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Test: IMG Stage Line MEGA-DSP10

Zehn-Zoll-Basis

Marco Sulek am 09.05.2014

Zehn-Zoll-Basis

Einen aktiven Lautsprecher der besonderen Art hat IMG Stage Line mit dem MEGA-DSP10 im Sortiment. In unserem Test präsentierte sich der Zehnzöller klanglich sehr gelungen und auch anderweitig extrem vielseitig.

Den meisten Musikern dürfte IMG Stage Line vor allem für seine preiswerten PA- und Lichtsysteme für Einsteiger bekannt sein. Die Bremer haben aber auch professionelle Beschallungslösungen im Programm. Vor allem die MEGA-Serie sticht hierbei heraus. Die Modelle in aktiver und passiver Bauweise sind dabei nicht nur extrem robust und flexibel, sondern bieten obendrein viele schmackhafte Features. Um zu erfahren, was die MEGA-DSP10 so auf dem Kasten hat, luden wir ein Pärchen der aktiven Lautsprecher zu einem ausführlichen Test ein.

Robust und somit wie für den rauen Tour-Alltag geschaffen zeigt sich das Gehäuse des IMG Stage Line MEGA-DSP10. Es besteht aus Birkensperrholz und besitzt ein schwarzes Finish aus Zweikomponentenlack. Dabei scheint es so, als würde die Box jede unsachte Handhabung unbeschadet überstehen – sogar Kratzer haben kaum eine Chance. Das Frontgitter ist aus Stahlblech und lässt sich keinen Zentimeter eindrücken. Besonders wichtig ist dieser Aspekt in Monitorstellung, wenn ein Musiker meint, er müsse sich auf den Lautsprecher stellen.

Zentriert am unteren Ende des Gitters findet sich eine LED. Diese leuchtet in Betriebsbereitschaft in einem angenehmen Blau. Liegt länger kein Signal an, wechselt der MEGA-DSP10 in den Standby-Modus. Ist dies der Fall, präsentiert sich die Leuchtdiode in Rot. Direkt darüber zeigt sich das IMG-Stage-Line-Logo etwas im Gitter versenkt. Damit weder Staub noch andere Fremdkörper zu den Treibern durchdringen können, wurde direkt hinter dem Grill eine Schicht schwarzen Stoffs gespannt.

Über Tragegriffe verfügt der MEGA-DSP10 an der rechten und linken Gehäuseseite. Diese sind versenkt integriert und genügen, um den 18 kg schweren Speaker auf ein Stativ zu wuchten. An der Unterseite gibt es hierfür einen Flansch aus Kunststoff. Um den Zehnzöller auch als Wedge nutzen zu können, ist er hinten rechts abgeschrägt. Dort sowie an der Unterseite sind jeweils vier Gummifüßchen angeschraubt. Weiterhin gibt es insgesamt zwölf M8-Montagepunkte, wodurch der Lautsprecher für den geflogenen Betrieb gerüstet ist. Übrigens: Im Lieferumfang liegen Ringschrauben bei, die sich anstatt der Inbusschrauben befestigen lassen.

Um den MEGA-DSP10 in Monitorstellung optimal vom Bühnenboden zu entkoppeln, besitzt er vier Gummifüßchen.

Signal rein, Signal raus

In Sachen Anschlussvielfalt können sich einige Hersteller am MEGA-DSP10 etwas abschneiden: Zwei Kombi- sowie ein Stereo-Cinch-Eingang dienen der Signalzufuhr. Um den anliegenden Pegel entsprechend an die jeweilige Situation anzupassen, gibt es zwei Encoder. Der erste ist nur für „Input A“ zuständig, der zweite regelt sowohl „Input B“ als auch den Stereo-Aux-Eingang. Sollten sowohl „Input B“ als auch beide Cinch-Buchsen belegt sein, mischt der Zehnzöller alle Signale monophon zusammen. Insgesamt können also vier unabhängige Signalquellen angeschlossen werden.

