Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: Genelec M040A

Klangstark

Marco Sulek am 18.11.2013

Klangstark

Genelec gehört zweifellos zu den weltweit führenden Herstellern hochwertiger Studiolautsprecher. Doch der finnische Hersteller ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern entwickelt unermüdlich neue Modelle. Wir hatten den aktiven Zwei-Wege-Studiomonitor M040A im Test.

Als Ilpo Martikainen 1978 Genelec gründete, konnte er sich wohl kaum ausmalen, welchen Erfolg sein Unternehmen in der Zukunft verbuchen würde. Dass dieser nicht ausblieb, ist kein Wunder, denn aufgrund der hohen Verarbeitungs- und Wiedergabequalität kommen seine Produkte nicht nur in renommierten Tonstudios, sondern sogar auch im Rundfunk zum Einsatz. Im Portfolio sind somit alle sinnvollen Baugrößen zu finden – angefangen beim kleinen Desktoplautsprecher 6010B bis hin zum mächtigen Farfield 1036A.

Jüngst brachte der in Iisalmi (Finnland) ansässige Studiolautsprecherspezialist seine neue M-Produktserie, bestehend aus den beiden Modellen M030A und M040A, auf den Markt. Wir hatten das größere der beiden aktiven Zwei-Wege-Systeme im Test: den M040A, der sich aufgrund seiner MDE-Bauweise (Minimum Diffraction Enclosure, zu Deutsch: Gehäuse mit minimaler Schallbrechung) optisch gut in die 8000er-Serie einreiht. Allerdings unterscheidet er sich auf den zweiten Blick doch stark von bereits etablierten Genelec-Produkten.

Das Gehäuse des M040A besteht nicht – wie man vielleicht erwarten würde – aus Aluminium, sondern aus NCE (Natural Composite Enclosure, zu Deutsch: Gehäuse aus natürlichem Verbundwerkstoff). NCE ist eine besondere Zusammensetzung aus Holz und Kunststoff, die bessere akustische Eigenschaften als reiner Kunststoff haben soll. Das Material aber fühlt sich wie herkömmlicher Kunststoff an. Das Gehäuse besteht aus zwei Teilen: ein vorderes Gehäuseelement und eine Blende, die die komplette Rückseite einnimmt. Zusammengehalten werden sie durch acht Torx-Schrauben.

Eine Besonderheit am M040A sind die Bassreflexkanäle. Diese befinden sich weder vorne noch hinten, sondern verlaufen an den Seitenwänden des Gehäuses entlang und münden an der Unterseite. Die Öffnungen sind so konzeptioniert, dass sie an den vorderen Hälften der beiden Standbeine angebracht sind und quasi bündig zur Auflagefläche enden. Insgesamt entsteht so ein speziell abgestimmter und luftströmungsoptimierter Schallkanal – aus M040A und beispielsweise einem Tisch –, der die energiereichen Luftbewegungen der Bässe sowohl nach vorne als auch nach hinten wiedergeben soll. Allerdings ist der verhältnismäßig schwache Luftstrom eher vorne als hinten spürbar.

Anders als bei herkömmlichen Studiomonitoren sind die Bassreflexöffnungen des M040A an der Unterseite zu finden.

Innere Werte

Beim Genelec M040A handelt es sich um einen Biamping-betriebenen Aktivlautsprecher. Um die Chassis anzutreiben, ist eine Class-D-Endstufe verbaut, die jeweils 80 Watt für den Woofer und 50 Watt für den Tweeter bereitstellt. Beim Abhören auf einer verhältnismäßig sehr hohen Lautstärke konnten wir keine Verzerrungen oder andere Defizite feststellen, die manch andere Studiolautsprecher bei hoher Auslastung von sich geben. Laut Datenblatt erreicht der M040A sogar einen Schalldruckpegel von bis zu 107 dB – recht laut für den relativ bescheiden anmutenden Speaker.

