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Test: Audio-Technica AT2031P

Zwei Nieren sind besser als eine

Octavian Rasinariu am 12.02.2014

Zwei Nieren sind ...

Hochwertig, klangtreu, robust und preiswert – mit dem Stereo-Mikrofonset AT2031P hatten wir ein interessantes Pärchen Schallwandler von Audio-Technica im Test.

Wenn man an einem Produkt nichts auszusetzen hat, lässt sich nur schwer ein ausgewogener Testbericht schreiben, ohne darin in ausschweifende Lobeshymnen auszubrechen. Allerdings ist das mattschwarze Kleinmembrankondensatormikrofon AT2031 von Audio-Technica schon in der Einzelausgabe ein Statement. Als Stereo-Pärchen im Stereoset AT2031P vereint ergibt sich jedoch ein Team, das in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis seinesgleichen sucht.

Beide AT2031 kommen in einem edlen Holzkästchen, das mit Schaumstoff ausgekleidet ist. So sind die Kleinmembraner auch für den Transport sicher verstaut. Im Lieferumfang finden sich neben den beiden Schallwandlern zwei Mikrofonklemmen inklusive Reduziergewinde sowie zwei aufsetzbaren Schaumstoffwindschutze. Letztere sorgen bei Außeneinsätzen dafür, dass sich keine störenden Windgeräusche bemerkbar machen. Außerdem ist eine schwarze Stereoschiene aus Aluminium enthalten.

Einmal auf der Schiene mittels Feststellschrauben fixiert, kannst du die beiden Kleinmembraner je nach Bedarf ausrichten und den Abstand zueinander variieren. So sind diverse Mikrofontechniken umsetzbar. Die Stereoschiene selbst lässt sich an jedes beliebige Mikrofonstativ schrauben. Dadurch bist du auch in der Höhe flexibel und kannst das AT2031-Pärchen beispielsweise in XY-Anordnung als Overhead-Mikrofone einsetzen. Auf Wunsch lassen sich die beiden Klemmen aber auch an zwei Stative montieren und je nach Anwendung frei im Raum verteilen.

Audio-Technicas AT2031 selbst wirkt äußerst robust. Eine feine Metallgaze im Gehäuseinneren schützt die Mikrofonkapsel vor Verunreinigungen und Staubpartikeln. An der Seite spickt ein kleiner Highpass-Schalter durch. Mithilfe eines spitzen Gegenstandes ist es möglich, diesen zu betätigen und Frequenzen unterhalb 150 Hz bei einer Flankensteilheit von 6 dB/Oktave abzuschneiden. Das ist besonders sinnvoll, um etwaiges Rumpeln oder andere tieffrequente Störgeräusche auszublenden.

Am Mikrofonschaft des AT2031 ist ein Lowcut-Schalter angebracht, der bei Betätigung Frequenzen unterhalb von 150 Hz konsequent abschneidet.

Blick auf das Innere

Ausgestattet ist das AT2031 mit der Richtcharakteristik Niere. Dank des hohen Maximalschalldruckpegels von 141 dB (ein Düsenjet in 100 Metern Entfernung lärmt mit gut 130 dB) und des großen Dynamikumfangs von 124 dB lassen sich sogar problemlos laute Drums abnehmen. Dadurch ist es aber nicht nur für den Studio-Einsatz geeignet, sondern auch für die Bühne. Bemerkenswert ist zudem das niedrige Eigenrauschen: Laut Herstellermessung beträgt dieses nämlich nur 17 dB – das ist leiser als ein Vorstadtschlafzimmer bei Nacht.

Das Kondensatormikrofon benötigt aufgrund seiner Bauart Phantomspeisung, um Signale übertragen zu können. Achte also darauf, dass dein Interface eine Spannungsversorgung von 48 Volt bietet – beim Einsatz des Pärchens auf zwei Eingangsbuchsen, versteht sich. Das AT2031 umfasst ein ziemlich lineares Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz, mit einer leichten Anhebung bei ungefähr 12 kHz und einer kleinen Absenkung im Bassbereich. Das verspricht einen brillanten Sound, der sich im Mix gut durchsetzen dürfte – doch dazu weiter unten mehr.

