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Test: HK Audio Lucas Nano 600

Kleines Gewand, großer Sound

Marco Sulek am 29.08.2014

Kleines Gewand, ...

Für fortschrittliche Lösungen in der Beschallungstechnik ist HK Audio wohlbekannt. Erst Mitte 2012 sorgte der deutsche Hersteller mit der Einführung der kompakten und vielseitig einsetzbaren Lucas Nano 300 für weltweites Aufsehen. Jüngst erschien die größere Version des erfolgreichen Konzepts – die Lucas Nano 600. Was sie bietet, fanden wir für dich heraus.

Bereits mit der Lucas Nano 300 präsentierte HK Audio ein Lautsprechersystem, das sich gleichermaßen bestens für die Party- und Wohnzimmerbeschallung wie auch für Kleinstkonzerte und Karaokeabende eignet. Vor kurzem ging der deutsche Audiospezialist einen Schritt weiter und stellte die größere Schwester vor: Die Lucas Nano 600 wartet nicht nur mit einer fast doppelt so hohen Leistung auf, sondern ebenso mit neuen technologischen Errungenschaften. Vor allem aber gelang HK Audio damit der Spagat zwischen Kompakt-Anlage und Band-PA. Doch beginnen wir ganz von vorne.

Ausreichend gut verpackt kommt die HK Audio Lucas Nano 600 bei uns in der Redaktion an. So ein vielversprechendes Produkt wollten wir natürlich gleich auspacken und ausprobieren. Doch nachdem wir den Subwoofer aus dem Karton gehoben hatten, stutzten wir: Wo waren denn die beiden Topteile, die eigentlich im Lieferumfang enthalten sein sollten? Nach einem kurzen Moment der Verwirrung lüftete sich das Geheimnis auch schon – sie sind, wie bei der Lucas Nano 300, am Subwoofer befestigt.

Ein interessanter Fakt: Mittels Feststellschrauben lassen sich die zwei Satelliten der Lucas Nano 600 hinten am Subwoofer arretieren. So ist es für den Transport überaus kompakt. Außerdem kann man dadurch das 16,3 kg leichte System mit nur einer Hand tragen. Apropos: Der Sub besitzt an seiner Rückseite jeweils oben und unten einen großzügig dimensionierten und robusten Tragegriff aus Aluminium. Die Bügel wurden dabei so konstruiert, dass die Topteile beim Transportieren gut geschützt sind.

Bei näherer Betrachtung des HK Audio Lucas Nano 600 fällt uns auf: Die Verarbeitungsqualität kann sich wirklich sehen lassen; alles ist schön säuberlich verschraubt und macht einen hochwertigen Eindruck. Besonderes Augenmerk verdient der Subwoofer: Egal wie man ihn platziert oder hinlegt, die Box steht immer so, dass sie den Boden nur minimal berührt. Dadurch entstehen gar nicht erst hässliche Kratzer am Gehäuse. Doch das Alleinstellungsmerkmal findet sich im Inneren der Box.

Für mehr Transportkomfort lassen sich die Topteile der Lucas Nano 600 am Subwoofer befestigen.

Inside

HK Audio setzte es sich zum Ziel, die Basswiedergabe der Lucas Nano 600 akkurat und druckvoll zugleich zu gestalten. Um dennoch einen leichten Subwoofer bauen zu können, bedienten sich die Ingenieure eines simplen wie effektiven Tricks: Sie konstruierten eine Kunststoffbox, in der eine zusätzliche Holzplatte am Boden für mehr Steifigkeit sorgt. Weiterhin setzten sie im Inneren auf Metallstreben, die Resonanzen unterdrücken und einen größeren Frequenzbereich ermöglichen sollen – zum Klang weiter unten mehr.

Bestückt ist der Subwoofer mit einem 10“-Treiber. Da es sich um ein aktives System handelt, versorgt eine interne Endstufe den Tieftöner mit maximal 300 Watt. Somit soll ein Schalldruckpegel von bis zu 123 dB (Peak) möglich sein. Für die recht tiefe untere Grenzfrequenz von 43 Hz sorgt der spezielle Bassreflex-Port. Dieser findet sich gut versteckt unterhalb des Treibers. Übrigens: Die Verstärkereinheit im Sub treibt über zwei Speakon-Buchsen auch die Satelliten an, die maximal je 80 Watt an 8 Ohm oder gestackt 160 Watt an 4 Ohm erhalten.

