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Test: Electro-Voice ETX-12P

Das nächste Level

Marco Sulek am 02.06.2014

Das nächste Level

Electro-Voice bietet für die unterschiedlichsten Beschallungsaufgaben den passenden Lautsprecher. Mit der neuen ETX-Serie erweiterte der amerikanische Spezialist nun sein portables Angebot an Live-Speakern nach oben. Im Test hatten wir aus dieser hochinteressanten Produktfamilie den ETX-12P.

Zu den weltweit ältesten und hochangesehensten Lautsprecherherstellern gehört Electro-Voice. In mittlerweile über 85 Jahren konnten die Ingenieure unglaublich viel Know-how in der Entwicklung und dem Bau von Beschallungssystemen sammeln. Und das macht sich bei allen Modellen positiv bemerkbar. Besonders mit den neuesten Sprösslingen aus der ETX-Serie präsentierte der Traditionshersteller jüngst vielversprechende Speaker. Von den insgesamt sechs Modellen nahmen wir den zweitkleinsten in den Prüfstand: den ETX-12P.

Wie bei Electro-Voice üblich, deutet das „P“ am Ende der Produktbezeichnung darauf hin, dass es sich um eine aktive Bauweise handelt. Und was beim ETX-12P unter der Haube steckt, ist nicht von schlechten Eltern: Mit 2.000 Watt (Peak) lassen sich so ziemlich alle Aufgaben erfüllen, für die ein Zwölfzöller infrage kommt. Für die nötige Power sorgt hier eine Class-D-Endstufe, die vom integrierten DSP überwacht wird – doch dazu später mehr.

Damit die inneren Komponenten ordentlich geschützt sind, besitzt der ETX-12P ein 18 mm starkes Birkenmultiplexgehäuse. An dessen Front schützt ein 1,25 mm dickes Stahlgitter die Treiber effektiv vor äußeren Einwirkungen. Tourtauglichkeit erlangt der aktive Speaker nicht nur wegen seiner hochwertigen Verarbeitung, sondern auch durch das spezielle, aufgeraute Finish. An beiden Gehäuseseiten finden sich zudem massive Aluminiumschalengriffe. Diese üppige Ausstattung geht allerdings mit einem verhältnismäßig hohen Gewicht einher: 23,6 kg bringt eine Box auf die Waage.

Bestückt ist der ETX-12P mit den Electro-Voice-eigenen Chassis SMX2120 für den Tieftonbereich und dem Titankompressionstreiber DH3-B für die Hochtonsektion. Schraubt man das Frontgitter ab, fällt einem etwas auf: Der Woofer reicht etwas unter das Hochtonhorn. Doch keine Sorge, es sind nur wenige Zentimeter, die die Akustik nicht nachteilig beeinflussen. Vielmehr aber schafft es der Hersteller dadurch, ein ideales Abstrahlverhalten mit einem möglichst kompakten Gehäuse zu vereinen.

Platzsparend: Der Tieftöner reicht leicht unter das Hochtonhorn.

Signal bitte

Zwei Kombi-Buchsen an der Rückseite des ETX-12P sorgen dafür, dass Signale sowohl via XLR als auch über Klinke in den Lautsprecher gelangen. Für jeden Eingang steht dabei ein Gain-Regler bereit, der auf „12 Uhr“ einrastet – die Unity-Gain-Stellung. Die Gesamtlautstärke ist allerdings über einen Encoder neben dem Bildschirm zu regeln, doch zu diesem kommen wir gleich noch. Tipp: Bevor man ein Kabel anschließt, sollte der Gain-Poti auf Linksanschlag stehen, da sonst ein lautes Knacksen zu hören ist.

