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Test: Mackie SRM550

Voll auf den Zwölfer

Marco Sulek am 04.06.2014

Voll auf den ...

Mackie ist einer der Namen, wenn es um Equipment für die Band geht. Aus dem umfangreichen Angebot an Live- und Recording-Lösungen hatten wir den aktiven Multifunktionslautsprecher SRM550 im Test.

Es gibt nur wenige Hersteller, die ein so umfangreiches Produktsortiment bieten wie Mackie. Dabei orientiert sich das amerikanische Unternehmen nicht an bereits etabliertem Equipment, sondern wartet selbst mit reichlich innovativen Ideen auf. Bekannt dürfte der Audiospezialist vor allem für seine preiswerten Mischpulte sein. Aber auch Lautsprecher in allen Variationen bietet er. Ein interessantes Modell darunter ist der relativ junge Aktiv-Speaker SRM550, den wir etwas gründlicher betrachteten.

Schon der erste Blick lässt erahnen, dass es sich beim Mackie SRM550 um eine robuste Box handelt: Ein 1 mm starkes Stahlgitter schützt die Treiber optimal vor äußeren Einwirkungen. Dabei überspannt es nicht nur fast die komplette Front, sondern bedeckt auch seitlich ein Stück weit das Gehäuse. Links und rechts sind stabile Schalengriffe aus Kunststoff installiert. Diese reichen völlig aus, um den Lautsprecher zu transportieren und auf ein Stativ zu wuchten.

Für eine lange Lebensdauer garantiert das 15 mm dicke Gehäuse aus Pappelholz. Als Finish wurde ein widerstandsfähiger, etwas angerauter Lack aufgesprüht, der vor unschönen Kratzern schützt. Weiterhin sorgen vier kräftige Gummifüßchen für einen rutschsicheren und festen Stand. Soll der SRM550 auf einem Stativ positioniert werden, bietet sich der Kunststoffflansch an. Sogar für den geflogenen Betrieb hat Mackie den Speaker mit drei M10-Montagepunkten versehen.

Löblich am SRM550 ist, dass er ein wirkliches Multifunktionsgehäuse besitzt: Musiker stützen sich auf der Bühne bekanntlich gerne auf den Wedges ab oder stellen sich drauf. Damit der Lautsprecher nicht umkippt, muss die Auflagefläche relativ groß und wackelfest sein. Das ist hier definitiv der Fall, denn auch in Monitorstellung steht der SRM550 sicher an seinem Platz – was man von vielen Mitbewerbern leider nicht behaupten kann. Wie an der Unterseite sorgen hier vier Gummifüßchen für optimalen Halt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Aktiv-Lautsprechern steht der SRM550 auch in Monitorstellung bombenfest.

Connecting Audio

Sobald sich der Mackie SRM550 in Betriebsbereitschaft befindet, leuchtet das grüne Running-Man-Logo an der Front. Möchte man das nicht, lässt es sich über einen Schalter an der Rückseite deaktivieren. Apropos Rückseite: Das Anschluss- und Bedienfeld ist sowohl übersichtlich als auch verhältnismäßig umfangreich. Zwar sind hier insgesamt nur fünf Buttons und zwei Regler zu sehen, doch diese sollte man keinesfalls unterschätzen – dazu gleich mehr.

Zwei Eingangskanäle mit je einem Gain-Regler sind für die Signalzufuhr zuständig. Auf „12 Uhr“ rasten beide Potis leicht ein. Wie von Mackie gewohnt ist diese Position mit einem „U“ beschriftet – die 0-dB-Stellung. Gleich daneben gibt es eine Signal-LED. Liegt ein Signalpegel von mindestens -20 dBu an, leuchtet sie grün, kurz vor der Clipping-Grenze färbt sie sich orange. Um möglichst verschiedene Quellen anschließen zu können, gibt es zwei Kombi-Buchsen und eine im Stereo-Cinch-Format. Im zweiten Kanal teilen sich allerdings der Kombi- und der Cinch-In einen Gain-Poti.

Praktisch am SRM550 ist, dass sich alle drei Eingänge gleichzeitig nutzen lassen. So kann man bei kleinem Live-Besteck beispielsweise ein Mikrofon für Gesang und den Ausgang einer Akustikgitarre an die Kombi-Buchsen anschließen, an den Cinch-Eingang hingegen steckt man einen Zuspieler wie MP3-Player oder Laptop – schon benötigt man kein zusätzliches Mischpult mehr. Hier muss man aber aufpassen: Möchte man im zweiten Kanal die Lautstärke ändern, beeinflusst das auch den Pegel des Zuspielers.

Um das Signal an andere Aktiv-Speaker weiterzuleiten, bietet der SRM550 einen XLR-Thru. Über einen Schalter darüber bestimmt man, ob nur das Eingangssignal von Kanal 1 Pre-Gain ausgegeben werden soll oder der Mix Post-Gain. Das macht den Speaker besonders auf kleinen Bühnen flexibel: Sind zwei Lautsprecher aufgebaut, wovon der eine als PA und der andere als Monitor dient, kann man in den ersten Kanal ein Keyboard und in den zweiten ein Mikrofon stecken. Möchte der Musiker den Gesang nicht auf dem Monitor haben, gibt der Thru entsprechend nur das Keyboard-Signal weiter.

Sollte das Running-Man-Logo an der Front stören, lässt es sich abschalten.

Digital betrieben

Mackie verspricht hier einen mächtigen Wumms: Der SRM550 integriert eine Class-D-Endstufe mit einer maximalen Leistung von 800 Watt (RMS). Davon erhalten der 1“-Hoch- und der 12“-Tieftöner je 400 Watt. Bevor das Signal jedoch verstärkt wird, läuft es noch durch den DSP. Dieser nimmt einige Anpassungen vor, die für eine optimale Wiedergabe sorgen. So nimmt der Chip eine Phasenkorrektur und ein Treiber-Time-Alignment vor. Diese patentierte Acoustic-Correction wurde übrigens in Zusammenarbeit mit EWA entwickelt.

