Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: K.M.E. VL 340 & VL 350

Flexibilität neu definiert

Marco Sulek am 25.04.2014

Flexibilität neu ...

Im Beschallungsbereich gibt es unzählige Lautsprecher, die als Multitalente beworben werden. K.M.E. zeigt nun mit den zwei neuen Modellen VL 340 und VL 350 aus der Versio-Serie, was wahre Tausendsassas sind. Die beiden vielversprechenden Aktiv-Monitore hatten wir im Test.

Mit K.M.E. verbinden viele Musiker ein kleines, aber feines Produktsortiment an Lautsprechern und Endstufen für den Live-Einsatz. Dass sich der Hersteller aus der überschaubaren Gemeinde Klingenthal nicht auf seinem bereits exquisiten Angebot ausruht, zeigen seine beiden Neuzugänge VL 340 und VL 350. Erstmals auf der Frankfurter Musikmesse 2013 vorgestellt, luden wir die nun endlich erhältlichen Aktiv-Lautsprecher zu einem ausführlichen Test ein.

Schon der erste Blick auf die beiden vorbildlich verpackten Jünglinge der Versio-Serie lässt erahnen, dass es sich hierbei um besondere Beschallungslösungen handelt: An der rechten Gehäuseseite ist ein Bedien- und Anschlussfeld zu finden, das eher an einen mehrkanaligen Gitarrenverstärker erinnert als an einen aktiven Speaker. Die Boxen selbst bestehen aus Multiplex und sind mit einem schwarzen, widerstandsfähigen Finish überzogen. Als Grill kommt Stahlblech mit wabenförmigen Ausstanzungen zum Einsatz. Allgemein kann die Verarbeitung nur als tadellos bezeichnet werden.

Der Hersteller bewirbt den VL 340 und den VL 350 primär als Bühnenmonitore. Dementsprechend sind die Modelle an der linken Seite abgeflacht, um sie als Wedge im Winkel von 35° positionieren zu können. Vier Kunststofffüße entkoppeln dabei das Gehäuse vom Untergrund. Allerdings sind die Auflageflächen relativ schmal, sodass man lieber nicht den Fuß darauf abstützen sollte – ansonsten kippen die Lautsprecher schnell um. Zudem deuten die um 90° im Uhrzeigersinn gedrehten K.M.E.-Logos an der Front darauf hin, wofür die Systeme konzipiert wurden.

Unten besitzen die Speaker einen Stativflansch von Adam Hall. Darauf lassen sie sich flexibel positionieren: Der Flansch erlaubt eine Ausrichtung in 4°-Schritten von maximal ±20°. Dabei braucht man die Boxen nur hochzuheben, zu drehen und wieder aufzusetzen – schon sind sie fixiert. An der Unterseite finden sich weitere Kunststofffüßchen für eine horizontale Platzierung. Zwischen Bedienfeld und Grill gibt es Tragegriffe: der VL 340 besitzt einen Riemen-, der VL 350 einen Schalengriff. Letzterer hätte für eine leichtere Handhabung noch einen zweiten Henkel verdient – immerhin bringt er 21,5 kg auf die Waage.

Ein flexibler Stativflansch an der Unterseite der Versio-Lautsprecher ermöglicht eine individuelle Ausrichtung an die jeweilige Beschallungssituation.

Bestens bestückt

Die beiden Modelle VL 340 und VL 350 unterscheiden sich prinzipiell nur in ihrer Bestückung, den abweichenden Abmessungen sowie Wiedergabeverhalten voneinander. So bietet der VL 340 einen 8“- und der VL 350 einen 12“-Tieftöner. Als Hochtöner besitzen beide einen 1“-Kompressionstreiber. Da es sich hier um Bassreflexgehäuse handelt, sind entsprechende Öffnungen vorhanden: Der VL 340 besitzt eine schlitzförmige Bassreflexöffnung über dem Hochtöner, der VL 350 hat zwei Rohre links und rechts unter dem Tieftöner.