Ein nettes Feature zeigt sich auf dem hintergrundbeleuchteten LCD-Display: Neben zwei Pegel-Meter lässt sich quasi in Echtzeit ablesen, wie viel Signal in welchem der beiden Kanälen anliegt. Die Werte beziehen sich hier auf dBu, dem gängigen Bezugswert bei der Live-Beschallung. Liegen mehr als +18 dBu an, macht das entsprechende Meter mit „Clipping“ auf eine Eingangsübersteuerung aufmerksam. In dem Fall sollte der Pegel reduziert werden, um unschöne Verzerrungen zu verhindern.

Nicht nur die Werte der beiden Eingangskanäle zeigt das Display an, sondern auch die Hauptlautstärke. Diese lässt sich über besagten Encoder zwischen „Mute“ beziehungsweise -80 dB und +10 dB regeln – ein verhältnismäßig großer Bereich. Schön ist übrigens, dass sich die Werte auch aus einiger Entfernung und diversen Winkeln gut ablesen lassen – was ja bei Hochstativen und im geflogenen Betrieb nicht immer leicht ist.

Dank der XLR-Thru-Buchse kann der ETX-12P weitere Aktiv-Lautsprecher mit seinem Signal versorgen. Ein wichtiges Merkmal hierbei: Der Ausgangspegel ist unabhängig vom Master-Regler. Das heißt, dass der Thru das weitergibt, was über die Gain-Potis eingestellt wurde. Das ist auch gut so, denn andernfalls wäre es schwierig, zwei ETX-12P auf die gleiche Lautstärke zu bringen. So braucht man nur mit einem XLR-Kabel einen anderen Speaker verbinden und dessen Eingang auf „Unity Gain“ stellen.

Zwei Eingangsmeter zeigen an, wie viel Signal an den beiden Kombi-Buchsen anliegt.

Die Welt eines Knopfs

Was Electro-Voice bereits mit der ZLX-Serie einführte, setzt der Hersteller mit dem ETX-12P konsequent fort: Über den Encoder, das sogenannte Single-Knob-Interface, lässt sich der DSP über das Display steuern. Drückt man den Regler, gelangt man ins Menü. Sehr positiv fällt hierbei die intuitive und einfache Bedienbarkeit auf – man beachte, dass es sich nur um ein Bedienelement handelt. Berührt man den Knopf mehr als zwei Minuten nicht, wechselt das Display wieder zur Startanzeige.

Das Menü selbst offeriert mannigfaltige Einstellungsmöglichkeiten. Gleich als erstes kann man zwischen den Klang-Presets „Music“ für Konservenmusik, „Live“ als PA und „Monitor“ als Wedge wählen. Entsprechend dem Aufstellungsplatz lässt sich zudem die Location wählen: Tripod (Stativ), Monitor, Array, Wall und Suspend (geflogen). Das ist auch wichtig, denn beispielsweise als Monitor oder an der Wand platziert ergibt sich eine relativ starke Bassanhebung, die kompensiert werden sollte.

Unterstützt ein Subwoofer den ETX-12P in den Tiefen, lässt sich ein Lowcut von 80, 100, 120 oder 150 Hz aktivieren. Dabei handelt es sich um eine Linkwitz-Riley-Schaltung, die mit einer Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave einschreitet. Nutzt man den Subwoofer ETX-15SP oder ETX-18SP aus der gleichen Electro-Voice-Familie, bietet der Zwölfzöller gleich darauf abgestimmte Presets. Praktisch ist übrigens, dass direkt an der Ausgangsanzeige des Displays ersichtlich ist, ob und, wenn ja, welcher Filter angewählt wurde.

Der ETX-12P hält noch zwei weitere heiße Features bereit: Zum einen wäre da der Drei-Band-EQ. Jedes Band lässt sich hier frei von 50 Hz bis 20 kHz setzen sowie zwischen -12 und +6 dB regeln. Der Gütefaktor ist jedoch nicht veränderbar und steht fix bei 1,2 – was relativ breitbandig ist. Zum anderen gibt es ein einstellbares Delay von maximal 343 Metern beziehungsweise einer Sekunde. Dadurch kann man den Lautsprecher direkt ohne externen PA-Controller in Delay-Lines integrieren.