„Input A“ lässt sich zudem in der Eingangsempfindlichkeit von Line- auf Mikrofonsignale anpassen. Dazu braucht man nur den Schalter unter der Ethernet-Buchse betätigen. Als optische Kontrolle dient eine LED, die in der Mic-Stellung rot leuchtet. Damit auch andere Lautsprecher das gleiche Signal erhalten, bietet der MEGA-DSP10 insgesamt drei XLR-Ausgangsbuchsen – je eine für die beiden Kombieingänge sowie einen Mix-Out, der das Summensignal weitergibt.

Ganz nach professionellem Standard dient der Stromzufuhr keine Kaltgerätenetzbuchse, sondern ein Powercon-Anschluss. Der Vorteil hier ist, dass sich Powercon-Stecker arretieren lassen und nicht versehentlich herausgezogen werden können. Zudem gibt es eine AC-Link-Buchse, die für den Anschluss eines weiteren, über Powercon betriebenen Lautsprechers dient.

Bestückt ist der MEGA-DSP10 mit einem 10“-Woofer von Faital Pro und einem 1“-Tweeter von Beyma – namhafte Hersteller. Nimmt man das Frontgitter ab, lässt sich das Hochtonhorn drehen. Dadurch ist auch in Monitorstellung ein optimales Abstrahlverhalten von 90° horizontal zu 60° vertikal gewährleistet. Jedoch ist zu erwähnen: Der Speaker droht in Monitorstellung aufgrund der relativ knappen Auflagefläche schnell zu kippen, sollte sich ein Musiker mit seinem Fuß darauf abstützen wollen.

Die Rückseite des Zehnzöllers bietet neben dem Bedienfeld eine verhältnismäßig große Anschlussvielfalt.

Alles digital?

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um einen DSP-gesteuerten Speaker. Das digitale Herzstück weist dabei ein paar Besonderheiten auf und zeigt allerhand Funktionen: Beispielsweise die unübliche Sampling-Frequenz von 65 kHz und die große Wortbreite von 64 Bit – das verspricht schon mal eine hohe Auflösung des Signals. Interessanterweise bietet der IMG Stage Line MEGA-DSP10 noch eine Sperrfunktion, die nur einen eingeschränkten Zugriff auf die Parameter gewährt: Sobald man das Passwort (ab Werk „monacor“) eingibt, ist man wieder Herr über alle Einstellungen. Natürlich lässt sich das Passwort nach Belieben ändern.

Es besteht die Möglichkeit, entweder einen der fünf Werk-Presets zu nutzen oder eigene Einstellungen vorzunehmen und diese auf weiteren 75 Speicherplätzen zu verewigen. Dabei stehen einem nicht nur ganze zehn Equalizer und acht Filter pro Eingang zur Verfügung, sondern auch noch Anpassungen bezüglich Laufzeitkorrektur, Limitierung, Gain-Wert und Hochpassfilter. Bei kleinen Setups – wie solchen von Singer-Songwritern oder Alleinunterhaltern – ist also nicht mal ein Mischpult nötig.

Wer sich nicht über die zwei Menü-Taster und zwei Encoder durch die Parameter kämpfen will, der kann einfach seinen Rechner nutzen. Eine beiliegende CD enthält die Software „IMG Stage Line DSP Controller“ sowohl für Windows ab XP als auch für Mac OS X ab 10.5.8. Alle Einstellungen lassen sich hierüber bequem und einfach via LAN vornehmen: Sobald ein RJ45-Kabel zwischen Lautsprecher und Computer steckt, zeigt das Display an der Rückseite des MEGA-DSP10 „Ethernet Active“ an. Ist dies der Fall, lassen sich direkt am Lautsprecher keine Einstellungen mehr vornehmen – das funktioniert nun nur noch über die Software.

Für Tief- und Hochtöner gibt es jeweils zwei unterschiedliche Endstufen: Der Woofer wird über einen Class-D-Verstärker betrieben, der Tweeter über einen Amp mit Class-AB-Technologie. Insgesamt bietet der MEGA-DSP10 eine Leistung von 600 Watt (RMS). Davon bekommt der Tieftöner 500 und der Hochtöner 100 Watt. Gekühlt wird hier über ein Aluminiumelement an der Rückseite, das im längeren Betrieb höchstens Körpertemperatur erreicht.

