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Reportage: Tim Bendzko in der Berliner Waldbühne

Die Luft macht den Ton

am 18.11.2013

Die Luft macht den ...

Anfang August 2013 gab Tim Bendzko in der Berliner Waldbühne ein Konzert, das einen neuen Höhepunkt in der Karriere des deutschsprachigen Singer-/Songwriters markiert. Der Bambi-, Echo-, 1Live-Krone- und MTV-Music-Award-Gewinner ist dem breiten TV-Publikum als Juror der Casting-Show „The Voice Kids“ bekannt.

Um den Sound für das Publikum kümmert sich bei Tim Bendzko schon seit längerer Zeit Stefan Lohr. Am FoH-Platz hatte der Tonmann beim Waldbühnenkonzert eine Digidesign Venue D-Show mit D-Show-Sidecar zur Verfügung; auf dem Podium nahe des Monitorplatzes waren die zugehörigen Venue Stage Racks zu entdecken.

Die Beschallungslautsprecher stammten aus Beständen von Complete Audio Berlin. Das Team von Complete Audio setzte auf Beschallungssysteme von Martin Audio: Links und rechts der Bühne wurden Arrays aus jeweils 14 MLA-Units geflogen, welche gemäß der örtlichen Gegebenheiten auf die steil nach oben aufsteigende Zuschauertribüne ausgerichtet waren. Als Frontfills dienten 2 x 3 an der vorderen Bühnenkante platzierte MLA-Einheiten. Für die Basswiedergabe sorgten auf jeder Bühnenseite 2 + 3 MLX-Subwoofer mit doppelter 18“-Bestückung, auf denen jeweils vier W8LM als Outfills positioniert waren. Drei weitere MLX-Subwoofer standen ebenerdig vor der Bühne; in unmittelbarer Nähe waren dort zudem drei Renkus-Heinz CFX121 auf Hochständern montiert.

Monitormann Torsten „TeaJay“ Juch

Monitoring

Für den Monitorsound von Tim Bendzko und seiner Band ist seit Jahren Torsten „TeaJay“ Juch verantwortlich, und dieser wurde auch beim Waldbühnenkonzert am Monitorplatz aktiv. „Natürlich könnte man rein technisch betrachtet auch auf einem Podium in den Dimensionen der Waldbühne ausschließlich auf In-Ear-Strecken setzen, aber besser sind zusätzliche Sidefills, die einen spürbaren Low-End-Eindruck hervorrufen.“ Passend zu dieser Aussage waren rechts und links auf der Bühne Sidefills aufgebaut worden, die sich aus jeweils zwei L-Acoustics SB18-Subwoofern sowie zwei darauf abgestellten ARCS-Lautsprechern zusammensetzten. „Ich habe lieber reichliche Reserven zur Verfügung, als eine zu kleine Anlage in Grenzbereichen zu betreiben“, kommentierte TeaJay. „Eine entspannt agierende Membranfläche bringt zwangsläufig auch einen entspannten Sound mit sich!“

Wedges fanden bei der Show ebenfalls Verwendung: Vier Martin Audio LE1500S waren entlang der vorderen Bühnenkante verteilt. „Tim kann auf diese Weise zu jeder Zeit entscheiden, ob er seine In-Ear-Hörer verwenden oder auf den Sound der Wedges hören möchte“, erläuterte TeaJay, der den Mix während der Show „on the fly“ veränderte, wenn Bendzko seine Ohrstücke herausnahm – Vocals, Harmonie-Instrumente und Zeitgeber wie Snare, Kick und HiHat wurden von TeaJay in der Monitormischung besonders betont. „Ich passe stets auf, dass der FOH-Sound nicht unter hohen von der Bühne kommenden Pegeln leidet - wenn die Monitore auf der Bühne zu laut sind, übersprechen sie deutlich in die Mikrofone, und der Gesamtsound wird dann schnell matschig“, erläuterte TeaJay und wies auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinem FoH-Kollegen Stefan Lohr hin.

Die von der Bühne kommenden Signale wurden zunächst auf einen analogen Splitter geführt und von dort separat auf die Stageboxen von FoH- und Monitorplatz verteilt. Als Monitorpult hatte TeaJay im Gegensatz zum sonst bei Tim Bendzko üblichen Setup eine DiGiCo SD8 aus den Beständen von Complete Audio Berlin zur Verfügung – sein normalerweise genutztes Digidesign Venue Profile befand sich während der Waldbühnen-Show am FoH-Platz und wurde zur Mischung der Vorgruppe herangezogen. „Die SD8 ist hinsichtlich ihrer Architektur äußerst flexibel“, freute sich TeaJay und wies auf die bis zu 24 möglichen stereophonen Aux-Wege (Flexi Busses) hin.

