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Test: Mackie DLM 8 & DLM 12S

Soundwürfel

Markus Beug-Rapp am 30.11.2013

Soundwürfel

Kompakte Lautsprechersysteme sind für viele Musiker die richtige Wahl, wenn es darum geht, beschwerdefrei einen Live Gig zu bestreiten. Im Test habe ich daher zwei Mackie DLM 8 und einen DLM 12S.

Bei kleineren Veranstaltungsorten wird gerne direkt auf der Bühne gemischt, weil man in der Regel keinen Techniker dabei hat und häufig der Platz für große Systeme nicht vorhanden ist. Ganz nach dem Motto „keep it simple“, sind insbesondere Beschallungssysteme im Vorteil, die vieles automatisiert ablaufen lassen. Dies ist einer der Gründe, warum ich mir die Kombination Mackie DLM 8/DLM 12S genauer angesehen habe.

Als Singer-Songwriter erscheint mir die PA – bestehend aus zwei DLM 8 und einem DLM 12S – ideal geeignet. Kompakter geht es kaum noch und das Gewicht ist ebenfalls erfreulich niedrig. Auch der Einsatz von zusätzlichem Equipment wird minimiert, da schon einiges nützliches integriert ist. Doch der Reihe nach:

Die Lautsprecher um die DLM-Serie sind für viele Anwendungen geeignet und können in verschiedenen Konfigurationen installiert werden. Der Subwoofer kann wahlweise mit den 12er-Topteilen oder (wie hier im Test) mit den 8er-Tops betrieben werden. Selbstverständlich können auch Lautsprechersysteme anderer Hersteller und Serien angeschlossen werden. Dies gilt im Umkehrschluss natürlich auch für die Topteile. Am wenigsten Aufwand und perfektes Zusammenspiel bieten aber die Serienmodelle untereinander.

Die beiden Testkandidaten sind als fertiges System konzipiert und die integrierten D-Class-Endstufen bieten mehr als ausreichend Leistung: Jedes Modul stellt beachtliche 1.000 Watt RMS (2.000 Watt Peak) zur Verfügung. Bei einem Fullrange-tauglichen Frequenzgang von 35 Hz bis 20 kHz lässt sich in der Regel alles – was musikalisch sinnvoll ist – hervorragend abbilden. Im System mit Musik vom Zuspieler trifft dies auch ohne weiteres zu.

 

 

Der ausklappbare Schrägsteller lässt die DLM 8 auch als Monitor verwenden

Technische Details

Das Topteil alleine ist im Vergleich dazu mehr auf Sprachverständlichkeit abgestimmt und bietet ausgeprägte Mitten. Die nahezu würfelförmigen Topteile (313 x 302 x 307 mm) sind dennoch – und in Anbetracht der Größe – sehr ausgewogen im Klang. Bedingt durch die kompakte Bauform und der zwei Schwingspulen (8“-Tieftonlautsprecher und 1,75“-Kompressionstreiber) die sich jeweils in einem Gehäuse einen Magneten teilen, gibt es bei dem DLM 8 keine hörbaren Auslöschungen oder sonstige Artefakte, die den Hörgenuss trüben könnten.

Zudem sind nützliche Details integriert, die den Einsatz vereinfachen oder zumindest angenehm gestalten. Bei einem Lautsprecher dieser Größe und Gewichtsklasse ist ein Griff völlig ausreichend. Er liegt angenehm in der Hand, wackelt jedoch etwas, was schade ist, da es den ansonsten wertigen Eindruck etwas trübt. Robust zeigt sich auch der rückseitig angebrachte Bügel zum ausklappen. Damit lässt sich das Topteil im 50°-Winkel aufstellen und hervorragend als Monitor verwenden. Rein aus optischen Gründen suggeriert der Bügel wenig Vertrauen, bis man ihn anwendet. Ich weiß ja, dass man Bodenmonitore nicht als Fußablage missbrauchen soll, aber dennoch wird es häufig von Gesangskünstlern praktiziert. Und hier zeigt sich, dass er stabiler steht als mancher Wedge.