Eine grün leuchtende LED an der Vorderseite des M040A zeigt an, ob dieser in Betriebsbereitschaft ist. Zudem hat Genelec seinem Neuling einen Standby-Modus spendiert: die sogenannte ISS-Funktion (Intelligent System Sensing, zu Deutsch: intelligente Systemabtastung). Diese macht sich nach einer halben Stunde ohne Signalzufuhr bemerkbar, indem die LED rot zu leuchten beginnt – nun ist der M040A auf Sparflamme und verbraucht lediglich 0,5 Watt.

Bestückt ist der M040A mit einem 6,5“-Tief- und einem 1“-Hochtöner mit Metallkalotte. Jedoch besitzt nur der Tweeter ein schützendes Gitter; der Woofer kommt ohne aus. Die Trennfrequenz beider Treiber ist bei 2,5 kHz angesetzt. Beim Abspielen sehr tiefer Frequenzen bei hoher Lautstärke fällt positiv auf, dass der Tieftöner einen kaum wahrnehmbaren Hub zeigt. Nur als wir es etwas übertrieben, machten sich leichte Auslenkungen des Woofers bemerkbar.

An Eingängen bietet der Genelec M040A alle nötigen und zweckdienlichen Anschlussmöglichkeiten: eine symmetrische Neutrik-Kombo- und eine unsymmetrische Cinch-Buchse. Links neben den Audio-Inputs ist zusätzlich eine Netzbuchse für einen Eurostecker angebracht. Offenbar wollte der Hersteller keine Kaltgerätekabel verwenden, obwohl die zusätzliche Schutzleitung für dieses professionelle Produkt sicherlich nicht falsch gewesen wäre. Wie von vielen Genelec-Modellen gewohnt, zeigen die Anschlüsse sinnvollerweise nach unten – und nicht einfach nach hinten. Das ist kabelschonend, denn sonst würden sich die Drähte ungut nach unten verbiegen.

Die grüne LED am Genelec M040A signalisiert Betriebsbereitschaft.

Klangkomponenten

Im Gegensatz zu den meisten Studiomonitoren gibt es am M040A keinen Lautstärkeregler, sondern nur einen Schalter mit drei Stellungen: 0 dB, -10 dB und -20 dB. Zwar ist man hier nicht so flexibel was die Anpassung der Abhörlautstärke angeht, dafür entsteht jedoch gar nicht erst das Problem, beide Lautsprecher über die Regler genau so einzustellen, dass sie exakt den gleichen Pegel wiedergeben. Außerdem regelt man die Lautstärke normalerweise sowieso über Interface, Mischpult oder Monitorcontroller.

Der mittlere der drei Schalter stellt einen eingebauten Equalizer mit zwei Presets dar, mit dem sich der M040A an die jeweilige Gegebenheit anpassen lässt. Bei „Off“ wird das Signal unbearbeitet weitergegeben, bei „Tabletop EQ“ wird eine 3-dB-Absenkung bei 210 Hz realisiert, wodurch man eine Überbetonung in diesem Bereich kompensiert, die sich sonst beim Aufstellen auf einem Schreibtisch bemerkbar machen würde. Die dritte Stellung „Bass EQ“ senkt einem Low-Shelfing-Equalizer gleich das Signal um 2 dB bei 200 Hz ab.

Auch für die Aufstellung der M040A existiert ein eigener dreistufiger Schalter: der „Bass Level“. Dieser gleicht die Bässe an, je nachdem, wo der Lautsprecher im Raum platziert wird. Neben der obligatorischen „Free Space“- gibt es noch die „Against a wall“- und die „Corner“-Stellung. Wenn die M040A nun an einer Wand stehen, sollte die Tiefen um 2 dB abgesenkt werden. Gleiches gilt für die Aufstellung in einer Ecke; bei entsprechender Einstellung sollte eine Bassabsenkung von 4 dB erfolgen. Praktischerweise ist an der Rückseite des Lautsprechers aufgedruckt, welche Stellung was beeinflusst, sodass man nicht ständig die Bedienungsanleitung zu Rate ziehen muss.