Jenseits von Tim Bendzko und seiner Band musste der Monitormann auch zahlreiche Gäste versorgen, darunter Cassandra Steen, Chima, Deutsch-Rapper F.R. aka Fabian Römer sowie mehrere Sänger der Söhne Mannheims. Entsprechend umfangreich war die SD8-Konsole belegt: Inklusive der Atmo-Mikrofone waren rund 70 Inputs zu zählen, welche auf 18 stereophone In-Ear-Mixes, die beiden Sidefills und zwei Wege für die Wedges verteilt wurden. Zum Einfangen der Atmo wurden insgesamt drei Mikrofonpärchen herangezogen: Ein Doppel befand sich an der vorderen Bühnenkante, ein weiteres Paar bildeten zwei auf Stativen montierte Mikrofone am rechten und linken Bühnenrand.

Ungewöhnlich wirkte die Platzierung eines Mikrofondoppels in der Fronttruss, da dort fraglos Motoren- und Lüftergeräusche der kopfbewegten Scheinwerfer ihren Weg in die Mikrofonmembranen fanden: „Das funktioniert trotzdem recht gut“, kommentierte TeaJay und wies darauf hin, dass in der Waldbühne keine Möglichkeit besteht, die Mikrofone auf hohen Stativen im Publikumsbereich zu positionieren. Die Signale der Ambience-Mics wurden sowohl den In-Ear-Mischungen beigefügt wie auch separat für eine spätere Veröffentlichung aufgezeichnet. Zum Recording nutzte die Crew zwei per Sync verbundene Roland R-1000 Multitrackrecorder mit S-MADI Convertern (REAC MADI Bridge) sowie den Audiosequenzer Logic - der zugehörige Mac erhielt seine Signale über eine MADI-Karte von RME und wurde am FoH mit einem großen Ventilator gekühlt.

Funksysteme mit OLED-Displays von Sennheiser

Mikrofonierung

Bezüglich der Mikrofonierung waren in der Waldbühne die „üblichen Verdächtigen“ zu entdecken, teilweise überraschten jedoch Mehrfachmikrofonierungen einzelner Instrumente. Paradebeispiel war die Bassdrum, welche mit gleich vier Mikrofonen abgenommen wurde: Zum Einsatz kamen ein Yamaha Subkick Woofer-Mic (SKRM-100SFV), ein Shure Beta 52A, ein Audix D6 und eine Grenzfläche (Shure Beta 91A). „Dass derart viele Mikrofone am Start sind, ist Teil einer Entwicklung - wir möchten keinen Sound verschenken und uns sämtliche Optionen offen halten“, erklärte TeaJay. „Für meine Monitormischung benötige ich andere Signale als Stefan am FoH-Platz.

Ich arbeite sehr eng mit dem Schlagzeuger zusammen, der eine genau definierte Vorstellung von seinem Sound besitzt – ich versuche diese Vorstellung so weit wie möglich technisch umzusetzen, damit er sich beim Spielen wohlfühlt. Die spezielle Sound-Zusammenstellung in seinen In-Ear-Hörern lässt den Drummer anders spielen als ein Mischungsverhältnis, das für die Beschallung des Publikums über die Anlage gut funktioniert.“ Nicht nur an der Kick, sondern auch an den Toms kamen mehrere Mikrofone zum Einsatz: Der FoH nutzte ein Shure Beta 98D/S, während TeaJay als bekennender Sennheiser-Fan auf dynamische Clip-Mikrofone e 904 und e 604 zurückgriff.

Tim Bendzko singt über einen Sennheiser Handsender SKM 5200-II mit einer Rockheiser-Kapsel (MD 5235): „Wir haben uns konkret für diese Kapsel entschieden, weil sie wirklich viel Pegel wegstecken kann“, erklärte TeaJay. „Tims Stimme wird an einzelnen Stellen sehr laut und produziert beachtliche Pegelspitzen. Früher hat er direkt auf die Kapsel gesungen und das brachte den Handsender mit allen anderen Kapseln, trotz maximaler Attenuator-Absenkung zum Zerren. Tim hat sich sehr gut entwickelt und hat seine Mikrofongesangstechnik stetig verbessert. Es ist allerdings immer noch so, dass beispielsweise das „O“ durch die enge Lippenkanalisation der Luft einen extrem hohen Druck erzeugt – die Rockheiser-Kapsel kommt damit prima zurecht.“ Die Background-Sängerin sowie der Background-Sänger von Bendzkos-Band griffen während des Waldbühnenauftritts ebenfalls auf Sennheiser SKM 5200-II mit MD 5235-Kapseln zurück; ein weiterer Handsender mit gleicher Bestückung lag als Spare für Notfälle bereit.

Mit dem Frequenzmanagement sowie der Betreuung der gesamten HF-Technik war Svenja Dunkel als ausgewiesene Drahtlosspezialistin befasst. In der Waldbühne kamen sowohl Wireless-Systeme aus dem Besitz von Tim Bendzkos Band als auch zugemietete Strecken aus den Beständen von Complete Audio Berlin, MM Communications Markus Müller und der görnerschweizer GmbH & Co. KG zum Einsatz.