Beim VL 350 ist es zudem möglich, das Hochtonhorn zu drehen. So lässt sich das Abstrahlverhalten von 85° mal 55° an eine horizontale oder vertikale Aufstellung anpassen. Dazu ist es jedoch nötig, Gitter sowie Horn abzuschrauben, letzteres zu drehen und wieder alles zu befestigen. Auf lange Sicht ist es jedoch sinnvoll, diese Einstellung einmal vorzunehmen, sollte man seinen Monitor immer in der gleichen Position aufstellen.

Wo der VL 340 bereits mit einem Frequenzgang von 70 Hz bis 19 kHz bei 123 dB Maximalschalldruckpegel aufwartet, schafft der VL 350 60 Hz bis 19 kHz bei 126 dB. Für die nötige Power sorgt eine 500 Watt starke Class-D-Endstufe. Davon erhält der Woofer 350 und der Tweeter 150 Watt Leistung. Ein DSP übernimmt dabei sowohl die Signalsteuerung als auch die Systemüberwachung. Dieser arbeitet mit Festkomma bei 32 Bit zu 48 kHz und weist laut Hersteller eine Systemlatenz von weniger als 1,5 ms auf.

Eine LED neben dem Master-Regler zeigt an, ob der Lautsprecher betriebsbereit ist, indem sie grün leuchtet. Färbt sie sich orange, schreitet der interne Limiter ein, um das System vor gefährlichen Pegelspitzen zu bewahren. Dementsprechend sollte das Eingangssignal heruntergeregelt werden. Sobald sie sich in Rot präsentiert, greift bei Übertemperatur die Schutzschaltung ein und die Endstufe schaltet stumm. Ist dies der Fall, fährt der Verstärker erst wieder an, wenn eine normale Betriebstemperatur erreicht wurde.

Das Hochtonhorn des VL 350 lässt sich um 90° drehen, um einen optimalen Abstrahlwinkel in Monitorstellung zu erreichen.

Anschlussvielfalt

Insgesamt bieten die beiden K.M.E.-Lautsprecher aus der Versio-Serie drei Kanäle: „Channel 1“ hält eine XLR-Buchse bereit, die sowohl für Mikrofon- als auch für Line-Signale ausgelegt ist. Über einen Taster neben dem Eingang lässt sich das Signal an den entsprechenden Pegel anpassen. Außerdem ist es hierüber möglich, eine Phantomspeisung von 48 Volt zu aktivieren. Dank dieser Funktion lassen sich nicht nur Kondensatormikrofone direkt anschließen, sondern auch aktive DI-Boxen.

Jeder Kanal besitzt ein eigenes Lautstärkepoti. Mittels Master-Regler legt man zudem die Gesamtlautstärke fest. Um Instrumenten- und Line-Signale einspeisen zu können, bietet „Channel 2“ neben einem XLR-Input noch zwei unsymmetrische Klinkeneingänge. Über den Taster daneben lässt sich ebenfalls der Eingangspegel von Mikrofon- und Line- beziehungsweise Instrumentensignale anpassen. Sehr schön ist hier auch, dass es für akustische und elektrische Gitarre Presets für die Klangregelung gibt.

Apropos Klangregelung: Beide Kanäle besitzen einen Zwei-Band-EQ, je einen Regler für Bässe und Höhen. Doch hierbei handelt es sich nicht einfach um Shelf-Equalizer; abhängig vom Preset verhalten sich die Entzerrer wie folgt: Im A-Guitar-Modus greift der Bassregler bei 100 bis 200 Hz und der für die Höhen bei 8 kHz, wohingegen im E-Guitar-Modus untenrum bei 120 Hz und obenrum von 5 bis 7 kHz entzerrt wird. Sehr schön ist auch, dass insgesamt sechs LEDs anzeigen, wie stark die EQs greifen – je heller sie leuchten, desto effektiver die Bearbeitung.

