Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: HK Audio PL 110 FA

Extraterrestrisch guter Sound

Marco Sulek am 12.05.2014

Extraterrestrisch ...

Letztes Jahr präsentierte HK Audio mit der Pulsar-Serie eine verlockende Produktfamilie aktiver Lautsprecher. Auf der Musikmesse wurde nun die übersichtliche Range um einen attraktiven Zehnzöller erweitert – wir hatten den PL 110 FA im Test.

HK Audios Portfolio profitiert von der mittlerweile 35-jährigen Erfahrung in der Lautsprecherentwicklung und -herstellung. Dabei weiß das im saarländischen St. Wendel ansässige Unternehmen stetig mit innovativen technologischen Herangehensweisen für alle erdenklichen Beschallungsaufgaben zu begeistern. Es ist folglich nicht verwunderlich, dass der Brand weltweit hohes Ansehen genießt. Der neueste vielversprechende Wurf aus dem ideenreichen Hause ist der auf den ersten Blick unscheinbare Zehnzöller PL 110 FA aus der Pulsar-Serie.

Sieht man sich den HK-Audio-Neuling etwas genauer an, fallen einem einige interessante Details auf. So ist das Gehäuse beispielsweise an den Kanten mit einer Kunststoffleiste verstärkt. Diese sorgt dafür, dass der Speaker auch den rauesten Tour-Alltag ohne unschöne Schrammen übersteht. Die Box selbst besteht aus einem neuartigen Hybrid-Material, das besonders schwingungs- und somit resonanzarm ist: Der Hersteller vermischt hier MDF mit Spanfasern. Dadurch lässt sich zudem eine extrem hohe Stabilität bei minimalem Gewicht erreichen.

Kratzer haben am PL 110 FA keine Chance – dafür sorgt der widerstandsfähige und leicht angeraute Acryllack. Sehr stabil zeigt sich ebenso das 1 mm dicke Metallgitter an der Front. Gleich dahinter befindet sich eine Schicht Akustikschaumstoff, der das Eindringen von feinen Partikeln zu den Treibern verhindert. Für den Transport sitzt ein versenkter Griff an der Gehäuseoberseite – und dieser reicht locker aus, um die 16 kg leichte Box zu tragen. Auf ein Stativ etwa lässt sie sich trotzdem problemlos durch ihre ergonomische Formgebung heben.

Damit man den kompakten Lautsprecher auch geflogen betreiben kann, besitzt er insgesamt fünf M8-Montagepunkte – je zwei links und rechts sowie einen an der Rückseite. Prinzipiell kann man den Zehnzöller auch in Monitorstellung betreiben. Allerdings ist das Gehäuse nicht abgeschrägt. Alternativ bietet der Hersteller die sogenannte Tilt-Unit an. Diese kann man einfach in die Montagepunkte schrauben, um den PL 110 FA in Schräglage zu versetzen.

Damit der Lautsprecher auch den rauesten Tour-Alltag unbeschadet übersteht, verstärken unter anderem Kunststoffschienen seine Kanten.

Eingespeist

Besonders flexibel zeigt sich der HK Audio PL 110 FA in der Signalzufuhr: An der Rückseite lassen sich insgesamt vier unterschiedliche Quellen anschließen. Zum einen wären da die beiden Kombi-Buchsen. „Input A“ lässt sich praktischerweise über einen versenkten Schalter von Line- auf Mikrofonsignale anpassen. Auf „Mic“-Stellung wird so die Eingangsempfindlichkeit um 30 dB erhöht. Zum anderen gibt es einen Stereo-Cinch-Eingang, woran beispielsweise MP3-Player oder Computer Anschluss finden. Nett umgesetzt ist auch, dass bei sehr niedrigen Pegeln ein Noise-Gate greift, wodurch etwa Rauschen von Signalgebern unterdrückt wird.

„Input C“, wie der unsymmetrische Cinch-Eingang auch heißt, bietet zwar zwei Buchsen für Stereo-Signal, summiert diese jedoch zu einer Monomischung – das leuchtet natürlich ein, schließlich handelt es sich um einen Mono-Lautsprecher. Sehr nützlich ist das, um einen Eingang mit zwei unterschiedlichen Signalquellen zu speisen: Zum Beispiel indem man den linken Input mit einem Keyboard und den rechten mit einem Gitarren-Modeller verbindet. Die jeweiligen Pegel müssen dann jedoch über die Instrumente abgestimmt werden.

