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Test: Avid Pro Tools Duet & Pro Tools Quartet

Doppelt und vierfach

Marco Sulek am 03.05.2015

Doppelt und ...

Qualitativ hochwertige Hardware verbunden mit leistungsstarker Software – ein Gespann, das jeder Produktionssituation gewachsen ist. Genau ein solches veröffentlichte Avid kürzlich mit den beiden Audio-Interfaces Pro Tools Duet und Pro Tools Quartet. Wir sahen uns im Test an, welche Vorzüge die beiden Jünglinge bieten.

Dass renommierte Hersteller miteinander kooperieren, ist nichts Neues. Ebenso ein alter Hut sind Audio-Interfaces, die im Lieferumfang einen Sequencer vorweisen – meist jedoch nur in einer abgespeckten Version. Darf man also die Zusammenarbeit von Apogee und Avid als ebenso konventionell bezeichnen? Mitnichten! Zugegeben, ein absolut neues Gerät wurde hier nicht entwickelt, denn sowohl das Duet als auch das Quartet befanden sich bereits vor der Kooperation im Portfolio des Interface-Spezialisten Apogee.

Aber was verleitete nun die beiden Branchengrößen zu einer Partnerschaft für nur zwei Produkte? Neben der Avid-typischen schwarzen Farbgebung hat sich an den Interfaces vor allem softwareseitig viel getan: Wie die Namensgebung bereits verrät, kommen das Duet und das Quartet mit der Vollversion von Pro Tools – dem sogenannten „Industriestandard“ unter den DAWs. Dadurch lassen sich Ideen also sofort mit einem der meistgeschätzten Aufnahmeprogramme auf dem Markt verwirklichen. Passend dazu liegt den Interfaces je ein iLok bei, der als Dongle für die benötigte Pro-Tools-Lizenz dient.

Doch eine der wichtigsten Neuerungen der beiden Schnittstellen ist folgende: Dort, wo sich Apogee selbst nur auf hochwertige, Mac-kompatible Audio-Interfaces spezialisiert hat, brachte die Kooperation mit Avid zwei Geräte hervor, die nun auch mit Windows-Rechnern harmonieren. Was in der Avid-Version zum Vorteil für Windows-User ist, zeigt sich im Gegensatz zur Apogee-Version allerdings als Nachteil für Nutzer mobiler Endgeräte: iOS-Geräte werden hier nicht unterstützt – kein Wunder, denn Pro Tools gibt es nicht für iPad, iPhone und Co.

Pro Tools Duet und Pro Tools Quartet erscheinen unter dem Deckmantel Avids – einzig und allein der Aufdruck „by Apogee“ weist auf den Ursprung der Hardware hin. Softwareseitig ist das nicht anders. Wer bereits ein Apogee-Interface besitzt und versucht, die Neulinge mit dem Konfigurationsprogramm Maestro zu bedienen, hat keinen Erfolg: Alle Einstellungen erfolgen über Avids Software PT IO Control Panel. Doch schauen wir uns zunächst die beiden Audio-Interfaces etwas genauer an.

Das farbige OLED-Display am Pro Tools Duet zeigt die Pegel von Ein- und Ausgängen an.

Zweier-Pack

Ganz im Design eines modernen, kompakten Interfaces präsentiert sich das Pro Tools Duet: Es ist in jeder Hinsicht flach, besitzt auf den ersten Blick nur wenige Anschlüsse und weist den charakteristischen, metallfarbenen Encoder in seiner Mitte auf. Direkt über dem Drehregler ist ein OLED-Display platziert, auf dem die Pegel sowohl der beiden Eingangs- als auch der beiden Ausgangskanäle farbig angezeigt werden. Mittels zweier Touchfelder links und rechts darunter lassen sich zwei vorher in PT IO Control Panel zugewiesene Funktionen aktivieren – z.B. „mute“ und „headphone source“.

An seiner Unterseite ist eine große Gummifläche vorzufinden. Diese garantiert, dass das Pro Tools Duet selbst auf schrägen Abstellflächen nicht einfach wegrutscht. Die Hülle selbst besteht aus mattschwarz lackiertem Metall. Lediglich die Oberseite besitzt ein Kunststoffelement, unter dem sich auch das Display befindet. Einen hochwertigen Eindruck vermittelt besonders der recht grob gerastete Encoder in der Mitte: Durch seinen leichten Widerstand und dem deutlichen Druckpunkt macht es nicht den Anschein, als würde er schnell den Dienst quittieren.