Für einen verhältnismäßig sehr breiten Sweet-Spot sorgt der Directivity-Control-Waveguide. Zwar mutet es unscheinbar an, doch der Effekt ist enorm: Sogar bei einem relativ unsachgemäßen Aufstellen von zwei M040A und beim Herausbewegen aus dem Stereodreieck offenbaren sich uns kaum merkliche Klangunterschiede. Freilich gilt dies nur für die horizontale Abstrahlebene; die Abhöre sollte nichtsdestotrotz auf Ohrhöhe platziert werden und der Engineer an vorgesehener Position sitzen. Für die nötige Entkopplung vom Untergrund liegen den Lautsprechern übrigens aufklebbare Schaumstofffüßchen bei.

Anpassungen der Abhörsituation und der Lautstärke lassen sich an der Rückseite des M040A mittels Kippschalter realisieren.

Volle Aufmerksamkeit

In unserem Test zeigten sich die Genelec M040A nicht nur seitens der Komponenten und Technik im besten Licht, sondern auch klanglich. Besonders hervorzuheben ist hier die Wiedergabequalität, die eine analytische Arbeitsweise ermöglicht: So gut wie jede Nuance der Mischung war herauszuhören. Das ist auch der hervorragenden Darstellung der räumlichen Tiefe zu verdanken, die jede noch so unauffällige, sich in den Hintergrund flüchtende Hallfahne wahrnehmbar machte.

Oft zeigt sich das Problem bei Lautsprechern, dass perkussive und transientenreiche Signale nicht optimal wiedergegeben werden können, da die Trägheit der Lautsprechermasse zu einer minimal verzögerten Reaktion des Chassis führt oder nicht richtig auslenken lässt. Der M040A jedoch hat eine hervorragende Impulstreue, die – nebst einer guten Wiedergabe – dafür sorgt, dass Knackser erkannt und eliminiert werden können. So und nicht anders gehört es sich, wenn man professionell arbeiten möchte.

Positiv fällt auch die Basswiedergabe auf. Es waren weder matschige noch über- oder unterpräsente Tiefen zu vernehmen. Und sollte es doch einmal zu viel des Guten werden, bietet der M040A spezielle Schalter für die Bassabsenkung. Was in den Bässen direkt am Lautsprecher einstellbar ist, funktioniert leider nicht für Mitten und Höhen. Eine Umsetzung von Raumangleichungen in höheren Lagen wird hingegen nicht als notwendig erachtet. Allerdings müssen wir zugeben, dass in unserer Testsituation keine Anpassung erforderlich war. Das sich offenbarende Klangbild war ausgeglichen und linear.

Mit den M040A ist Genelec eine optimale Ergänzung des ohnehin schon breiten Produktportfolios an professionellen Studiomonitoren gelungen. Die herausragenden, innovativen Eigenschaften des Lautsprechers machen ihn zum Profi-Werkzeug – sowohl im Tonstudio als auch im Broadcast-Bereich. Dabei kann sich die Verarbeitungs- und Wiedergabequalität sehen und hören lassen. Übrigens: Wem der Tieftonbereich ab 48 Hz nicht reicht, der findet bei Genelec darüber hinaus auch noch eine große Auswahl an passenden Studiosubwoofern.

Alle drei Anschlussbuchsen am M040A zeigen nach unten, sodass Kabel sauber zugeführt werden können.

Technische Daten

Übertragungsbereich

48 Hz bis 20 kHz (-3 dB)

Maximalschalldruckpegel  107 dB
Gehäusematerial Holz-Kunststoff-Verbund
Bestückung 6,5“-Woofer & 1“-Tweeter
Leistung 80 W (Tieftöner) + 50 W (Hochtöner)
Endstufe Class D
Anschlüsse

Kombi-In, Cinch-In & Euro-Netzbuchse

Schalter

Eingangspegel, Bassfilter, EQ & Power

Abmessung (HxBxT) 337 x 235 x 229 mm
Gewicht

7,4 kg


Wertung:

+ hochwertige Verarbeitung
+ analytischer Klang
+ gute Basswiedergabe
+ sehr breiter Sweet-Spot
+ gute Impulstreue
+ hervorragende Darstellung räumlicher Tiefe
+ sinnvolle Anpassungsmöglichkeiten
- keine Regelmöglichkeit der Mitten und Höhen
- knackst beim Einschalten

Preis (UVP): 670 Euro

www.genelec.com

Vertrieb: Audio Pro







layout-domain.tmpl