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Test: InEar StageDiver 2 & StageDiver 3

Ohrkonform

Marco Sulek am 25.10.2013

Ohrkonform

In-Ear-Monitoring ist nicht nur der komfortabelste, sondern auch der klanglich beste Weg, Musiker auf der Bühne zu beschallen. Um dies auch ohne individuell angepasste und somit teure Hörer zu erreichen, hat sich die deutsche Firma InEar mit der StageDiver-Serie etwas Besonderes einfallen lassen.

Jeder Musiker träumt von einem guten und vor allem von einem gleichbleibend guten Sound im Proberaum oder auf der Bühne. Erreichen lässt sich dies mit In-Ear-Hörern, die so einige Vorteile mit sich bringen: Zum einen ist die Gefahr von Feedbacks viel geringer, da beispielsweise ein Sänger, der mit In-Ears performt, nicht aus Versehen das Mikrofon in den Bühnenmonitor hält und dadurch Mitkopplungen erzeugen kann. Zum anderen garantieren die Lautsprecher direkt am Ohr einen permanent gleichen Klang, der nicht durch eine Positionsänderung auf der Bühne beeinflusst wird.

Für den Künstler am komfortabelsten sind speziell angepasste Ohrabformungen – sogenannte Otoplastiken. Hier werden die Treiber des Hörers einfach reingesteckt, für die Reinigung lassen sie sich wieder abnehmen. Allerdings sind qualitativ hochwertige Produkte gar nicht so günstig, wie man denken möchte. Um auch weniger betuchten Musikern entgegenzukommen, hat sich der deutsche Monitoring- und Gehörschutz-Spezialist InEar eine Lösung einfallen lassen. Dabei kam die StageDiver-Serie, bestehend aus einem Zwei- und einem Drei-Wege-Hörer, heraus.

Doch was bieten die StageDiver-Hörer, was andere Produkte aus dem Produktbereich nicht bieten? Ganz einfach: Eine universelle Passform; das Gehäuse der Hörer findet in so gut wie allen Gehörgängen Platz. Zumindest trifft das theoretisch bei 80 bis 90 % aller Musiker zu. Warum aber nicht alle? Da jedes menschliche Ohr in seiner anatomischen Form individuell ist, kann unmöglich garantiert werden, dass die universelle Passform in jedem Gehörgang angenehm sitzt.

Viel interessanter ist jedoch zu wissen, wie man auf eine individuelle Passform für In-Ear-Hörer kommt: Im Laufe der Jahre hat InEar einige Otoplastiken erstellt und dabei die individuellen Gehörgangabformungen diverser Musiker gescannt und digital abgespeichert. Für die StageDiver wurden über 500 verschiedene Ohrabdrücke mittels Software übereinandergelegt und die „ideale“ Form errechnet. Herausgekommen ist dabei die StageDiver-Serie, deren zwei Modelle wir etwas genauer angehört haben.

Beide StageDiver-Modelle sind äußerlich identisch – nur anhand des Aufdrucks lässt sich unterscheiden, ob es sich um den SD 2 oder den SD 3 handelt.

Hörer rein

InEar haben mit der StageDiver-Serie ganze Arbeit geleistet. Die universellen Hörer sitzen sehr angenehm im Gehörgang. Dabei wackeln sie nicht und es droht auch nicht die Gefahr, dass sie herausrutschen. Wir haben die Zwei- und Drei-Wege-Hörer einigen Bekannten zum Ausprobieren gegeben – und bei allen passten sie perfekt. Das können wir bestätigen: Die StageDiver sitzen sehr angenehm im Ohr. Nur beim erstmaligen Einsetzen muss man die ideale Position durch Herumprobieren finden.

