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Rezension: Swag-Drumming - Jan „Stix“ Pfennig und Jacob Przemus (AMA Verlag)

Der gute Swag

Fabian Ristau am 04.07.2015

Der gute Swag

Das Swag-Drumming ist für unzählige Drummer (siehe die Vielzahl der YouTube-Clips) eine neue Spielwiese und Inspirationsquelle. Dies gilt besonders für das Hip-Hop Drumming. Dahinter steht eigentlich eine längst bekannte und traditionelle Spielweise. Angefangen mit der Basler Schule (siehe diverse Drumcorps) und später im New Orleans Swingfeel, ist das Inbetween- oder auch Swag-Drumming eine Anpassung an heutige Hip-Hop- und Pop-Grooves. Jan „Stix“ Pfennig (u.a. SIDO) und Jacob Przemus versuchen diesem Feel mithilfe von Quintolen in einer greifbaren Methode näher zu kommen.

Inbetween-Feel ist besonders gut an einer Uhr zu veranschaulichen. Nehmen wir an, dass um 12 Uhr die Achtelnoten eine Viertelnote exakt in der Hälfte teilt, so entsteht ein „gerades“, weil für uns gleichförmig gefühltes Feeling. Um 6 Uhr hingegen hat sich die Achtelnote kurz vor die nächste Viertel verschoben. Das erzeugt ein ähnliches Gefühl wie ein fahrender Zug, der über die Schienenenden fährt. Alle anderen Uhrzeiten liegen in dem Bereich dazwischen. Dieser Bereich ist also „inbetween“. „Swag-Drumming“ geht von der mathematischen Annahme aus, dass die Quintolen als Noteneinheit diesem Feeling am nächsten kommen. Dies ist der theoretische Ausgangspunkt von „Swag-Drumming“.

Nach einem kleinen Vorwort und Erklärungen, geht es zunächst relativ entspannt mit ein paar Vorübungen für Quintolen los. Was dann folgt, sind eine Fülle von Übungen zu Inbetween-Grooves mit und ohne Ghostnotes, Hi-Hat-Figuren, Akzent- und Leseübungen, Flambeats, Layersounds und und und. Dies alles unter dem SWAG-Motto: Lässig kann niemals lässig genug sein. Dabei erhält man durch immer wieder kleine Veränderungen des Bewegungsablaufes bei vermeintlich einfachen Grooves ständig neue Überreize (oder auch eine sinkende Frustrationsgrenze). Wer am Ball bleibt und vor neuen Herausforderungen nicht zurückscheut, findet hier eine Menge gut zusammengetragener Übungen.

Das Kapitel „Layersounds“ ist ein Highlight dieses Buches. Am Anfang ist es etwas tricky sich selbst in den Modus des Layers zu begeben und wie eine Drummachine zu denken. Doch schon nach einigen Tagen entwickelt sich eine Art Autopilot. Dieses Gefühl erweckt ein Swag Feeling im ganzen Körper und wirkt zudem äußerst meditativ. Ist man einmal mit dem Spielen von Quintolen vertraut, entwickeln sich die Übungen zu einer lässigen Angelegenheit und es macht großen Spaß sich neue Layersounds zu suchen oder eigene Grooves in einem SWAG-Modus zu spielen.

Fazit, Infos & Bewertung

Jan „Stix“ Pfennig (SIDO) gelingt zusammen mit Jacob Przemus ein qualitativ hochwertiges und zugleich anspruchsvolles Lehrbuch, welches sich, dank gut durchdachtem Aufbau und einer spielerisch wirkenden Herangehensweise, einen Platz im hart umkämpften Buchmarkt verdient hat. Dieses Werk eignet sich für Schlagzeuger, die tiefer in die Welt der Quintolen, Flambeats und Loopsounds einsteigen oder Kenntnisse vertiefen wollen. Die Soundbeispiele sind dabei eine sinnvolle Ergänzung und zudem gut produziert. Leider sucht man jedoch ein paar Backingtracks vergeblich. Ein Anwendertipp: Die MP3-Dateien in einen Sequenzer (z.B. Ableton) laden und mit dem erzeugten Loop mitspielen.

Allgemeine Informationen
Buchtitel: Swag-Drumming
Autor: Jan „Stix“ Pfennig, Jacob Przemus
Verlag: AMA Verlag
ISBN: 978-389922-207-4
Preis: 22,95€
Umfang: 44 Seiten inkl. CD (mp3)

Wertung
Konzept: 5/5
Schreibstil: 4/5
Design: 5/5
CD Inhalt: 4/5
CD Sound: 4/5
Gesamt: 4/5







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