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Test: M-Audio AV42

Günstiger Allrounder für Video und Audio

Felix Haala am 08.07.2015

Günstiger ...

Bereits seit 1988 existiert M-Audio. Damals noch unter dem Namen MIDIman, hat sich das amerikanische Unternehmen vor allem durch seine MIDI-Produkte einen Namen gemacht. In den frühen 2000ern wurden dann unter dem neuen Brand M-Audio die ersten portablen Masterkeyboards veröffentlicht. Mit der Zeit gesellten sich immer mehr Produkte aus dem Audiobereich hinzu – von Audio-Interfaces bis hin zu Mikrofonen und Monitoren. Diese breite Aufstellung spiegelt sich nun in den neuen Lautsprechern M-Audio AV42 wider, die von Ton- bis Videoproduktion alles abdecken sollen.

M-Audio ist im Audiosegment kein unbekannter Name: Seit fast 30 Jahren ist der Hersteller für seine MIDI-Geräte bekannt und hat sein Produktsortiment stetig erweitert. Nach einer kürzeren Liaison mit dem Branchengiganten AVID, nimmt man die Zügel nun wieder selbst in die Hand und präsentiert eine neue Lautsprecherserie: Die AV42 sollen am Audioarbeits- und Filmschnittplatz alle glücklich machen. „Desktop Speakers for Professional Media Creation“, so der Hersteller. Ob dieser Spagat gelingt?

Nach dem Öffnen finden wir die Lautsprecher stabil verpackt in Styroporschalen vor, wie man es mittlerweile kennt und auch erwartet. Neben den Monitoren ziehen wir noch verschiedenes Zubehör in Plastikbeuteln aus dem Karton: eine Anleitung mit technischen Details und Aufbautipps sowie einige Kabel. Außerdem finden wir aufklebbare Gummifüßchen vor, die die M-Audio AV42 einerseits vor versehentlichem Verrutschen schützen und andererseits vom Untergrund entkoppeln sollen.

Bei der Gehäusefertigung setzt M-Audio auf MDF, was rein äußerlich nicht erkennbar ist. Dies liegt an der schwarzen Laminierung mit Vinyl-Finish. Zusammen mit dem OptImage-IV-Waveguide in Klavierlackoptik ergibt das ein ansehnliches und modernes Gesamtbild. In dieses Bild fügen sich auch der polypropylenbeschichtete 4"-Tieftöner sowie 1"-Hochtöner mit Seidenmembran perfekt ein. Etwas unbehaglich mutet allerdings an, dass die Membranen über keinerlei Schutz verfügen.

Im direkten Vergleich fällt auf, dass die Lautsprecher unterschiedlich schwer sind. Das liegt daran, dass die Verstärkereinheit nur im linken Speaker verbaut ist und der rechte lediglich über ein einfaches Lautsprecherkabel mit dem „Hauptmonitor“ verbunden wird. An diesem befinden sich auch ein Cinch- und Aux-Eingang, ein Lautstärkeregler, ein Kopfhörerausgang und der Netzanschluss. Dabei informiert eine blaue LED über die Betriebsbereitschaft der AV42.

Der Kopf des Duos: Am linken Speaker findet man den Aux-Eingang und den Kopfhörerausgang sowie den Lautstärkeregler.

Minimalist unter Alleskönnern

Verblüffend ist, dass selbst der „Hauptspeaker“ sehr leicht ist – beinhaltet er doch das Netzteil, den Class-AB-Verstärker sowie sämtliche Ein- und Ausgänge. Auch Kühlkörper sind nicht auszumachen. Dies führte in unserem Test allerdings zu keiner merklichen Erhöhung der Betriebstemperatur. Aufpassen sollte man übrigens bei der Aufstellung: Links muss der Hauptmonitor stehen, da sonst die Kanalzuordnung nicht stimmt. Das Verbindungskabel zwischen den Lautsprechern reicht für diese Art von Speakern mit seinen zwei Metern völlig aus.  

Interessant ist, dass der AV42 die Ausgänge intelligent verwaltet. So unterbricht ein angeschlossener Kopfhörer die Tonausgabe über die Lautsprecher, während deren Verstärker samt Lautstärkeregelung nun als Kopfhöreramp fungiert. Steckt man aber beispielsweise einen MP3-Player an den vorderen Aux-Port, wird das Signal vom rückseitigen Eingang nicht gekappt – es sind beide Signale zu hören. Wie sinnvoll dies ist, muss jeder Anwender wohl je nach Einsatzzweck für sich selbst entscheiden.