Das Gehäuse der InEar StageDiver besteht aus Acryl. Dieser Werkstoff macht die Hörer unempfindlich gegenüber Schweiß sowie Cerumen und garantiert Langlebigkeit. Dank der glatten Oberfläche lassen sich die Gehäuse ohne größeren Aufwand mit feuchten Tüchern reinigen. Anders als bei Otoplastiken ist es hier nicht möglich, die Treiber zu entfernen. Deswegen sollte man auf keinen Fall Flüssigkeiten oder aggressive Reinigungsmittel verwenden. Wie man Hörer optimal reinigt, erfährst du übrigens auf der InEar-Website.

Damit die StageDiver nach außen hin dicht abschließen, liegen drei Paar Ohrpassstücke mit unterschiedlichen Größen bei. Diese lassen sich einfach auf den verlängerten Schallkanal aufstülpen. Dabei ist darauf zu achten, dass sie bis ans Gehäuse reichen, damit eine optimale Außengeräuschedämpfung erzielt wird. Diese gibt InEar mit 26 dB an – das ist genug, um auch auf einem richtig lauten Konzert das Monitorsignal in moderater Lautstärke abhören zu können.

Nach einer gewissen Zeit sollte man die Ohrpassstücke wechseln. Zwar halten diese einiges aus, doch irgendwann werden sie spröde und dichten nicht mehr optimal ab. Um trotzdem für eine lange Nutzungsdauer zu sorgen, sind die Passstücke nach jedem Einsatz zu reinigen – gleiches gilt auch für die Hörer. Im Schallkanal der Hörer befinden sich Cerumenfilter, die verhindern, dass Ohrenwachs an die Treiber gelangt und dort Schaden anrichtet. Verstopfte Filter können jedoch für einen verfälschten Sound sorgen; vor allem die Höhen kommen dann nicht mehr richtig zur Geltung. Deswegen sind bei Bedarf Filter rechtzeitig zu wechseln.

Die InEar-Hörer der StageDiver-Serie lassen sich bei Bedarf vom Anschlusskabel trennen.

Soundleitung

Ein transparentes, gezwirbeltes Kabel sorgt an den StageDiver-Hörern von InEar für die Signalzufuhr. Dieses ist 140 cm lang, wobei es sich ungefähr 40 cm vor den Hörern in Y-Form aufteilt. Am Gehäuse ist das Kabel durch einen 10 cm langen Biegedraht verstärkt, der sich hinter einem ebenfalls transparenten Kunststoffröhrchen befindet. Dadurch lassen sich die Kabel möglichst unsichtbar hinter den Ohren vorbeiführen, ohne dass sie nach unten hängen und man beispielsweise daran hängen bleiben und die In-Ears schmerzhaft aus dem Gehörgang reißen kann.

Bei Bedarf lässt sich das Kabel aus dem Hörer ziehen. Allerdings muss man dafür relativ viel Kraft aufwenden. Die Idee des Herstellers dahinter ist, dass der Benutzer nur selten die Hörer vom Kabel trennt, da zum einen durch Abnutzungserscheinungen die Stecker ständig herausrutschen und zum anderen die relativ kleinen Hörer schnell verloren gehen könnten. Das Kabel selbst macht einen sehr stabilen Eindruck und dürfte so einiges aushalten, ohne gleich defekt zu sein.

Am unteren Ende des Kabels ist ein vergoldeter Winkelstecker im 3,5-mm-Miniklinkenformat angebracht. Der Winkelstecker sorgt dafür, dass die Leitung nicht einfach nach oben ragt und bei Bewegungen des Musikers Kabelbruch droht. Besonders wenn man ein Wireless-IEM-System benutzt, den Taschenempfänger hinten an der Hüfte trägt und noch ein Gitarrengurt im Spiel ist, wären über kurz oder lang Schäden vorprogrammiert.

Den StageDivern ist ein vergoldeter 3,5-mm-auf-6,3-mm-Klinkenadapter beigelegt, der einfach aufgesteckt werden kann. Neben den drei bereits erwähnten Ohrpassstücken und dem Adapter sind im Lieferumfang noch drei Reinigungstücher und Cerumenfilter zu finden. Das Ganze wird in einer wasserdichten und sehr stabilen Otterbox ausgeliefert, die auch als Aufbewahrungsort und Transportmöglichkeit für die Hörer dient.