Neben dem an der Vorderseite befindlichen Kopfhörerausgang sind an der Rückseite eine USB-, eine Netz-, eine I/O- und eine USB-MIDI-Buchse zu finden. An letzterer lässt sich beispielsweise eine MIDI-Klaviatur anschließen, ohne am Host eine weitere USB-Schnittstelle belegen zu müssen. Übrigens: Die Spannungsversorgung via USB reicht für das Pro Tools Duet leider nicht aus, weswegen das mitgelieferte Netzteil stets vonnöten ist. Und, wo sind nun die ganzen Ein- und Ausgänge?

Über die I/O-Buchse lässt sich die mitgelieferte Kabelpeitsche anstecken, an der sich zwei Kombi-Buchsen und zwei unsymmetrische Line-Outs befinden. Wer lieber auf eine konventionelle Schnittstelle mit festen Anschlüssen zurückgreift, der erhält bei Apogee unter dem Produktnamen Duet Breakout-Box das passende Zubehör. Maximal kann das Pro Tools Duet also zwei Spuren aufnehmen und zwei Kanäle wiedergeben. Der Kopfhörerausgang gibt dabei entweder ganz normal die Stereo-Summe aus oder den vorher in PT IO Control Panel definierten Mix.

Mit seinen vielfältigen Anschlüssen meistert das Pro Tools Quartet auch schwierigere Recording-Aufgaben.

Vierer-Pack

Mit dem Pro Tools Quartet präsentiert Apogee ein typisches Desktop-Interface. Platziert neben einem Laptop oder Bildschirm, lässt es sich dank seiner leicht abgeschrägten Oberfläche optimal bedienen. Auch die beiden OLED-Displays sind dabei gut ablesbar – vor allem hat man so immer die anliegenden Pegel im Auge und kann bei Clipping sofort eingreifen. Doch nicht nur dort eignet sich das Interface zum Arbeiten: Ein allein spielender Musiker wie beispielsweise ein Drummer kann sich bedingt durch diese Konstruktion bestens selbst einpegeln.

Anstatt – wie beim Duet – die Kanäle durch Drücken des großen Encoders anzuwählen, aktiviert das Quartet so die Mute-Funktion. Für die Kanalanwahl selbst stehen vier weiß hintergrundbeleuchtete Touchfelder bereit. Ebenso, um die Lautstärke für Monitorlautsprecher und Kopfhörer regeln zu können, lassen sich die beiden Kanäle mittels eigener berührungsempfindlicher Flächen anwählen. Direkt über dem Encoder sind weitere drei Touchfelder zu finden, die sich individuell in PT IO Control Panel mit Funktionen belegen lassen.

An seiner Unterseite besitzt das Pro Tools Quartet vier Gummifüßchen, die einen rutschfesten Halt garantieren. Bis auf eine Kunststoffplatte im oberen Teil der Front besteht das gesamte Gehäuse ansonsten aus mattschwarzem Metall – und das macht sich auch im Gewicht deutlich bemerkbar. Wie beim Duet ist der Encoder grob gerastet und vermittelt einen soliden Eindruck. Ein nettes Detail an der Rückseite ist eine Klemme, an der beispielsweise das Netzkabel festgemacht werden kann, damit es nicht versehentlich aus der Buchse gerissen wird.

Anschlussseitig erweist sich das Pro Tools Quartet als sehr vielfältig: vier Kombi-Eingänge, sechs Line-Outs, ein Kopfhörerausgang, ein Wordclock-Out, ein USB-Anschluss, eine USB-MIDI-Schnittstelle, ein Optical-Input und -Output sowie die obligatorische Netzbuchse meistern vielfältige Recording- und Produktionsaufgaben. Hier ist also „Quartet“ durchaus untertrieben, denn mit einem zusätzlichen Mikrofonverstärker schafft es das Interface auf 12 Input- und 14 Ausgangssignale simultan.

Aufgrund seines etwas abgeschrägten Displays lassen sich alle Infos am Pro Tools Quartet leicht ablesen.