Die M-Audio AV42 bieten also für den einfachen Einsatz an verschiedenen Stereo-Zuspielern alles, was man benötigt. Leider fehlen aber gerade für das Anwendungsgebiet Audio einige Features, die man bei der Konkurrenz auch in diesem Preissegment schon vorfindet. Genannt seien hier professionelle Eingänge wie XLR oder einfache Klangbearbeitungsmöglichkeiten mittels schaltbarem EQ und Filter, um akustische Raumeigenheiten am Arbeitsplatz auszugleichen.

Für einfache Arbeiten mit einer handelsüblichen Soundkarte können die AV42 allerdings problemlos eingesetzt werden. Durch den Aufbau der Stromversorgung wird auch kein Schutzkontakt benötigt, was Problemen wie Brummschleifen vorbeugt. So fühlen sich die Lautsprecher aus technischer Sicht schon einmal an jedem einfachen Sprachschnittplatz oder Multimedia-Arbeitsplatz wohl – genau wie vom Hersteller vorgesehen.

Das Nötigste: Der Bassreflexkanal, der Cinch-Eingang sowie der Ausgang zum rechten Speaker befinden sich auf der Rückseite.

Einer für alle(s)?

Für einen ersten einfachen Test verbinden wir ein Smartphone mit dem vorderseitigen Aux-Eingang der AV42 von M-Audio. Der Stecker am mitgelieferten Kabel ist so dünn, dass er selbst bei klobigen Schutzhüllen noch an den Kopfhörereingang passt. Sehr schön. Wir starten den ersten Song und die AV42 brüllen uns regelrecht an – bei leicht aufgedrehtem Volume und maximaler Lautstärke am Telefon. Der Zuspieler sollte also nie so hoch ausgepegelt werden, dann hat man ein wenig Spiel mit der Lautstärke.

Auch bei den Rückseitigen Cinch-Eingängen, die wir mit dem Line-Out unseres iMacs verbunden haben, konnten wir dies feststellen. Diesmal waren wir jedoch vorgewarnt. Wie zuvor schon angedeutet, konnten wir die AV42 nicht vernünftig mit unserer Produktionssoundkarte verbinden. Hierfür müssten wir den Umweg über den Kopfhörerausgang und einem zwischengesteckten 6,3-mm-Klinken-Adapter gehen.

Soundtechnisch überzeugen die M-Audio AV42 mit einem sauberen Klang. Auffällig ist eine Überbetonung im mittleren Bassbereich. Das lässt die Lautsprecher stellenweise etwas dröhnen. All zu tiefe Bässe darf man bei diesem System baubedingt aber nicht erwarten – hier könnte man allerdings mit einem Subwoofer nachhelfen. Die hauseigenen M-Audio-Subwoofer lassen sich übrigens nicht integrieren. Dafür bietet M-Audio eigene, speziell abgestimmte Monitor-Subwoofer-Kombinationen an.

Unterm Strich hält der Hersteller, was er verspricht: Der M-Audio AV42 ist ein einfacher Lautsprecher mit sauberem Klang für den multimedialen Einsatz. Für Musikmischungen ist der Speaker zwar nicht ideal, aber es lassen sich grundsätzliche Klangbearbeitungen und vor allem Schnittarbeiten problemlos erledigen. An einem kleinen Arbeitsplatz in der Multimediaproduktion sind die AV42 dann geradezu perfekt: Sie nehmen wenig Platz weg und bieten einen angenehmen Klang.

Minimalistisch: Auf der Rückseite des rechten AV42 befindet sich lediglich der zweiadrige Eingang, um den Speaker zu befeuern.

Technische Daten

Bauweise aktiver und passiver 2-Weg-Studio-Monitor
Gehäuse Vinyl-beschichtetes MDF, Bassreflexgehäuse
Bestückung 4" Tieftöner, 1" Hochtöner
Übertragungsbereich 75 Hz bis 20 kHz
Trennfrequenz         2,7 kHz
Max. Schalldruckpegel 101,5 dB (bei 1 m)
Signal-Rausch-Abstand > 90 dB (A-gewichtet)
Leistung 20 W (pro Kanal)
Anschlüsse Stereo-Cinch-Eingang, unsymmetrischer Mini-Klinken-Eingang & Mini-Klinken-Kopfhörerausgang
Gewicht

2x XLR & 2x symm. Klinke

Weitere Anschlüsse Bedienungsanleitungen, Netzkabel, Gummifüßchen, Cinch-Mini-Klinken-Adapterkabel, Mini-Klinkenkabel & Verbindungskabel zum zweiten Lautsprecher


Wertung:
+ genügend Anschlüsse für einfache Arbeitsplätze
+ Kopfhörerverstärker integriert
+ benötigen wenig Platz
+ geringes Gewicht
- Überbetonung im oberen Bassbereich
- keine professionellen Anschlüsse

Preis (UVP): 169,99 Euro (Paar)

Weitere Infos unter: www.m-audio.de

Vertrieb: InMusic







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