Als dritter und letzter Kanal ist ein integrierter USB-Player zu finden – doch dazu im nächsten Abschnitt mehr. Auch einen Line-Out in XLR male bieten die Versio-Lautsprecher. Wie bei den ersten beiden Kanälen lässt sich über einen Taster bestimmen, ob das Signal eines einzelnen Kanals oder die Gesamtsumme wiedergegeben werden soll. Übrigens: Sollte es mal stark brummen, hilft der Ground-Lift-Schalter unterhalb der Kaltgerätenetzbuchse.

Sobald die LED neben dem Master-Regler orange leuchtet, schreitet der Limiter ein und beschützt die Endstufe vor gefährlichen Pegelspitzen.

Voll digital

Ein absolutes Highlight an den K.M.E. VL 340 und VL 350 ist der USB-Player: Einfach Stick anstecken und loslegen – sehr praktisch für Playbacks und Pausenmusik. Die Schnittstelle erkennt dabei sowohl alle MP3-Varianten als auch WAV-Files mit einer Tiefe von 8 bis 32 Bit und einer maximalen Samplerate von 96 kHz. Aber das war noch längst nicht alles, denn auch Playlists im M3U- sowie PLS-Format werden unterstützt. Die Lautstärke regelt ein separater Pegelsteller. Auch ein Klangregler ist hier zu finden: Bässe und Höhen werden bei Linksanschlag abgesenkt und bei Rechtsanschlag angehoben.

Die Bedienung des USB-Players ist so einfach wie effektiv: Der mittlere Play-Taster ist sowohl für das Abspielen als auch für das Pausieren eines Songs zuständig. Drückt man länger drauf, gelangt man zurück zum ersten Titel auf dem USB-Medium. Ähnlich sieht es bei der Forward- und Backward-Funktion aus: Durch ein einfaches Tippen auf die Taster gelangt man zum nächsten beziehungsweise vorherigen Song. Bei längerem Betätigen wechselt man von Ordner zu Ordner.

Allerdings tappt man hier schnell im Dunklen – schließlich gibt es kein Display, das anzeigt, welcher Song oder welcher Ordner gerade angewählt ist. Deswegen ist es wichtig, die Titel in alphabetischer oder nummerischer Reihenfolge anzulegen. Außerdem sollten sich keine anderen Daten auf dem Stick befinden, da die Schnittstelle alle Ordner und Unterordner nach Audio-Material durchsucht – blöd also, wenn man noch irgendwo die Produktion der letzten Studiosession drauf hat.

Eine LED direkt über der USB-Buchse zeigt an, ob das Speichermedium tauglich ist: Grünes Leuchten bedeutet, dass das Medium erkannt wurde. Flackert die LED grün, ist die Wiedergabe aktiv. Blinkt sie orange, sucht die Schnittstelle gerade nach Titeln. Leuchtet sie orange, wurde kein Audiomaterial gefunden. Bei rotem Leuchten konnte der USB-Stick nicht erkannt werden. Sehr praktisch ist übrigens, dass sich über die Buchse auch Handys oder andere Geräte via USB-Kabel aufladen lassen.

Dank integriertem USB-Player ist es möglich, Playbacks oder Pausenmusik direkt über den Lautsprecher laufen zu lassen.

Vielseitigkeit neu definiert

Die beiden Speaker von K.M.E. eignen sich hervorragen für Musiker, die viel oder ausschließlich mit eigenem Besteck unterwegs sind: Neben den Konfigurationen beider Eingangskanäle merken sich die Versio-Modelle auch die Abspielposition des USB-Players. Obendrauf gibt es noch eine Tastensperre, die verhindert, dass jemand versehentlich etwas verstellt. Um sie zu aktivieren, braucht man nur den Line-Out- und Channel-2-Taster gleichzeitig zu drücken – gleiches gilt auch für das Entsperren.

