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Test: Mackie MR5mk3 & MR10Smk3

Nur die Musik zählt

Marco Sulek am 28.07.2014

Nur die Musik zählt

Mackie ist seit Jahren für seine preiswerten Studiomonitore bekannt. Besonders Musiker schätzen die hohe Qualität und einfache Handhabung. Mittlerweile geht die preisbrechende MR-Serie in die dritte Runde: Im Test stellte sich uns ein interessantes Setup vor, bestehend aus zwei MR5mk3 und dem passenden Subwoofer MR10Smk3.

Geht es um eine Abhöre, hegen Musiker wie angehende Produzenten gemeinsame Wünsche: Die Monitore sollten möglichst günstig, einfach zu handhaben und klanglich herausragend sein. Diesen Anforderungen werden die Speaker von Mackie bereits seit über 15 Jahren gerecht. Allerdings ruhen sich die Amerikaner nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern entwickeln ihre Produkte stetig weiter. So ist inzwischen die dritte Generation der MR-Serie erhältlich. Davon betrachten wir hier ein Pärchen der kleinsten Lautsprecher MR5mk3 im Verbund mit dem Subwoofer MR10Smk3.

Schon auf den ersten Blick lässt sich erkennen, dass es sich um eine hochwertige Verarbeitung handelt: An den Gehäusen sind keinerlei Produktionsmängel zu finden und die Lautsprecher präsentieren sich in einer glattpolierten Optik. Dabei kommt robustes MDF zum Einsatz. Für noch mehr Widerstandsfähigkeit setzt Mackie auf ein schwarzes Vinyl-Finish, das obendrauf schick anzusehen ist. Auf Gittern vor den Treibern hat der Hersteller jedoch verzichtet. Nur der Sub MR10Smk3 ist mit einer abnehmbaren Stoffblende ausgestattet.

Am MR5mk3 besteht das vordere Element aus schwarzem Kunststoff. Darin sitzen Hoch- und Tieftöner sowie das Running-Man-Logo, das im eingeschalteten Zustand grün leuchtet. Sehr schön und modern umgesetzt sind hier übrigens die silberfarbenen Kreise um die Treiber. Schaut man sich die Speaker im Profil an, fällt einem sofort auf, dass der Woofer gut einen Zentimeter nach vorne ragt. Dies ist wichtig, um die Laufzeitunterschiede zwischen den beiden Treibern auszugleichen.

Im Gegensatz zum Subwoofer besitzen die MR5mk3 keine fest angeschraubten Gummifüßchen. Dafür sind im Lieferumfang aufklebbare Untersetzer enthalten. Trotzdem empfehlen wir, die Speaker auf Isolation-Pads zu stellen. Alternativ gibt es von Drittanbietern eine große Auswahl an Monitorstativen. Begrenzen wir unseren bisherigen Eindruck rein auf das Äußere, können sowohl die MR5mk3 als auch der MR10Smk3 locker mit weit teureren Lautsprechern mithalten. Aber was sagen die inneren Werte?

Silberfarbene Ringe an der Front des MR5mk3 tragen sehr zu dessen moderne Optik bei.

Ausstattung pur

Wie die Namensgebung bereits erahnen lässt, kommt der Mackie MR5mk3 mit einem 5“-Tieftöner – na gut, genau genommen besitzt er einen Durchmesser von 5,25“. Er besteht aus Polypropylen und auch höhere Pegel bringen ihn kaum aus der Ruhe. Bis 3 kHz übernimmt der Woofer die Arbeit, darüber kommt der Tweeter zum Einsatz. Bei letzterem setzen die Amerikaner auf einen 1“-Seiden-Kalottenhochtöner. Das Waveguide um diesen soll für einen möglichst weiten Sweetspot sorgen – doch dazu weiter unten mehr.

Zwei Class-AB-Endstufen sorgen im MR5mk3 für den nötigen Antrieb. Für den Woofer stehen dabei maximal 30 Watt (RMS) und für den Tweeter 20 Watt (RMS) zur Verfügung. Das mag erst einmal nicht nach exorbitant hohen Leistungsreserven klingen. Allerdings reicht das völlig aus, um das Home- und Projekt-Studio mit ordentlich viel Schall zu füllen. In Zahlen ausgedrückt verspricht Mackie einen Maximalschalldruckpegel von 102 dB.

