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Test: MOTU MicroBook II

Der Apple unter den Interfaces

Octavian Rasinariu am 03.04.2014

Der Apple unter den ...

MOTU vereint hier ein ansprechendes Design mit Langlebigkeit und hoher Qualität: Das MicroBook II scheint wie für die Ewigkeit geschaffen. Zudem enthält es ein starkes Software-Bundle. Wir hatten das vielversprechende Audio-Interface im Test.

Es ist nicht nur unsere Einbildung: MOTU, inspiriert von den ersten Macintosh-Modellen, entwarf seine Produktpalette nach Apple-Vorbildern. So kommt das MicroBook II gleich dem MacBook in einer weißen Verpackung. Das Gehäuse besteht ebenso aus massivem Aluminium und die Bedienelemente sind aufs Nötigste reduziert. Beiliegend finden wir außerdem zwei Programme. Dabei gilt: So simpel die Hardware, so leistungsstark die Software – hier scheinen innovative Ideen auf eine intuitive Bedienbarkeit zu treffen.

Das schwarze Interface besitzt auf der Vorderseite einen Mikrofoneingang mit zuschaltbarer Phantomspeisung. Für Gitarren- und Basssignale ist direkt neben der XLR-Buchse ein hochohmiger Klinkeneingang vorhanden. Auf der Rückseite gibt es zwei Line-In-Buchsen, über die sich beispielsweise stereophone Synthesizerklänge aufnehmen lassen. Auch ein Platz für Miniklinkenstecker ist vorhanden, um etwa einen MP3-Player zu integrieren.

Monitorlautsprecher lassen sich am MicroBook II über zwei symmetrische Line-Ausgänge anschließen. Wer seine Abhöre lieber auf digitaler Ebene ansteuern möchte, dem steht eine S/PDIF-Schnittstelle zur Verfügung. Das ist praktisch, denn durch eine digitale Signalübertragung bis zur Abhöre lassen sich Einstreuungen und andere Störfaktoren vermeiden, die den Sound verfälschen können. An einer Miniklinkenbuchse liegt das Ausgangssignal „3/4“ an. Zusätzlich bietet die Vorderseite einen Kopfhörerausgang, der sich separat regeln lässt.

Eine USB-2.0-Schnitstelle verbindet das kleine Interface von MOTU mit dem Rechner und ist zugleich für die Stromversorgung verantwortlich. Allerdings ist unbedingt darauf zu achten, dass das MicroBook II ausreichend Power erhält – was beispielsweise durch einige USB-Hubs nicht garantiert werden kann. Ebenso existiert kein Netzschalter; einmal an einen laufenden Computer angesteckt befindet sich das Interface in Betriebsbereitschaft. Das ist für manche anfänglich sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber auch hier siegt das Apple-Prinzip.

Über eine USB-2.0-Schnittstelle kommuniziert das MicroBook II mit dem Computer und erhält so auch Strom.

Bestens bedient

MOTU hat das MicroBook II mit nur zwei Bedienelementen bestückt: Die beiden Encoder auf der Oberseite drehen sich endlos und besitzen zudem eine Tasterfunktion. Doch keine Sorge: Wurde einmal die maximale Lautstärke erreicht, ändert sich der Pegel nicht mehr – auch wenn du die Encoder stundenlang weiterdrehst. Regelst du jedoch schnell zurück, reagiert das Audio-Interface unverzüglich und senkt den Signalpegel entsprechend ab.

Sehr praktisch zeigt sich aber vor allem die Tasterfunktion: Drückst du kurz auf den linken Drehknopf, aktivierst du die Pad-Funktion. Dadurch wird das Mikrofonsignal um einen Wert von 20 dB abgesenkt. Hältst du den linken Regler länger gedrückt, aktivierst du die Phantomspeisung von 48 Volt. Dadurch lassen sich über die XLR-Buchse auch Kondensatormikrofone betreiben. Über dem linken Encoder steht „Mic“. Dementsprechend regelt dieser auch nur den Pegel des Mikrofoneingangs.

Der rechte Encoder reguliert die Lautstärke für Kopfhörer, Monitore oder beider Outputs zugleich. Hier haben die Entwickler bei MOTU mitgedacht: Soll der Drehknopf beide Ausgangspegel gleichzeitig regeln, macht er dies im Verhältnis. Einzelne LEDs zeigen dabei, welchen Ausgangspegel du bestimmst. Hältst du diesen Regler etwas länger gedrückt, lässt sich darüber der Eingangspegel der Hi-Z-Buchse wählen. Besonders ansprechend ist, dass du auf deinem Bildschirm über die Software CueMix FX genau mitverfolgen kannst, was du genau veränderst.

Zusätzliche Anzeigen direkt am Interface sorgen für eine optische Kontrolle des Signals: Line-In, Main-Out und Line-Out besitzen je drei LEDs, Mikrofon- und Gitarreneingang hingegen haben je eine Kette mit vier Lichtdioden. So kannst du direkt am MicroBook II ablesen, ob beispielsweise überhaupt ein Signal ankommt oder ein Eingang übersteuert. Eine detaillierte Darstellung des Pegels erhältst du dann in CueMix FX.

Für eine optische Kontrolle bietet das MicroBook II praktische LEDs.

Auf dem Desktop

MOTU überträgt mit CueMix FX beinahe die gesamte Bedienung des MicroBooks II auf deinen Rechner. Das hat den Vorteil, dass sich alle Funktionen platzsparend und stilvoll darstellen lassen – auf deinem Bildschirm ist schließlich ausreichend Platz für alle Eingangs- und Ausgangskanäle. Dabei ist es möglich, die Pegel zusätzlich zu den Encodern auch direkt über die Software zu verändern. Das ist praktisch, falls du lieber mit der Maus arbeitest oder das Interface aus Platzgründen relativ schwer erreichbar ist.