Apropos Pegel: Jeder Eingang des PL 110 FA hält einen Gain-Regler bereit. Bei Linksanschlag wird darüber der Input gemutet. Im Gegensatz zu manchen Konkurrenzprodukten bedeutet das auch, dass trotz anliegendem Signal absolut nichts zu hören ist. So gehört sich’s. Auf „12 Uhr“ – die 0-dB-Stellung – rastet der Drehgeber ein, auf Rechtsanschlag ist ein Verstärkungsgrad von 6 dB gegeben. Um gleich etwas vorzugreifen: Den Zehnzöller darf man nicht unterschätzen, denn er liefert sogar bei brüllender Lautstärke ein unglaublich ausgewogenes Klangbild.

Damit für bestimmte Beschallungsaufgaben auch weitere Lautsprecher das gleiche Signal erhalten, gibt es zwei Thru-Buchsen im XLR-Format. „Thru A“ leitet hierbei das weiter, was am darüberliegenden Eingang anliegt. Der zweite Ausgang hingegen kann über einen versenkt angebrachten Schalter so konfiguriert werden, dass sie entweder als Thru-Out von „Input B“ oder als Mix-Out fungiert. Dabei gilt: Die Thru-Outs schleifen eins zu eins das durch, was anliegt, der Pegel des Mix-Out dagegen ist abhängig von den Gain-Stellungen der jeweiligen Eingänge.

Zwei Kombi-Buchsen und ein Stereo-Cinch-Eingang sorgen beim HK Audio PL 110 FA für die Signalzufuhr.

Optimiert

An der Rückseite des PL 110 FA lassen sich über zwei Schalter klangliche Anpassungen vornehmen. Der obere Schalter dient hierbei als Bass-Boost beziehungsweise -Cut. In der Position „Stand Alone“ sorgt er für besten Fullrange-Sound, bei „System/Monitor“ senkt er hingegen tiefe Frequenzen ab, um die kleinen Pulsare auf den Betrieb mit einem Subwoofer oder für Monitor-Aufgaben anzupassen. Sind die Mitten in der „Flat“-Stellung zu aufdringlich? Kein Problem, denn mit dem unteren Schalter lässt sich auf „Contour“ ein Hi-Fi-artigeres Klangbild umsetzen.

Ausgestattet ist der PL 110 FA mit einem 10“-Woofer und einem 1“-Tweeter. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler hierbei auf den Tieftöner, der speziell auf die Gehäusegröße angepasst wurde. Angetrieben werden die Treiber von maximal 1.000 Watt Leistung. Davon erhält der Tieftöner 650 und der Hochtöner 350 Watt – das ist völlig ausreichend für die meisten Bandzwecke. Im Inneren verhindert außerdem ein temperaturgesteuerter Lüfter, dass die Elektronik überhitzt. Dieser macht sich beim Arbeiten übrigens kein bisschen bemerkbar.

Damit die geballte Power des PL 110 FA auch optimal bei den Hörern ankommt, sind an der Unterseite zwei Stativflansche installiert: Der sogenannte Duo-Tilt besitzt hinten einen Neigungswinkel von 3°, vorne sogar 7°. Soll Publikum beschallt werden, empfiehlt es sich, den größeren Winkel zu wählen und den Zehnzöller etwas über den Köpfen der Zuhörer zu positionieren. Dadurch verhindert man zum einen starke Deckenreflexionen in kleinen Räumen und zum anderen kommen so auch hinten stehende Fans in den vollen Genuss der Darbietung.

Auch zwei kleine optische Kontrollen bietet der PL 110 FA: Die Status-LED sitzt direkt über dem Netzschalter und leuchtet grün, sobald der Lautsprecher betriebsbereit ist. Färbt sie sich rot, liegt ein Fehler vor – unter Umständen, weil eine der vielen Schutzschaltungen greift. Die „Signal/Limit“-LED hingegen zeigt an, ob ein Signal anliegt oder ob bei zu hohen Pegeln der Limiter einschreitet. Apropos Limiter: Hier ist ein Multiband-Limiter an Bord, der verhindert, dass es bei hohen Lautstärken zum nervigen Pump-Effekt kommt.

