell und unkompliziert konfigurieren. Allerdings ist das nur gemeinsam mit der Bedienungsanleitung möglich. Und folgendermaßen funktioniert’s: Der Host-Computer ist via Cat-5-Kabel mit dem WLAN-Router zu verbinden. Am besten steckt man das Kabel an der Rückseite des Geräts in die Buchse „LAN 1“. Sind nun sowohl Rechner als auch Stage Router bereit, muss erst die Ethernet-Verbindung am Host eingerichtet werden – das geht bis auf wenige Klicks weitestgehend automatisch.

Steht die Verbindung, wird der Browser im Rechner benötigt: Über das Eintippen der standardmäßig vergebenen IP-Adresse „192.168.1.1“ gelangt man in das Menü des Stage Router. Aus Sicherheitsgründen fragt die Software nach dem Namen und dem Passwort, um Einblick zu erhalten – beide lauten werkseitig „admin“, können später aber individuell vergeben werden. Nun hat man Zugriff auf „Setup Tool“, „Internet Wizard“ und „Wireless Wizard“.

In „Setup Tool“ lassen sich alle Einstellungen des Nowsonic Stage Router vornehmen. Dabei gibt es ein Basic-Setup und ein Advanced-Setup – letzteres bietet neben den wichtigsten Informationen und Parametern zusätzlich einen tiefen Eingriff in alle Ebenen. Dabei ist es wichtig, dass Änderungen immer bestätigt werden, damit der Stage Router sie auch umsetzt. „Internet Wizard“ und „Wireless Wizard“ hingegen sorgen für eine schnelle und – wenn gewünscht – automatische Einrichtung einer Internet- und Drahtlos-Umgebung.

Wir haben die Konfiguration des Stage Router auf einem Mac OS X 10.6.8 über den Browser Safari 5.1.10 vorgenommen. Sowohl das Einrichten der Netzwerkverbindung als auch die Einstellung verschiedener Parameter im Browser klappte hierbei kinderleicht und einwandfrei. Der Hersteller garantiert übrigens, dass das Gerät auch mit allen Macs ab Version OS X 10.0 und allen Windows-Rechnern ab XP sowie allen Browsern funktioniert – und das im Plug-and-Play-Betrieb.

Wie die werkseitig vorkonfigurierten Daten wie IP-Adresse, Benutzername und Passwort lauten, ist hinten am Nowsonic Stage Router abgedruckt.

Empfangen

Wie bei jedem ordentlichen Netzwerk, lässt sich auch das Signal über den Nowsonic Stage Router verschlüsseln. Das geht ganz einfach über den Browser. Dabei stehen insgesamt fünf Codierungen zur Verfügung: WEP64, WEP128, TKIP, AES und TKIP/AES. Da man beispielsweise später mit dem Tablet das Passwort eingeben muss, um ins Netzwerk zu gelangen, sollte man es sich unbedingt notieren. Durch die Verschlüsselung vermeidet man beispielsweise, dass Konzertbesucher sich unerlaubterweise einwählen und womöglich für eine Verlangsamung der Übertragungsrate sorgen.

Nachdem alles eingerichtet und betriebsbereit war, wollten wir es natürlich genau wissen: Wir verbanden den Nowsonic Stage Router via Cat-5-Leitung mit einen IMG Stage Line MEGA-DSP10. Da der aktive Lautsprecher sozusagen über einen internen PA-Controller verfügt, der auch fernsteuerbar ist, schien das ein idealer Testaufbau. Über einen Laptop, auf dem die zugehörige Software „IMG Stage Line DSP Controller“ installiert war, sollte es mit der entsprechenden Verbindung nun möglich sein, den MEGA-DSP10 in Lautstärke und diversen anderen Parametern zu steuern. Und das funktionierte tatsächlich einwandfrei.

Nowsonic gibt selbst keine Maximalreichweite an, weswegen wir unseren Test auf den Vorhof verlagerten. Dort bewegten wir uns langsam Schritt für Schritt bis zum knapp 30 Meter entfernten Zaun – auch von hier konnten wir den Lautsprecher noch einwandfrei ohne wahrnehmbare Latenzen ansteuern. Erst als wir weit außer Sichtweite hinter dem Gebäude verschwanden, meldete uns die MEGA-DSP-Software, dass keine Verbindung mehr bestehe.

Nowsonic hat mit dem Stage Router ein neuartiges Tool für professionelle Live-Engineers entwickelt. Dabei empfiehlt sich das stabile Gerät nicht nur für Lautsprecher und PA-Controller, sondern vor allem für Digital-Mischpulte, die via Tablet ferngesteuert werden. Auch als starker WLAN-Repeater sowie als VPM-Server eignet sich der Stage Router bestens – und das über eine lange Lebensdauer hinweg.

Nowsonic setzt auf eine robuste und hochwertige Verarbeitung sowie stabile Neutrik-Buchsen.

Technische Daten

Anschlüsse

5x JR45 (LAN 1-4 & WAN)

Frequenzband

2,4 GHz (802.11g) & 5 GHz (802.11n)

IP-Adresse

192.168.1.1 (Werkseinstellung)

Leistungsaufnahme 3 W
Stromversorgung

100 - 230 V (AC)

Abmessung

19“ zu 1 HE

Gewicht

1,3 kg

Lieferumfang

Stage Router, 4x Funkantennen, Netzkabel & Bedienungsanleitung


Wertung:
+ robustes, roadtaugliches Gehäuse
+ einfache Konfiguration
+ überträgt absolut zuverlässig
+ arbeitet in zwei Frequenzbereichen

Preis (UVP): 332 Euro

Weitere Infos unter: www.nowsonic.com

Vertrieb: Sound Service







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