Hier misst man mit professionellem Maßstab: Seine Energie bezieht der MEGA-DSP10 über eine Powercon-Buchse.

Gemacht, um zu beschallen

Ob ferngesteuert oder nicht: Der IMG Stage Line MEGA-DSP10 weiß vollauf zu überzeugen. Neben seiner klanglichen Flexibilität punktet er vor allem dank seiner Anschlussvielfalt. Das prädestiniert den Zehnzöller für allerlei Beschallungsanwendungen im kleinen Rahmen. Auch für den Proberaum ist er bestens geeignet: Da in vielen Fällen nur Gesang, Keyboard und Playback verstärkt wird, reichen die Eingänge aus, um auch ohne Mischpult klarzukommen. Bei kleinen Ensembles, die auf moderater Lautstärke üben, genügt sogar nur eine Box.

Auch der Sound weiß zufriedenzustellen: Hier macht sich ein ausgewogenes, detailreiches Klangbild bemerkbar, das genau dem entspricht, was man sich unter einem professionellen Lautsprecher mit 10“-Woofer vorstellt. Dementsprechend gibt der MEGA-DSP10 nicht unbedingt die tiefsten Bässe wieder. Wer also auf einen ordentlichen Schub von unten viel Wert legt, ist mit einem zusätzlichen Subwoofer gut beraten – hier bietet die MEGA-Serie übrigens ein passendes Modell, das sowohl optisch als auch klanglich dazu passt.

Zwar liefert der MEGA-DSP10 mit ganzen 125 dB (Peak) viel Headrom, sollte es der Elektronik doch irgendwann etwas zu viel werden, deutet LED an der Rückseite über dem Display das Einschreiten des Limiters hin. Damit keine unschönen Verzerrungen auftreten, sollte dann entsprechend der Eingangspegel zurückgefahren werden. Zusätzlich gibt es noch LEDs für die Eingänge, die Protect-Funktion sowie eine Power-Leuchtdiode. Letztere leuchtet weiß, sobald der Speaker betriebsbereit ist.

Mit dem MEGA-DSP10 beweist IMG Stage Line, dass auch professionelle Lautsprecher mit allerhand Funktionen weit unterhalb der Tausend-Euro-Grenze keiner utopischen Vorstellung entspringen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sucht hier unbestreitbar seinesgleichen. Zusätzlich ermöglicht die mitgelieferte Software aufgrund ihrer Vielfalt einen enormen Komfort in der Bedienung – sogar übers iPad und ab Herbst auch Android-Tablet. Übrigens: On the top lässt sich der Speaker so konfigurieren, dass er wahlweise die letzten Einstellungen vor dem Ausschalten speichert oder verwirft.

Keine Lust die Einstellungen am kleinen Display an der Rückseite vorzunehmen? Via LAN steuert die mitgelieferte Software den MEGA-DSP10 fern.

Technische Daten

Gehäuse

Birkensperrholz

Bestückung

10“-Woofer (Faital Pro) & 1“-Tweeter (Beyma)

Frequenzgang

55 Hz - 20 kHz

Maximalschalldruckpegel 125 dB (Peak)
Abstrahlcharakteristik

90° horizontal, 60° vertikal

Endstufe

Class-D (Woofer) & Class-AB (Tweeter)

Verstärkerleistung

600 W (RMS), davon 500 W Woofer & 100 W Tweeter

Anschlüsse

2x Kombi-Ins, Stereo-Cinch-In, 2x XLR-Thru, XLR-Mix-Out, RJ45-Buchse, Powercon & Powercon-Thru

Bedienelemente

2x Encoder (einer davon mit Tasterfunktion), 2x Taster, Eingangswahlschalter & Netzschalter

Flugpunkte

12x M8

Abmessung (HxBxT)

504 x 320 x 345 mm


 Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ viele praktische Features
+ DSP via LAN fernsteuerbar
+ viele Anschlüsse
+ ausgewogener Sound
+ herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- kippt leicht in Monitorstellung

Preis (UVP): 849 Euro

Weitere Infos unter: www.imgstageline.de

Vertrieb: Monacor International







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