Auch der MR10Smk3 deutet bereits in seiner Bezeichnung auf seine Bestückung hin. Demnach besitzt er einen 10“-Treiber, der aus einer Glas-Aramide-Komposit-Membran besteht. Ein Class-AB-Verstärker mit einer Leistung von 120 Watt (RMS) ist für den Schub zuständig. Laut Datenblatt sind so 113 dB Maximalschalldruckpegel möglich. Leider besitzt der Sub keinen Hard-Bypass – sollte dieser also ausgeschaltet sein, erhalten die daran angeschlossenen Monitore kein Signal. Dafür bietet er einen Schalter an der Rückseite, worüber er sich an- und ausschalten sowie auf automatischen Standby stellen lässt, wenn längere Zeit kein Signal anliegt.

Zugegeben, schaut man sich die Werte des Monitors an, scheint der Subwoofer leicht überdimensioniert zu sein. Welche klanglichen Auswirkungen das hat, schauen wir uns weiter unten an. Übrigens: Sowohl der MR10Smk3 als auch die MR5mk3 besitzen Bassreflexgehäuse. Bei den Monitoren ist dieses als zylinderförmige Öffnung an der Rückseite relativ weit oben zu finden. Der Subwoofer hingegen hat eine schlitzförmige Aussparung, die fast über die ganze Breite reicht.

Die Bassreflexöffnung ist am MR5mk3 recht weit oben an der Rückseite zu finden.

Tonspeisung

Hinsichtlich der Anschlussvielfalt entspricht der Mackie MR5mk3 den aktuellsten Anforderungen: Eingänge in Form von XLR, symmetrischer Klinke und Cinch sind vorhanden. Prinzipiell fehlen nur digitale Anschlüsse – aber die sind bei dem Preis auch nicht zu erwarten. Zwar nicht ganz so flexibel, aber trotzdem noch mit XLR- und symmetrischen Klinken-Inputs wartet der MR10Smk3 auf. Sehr praktisch ist übrigens, dass sich alle Buchsen gleichzeitig belegen lassen und die Signale zusammengemischt wiedergeben. So kann man verschiedene Quellen anschließen und braucht sie nicht immer umzustecken.

Für eine klangliche Anpassung gibt es hinten am MR5mk3 zwei EQ-Schalter: der eine passt das Signal unterhalb von 100 Hz um +2 dB oder +4 dB an, der andere boostet oder cuttet die Höhen oberhalb von 3 kHz um je 2 dB. Schade ist etwas, dass die Bässe nicht abgesenkt werden können. Denn besonders beim Positionieren direkt auf dem Arbeitstisch oder an der Wand entsteht aufgrund eines Druckstaus eine Anhebung der Tiefen – doch manchmal lässt sich die Abhöre einfach nicht anders aufstellen.

Möchte man ein Setup aus den MR5mk3 und dem MR10Smk3 zusammenstellen, empfiehlt es sich, erst direkt in den Subwoofer zu gehen. Dieser besitzt zwei symmetrische Klinkenausgänge, worüber man die Monitore anschließen kann. Über einen Regler lässt sich dann die Trennfrequenz stufenlos zwischen 40 Hz und 180 Hz bestimmen. Obendrauf gibt es einen 180°-Phasendreher, falls es zu einer Auslöschung oder Überbetonung in den tiefen Frequenzlagen kommt.

Sowohl die MR5mk3 als auch der MR10Smk3 bieten einen Pegelregler. Hier sollte man meinen, dass, wenn beide auf „U“ – Mackies 0-dB-Einstellung – zeigen, das gleiche Lautstärkenverhältnis wiedergegeben wird. Doch dem ist nicht so: Der Subwoofer ist im Verhältnis um einiges lauter als die Monitore; man muss ihn auf gut „9 Uhr“ runterdrehen, damit die Pegel ungefähr passen. Dafür arbeitet die Frequenztrennung zufriedenstellend, denn der Übergang ist, wenn man das richtige Verhältnis gefunden hat, kaum auszumachen.

