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Test: Mackie 802VLZ4

Der Panzer unter den Mischpulten

Marco Sulek am 07.02.2014

Der Panzer unter ...

Mittlerweile hat Mackie die vierte Generation seiner kompakten VLZ-Mischpulte im Programm. Diese reicht vom kompakten 402VLZ4 bis zur 32-Kanal-Schüssel 3204VLZ4. Wir betrachteten den zweitkleinsten Mixer 802VLZ4 etwas genauer.

Mackie bringt seine VLZ-Mischpultserie in die vierte Runde. Neben farblichen Anpassungen wurden auch die inneren Werte aller acht Modelle optimiert. So verfügen die XLR-Eingänge nun über die vielgerühmten Onyx-Mikrofonvorverstärker, die einen rauscharmen sowie hochauflösenden Sound versprechen. Doch nicht nur die Mic-Pres sollen einen sauberen Klang bieten, sondern die gesamte verbaute Elektronik: Der amerikanische Audiospezialist bewirbt die VLZ4-Mixer mit einem höheren Headroom bei weniger Grundrauschen.

Ein Dynamikumfang von ganzen 128,5 dB garantiert eine saubere Signalverwaltung – das sind gut 9 dB mehr als das menschliche Gehör verträgt. Dabei sorgt der Gain-Regelbereich von 60 dB dafür, dass sogar die leisesten Signale auf einen ordentlichen Arbeitspegel kommen. Laut Mackie bieten die VLZ4-Pulte einen Frequenzgang von 20 Hz bis 50 kHz bei einer Verzerrung von 0,0007 Prozent. Zugegeben, diese audiophilen Angaben können wir nicht nachmessen – doch zum Sound weiter unten mehr.

Bei allen überarbeiteten Modellen befinden sich die Anschlüsse und Bedienelemente an der gleichen Stelle wie bei den VLZ3-Mixern. Ja, sogar das Gehäuse scheint das gleiche zu sein. Neu ist jedoch die Farbgebung: Mackie ist von seinem grau-schwarzen Design komplett auf ein jugendliches Schwarz umgestiegen. Sogar die Poti-Kappen wirken durch ihre moderne Form viel frischer als zuvor. Ansonsten zeigen sich nur marginale Unterschiede im Aufdruck, die nicht weiter erwähnenswert sind.

Aus der VLZ4-Familie luden wir den zweitkleinsten Jüngling 802VLZ4 dazu ein, sich einer gründlichen Inspektion zu unterziehen. Und schon der erste prüfende Blick suggeriert Langlebigkeit: Das Gehäuse besteht aus robustem Stahlblech. Dank der schwarzen Pulverbeschichtung scheinen auch unschöne Kratzer kaum Chancen zu haben. Damit der kompakte Mixer nicht ungewollt von seinem Platz weicht, sind an seiner Unterseite vier Gummifüßchen angebracht. Im Gegensatz zu anderen Modellen besitzen diese sogar richtig viel Grip – so, wie es sich eigentlich gehört.

Die erste drei Eingangskanäle des 802VLZ4 sind mit XLR-Buchsen und den dazugehörigen Gain-Reglern ausgestattet.

Connecting Audio

Relativ viele Anschlussmöglichkeiten prädestinieren den 802VLZ4 für diverse Anwendungen. Neben XLR-Eingängen in den Kanälen „1“ bis „3-4“ besitzt jeder Channel symmetrische Line-Eingänge. Hierbei sind die Kanäle „1“ und „2“ mono sowie „3-4“, „5-6“ und „7-8“ stereo ausgelegt – wobei letztere auch mono nutzbar sind. Die ersten beiden Kanalzüge bieten zwei Besonderheiten: eine Insert-Send-Return-Buchse sowie einen Hi-Z-Schalter, der DI-Boxen überflüssig macht, wenn man mit einem Instrument direkt ins Pult spielen möchte.

Die ersten drei Kanäle bieten einen Low-Cut-Schalter, der mit einer Flankensteilheit von 18 dB/Oktave unter 100 Hz alles konsequent beschneidet. Und genau hier macht dieser auch Sinn: Wenn man die XLR-Eingänge für Mikrofonsignale verwendet, möchte man auch die Möglichkeit haben, Trittschall und anderes tieffrequentes Rumpeln zu eliminieren. Als Klangregelung ist in jedem Kanal ein Drei-Band-EQ zu finden. Die einzelnen Bänder greifen hier bei 80 Hz (Low), 2,5 kHz (Mid) sowie 12 kHz (High) und klingen durchaus musikalisch.

Weder USB-Interface noch integrierte Effekt-Sektion garantieren pures Analog-Feeling. Wer dennoch ein Effektgerät in Verbindung mit dem 802VLZ4 nutzen möchte, der kann den monophonen Aux-Weg nutzen. Jeder der insgesamt fünf Kanalzüge bietet dafür einen Aux-Regler. Neben dem Aux-Master ist ein globaler Pro/Post-Schalter angebracht, über den sich bestimmen lässt, ob das Signal vor oder nach dem Level-Regler abgegriffen wird. Für die Effektierung empfiehlt sich hierbei die Post-Stellung, wodurch zum Beispiel das Hallsignal abhängig vom Level-Regler leiser oder lauter ertönt.