Als Weltneuheit stellte HK Audio auf der diesjährigen Prolight + Sound aber eine Technologie vor, die sich im Topteil der Lucas Nano 600 findet: Im Gegensatz zur kleinen Schwester besitzt der Satellit zwei koaxial aufgebaute Treiber. Sprich, in der Box sitzt vor dem 4,5“-Woofer ein 1“-Kompressionstreiber. Die eigentliche Neuheit befindet sich jedoch direkt vor dem Hochtöner: der sogenannte Multicell-Transformer. Dabei handelt es sich um einen weiterentwickelten Wave-Transformer, der die akustischen Eigenschaften eines weit größeren CD-Horns bereithalten soll.

Mit dem Multicell-Transformer lassen sich die beiden Topteile überhaupt erst akustisch sinnvoll stacken: Ein einzelner Satellit strahlt Schall seitlich um 90° ab, nach unten jedoch nur um 45° und nach oben um 10°. In dieser Single-Aufstellung vermeidet man durch die gebündelte Schallwiedergabe störende Deckenreflexionen. Verbindet man jedoch beide Satelliten miteinander, ergibt sich ein für PA-Lautsprecher typisches, kohärentes Abstrahlverhalten von 90° mal 60°. Das ist möglich, da die eine Box quasi kopfüber auf die andere gesteckt wird, wodurch sich die Schallwellen addiert, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Die beiden Topteile der Lucas Nano 600 lassen sich für einen größeren Abstrahlwinkel stacken.

Baukunst

Um die beiden Topteile des Lucas Nano 600 miteinander verbinden zu können, hat sich HK Audio ein ausgeklügeltes Konzept einfallen lassen: Die Lautsprecher braucht man einfach nur an die dafür entwickelten Schnittstellen richtig herum halten und drücken. Richtig herum heißt in diesem Fall, dass beim Festmachen auf der oberen Box „Push to connect“ und beim Lösen „Push to release“ korrekt zu lesen sein muss – die sogenannte Easy-Click-Verbindung. Das Signal gelangt dann über zwei Kontakte von Speaker zu Speaker.

Damit die Topteile überhaupt ein Signal erhalten, müssen sie mit dem Subwoofer verbunden sein. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man steckt die Satelliten direkt an die Schnittelle auf den Tieftöner oder verbindet sie via Speakon-Kabel. Das praktische ist, wenn man die Tops direkt auf den Sub steckt, dass man akustisch gesehen eine voll ausgestattete Fullrange-PA erhält. Diese lässt sich überall dort aufstellen, wo ein entsprechendes Beschallungssystem nötig ist – schade nur, dass an der Unterseite des Subs kein Stativflansch installiert ist. 

Von der herkömmlichen PA zur Säule verwandelt sich die Lucas Nano 600, indem man die Satelliten mittels Distanzstange auf den Subwoofer schraubt. HK Audio bietet dafür das Zubehörpaket Mono Stand Add-on an, das in einer Transporttasche neben zwei Distanzstangen auch einen Stativadapter und ein Speakon-Kabel enthält. Der Aufbau ist kinderleicht: Einfach die Distanzstangen aufschrauben, die Lautsprecher draufstecken, den Ausgang am Subwoofer auf „Twin“ stellen, Kabel dran, aufdrehen – fertig.

Als waschechte Crossover-PA – wie der Hersteller sie nennt – lässt sich die Lucas Nano 600 auch als 2.1-System nutzen. Dazu benötigt man das Stereo Stand Add-on, das in seiner Transporttasche zwei Stative und zwei Speakon-Kabel beherbergt. Tipp: Dank des 3/8-Gewindes an den Tops lassen sie sich aber auch an jedes Mikrofonstativ schrauben. Damit man nun beide Buchsen für das linke und rechte Stereo-Signal verwenden kann, muss der Setup-Schalter am Sub auf „Single“ zeigen. So kann man die Satelliten relativ frei im Raum verteilen – für ein optimales Stereo-Bild sollte der Subwoofer jedoch in der Mitte stehen.

Bei Systemstarts, Übersteuerungen, Modiwechsel und Fehlern leuchtet die LED neben dem Netzschalter rot.

Signalweg

Die Lucas Nano 600 integriert einen verhältnismäßig üppig ausgestatteten 3-Kanal-Mixer. Die einzelnen Eingänge unterscheiden sich dabei voneinander, sodass sie für unterschiedliche Signalquellen das passende Format bieten. Eines haben allerdings alle Channels gemeinsam: Sie halten einen Lautstärke- und einen Contour-Regler bereit. Letzterer arbeitet abhängig vom Eingangswahlschalter und sorgt bei Mikrofonsignalen für eine Anpassung der Sprachverständlichkeit, bei Line-Signalen hingegen übernimmt er eine Art Loudness-Funktion.