Zu den weiteren unsichtbaren Helferchen im SRM550 zählen diverse Schutzschaltungen: Ganz wichtig ist der Limiter, der die Endstufe vor zu hohen Pegeln und somit vor Überlastungen schützt. Damit tieffrequente Anteile nicht unnütz verstärkt und anschließend sinnlos in Wärme umgewandelt werden, gibt es einen steilflankigen Lowcut. Sollte es aber doch zu einer Überhitzung kommen, schaltet sich der SRM550 selbstständig ab und fährt erst hoch, wenn die normale Betriebstemperatur wieder erreicht ist.

Insgesamt vier Presets passen Mackies Zwölfzöller an die jeweilige Beschallungssituation an. Mittels Speaker-Mode-Taster wechselt man entsprechend zwischen: „PA“ (Fullrange-Betrieb), „DJ“ (Bässe und Höhen werden angehoben, die Mitten leicht abgesenkt), „Monitor“ (Bässe werden abgesenkt und der Sprachverständlichkeitsbereich um 2 kHz angehoben) und „Solist“ (Bässe werden abgesenkt).

Wie man es von den Mackie-Speakern der DLM-Serie kennt, integriert auch der SRM550 einen praktischen Feedback-Destroyer. Dieser sucht sich automatisch bis zu vier störende Frequenzen, die er mit einem extrem steilflankigen Notch-Filter unhörbar macht. Praktischerweise merkt sich der Lautsprecher die Frequenzen, wenn er aus- und wieder eingeschaltet wurde. Löschen kann man die vier Störfrequenzen wieder, indem man länger den Feedback-Destroyer-Taster drückt.

Eine Besonderheit am Mackie SRM550 ist sein integrierter Feedback-Destroyer.

Sound braucht der Musiker

Eigentlich ist bei diesem ganzen Drumherum nur eine Frage entscheidend: Wie klingt der Mackie SRM550? Nun, das kommt auf den jeweiligen Speaker-Mode an. Richtig gewählt passt dieser den Speaker optimal an die vorgesehene Beschallungsaufgabe an, sodass er immer den besten Sound liefert. Doch vor allem im PA- und DJ-Modus entfaltet der Lautsprecher sein volles Klangbild: Es lassen sich bereits kleinste Nuancen mit hoher Sprachverständlichkeit und Durchsetzungskraft wahrnehmen – auch wenn extreme Bässe ausbleiben. Einzig und allein ist hier schade, dass er durchgängig leicht rauscht.

Mit ordentlich Power bestückt eignet sich der aktive Lautsprecher aber nicht nur für die Singer-Songwriter-Beschallung in kleinen Locations, sondern auch für allerlei Band-Aufgaben – wie im Proberaum oder live als PA oder Monitor. Mit einem kleinen Trick lassen sich sogar ohne Mischpult vier verschiedene Signale einspeisen: Mikrofone schließt man beispielsweise über die beiden Kombi-Buchsen an, zwei unterschiedliche Line-Signale – wie Keyboard und Gitarren-Modeller – über je einen Cinch-Eingang.

Dank der guten Verarbeitung und Robustheit übersteht der SRM550 auch den rauesten Tour-Alltag unbeschadet. Wem das dennoch nicht reicht, der bekommt von Mackie passende Transporttaschen. Zusätzlich erleichtert das geringe Gewicht von knapp 17 kg das Handling: Schnell hievt man den Lautsprecher vom Stativ im Proberaum herunter, trägt ihn ins Auto und stellt ihn auf der Bühne entsprechend auf – und umgekehrt.

Mackie hält mit dem SRM550 einen facettenreich klingenden und vielseitig einsetzbaren Allrounder bereit. Dank seiner nützlichen Features wie Speaker-Modus und Feedback-Destroyer können auch Laien nicht viel falsch machen, wenn mal kein Tontechniker zugegen ist, der für einen rückkopplungsfreien und guten Sound sorgt: Anstecken, konfigurieren, aufdrehen und loslegen. Und wer untenrum einen fetteren Wumms braucht, der findet in der gleichen Serie entweder den 15“ SRM650 oder die beiden aktiven Subwoofer SRM1801 und SRM1850.

Schalengriffe links und rechts am Gehäuse sorgen in Verbindung mit dem geringen Gewicht für eine gute Handhabbarkeit.

Technische Daten

Gehäuse

15 mm Pappelholz

Bestückung

12“-Woofer & 1“-Tweeter

Frequenzgang

55 Hz - 17 kHz (-3 dB)

Maximalschalldruckpegel 132 dB (Peak)
Abstrahlcharakteristik

90° horizontal, 50° vertikal

Endstufe

Class-D

Verstärkerleistung

800 W (RMS), davon 400 W Woofer & 400 W Tweeter

Anschlüsse

2x Kombi-In, Stereo-Cinch-In, XLR-Thru & Kaltgerätenetzbuchse

Bedienelemente

2x Gain, Speaker-Mode, Feedback-Destroyer, Logo, Thru & Netzschalter

Monitorwinkel

60°

Flugpunkte

3x M10

Abmessung (HxBxT)

585 x 360 x 377 mm

Gewicht

16,8 kg


Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ nützliche Features
+ facettenreicher Sound
+ leicht und dennoch sehr robust
- rauscht etwas

Preis (UVP): 832 Euro

Weitere Infos unter: www.mackie.com

Vertrieb: Mega Audio







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