Der Audio-Technica-Kleinmembraner misst 143 mm in der Länge und 21 mm im Durchmesser. Durch seine Kompaktheit lässt er sich beispielsweise an der Hi-Hat montiert, ohne den Drummer beim Spielen zu stören. Dank des geringen Eigengewichtes von 134 Gramm beansprucht das AT2031 das Stativ nicht so sehr, sodass es zum Beispiel ständig nach unten wandert – und somit irgendwann auf der Hi-Hat aufliegt. Außerdem sind die Gelenke der mitgelieferten Mikrofonklemmen fest verschraubt, bieten jedoch ausreichend Bewegungsfreiheit beim Ausrichten.

Da die AT2031 als „Matched-Pair“ kommen, lassen sich authentische Stereo-Aufnahmen umsetzen. Doch auch einzeln sind sie für allerlei Instrumente und andere Schallquellen prädestiniert. Beispielsweise eignen sich die Kleinmembraner besonders vor Saiteninstrumenten wie Geige, Cello und Akustikgitarre. Genauso kannst du die AT2031 vor ein Klavier oder – etwas exotischer – eine Harfe stellen. Außerdem liefern sie, wie bereits erwähnt, vor diversen perkussiven Schallquellen beste Ergebnisse.

Die Gelenke der mitgelieferten Mikrofonklemmen sind fest verschraubt, lassen sich jedoch flexibel ausrichten.

Schöner die Nieren nicht klingen

Audio-Technicas AT2031-Pärchen zeichnet sich vor allem durch seine Brillanz und Durchsetzungskraft aus. Besonders Westerngitarren profitieren von diesen Eigenschaften: Die Klarheit der Stahlsaiten ist im Mix deutlich wahrzunehmen und unangenehm wummernde Bassresonanzen lassen sich mittels Lowcut direkt an den Mikros minimieren. Des Weiteren lassen sich bei Schlagzeugaufnahmen ein knackiger Snaresound und realistische Beckenklänge umsetzen.

Sehr angenehm an den AT2031 ist, dass sie bereits ein sehr ausgewogenes und mischfertiges Signal liefern. Beim Mixing ist es somit kaum mehr nötig, sonderlich viel am EQ herumzuschrauben. Das erspart viel Arbeit und Zeit; als Musiker ist es dir dadurch möglich, dich auf das Wesentlichen zu konzentrieren, anstatt dich vor den Aufnahmen monatelang mit Toningenierwissen herumzuschlagen. Gerade für Pop-Musik und Lieder mit rockigeren Akustikgitarrenparts sind die Mikrofone ideal.

Egal, ob du klassische Cello-Musik aufnehmen, Leo Brouwers „Études Simples“ auf deiner Konzertgitarre spielen oder auch einfach nur mit Gesang und Klampfe performen willst – ich empfehle dir: Spiele dich ein wenig mit den Mikrofonen vor dem Instrument, um die optimale Position zu finden und beste Ergebnisse zu erhalten. So fehlt es deiner Produktion nicht an Druck, Durchsetzungskraft und Wärme.

Mit dem Stereo-Mikrofonset AT2031P bietet Audio-Technica eine attraktive Lösung für anspruchsvolle Einsteiger und Fortgeschrittene. Dank ihres ausgewogenen Sounds und der detaillreichen Stereo-Abbildung erhältst du ein Klangbild, das keiner großen Nacharbeitung bedarf. Aber auch Profis finden hier ein Tool, das sich für diverse Aufgaben empfiehlt. Der große Dynamikumfang und der hoch angesetzte Maximalschalldruckpegel macht diese Stereo-Pärchen zu einem Allrounder im Studio- und Live-Einsatz.

Dank seiner kompakten Maße eignet sich das AT2031 optimal für die Abnahme der Hi-Hat.

Technische Daten

Richtcharakteristik

Niere

Frequenzgang 20 Hz – 20 kHz
Lowcut-Schalter 150 Hz (6 dB/Oktave)
Impedanz 85 Ohm
Maximalschalldruckpegel 141 dB (1 kHz bei 1 % THD)
Dynamikbereich (typisch) 124 dB (1 kHz bei max. SPL)
Grundrauschen

17 dB (SPL)

Phantomspeisung

48 V

Gewicht 134 g
Maße

143 mm Länge & 21 mm Durchmesser


Wertung:
+ universelle einsetzbar
+ ausgewogener Klang
+ realistisches Stereobild
+ großer Dynamikumfang
+ hoher Maximalschalldruckpegel
+ preiswertes Komplettpaket
+ edles Design

Preis (UVP): 355,81 Euro

Weitere Infos unter: www.audio-technica.de

Vertrieb: Audio-Technica







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