Kanal „1“ besitzt eine Kombi-Buchse und ist für Instrumenten-, Line- sowie Mikrofon-Signale gleichermaßen ausgestattet. Über einen Schalter zwischen Lautstärke und Loudness lässt sich dabei die Eingangsempfindlichkeit entsprechend wählen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, für Kondensatormikrofone eine Phantomspeisung von 48 Volt zu aktivieren. Kanal „2“ offeriert gleich zwei Kombi-Buchsen für Stereo-Signale. Alternativ lassen sich hieran aber auch zwei Mikrofone oder Instrumente anschließen, die mono der Summe hinzugeführt werden.

Der dritte und letzte Kanal ist nur für Line-Signale vorgesehen: Er bietet Cinch- und Miniklinken-Buchsen. Sind beide Anschlüsse gleichzeitig belegt, hat Miniklinke Vorrang. Summa summarum lassen sich im Einzelnen also fünf Signalquellen anschließen – gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass es sich „nur“ um eine PA handelt. Einen Regler für die Gesamtlautstärke bietet die Lucas Nano 600 aber leider genauso wenig wie fürs Panorama. Dafür lässt sich der Pegel des Subwoofers im Verhältnis zu den Satelliten regeln.

Für die Benutzung als Stereo-System steht ein Balance-Regler bereit. Interessant wird es, wenn man eine Lucas Nano 600 mit einer zweiten über die Link-In/-Out-Buchse verbindet: Es ergeben sich so insgesamt sechs Eingangskanäle für maximal zehn Signale für beide Systeme. Möchte man das Wiedergegebene aufnehmen, stehen Stereo-Line-Out-Buchsen im Klinken-Format zur Verfügung. Diese lassen sich alternativ auch als Thru für Kanal „2“ nutzen. In Betrieb nimmt man die Lucas Nano 600 schließlich via Netzschalter über dem Balance-Regler.

Über den dreikanaligen Mixer lassen sich Signalquellen unterschiedlichen Formats anschließen.

Beschallungsdrang

Bevor die Lucas Nano 600 nach dem Einschalten etwas wiedergibt, mutet sie sich erst selbst für ungefähr 5 Sekunden. So ist garantiert, dass keine nervigen Hochfahrgeräusche der Endstufe zu hören sind. Während dieser Zeit leuchtet die LED links neben dem Power-Switch rot. Sobald sie sich grün färbt, ist die PA einsatzbereit. Auch beim Umschalten vom „Single“- in den „Twin“-Modus schaltet sich das System für 5 Sekunden stumm. Übrigens: Die LED zeigt außerdem an, ob der Limiter arbeitet oder ein interner Fehler vorliegt.

Wie bereits eingangs erwähnt: Kommt so eine vielversprechende PA an, will man sofort ausprobieren, was sie auf dem Kasten hat. Gesagt, getan – wir stellten die HK Audio Lucas Nano 600 erst in der 2.1-Konstellation auf, spielten Konservenmusik ab und lauschten. Unser erster Eindruck bekräftigte sich nach längerem Hören: Die Bässe kamen absolut knackig rüber, die Mitten waren keineswegs aufdringlich oder gar aggressiv und die Höhen klangen sehr fein aufgelöst. Bei dieser Anlagengröße hatten wir aber keineswegs so viel Druck erwartet.

Um alles aus der Lucas Nano 600 herauszuholen, drehten wir den Contour-Regler von „Flat“ langsam auf „Max“. Der Effekt war, dass die Bässe und Höhen deutlich wahrnehmbar angehoben wurden, wodurch der Sound um einiges voller, runder und vor allem mächtiger ertönte – und das sowohl bei rockigen und metallischen als auch bei elektronischen und klassischen Klängen. Diese Eigenschaft prädestiniert das System sogar für das heimische Wohnzimmer, wenn es mal etwas lauter zur Sache gehen soll.

Da die Lucas Nano 600 so gut tönte, wollten wir sie erst einmal für die Hintergrundbeschallung unserer Redaktion nutzen. Dabei soll erwähnt werden, dass aufgrund der neuen Ökodesign-Richtlinie eine Auto-Sleep-Funktion integriert sein muss, die das Gerät nach 120 Minuten automatisch abschaltet, wenn kein Signal anliegt. Das passierte bei uns auch – obwohl Musik wiedergegeben wurde, wenn auch auf einem recht niedrigen Level. Leider scheint hier die Funktion nicht ganz korrekt abgestimmt worden zu sein. Deswegen deaktivierten wir Auto-Sleep mittels Schalter an der Rückseite. Der Hersteller ist aber bereits dabei, den Fehler zu beheben.