Um das Effektsignal wieder in den 802VLZ4 zu bekommen, gibt es Stereo-Return-Buchsen. Diese sind direkt auf den Main-Mix geroutet und besitzen einen eigenen Poti, mit dem sich die Lautstärke bestimmen lässt. Weiterhin finden wir Tape-In und -Out. Daran lassen sich Zuspieler, wie CD- oder MP3-Player, oder Aufnahmegeräte anschließen. Als Main-Outs sind hier sowohl XLR- als auch Klinken-Buchsen integriert. Praktischerweise lässt sich der Pegel der XLR-Ausgänge von +4 dBu auf „Mic“ anpassen. Dadurch ist es möglich, die Stereo-Summe direkt an die XLR-Eingänge eines anderen Mixers zu stecken, ohne diese mit zu viel Signalpegel zu überfordern.

Sobald ein Solo-Schalter gedrückt wurde, blinkt die Rude-Solo-LED unterhalb des Main-Meters.

Mixen und genießen

Anstelle von Fadern besitzt der Mackie 802VLZ4 Level-Potis, wodurch er sehr kompakt ist. Direkt darüber befinden sich PFL-Solos: Sobald ein Kanal solo geschaltet wurde, blinkt unter dem 12-LED-Main-Meter die rote „Rude-Solo“-LED. Gleich daneben ist der Hinweis aufgedruckt, das Signal auf „0 dB“ auszupegeln. Der Kleinmixer verfügt auch über einen Kopfhörerausgang. Hierbei lassen sich drei Quellen anwählen: „Main-Mix“, „Alt 3-4“ und „Tape“. Etwas schade ist jedoch, dass der Kopfhörerpegel abhängig vom Main-Mix-Regler ist. Um trotzdem etwas vorhören zu können, muss man den Umweg über den „Alt-3-4“-Weg machen.

Was hier auf den ersten Blick jedoch fehlt, ist ein Gruppenkanal – zum Beispiel um über einen Regler mehrere Signale im gleichen Verhältnis verwalten zu können. Doch mit Hilfe eines praktischen Tricks umgeht man diese Einschränkung, denn der Mute-Button fungiert gleichzeitig als Routing-Schalter. Zwar wird das Signal vom Main-Mix genommen, dafür landet es aber auf der Sammelschiene „Alt 3-4“. Über den Submix-Regler lässt sich nun das Signal beispielsweise in Richtung Main-Mix schicken oder über den Control-Room-Out ausgeben.

Kommen wir auf das Wichtigste zu sprechen – den Sound. Mackie hat nicht zu viel versprochen, was die sauber arbeitende Elektronik angeht: Dort, wo andere Mixer rauschen wie ein Wasserfall, ist nichts wahrzunehmen. Schön ist auch, dass weder Potis kratzen noch Schalter knacksen. Das einzige Element, das beim Betätigen ein störendes Geräusch von sich gibt, ist der Power-Switch. Sobald der 802VLZ4 ein- oder ausgeschaltet wird, ist über die Main-Outputs ein Knacken zu hören – dementsprechend sind die Lautsprecher auszuschalten.

Für welche Anwendungen empfiehlt sich nun der Mackie 802VLZ4? Dank seines rauscharmen Sounds und seiner Feature-Vielfalt ist er sowohl für Live- beziehungsweise Proberaumanwendung als auch für das Projektstudio zu Hause geeignet. Aber auch DJs finden in diesem robusten Kompaktmixer eine fähige Klangzentrale, die neben dem Verwalten diverser Zuspieler auch das Anschließen von Mikrofonen und sogar Instrumenten erlaubt.

Direkt über dem Kopfhörerausgang befindet sich ein Schalter, der die Phantomspeisung für alle drei XLR-Buchsen aktiviert.

Technische Daten

Kanäle 2x Mono, 3x Stereo, Aux & Master
Klangregelung 3-Band-EQ pro Kanalzug
Eingänge 3x XLR, 5x Line, Tape-In & Stereo-Return
Ausgänge 2x Main (XLR & Line), Aux-Send, Tape-Out, Phones, Alt & Control-Room
Weitere Anschlüsse

2x Insert-Send-Return & Netzbuchse

Mic-Preamps

Onyx

Gewicht

2 kg

Maße (HxBxT) 273 x 227 x 47 mm


Wertung:
+ robustes Gehäuse
+ rauscharmer Sound
+ gut klingende Equalizer
+ rutschfeste Gummifüße
+ praktisches Routing
- knackst beim Einschalten

Preis (UVP): 272,51 Euro

Weitere Infos unter: www.mackie.com

Vertrieb: Mega Audio







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