Neben dem Stativflansch bietet die DLM 8 noch Flugpunkte. Mit den Flugpunkten lässt sich weiteres Zubehör anbringen, was insbesondere für Festinstallationen geeignet ist oder wenn aus anderen Gründen der fliegende Betrieb bevorzugt wird. Ein weiteres nützliches Detail ist, dass auf der Gehäuseunterseite rutschfeste Füße angebracht sind und auf der Oberseite Mulden, damit mehrere Topteile sicher übereinander angeordnet werden können. Verwendet wird für das Gehäuse stabiler PC-ABS-Kunststoff, der unter anderem für das geringe Gewicht verantwortlich ist. Und zum Schutz vor mechanischen Einwirkungen von außen auf die Speaker ist ein pulverbeschichtetes Frontgitter angebracht.

Beim Subwoofer, dem DLM 12S, wird für das Gehäuse leichtes aber dennoch stabiles Pappelholz verwendet. Zweckmäßig befindet sich an der Gehäuseoberseite ein Flansch zur Anbringung für eine Distanzstange um die Tops direkt und ohne zusätzliches Bodenstativ darauf zu installieren. Für den sicheren Betrieb ist ein Überhitzungsschutz der Lautsprecher integriert. Hierbei misst der DSP die Innentemperatur des Lautsprechers und reguliert per Lüfter die Temperatur. Im integrierten Mixer lassen sich übrigens sehr einfach die Systemkomponenten aufeinander abstimmen. Wie schon geschrieben, lassen sich Topteile und Subwoofer auch mit anderen Speakern betreiben, aber am einfachsten geht es in der vorgesehenen Kombi – wahlweise mit den 8er- oder 12er-Tops. Hier reicht nämlich ein einfacher Knopfdruck am Panel des Subwoofers aus, um die Trennfrequenz der beiden Systeme aufeinander anzupassen.

 

 

Rückseitig sind an der DLM 8 alle Anschlüsse und das Bedienfeld untergebracht

Mixer integriert

Fest eingebaut ist beim DLM 8 der digitale DL2-Mixer. Hier können schnell bis zu zwei Signale gemixt werden: Je Kanal sind fest je ein 3-Band-Equalizer und 16 Effekte integriert. Zu den weiteren Features gehört die Feedbackunterdrückung und sechs verschiedenen Systempresets. Wie es sich für einen ordentlichen DSP-Einsatz gehört, wird hier nicht nur der Klang optimiert und angepasst, hier werden per Smart-Protect-Technologie zusätzlich die Treiber geschützt.

Und außerdem kann man die Lautsprecher Millisekunden-genau mit einer Delay-Einstellung von 0-300 ms zeitlich versetzen. Letzteres ist zum Beispiel sinnvoll, wenn du die Systeme nicht nur nebeneinander aufbaust, sondern in die Länge bei schlauchförmigen Venues um den zeitlichen Versatz auszugleichen.

Anschlussseitig bleiben kaum Wünsche offen: zur Verfügung stehen zwei Combobuchsen für XLR- oder 6,3-mm-Klinkenstecker und parallel zwei Cinch-Buchsen für Stereosignale. Kanal 1 kann zwischen Line- und Mikrofonsignal umgeschaltet werden und Kanal 2 bietet Zugang für Line-Signale oder für hochohmige Instrumentensignale wie zum Beispiel bei Gitarren. Aufpassen muss man insbesondere bei Kanal 1; wer hier ein Line-Signal anschließt und aus versehen auf Mikrofonsignal stellt, wird mit Sicherheit sein blaues Wunder erleben, da es dann auf einen Schlag 20 dB mehr Vorverstärkung sind.