Über das Display lässt sich ein Drei-Band-EQ für klangliche Anpassungen nutzen.

Got the Power

Dank zweier Stativflansche lässt sich der ETX-12P flexibel auf 0° oder 7,5° ausrichten. Vor allem der geringe Neigungswinkel prädestiniert den Speaker für PA-Aufgaben: Etwas über den Köpfen des Publikums platziert, beschallt der leicht nach unten schauende Lautsprecher darüber hinaus Fans in den hinteren Reihen optimal. Auch als Monitor ist sich der ETX-12P nicht zu schade. Stellt man ihn als Wedge auf, weist er einen Winkel von 40° auf. Allerdings kippelt die Box in Monitorstellung leicht, weswegen man seinen Fuß lieber nicht darauf abstützen sollte.

Apropos Monitor: In dieser Aufstellung besteht immer die Gefahr, dass ein Konzertbesucher meint, er wäre lustig, wenn er an den Reglern rumspielt. Gegen solche Querulanten und auch gegen Laien, die einfach nichts am Lautsprecher zu suchen haben, hat Electro-Voice dem ETX-12P eine Tastensperre spendiert. Zwar lassen sich noch die Pegel verstellen, aber ins Menü gelangt man so erst, wenn man länger als fünf Sekunden den Encoder drückt – immerhin.

Bei den ganzen Funktion: Wen spricht Electro-Voice mit dem ETX-12P denn nun eigentlich an? Ganz einfach: Alle, die ordentlich Power benötigen. Natürlich werden hier nicht nur viele Pferdestärken geboten, sondern auch ein astreiner Sound. Mit ordentlich Druck und einer klaren Wiedergabe bis kurz vor der Erträglichkeitsgrenze eignet sich der aktive Lautsprecher sowohl für Gigs und Festinstallationen als auch für den gut ausgestatteten Proberaum. Besonders die Bässe wissen mit ihrem knackigen Klangcharakter zu begeistern. Auch für die reine Sprachbeschallung eignet sich der ETX-12P bestens durch seine hervorragende Sprachverständlichkeit.

Dem ETX-12P merkt man die Ingenieurkunst von Electro-Voice an: Nicht nur viele praktische Features für den Musikeralltag sind hier geboten, sondern auch eine hochwertige Verarbeitung. Nicht zuletzt ist es der Sound, der begeistert: Im Fullrange-Betrieb ist es in kleinen Locations nicht einmal nötig, einen zusätzlichen Subwoofer zurate zu ziehen. Und wenn doch einer herhalten muss, findet der Bedürftige in der ETX-Serie ein entsprechendes Pendant.

In Monitorstellung hat der ETX-12P einen Winkel von 40°.

Technische Daten

Gehäuse

18 mm Birkenmultiplex

Bestückung

12“-Woofer & 1,25“-Tweeter

Frequenzgang

55 Hz - 20 kHz (-3 dB)

Maximalschalldruckpegel 135 dB (Peak)
Abstrahlcharakteristik

90° horizontal, 60° vertikal

Trennfrequenz

2,5 kHz (24 dB/Okt.)

Endstufe

Class-D

Trennfrequenz

1,6 kHz

Verstärkerleistung

2.000 W (Peak)

Anschlüsse

2x Kombibuchse-In, XLR-Mix-Out & Kaltgerätenetzbuchse

Bedienelemente

2x Gain-Regler, Encoder & Netzschalter

Flugpunkte

8x M8

Abmessung (HxBxT)

613 x 381 x 400 mm

Gewicht

23,6 kg


Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ robustes Gehäuse
+ vielseitig einsetzbar
+ guter Sound
- kippt leicht in Monitorstellung

Preis (UVP): 1.419 Euro

Weitere Infos unter: www.electrovoice.com

Vertrieb: Bosch Communications







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