In einem Jugendraum testeten wir zwei HK Audio Lucas Nano 600 als Stereo-System.

Festlichkeit

Eine einzige HK Audio Lucas Nano 600 bietet ja schon allerhand, aber was kann ein System bestehend aus zwei großen Nanos? Wir wollten es herausfinden und stellten zwei der kompakten PAs in einem recht geräumigen Jugendraum auf – je eine an die linke und rechte Seite des Zimmers. Über ein Behringer X32 Rack, das hinter der Bar verbaut war, erhielten sie erst das Signal aus der Konserve. Auch hier bestätigte sich unser Eindruck eines hochauflösenden und ausgewogenen Systems – sogar bei sehr hoher Lautstärke.

Als nächstes schlossen wir ein Gesangsmikrofon an, um die Sprachverständlichkeit der Lucas Nano 600 zu testen. Dazu stellten wir den Eingangswahlschalter im ersten Kanal auf „Mikrofon“ und drehten auf. Bereits jetzt kam die menschliche Stimme sehr klar und definiert rüber. Auch hier stellten wir den Contour-Regler auf Rechtsanschlag, um zu schauen, was passiert. Das Ergebnis: tieffrequente Signalanteile verminderten sich deutlich, sodass Griffgeräusche und zu starke Bässe in der Stimme gut unterdrückt wurden, gleichzeitig wurde der Sprachverständlichkeitsbereich gepusht, wodurch die Stimme viel klarer und deutlicher rüberkam.

Sogar einer Rockband wurde die Lucas Nano 600 gerecht, indem sie E-Gitarren, E-Bass, Keyboard und Gesang verstärkte. Sie konnte so locker mit einem akustischen Schlagzeug mithalten, obwohl wir im gleichen Zuge gestehen müssen, dass die Band nicht allzu laut war. Jedenfalls eignet sich die kompakte PA nicht nur bestens für Alleinunterhalter, DJs und Gartenpartys, sondern auch als Beschallungslösung für kleinere und größere Bands. Dabei erhielten wir bei allen Anwendungen einen definierten und knackigen Sound, außerdem – und das fiel uns erst nachher auf – war kein einziges Feedback zu vernehmen.

HK Audio legte mit der Lucas Nano 300 den Grundstein einer neuartigen multifunktionalen Kleinst-PA und führt dieses Konzept mit der Crossover-PA Lucas Nano 600 erfolgreich fort. Sowohl Verarbeitungsqualität als auch Sound sprechen dabei für sich. Musiker, die für unterschiedlichste Einsatzgebiete eine Komplettlösung mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, sind mit der Lucas Nano 600 definitiv gut bedient. Obendrauf gibt’s jede Menge optionales Zubehör für die unterschiedlichsten Beschallungsaufgaben. Übrigens: Nach der Registrierung erweitert HK Audio die standardmäßig vorgeschriebene Garantie von 2 Jahren auf ganze 5 Jahre. Und das mag was heißen.

Die Lucas Nano 600 besitzt eine Auto-Sleep-Funktion, die sich bei Bedarf an der Rückseite deaktivieren lässt.

Technische Daten & Wertung

  Subwoofer Single

Twin

Max. SPL 123 dB (Peak) 124 dB (Peak)

130 dB (Peak)

Leistung 300 W & 2x 80 W (8 Ω) 80 W (8 Ω)

160 W (4 Ω)

Frequenzgang 43 Hz - fx 175 Hz - 22 kHz 175 Hz - 19 kHz
Bestückung 10“ Woofer 4,5“ Woofer & 1“ Tweeter

2x 4,5“ Woofer & 2x 1“ Tweeter

Abstrahlwinkel 90° x +10°/-45° 

90° x 60°

Maße (HxBxT) 490 x 350 x 470 mm 145 x 145 x 135 mm

280 x 145 x 135 mm

Gewicht 13,9 kg 1,2 kg 2,4 kg
Lieferumfang

Subwoofer, 2x Satelliten, Schutzhülle & Netzkabel


Wertung:
+ gute Verarbeitungsqualität
+ vielseitig einsetzbar
+ ausgewogener, unerwartet heftiger Sound
+ praktische Anschlussmöglichkeiten
+ viel optionales Zubehör
- Auto-Sleep-Funktion nicht richtig konfiguriert

Preise (UVP):
Lucas Nano 600     1.149 Euro
Roller Bag                  135 Euro
Mono-Add-on              79 Euro
Stereo-Add-on           135 Euro

Weitere Infos unter: www.hkaudio.com

Vertrieb: Music & Sales







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