Über das Mixerpanel lassen sich auch die restlichen Systempresets abrufen. Auch ohne Bedienungsanleitung (dafür mit etwas technischem Verständnis) lässt sich intuitiv durch die übersichtlichen Menüs zappen. Zur Verfügung stehen unter anderem sechs Modi – für zum Beispiel den Monitor- oder Fullrange-Betrieb – mit passenden Filtereinstellungen. Der 3-Band-Equalizer mit fest eingestellten Frequenzen bei 80 Hz, 2,5 kHz und 12 kHz lässt sich zwischen +15 dB und -15 dB regeln.

 

 

Für eine Feinabstimmung lässt sich der Mixer nicht verwenden, eher wenn es darum geht, ohne zusätzliches Equipment Signale zu übertragen

Liveeinsatz

Das zum Test zur Verfügung stehende System – bestehend aus zwei DLM 8 und einem DLM 12S – ist dann sinnvoll einzusetzen, wenn wenig Platz am Veranstaltungsort ist und keine brachiale Lautstärke erwartet wird. Wobei die Boxen ausreichend laut spielen können, aber im Vergleich zu größeren Systemen dann doch etwas hinten dran sind. Trotz des integrierten Mixers rate ich zum Einsatz eines externen Mischpults. Wichtige Parameter und Funktionen wie zum Beispiel ein Gain-Regler zur Vorverstärkung für Mikrofone oder Phantompower fehlen gänzlich. Letzteres schließt den direkten Anschluss von Kondensatormikrofonen von vornherein aus.

Nach Einschalten der Box und direktem Anschluss von Mikrofon und Akustikgitarre zeigt sich noch folgendes: Das System wird mit den letzten Einstellungen gestartet – was grundsätzlich auch richtig ist. Wenn die Masterlautstärke und die Mikrofonkanallautstärke jedoch vor dem letzten Ausschalten auf volle Leistung gestellt wurden und das Mikrofon eingestöpselt ist, muss mit unangenehmem Feedback gerechnet werden. Hier scheint es keine Start-Mute-Funktion zu geben. Feines Einstellen ist bei dem integrierten Mixer auch nicht möglich, da in 3-dB-Schritten geregelt wird, was ein Anpassen von zwei Signalen sehr schwierig macht.

Klanglich kann das System überzeugen. Sehr voll klingt es als Fullrangesystem. Hier lässt sich ein ausgewogener Mix realisieren. Für den Monitorbetrieb lassen sich ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielen, wenn man mit externem Equipment den Klang reguliert. Das Monitor-Preset hingegen ist für mein Empfinden zu mittig eingestellt. Nun stellt sich die Frage, für wen das getestete System überhaupt geeignet ist: Insbesondere Sprachanwendungen und Präsentationen mit Hintergrundmusik sowie Liveacts mit moderaten Lautstärken wie zum Beispiel Unplugged-Bands oder Singer-/Songwriter werden mit den Mackie-Boxen ihre Freude haben.

 

 

Technische Daten & Wertung

Mackie DLM 8
 
Leistung
2.000 Watt (Peak)
1.000 Watt (RMS)
Schalldruck

125 dB @ 1 m

Bestückung

8“ Tieftöner
1,75“ Kompressionstreiber

Frequenzgang
65 Hz – 20 kHz
Maße
313 x 307 x 302 mm
Gewicht
10 kg
Mackie DLM 12S
 
Leistung
2.000 Watt (Peak)
1.000 Watt (RMS)
Schalldruck

128 dB @ 1 m

Bestückung

12“ Subwoofer

Frequenzgang
35 Hz – 120 kHz
Maße
455 x 417 x 529 mm
Gewicht
21,7 kg


Wertung:

+ handlich und kompakt
+ druckvoller Klang (im System)
+ gut aufeinander abgestimmtes Systempreset (DLM 8 & DLM 12S)
+ sicherer Stand als Monitor
+ intuitive Bedienung
- keine Start-Mute-Funktion
- Kein Gain-Regler für Mikrofonsignale

Preis (UVP):

  • Mackie DLM 8 – 950,81 €
  • Mackie DLM 12S – 1.367,31 Euro

Mackie ist im Vertrieb von Mega Audio







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