CueMix FX integriert starke Tools: In den einzelnen Kanälen lassen sich von Seiten der Software EQs sowie Kompressoren insertieren – und das latenzfrei. Ein DSP im MicroBook II übernimmt dabei das, was du über CueMix FX einstellst. Auch Direct-Monitoring ist möglich. So lassen sich Audiosignale in Echtzeit abhören und du kannst dir deinen Kopfhörermix zum Beispiel fürs Einsingen individuell anpassen. Auf Wunsch erstellt dir ein Signalgenerator sogar eine Sinuswelle sowie weißes und rosa Rauschen.

Nachteilig an der Signalbearbeitung direkt im Interface ist jedoch, dass sich etwaige Fehleinstellungen nicht mehr rückgängig machen lassen. Nicht umsonst wechselt ein Ersetzungseffekt das komplette Signal eins zu eins aus. Ein falsch eingestellter EQ beispielsweise lässt sich zwar kompensieren, aber du bearbeitest in allen Fällen nur das bereits destruierte Signal. Bei starken Kompressoreinstellungen wird es schon etwas schwieriger. Arbeite also bewusst mit CueMix FX.

Als Highlight liegt dem MicroBook II die DAW AudioDesk bei – hierüber kannst du Spuren recorden, editieren, mixen und mastern. Allerdings läuft die MOTU-Software leider nur auf dem Mac. Gerade für Einsteiger aber ist diese Sofware-Hardware-Kombination ein unglaublich preisgünstiges Rundum-Sorglos-Paket, das eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Noch ein Mikrofon dazu und du kannst sofort mit deiner Homestudio-Session loslegen.

CueMix FX steuert den internen DSP des Interfaces an, worüber sich beispielsweise ein Equalizer insertieren lässt.

Im Einsatz

Das MicroBook II ist dank des mitgelieferten USB-Kabels, CueMix FX und AudioDesk nach der Installation sofort einsatzbereit. Der digitale Tuner nimmt dir auch noch die Sorgen einer verstimmten Gitarre ab, sodass du dich eigentlich um nichts mehr kümmern musst und dich auf das Wichtigste konzentrieren kannst: deine Performance. Weiterhin bietet dir CueMix FX diverse Meetering-Optionen: neben einem Frequenzanalyzer und einem Korrelationsgradmesser ist noch ein Oszilloskop zu finden.

Je nach Wunsch steht dir die Möglichkeit offen, mit einer Abtastrate von 44,1, 48, 88,2 oder 96 kHz aufzunehmen. Die Wortbreite beträgt dabei maximal 24 Bit. Damit sind dir Aufnahmen in hoher Auflösung garantiert – betrachtet man normale Audio-CDs, die 44,1 kHz zu 16 Bit bieten, schafft das MicroBook II quasi HD-Qualität. Übrigens: Auch mit einem iPad lässt sich das Audio-Interface verwenden. Dazu ist es jedoch nötig, die separat erhältliche Software TouchOSC zu installieren.

Etwas sollte nicht unerwähnt bleiben: Wir hatten zeitweise Software-Instabilitätsprobleme mit dem Mac (MacBook Pro OS X 10.9.2). Wenn die Verbindung zum MicroBook II getrennt wurde, ohne CueMix FX vorher zu schließen, stürzte der Rechner ab. Das ging zwei-, dreimal so. Das Problem trat dann nicht mehr auf, weshalb wir uns den Bug nicht erklären können. Da es keinen Netzschalter besitzt, kann man das Interface vor dem Trennen des Kabels weder ausschalten noch über den Mac selbst auswerfen. Damit kommt der Rechner vielleicht nicht immer klar und führt deshalb einen Restart durch. Auch dem MOTU-Support war dieses Problem nicht bekannt, weswegen es wohl an unserem Rechner lag.

Der Sound des MOTU MicroBook II ist – wie vom Hersteller angepriesen – sehr neutral und glasklar. Insgesamt präsentiert sich das Interface jedoch als herausragendes Tool für mobile Recordings und Homestudio-Anwendungen – inklusive eines wertvollen Software-Bundles, das seinesgleichen sucht.

Direkt neben dem Mikrofoneingang befindet sich die Hi-Z-Buchse für Gitarren- und Basssignale.

Technische Daten

Wortbreite max. 24 Bit
Abtastraten 44,1, 48, 88,2 & 96 kHz
Eingänge 1x XLR, 1x Hi-Z für Gitarre, 2x symm. Line-In & 1x Stereo-Miniklinke
Ausgänge 2x symm. Main-Out, 1x Stereo-Miniklinke, 1x Kopfhörer & 1x S/PDIF
Rechnerschnittstelle USB-2.0-Anschluss
Kompatibilität

Mac (OSX 10.5 oder neuer) & Windows (Vista oder neuer)

Mindestanforderungen

1 GHz CPU, 1 GB RAM & 250 GB Festplattenspeicher

Maße (HxTxB) 30 x 90 x 140 mm
Zubehör

CueMix FX, AudioDesk (nur für Mac) & USB-Kabel


Wertung:
+ praktisches Softwarebundle
+ klarer, neutraler Klang
+ sehr robust
+ optisch ansprechend
+ intuitives Bedienkonzept
- zeitweise Probleme mit der Software (Mac OS X 10.9.2)

Preis (UVP): 278,95 Euro

Weitere Infos unter: www.motu.com

Vertrieb: Klemm Music







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