Zusätzlich zum Band-eigenen Equipment standen für musikalische Gäste zwölf SKM 5200-II bereit, deren Signale von EM 3732-II empfangen wurden – die mit gut ablesbaren OLED-Displays ausgestatteten Receiver verfügen über eine Schaltbandbreite von bis zu 184 Megahertz. Gast-Star Chima trat ab 19 Uhr mit eigener Band als Opener auf, betrat später allerdings noch einmal gemeinsam mit Tim Bendzko während dessen Show die Bühne, sodass für den Frankfurter Soul-Sänger gleich zwei drahtlose Mikrofonstrecken bereitgehalten wurden.

1G8-Empfänger von Sennheiser für den Instrumentenfunk

In Ear Monitoring

Bendzko und seine Band nutzen bei allen Auftritten In-Ear-Systeme aus dem Portfolio von Sennheiser; insgesamt sieben SR 300 IEM G3 und ein älteres G2-Modell sind verfügbar. Hinzu gesellten sich in der Waldbühne zwölf weitere IEM-Systeme der 300er-Serie, für deren Beltpacks Svenja Dunkel Hörer von Fischer Amps geordert hatte; zur Wahl standen FA-3 E, FA-3 E XB und FA-4 E XB. „Diese Systeme sind zwar nicht an die individuelle Ohrbeschaffenheit angepasst, sitzen aber dennoch sehr gut“, berichtete die Drahtlosspezialistin, die in Berlin rund 45 Wireless-Strecken betreute.

Nach dem Aufbau beobachtete Svenja Dunkel die Frequenzsituation im Waldbühnenkessel mithilfe der Scan-Funktion eines EM 3732-II: „Der Empfänger deckt die Bandbreite ab, in der ich mich befinde - die Systeme arbeiten zwischen 614 und 798 Megahertz“, so Dunkel. Besondere Beachtung erfuhren die vor Ort unterschiedlich stark ausgeprägten DVB-T-Kanäle, welche vollständig aus dem Frequenzplan ausgeklammert wurden.

Auf einem Laptop lief die Sennheiser WSM-Software („Wireless System Manager“), welche sich bei der Einrichtung der Systeme als äußerst nützlich erwies: „Am Vorabend der Veranstaltung habe ich mit TeaJay geklärt, wie sein Setup aussieht“, berichtete Svenja Dunkel. „Anschließend habe ich die zugemieteten Systeme über den Wireless System Manager angepasst, damit sämtliche beteiligten Komponenten exakt gleich klingen.“ Konformität war für eine Vielzahl unterschiedlicher Parameter gefragt, darunter Pilotton-Squelch, Equalizer, HDX-Compander, Sensitivity und HF-Ausgangsleistung. „Wenn die Systeme vor Ort aus unterschiedlichen Produktionen und von verschiedenen Verleihern stammen, ist es absolut sinnvoll, sämtliche Einstellungen vorab zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen“.

TeaJay äußerte sich begeistert über die von den Instrumentalisten verwendeten Sennheiser ew 100 G3-1G8-Systeme: „Diese Systeme leisten uns großartige Dienste. Seit Kurzem betreiben wir die 1G8-Empfänger nicht mehr mit den beigelegten Stummelantennen, sondern nutzen kleine Paddel mit der Bezeichnung AD 1800 - somit können wir heute in der Waldbühne auch den weit in den Publikumsbereich hineinragenden Bühnenausleger funktechnisch vollständig abdecken. Wir sind jetzt schon eine ganze Zeit mit den 1G8-Systemen unterwegs und haben noch nie Probleme in puncto Abdeckung gehabt!“ Zum Einsatz kamen vier im Bereich zwischen 1.785 und 1.800 Megahertz funkende Sennheiser Systeme: an Tim Bendzkos Akustikgitarre, am Akkordeon und an den beiden E-Gitarren. Die Empfänger EM 100 G3-1G8 waren nahe der zugehörigen Instrumentenplätze/Verstärker positioniert; die beiden Receiver für die E-Gitarren wurden über einen passenden Splitter des Typs ASA 1 mit zwei Antennen verbunden.

Am seitlichen Rand der Bühne war ein kleiner Antennenwald zu entdecken: Die zugemieteten Mikrofonstrecken wurden über einen Sennheiser Splitter ASA 3000-EU zusammengefasst, als Antennen kamen zwei passiv betriebene AD 3700 zum Einsatz. TeaJay nutzte für das Band-Equipment zwei A 2003-UHF. Hinzu kamen sechs auf der Bühne stehende Antennen für die 1G8-Systeme. Hinzu gesellten sich weitere A 5000-CP, welche für das IEM-Equipment von Bendzkos-Band genutzt wurden.







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