Am MR10Smk3 lässt sich die Übergangsfrequenz stufenlos zwischen 40 Hz und 180 Hz einstellen.

Studioleistung

Um zu erfahren, wie die MR5mk3 und der MR10Smk3 von Mackie klingen, haben wir erst verschiedene Musikstücke unterschiedlicher Stilrichtungen abgespielt. Sofort konnten besonders die Höhen mit einer guten Auflösung und Wiedergabequalität begeistern. Wir stellten jedoch den Schalter für die Höhen auf -2 dB, um die Monitore an unsere Hörgewohnheiten anzupassen. An den Mitten gab es nichts auszusetzen, sie kamen sehr knackig sowie analytisch rüber. Auch die Sprachverständlichkeit war hervorragend und der Sweetspot verhältnismäßig breit.

Allerdings waren die Bässe zumindest in unserem Projektstudio eher unbefriedigend. Zwar machte der Subwoofer ordentlich Druck, doch dabei blieb es auch. Das Ergebnis untenrum war eher ein matschiger, undurchdringlicher Sound. Erst dachten wir, es läge an einer falsch eingestellten Polarität oder stehenden Wellen im Raum. Aber auch als wir andere Positionen ausprobierten und währenddessen das Signal um 180° drehten wurde der Klang nicht besser. Da die MR5mk3 alleine schon relativ weit runtergehen, erhielten wir bessere Ergebnisse, als wir sie alleine aufstellten.

Als nächstes spielten wir über die DAW einen Sinuston ab: Schon bei 20 Hz war ein leichtes Vibrieren der Luft zu spüren – der MR10Smk3 kommt eben ziemlich weit runter. Den Crossover hatten wir bei ungefähr 110 Hz eingestellt. Dabei waren jedoch weder Über- noch Unterbetonungen wahrzunehmen. Weiter oben tönte allerdings eine recht unschöne Resonanzfrequenz bei 130 Hz, die von den MR5mk3 wiedergegeben wurden. Hierauf sollte man beim Mischen und Mastern unbedingt achten.

Mackie hat mit den MR5mk3 Monitore mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis für Musiker im Programm – man schaue sich mal vergleichbare Produkte an. Außerdem kommen sie im modernen Look und dürften in den meisten Projekt- sowie Home-Studios eine gute Figur abgeben. Etwas schade ist, dass der MR10Smk3 in unseren Testbedingungen nicht ganz so knackig tönte, wie er sollte. Dennoch empfehlen wir, die MR5mk3 – je nach Bedarf – mit oder ohne Subwoofer unbedingt mal anzutesten.

Eingangsseitig bietet der MR5mk3 alle drei relevanten analogen Anschlüsse.

Technische Daten

   MR5mk3   MR10Smk3
Gehäuse MDF mit schwarzem Vinyl-Finish

MDF mit schwarzem Vinyl-Finish

Frequenzgang 57 Hz - 20 Hz (-3 dB)

35 Hz - 180 Hz

Maximalschalldruckpegel 102 dB 113 dB
Bestückung 5,25“ Woofer & 1“ Tweeter 10“ Woofer
Endstufe Class-AB

Class-AB

Leistung (RMS) 30 W (Woofer) & 20 W (Tweeter)

120 W

Trennfrequenz 3 kHz (24 dB/Oktave)

Bedienelemente Low- & High-Shelf, Lautstärkeregler & Netzschalter

Polarität, Auto-Power, Crossover, Level & Netzschalter

Eingänge XLR, symm. Klinke & Cinch

2x XLR & 2x symm. Klinke

Weitere Anschlüsse Kaltgerätenetzbuchse 2x symm. Line-Out & Kaltgerätenetzbuchse
Maße (HxBxT) 286 x 197 x 276 mm  

381 x 320 x 381 mm

Gewicht 5,5 kg

12,4 kg


Wertung:
+ hohe Verarbeitungsqualität
+ große Anschlussvielfalt
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ optisch ansprechend
- undefinierter Subwoofer-Sound

Preise (UVP):
MR5 MK3       185 Euro
MR10S MK3    475 Euro

Weitere Infos unter: www.mackie.com

Vertrieb: Mega Audio







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