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Live-Reportage: Joe Bonamassa

Ein echter Glücksfall

Norbert Diedrich am 08.10.2014

Ein echter ...

Er ist wohl der erfolgreichste Blues-Musiker der Jetztzeit: Joe Bonamassa. Und das liegt sicher nicht an einem einzigen Faktor, sondern daran, dass der Musiker sehr geschmackvolle Songs schreibt und diese auch erstklassig umsetzt. Darüber hinaus spürt man bei dem Workaholic einfach, dass er seine Musik mit jeder Faser seines Ichs lebt und atmet. Beeindruckend!

Die erste positive Überraschung gleich bei meiner Ankunft an der Halle Münsterland in Münster, in der an diesem Abend Bluesmeister Joe Bonamassa zum Konzert lud: Ich bekam eine Promo-Kopie des neuen Albums „Different Shades Of Blue“. Doch dazu später noch mehr. Und es ging noch besser weiter. Denn was das Publikum in der ausverkauften Halle Münsterland, die eher für Schlagerkonzerte, Europas größte Kegelparty und den Bullenball bekannt ist, über fast drei Stunden musikalisch geboten bekam, war sicher für einige Besucher das Konzert ihres Lebens!

Allein mit seiner Nettolänge von 2 Stunden und 45 Minuten sprengte Bonamassa schon aktuelle Maßstäbe. Darüber hinaus teilte er das Set auf der aktuellen Tournee in zwei Teile. Der erste Teil bestand aus rund 45 Minuten akustischen Materials. Typisch für ihn: ein spektakulärer Soloeinstieg an der Gitarre. Es begleiteten danach Lenny Castro (Rolling Stones, Fleetwood Mac, Toto), Gerry O’Conner (Dubliners) an Banjo und Geige, Mats Wester (Tastengeige) sowie Keyboarder Derek Sherinian (Alice Cooper, Dream Theater, Billy Idol), mit dem Joe Bonamassa bereits in der Supergroup Black Country Communion zusammen spielte, den Übergitarristen.     

Die musikalische Bandbreite, die die Band bereits in diesem ersten Teil präsentierte, war atemberaubend: Blues und Folk jedweder Couleur. Und schon weit vor der Pause war klar, warum die Halle komplett bestuhlt war. Joe Bonamassa bietet keine Tanzmusik, sondern Sound zum Zuhören und Genießen. Wer vorher vielleicht glaubte, ihm stünde ein charmanter Blues-Abend bevor, bei dem man genüsslich wegdämmern könnte, sah sich getäuscht. Das überwiegend ältere Publikum wurde derartig in den Bann gezogen, dass Bonamassa sogar mit einzelnen Flageolettönen die gesamte Halle füllen konnte. Eine Gedenkminute hätte nicht für mehr Stille sorgen können!  

Auch für sein Akustikset hatte sich Joe Bonamassa reichlich feine Gitarren bereitgestellt.

Dynamik, die man Jahrzehnte vermisst hat

Nach der Pause gesellten sich Drummer Tal Bergman und Bassist Carmine Rojas zu Sherinian und Castro auf die Bühne. Mit „Oh Beautiful!“, einem der beiden einzigen dargebotenen Songs seines neuen Albums „Different Shades Of Blue“, wurde der rockige Part des Abends epochal eröffnet. Selbstverständlich durften im weiteren Verlauf auch ausladende Bluesballaden nicht fehlen. In dem Kontext zeigte sich, dass Bonamassa während und nach seiner Zeit bei Black Country Communion ordentlich Gesangsunterricht genommen haben muss. Speziell auf frühen Alben angedeutete Unsicherheiten bei der Intonation waren komplett verschwunden. Die kraftvolle tenorlastige Stimme hätte auch ohne Gitarre Starqualität.

Abgesehen von der musikalischen Bandbreite und der schieren Länge des Abends, ließ vor allem die Dynamik der einzelnen Stücke die großen Rockkonzerte der 1970er in den Köpfen vieler lebendig werden. Epische Soloeinlagen hingegen begeisterten weniger durch zweifellos technische Brillanz oder Selbstgefälligkeiten wie etwa der eines alten Eric Clapton. Statt dessen bekamen die Besucher Melodien, so spannungsgeladen, gefühlvoll und kitschbefreit wie man man den Blues vielleicht zuletzt bei Stevie Ray Vaughan gehört hat.

Und als wäre es immer noch nicht genug, bat Bonamassa zur Mitte des zweiten Teils Henrik Freischlader samt Strat auf die Bühne. Mit ihm tourte Bonamassa bereits um 2000 herum – auch durch zahlreiche deutsche Clubs. Nach eigener Aussage verbindet die beiden seitdem eine enge Freundschaft. Spätestens bei den Gitarrenbattles verdunstete den Besuchern das Bier in ihren Bechern. Zum Ende hin hielt es die Fans dann doch nicht mehr auf den Stühlen. Gegen 23 Uhr war man dann ebenso erfüllt wie erschlagen von so viel guter Musik – in übrigens einem für die örtlichen Verhältnisse fantastisch gemixten Sound!

Apropos fantastisch: mher Infos und Eindrücke zu Joe Bonamassas neuestem Album „Different Shades Of Blue“ findest du hier in dieser Rezension.

Weitere Infos: http://jbonamassa.com







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