Sobald sich der Zehnzöller aus der Pulsar-Serie in Betriebsbereitschaft befindet, leuchtet die Status-LED über dem Power-Schalter grün.

Volle Schallwelle voraus

Wie bereits erwähnt: Der HK Audio PL 110 FA weiß mit hohen und druckvollen Pegeln zu überzeugen. Weit mehr noch, denn der Sound hat alles, was man sich als Musiker wünscht – er ist extrem druckvoll, knackig, detailliert und besitzt sogar eine räumliche Tiefe, die man eher Studiolautsprechern zuordnen würde. Dank seiner Anschlussvielfalt an der Rückseite ist es mit kleinem Besteck nicht einmal nötig, ein Mischpult dazwischenzuschalten – es sei denn, man verzichtet nur ungern auf eine uneingeschränkte Klangregelung und Effektierung.

Übrigens: Erhält der PL 110 FA über 180 Minuten kein Signal, schaltet er automatisch in den Standby-Modus und läuft nur noch mit einem Stromverbrauch von 0,5 Watt. Möchte man ihn wieder erwecken, muss man ihn aus- und wieder einschalten. Über einen versenkten Schalter lässt sich diese Funktion deaktivieren. Der eine oder andere mag denken, es handle sich bei diesem Gimmick um etwas für die Festinstallation, doch: Der Speaker besitzt keine Status-LED an der Front. Dadurch könnte es durchaus passieren, dass man nach der Bandprobe vergisst, ihn auszuschalten – so übernimmt er diese Aufgabe selbst.

Aufgrund seiner Ausstattung und der für Zehnzöller herausragenden Wiedergabeeigenschaften ist der PL 110 FA vorrangig für Bands interessant, die eine unkomplizierte, einfach zu bedienende und zuverlässige Beschallungslösung suchen. Da er zudem mit hochwertigen Komponenten glänzt und auch die Verarbeitung nichts zu wünschen übrig lässt, wird man jahrelang viel Spaß mit dem Lautsprecher haben.

HK Audio hat sich mit der Pulsar-Familie selbst übertroffen: Hier gibt es klanglich überragende Aktiv-Lautsprecher für ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders mit den kompakten PL 110 FA erhalten Bands Qualitätsprodukte „Made in Germany“, die nicht nur im Proberaum eine hervorragende Figur abgeben, sondern sich auch bestens für Gigs im kleinen Rahmen eignen. Dabei ist aufgrund der druckvollen und guten Basswiedergabe nicht mal ein Subwoofer nötig. Verlangt es die Situation aber doch, empfiehlt sich der PL 118 Sub, um das System untenrum zu ergänzen.

An der Oberseite des PL 110 FA befindet sich der einzige Griff, über den sich der Speaker gut tragen lässt.

Technische Daten

Gehäuse

MDF & Span

Bestückung

10“-Woofer & 1“-Tweeter

Frequenzgang

58 Hz - 18 kHz (@ -10 dB)

Maximalschalldruckpegel 132 dB (Peak)
Abstrahlcharakteristik

90° horizontal, 55° vertikal

Trennfrequenz

2,5 kHz (24 dB/Okt.)

Endstufe

Class-D, bi-amped

Leistung

1.000 W (RMS), davon 650 W Woofer & 350 W Tweeter

Anschlüsse

2x Kombi-In, Stereo-Cinch-In, 2x XLR-Thru & Kaltgerätenetzbuchse

Bedienelemente

3x Gain, Auto-Standby, Mic/Line-Switch, 2x EQ, XLR-B-Out & Netzschalter

Flugpunkte

5x M8

Abmessung (HxBxT)

491 x 343 x 370 mm

Gewicht

16 kg


Wertung:
+ makellose Verarbeitung
+ hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ optimaler Bandsound
+ knackige, druckvolle Bässe
+ viele Anschlüsse

Preis (UVP): 739 Euro

Weitere Infos unter: www.hkaudio.com

Vertrieb: Music & Sales







layout-domain.tmpl