InEar gibt seinen StageDivern allerhand Zubehör mit auf den Weg, so sind neben den Hörern eine Otterbox, ein Klinkenadapter, Reinigungstücher und Ohrpassstücke zu finden.

Voll im Einsatz

InEar hat nicht umsonst ein Zwei- und Drei-Wege-System herausgebracht. Schon am Klang erahnt man, an welche Zielgruppe sich der jeweilige StageDiver richtet. Zunächst sei erwähnt, dass beide Hörer einen Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 18 kHz abdecken, eine Impedanz von 40 Ohm aufweisen und sich optisch – bis auf den Aufdruck – nicht voneinander unterscheiden. Auch der maximale Schalldruckpegel scheint fast identisch zu sein: der SD 2 schafft 119 und der SD 3 120 dB (SPL) – zugegeben, ein marginaler Unterschied, vor allem da so hohe Pegel aus gesundheitlichen Gründen vermieden werden sollten.

Ausgestattet mit zwei Treibern präsentiert sich der InEar StageDiver 2. Aufgrund seines relativ neutralen Übertragungsverhaltens ist er für Gitarristen und Sänger geeignet. Besonders präsent zeigt sich der Sprachverständlichkeitsbereich, wodurch der SD 2 für Sänger prädestiniert scheint. Wer hier allerdings Hifi-artige Klänge erwartet, wird enttäuscht sein – schließlich handelt es sich hierbei um ein professionelles Bühnenwerkzeug.

Mehr Betonung in den Bässen bietet der StageDiver 3; der zusätzliche, dritte Treiber sorgt bei diesem Modell für eine präzise Wiedergabe im Tieftonbereich. Aus diesem Grund richtet sich der SD 3 primär an Schlagzeuger, Bassisten und Keyboarder, die meist einen ausgewogeneren und breiteren Sound fordern. Im Gegensatz zum SD 2 eignet sich der SD 3 aber auch für den privaten Konsum – Bässe, Mitten und Höhen wirken feiner aufgelöst und garantieren einen audiophilen Hörgenuss.

Mit der StageDiver-Serie haben InEar professionelle Hörer für den Musiker auf der Bühne im Programm, die in deutscher Handarbeit gefertigt werden. Je nach Anspruch und Bedürfnis kann der Musiker frei wählen, ob er lieber mit den SD 2 einen linearen oder mit den SD 3 einen ausgewogenen, bassigen Sound möchte. Hier ist übrigens die gleiche Custom-Treibertechnik verbaut, die auch bei der InEar-LivePro-Serie zum Einsatz kommt. Attraktiv zeigt sich hier nicht nur die universelle Passform des Gehäuses, sondern auch die hochwertige Verarbeitung, die nichts zu wünschen übrig lässt.

Dank des flexiblen Biegedrahts lassen sich die Kabel der StageDiver bequem hinter den Ohren vorbeiführen.

Technische Daten

  StageDiver 2   StageDiver 3
Treiber 2 3
Übertragungsbereich 20 Hz bis 18 kHz 20 Hz bis 18 kHz
Impedanz 40 Ω 40 Ω
Maximalschalldruckpegel 119 dB            120 dB
Kabellänge 140 cm 140 cm
Außengeräuschedämpfung 26 dB 26 dB
Zubehör

Otterbox, 3 Paar Passformen, 3 Reinigungstücher, Cerumenfilter & vergoldeter Klinkenadapter  


Wertung:

+ wasserfestes Transportcase
+ universelle Ohrpassform
+ hoher Tragekomfort
+ abgestimmter Sound
+ hochwertige Verarbeitung
- Elektronik ist untrennbar mit dem Gehäuse verbunden

Preise (UVP):
StageDiver 2: 359 Euro
StageDiver 3: 489 Euro

www.inear-monitoring.eu

Vertrieb: InEar







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