Doch wie klingen die neuen Modelle VL 340 und VL 350 überhaupt? Dass der Achtzöller nicht die fettesten Bässe wiedergibt, dürfte jedem klar sein. Dennoch geht der VL 340 gefühlt ziemlich weit runter und liefert einen leicht mittenbetonten Sound. Mehr Druck erhält man mit dem Zwölfer VL 350 – hiermit bekommt man ein Fullrange-System, das Alleinunterhalter und Singer-Songwriter auch bestens ohne Subwoofer für eine überschaubare Publikumsbeschallung nutzen können. Außerdem soll erwähnt sein, dass sowohl der kleine als auch der große Speaker extrem laut können, ohne gleich zu zerren.

Da sich die beiden Modelle preislich nur relativ wenig nehmen, kann man ihre Einsatzgebiete klar definieren: Wo der VL 340 hervorragend als Amp für Akustikgitarren- und Gesangssignale bei einem sehr natürlichen Sound prädestiniert ist, gibt der VL 350 besonders gut Bass- und fette Keyboardklänge wieder. Unsere Empfehlung ist jedoch, die Versio-Modelle gemeinsam mit Gitarren-Modellern zu nutzen: Mikrofon in Kanal 1, Kemper in Kanal 2 und Playback via USB-Schnittstelle – schon hat man das perfekte Übungs- oder Alleinunterhaltersystem für Proberaum und Bühne.

Aufgrund der Vielseitigkeit können wir die beiden Versio-Modelle allen empfehlen, die eine flexible und mobile Beschallungslösung suchen – sowohl fürs Monitoring als auch für PA-Anwendungen. Pluspunkte sind neben der Anschlussvielfalt und dem guten Sound vor allem auch die makellose Verarbeitungsqualität und die Multifunktionsbauweise. Und schließlich: Muss doch irgendwann ein Subwoofer her, lässt sich dieser einfach über den Line-Out anschließen.

Schaltet man die beiden Speaker von K.M.E. aus und wieder ein, merken sie sich die letzte Einstellung, sodass man von Gig zu Gig ziehen kann, ohne alles neu zu konfigurieren.

Technische Daten

 

VL 340

VL 350
Bauweise

aktives Zwei-Wege-System

Bestückung

8“ Woofer & 1“ Tweeter

12“ Woofer & 1“ Tweeter
Abstrahlcharakteristik 85° x 55° 85° x 55°, drehbares Horn
Frequenzgang

70 Hz – 19 kHz

60 Hz – 19 kHz
Maximalschalldruckpegel

123 dB           

126 dB
Verstärkertechnologie

Class-D

Leistung (RMS) 350 W (Woofer) & 150 W (Tweeter)
Ausstattung

Lowpass, digitale Frequenzweiche, parametrische EQs &
Ground-Lift-Schalter

Limiter dynamisch gekoppelter Dual-Band-Limiter
Schutzschaltungen

Kurzschluss, Überlast, Übertemperatur, Über- & Unterspannung

DSP-Tacktung

32 Bit zu 48 kHz

Eingangskanäle

3 (XLR, Line/Instrument/XLR & USB-Player)

Ausgang XLR-Link
Maße (HxBxT)

460 x 280 x 250 mm

610 x 390 x 360 mm
Gewicht

12,5 kg

21,5 kg


Wertung:
+ makellose Verarbeitung
+ extrem vielseitig einsetzbar
+ guter Sound
+ bestens für Gitarrensignale geeignet
+ Wiedergabe direkt vom USB-Stick
+ flexibler Flansch
- kippen leicht in Monitorstellung
- USB-Player bietet kein Display

Preise (UVP):
VL 340     1.025 Euro
VL 350     1.175 Euro

Weitere Infos unter: www.kme-sound.de

Vertrieb: K.M.E.







layout-domain.tmpl