Anschlussfreudig

Netzschalter besitzt weder das Pro Tools Duet noch das Pro Tools Quartet – und das aus einem einfachen Grund: Sobald das USB-Kabel mit einem laufenden Rechner verbunden wird, schalten sich die Interfaces automatisch ein. Da wir die Schnittstellen nur am Mac ausprobiert haben, können wir für dieses Betriebssystem folgendes berichten: Nach dem Anstecken erscheint ein Fenster, in dem der Benutzer gefragt wird, ob er das jeweilige Interface als Standardausgabegerät für den Ton verwenden möchte. Außerdem werden Pegeländerungen am Interface ganz Apple-typisch auf dem Bildschirm dargestellt. Sehr praktisch.

Aber was lässt sich nun über die Audio-Qualität sagen? Nicht viel, außer: Top! Wo (wenn auch kleingedruckt) Apogee draufsteht, ist eben mit einem sauberen, klaren und fein auflösenden Sound zu rechnen. Beeindruckend ist dabei der Verstärkungsgrad: Line-Signale können bis zu 65 dB, Mikrofon-Signale sogar bis zu 75 dB angehoben werden. Übrigens: Dank des eingebauten Soft-Limiters werden Pegelspitzen optimal abgefangen und somit hässliches Clipping verhindert. Bei alldem stehen sich weder das Pro Tools Duet noch das Pro Tools Quartet den jeweils anderen in etwas nach.

Wie von Apogee gewohnt, weiß die Verarbeitung der Hardware zu überzeugen: Es sind keinerlei Fertigungsfehler zu finden; die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck und scheint makellos zu sein. Dank einer dicken und robusten Schicht Lack – verbunden mit einem entsprechenden Umgang mit den Interfaces – zeigen sich hier nicht so schnell Kratzer oder andere Schönheitsfehler. Das und die hochwertige Verarbeitung versprechen lange Freude.

Avid offeriert dem anspruchsvollen Heimrecordler sowie Audiovirtuosen mit dem Pro Tools Duet und Pro Tools Quartet zwei Produktionslösungen, die so manche Bundles auf dem Markt alt aussehen lassen. Das allerdings zu einem stolzen Kaufpreis – professionelle Qualitätsprodukte sind eben nicht gerade billig. Aber das Beste: Wer sich jetzt für eines der beiden Interfaces entscheidet und die Software rechtzeitig registriert, erhält zusätzliche Plug-Ins von Avid und einen 12-Monats-Upgrade-Plan für Pro Tools inklusive Upgrade auf Pro Tools 12.

Über Avids PT IO Control Panel lassen sich die beiden Interfaces Pro Tools Duet und Pro Tools Quartet fernsteuern.

Technische Daten

  Pro Tools Duet Pro Tools Quartet
Anschlüsse

2x Kombi-In, 2x Line-Out, USB-MIDI, Mikro-USB, I/O, Phones & Netzbuchse

4x Kombi-In, 6x Line-Out, 2x ADAT-In, Phones, 2x USB, Wordclock-Out & Netzbuchse
Bedienelemente

Master-Knob & 2 Touchfelder

Master-Knob & 9 Touchfelder
AD/DA-Wandlung max. 24 Bit zu 192 kHz       
Vorverstärkung

bis zu 75 dB

Display

farbiges OLED

2x farbiges OLED
Computeranbindung

USB 2.0         

Systemvoraussetzungen

Mac OS X (min. 10.8) oder Windows (7 & 8), 4 GB RAM, 15 GB freier Festplattenspeicher & 2 freie USB-Ports

Signalverwaltung

PT IO Control Panel (Software)

Zubehör

Pro Tools, iLok 2, USB-Kabel, Netzteil & Quickstart-Guide

Gewicht 0,5 kg  1,4 kg
Maße (HxBxT)

38 x 102 x 160 mm

76 x 259 x 135 mm


Wertung:
+ iLok 2 und Pro Tools enthalten
+ zuweisbare Touchfelder
+ schickes Design
+ hohe Wandlerqualität
+ gute Verarbeitung
- relativ hoher Preis

Preis (UVP):
1.307,81 € (UVP) Pro Tools Duet
2.485,91 € (UVP) Pro Tools Quartet

Weitere Infos unter: www.avid.de

Vertrieb: S.E.A. Vertrieb







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