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Kommentar: Rückblick auf Musikmesse/Prolight + Sound 2016

Quo vadis, Musikmesse?

Jan Hoffmann am 17.04.2016

Quo vadis, ...

Nach der Musikmesse ist vor der Musikmesse, oder? Wir waren letzte Woche in Frankfurt auf der ProLight + Sound und der ebenfalls dort stattfindenden Musikmesse und haben miterlebt, wie es war und was die Leute über diese Veranstaltung(en) denken. Hier unser Fazit – und unsere Gedanken dazu, was nächstes Jahr passieren könnte.

Ich bin nun schon seit 15 Jahren immer auf der Musikmesse sowie der parallel stattfindenden ProLight + Sound zu Gast und habe daher einen recht guten Einblick in die Entwicklung dieser Leitmesse(n) der Musikinstrumentenbranche. Und eines war schon klar bevor die „ProLight“ am ersten Tag ihre Tore öffnete: Noch nie (während meiner aktiven Zeit) war bereits vor der Veranstaltung so viel darüber gesprochen worden, wie es werden würde – und wie wichtig diese Leitmesse eigentlich noch sei.

Welcher Aussteller kommt? Macht die Verschiebung der beiden Messen (zwei Tage auseinander) Sinn? ProLight + Sound und Musikmesse sind ja prinzipiell getrennte Veranstaltungen, auch wenn sie aus Musikersicht kaum so wahrgenommen werden. Muss eine striktere Trennung zwischen Business-Interessen und Endkundenwünschen erreicht werden? Und ist das überhaupt möglich? Die krassesten Äußerungen waren – wenn vielleicht nicht immer ernst gemeinte – Posts, ob man denn nicht gemeinsam die letzte Musikmesse aller Zeiten besuchen wolle.

Eines war wohl allen klar: Es musste sich etwas ändern. Gerade in Zeiten des Internets ist es hart für Messen allgemein – nicht nur in der Musikbranche. Hersteller fragen sich, ob sie mit ihren Neuheiten wirklich noch auf so eine Großveranstaltung warten müssen oder ob man die News nicht schon vorab über eigene Kanäle zu den Leuten bringen kann. Und die Musiker überlegen es sich zweimal, ob sie den Weg nach Frankfurt wirklich antreten müssen, denn zu viel Ablenkung und Entertainment rund um Musik, Stars und Technik gibt es ohnehin schon im Netz.

Auch der Messe Frankfurt als Veranstalter muss das klar gewesen sein. Nicht umsonst gab es eine neue Hallenaufteilung, geänderte Öffnungszeiten, ein parallel stattfindendes Musikfestival und vieles mehr. Mit der Verschiebung von ProLight + Sound und Musikmesse – erstere ging von Dienstag bis Freitag, letztere von Donnerstag bis Sonntag – wollte man den (nahezu unmöglichen) Spagat zwischen Business und Entertainment meistern. Dazu gab es das Musikmesse-Festival, auf dem Messebesucher zum ermäßigten Eintritt oder gar kostenlos viele Konzerte in ganz Frankfurt besuchen konnten. Auch wurden auf dem Messegelände reichlich Vorträge gehalten, es gab sogenannte Foren, wo sich Liebhaber bestimmter Instrumentengruppen treffen und fachsimpeln konnten. Und für Schlagzeuger gab es mit dem Drum Camp eine richtig coole Veranstaltung, bei der man richtig coole Künstler hautnah erleben konnte.

Wir hatten auch in diesem Jahr reichlich Gelegenheit, neue Produkte zu sehen und mehr darüber zu erfahren:

Negative Entwicklungen

Alles gut also? Lagen die „Schwarzseher“ vor der Messe falsch? Nein, nicht komplett – manche, wir inklusive, wurden von einigen Sachen auch positiv überrascht. Doch insbesondere auf der Musikmesse – und da in den Bereichen E-Gitarre und Schlagzeug – war es wirklich enttäuschend, wie wenige Aussteller gekommen waren. Diese Themenbereiche, die in den Vorjahren mehrere große Hallen gefüllt hatten, nun zusammengepfercht in einer mittelgroßen Halle zu sehen, war schon deprimierend – und sicher auch für Besucher enttäuschend. Über die Gründe, wie es dazu kam, dass so viele Hersteller hier keine Notwendigkeit mehr sahen, die Messe zu besuchen, wird sicher noch zu sprechen sein. Aber für Endkundenbesucher, die sich ein Bild von den aktuellen News in diesen Bereichen machen wollten, war es einfach nur traurig.

Und auch auf der ProLight + Sound war alles etwas kleiner als gewohnt. Viele Aussteller hatten ihre Standflächen deutlich verkleinert und den Aufwand insgesamt zurückgefahren. Das ist ja nun nicht zwingend etwas Schlechtes, aber dieser Trend ist seit Jahren erkennbar. Schade für alle, die diese Messe(n) immer gut fanden und auch weiterhin besuchen wollen.

Denn es gibt eben Sachen, die kann man (zumindest noch) nicht über das Internet bekommen. Die vielen Begegnungen mit alten Bekannten und neuen Freunden. Das direkte Anfassen der Instrumente und Geräte. Der persönliche Kontakt mit Produktentwicklern und Herstellern. Das Fachsimpeln mit Stars und Endorsern. Die gemeinsame Begeisterung für die Performances. Und einfach das Gemeinschaftsgefühl als große internationale Musikerfamilie.

Im Drum Camp der Musikmesse konnte man Weltklassedrummern ganz nah kommen.

Wie geht es weiter?

Wie kann, wie sollte es also weitergehen? Tja, diese Frage ist wirklich nicht leicht zu beantworten und wird alle Beteiligten sicher noch viele Diskussionen und Gespräche kosten. Doch eine Sache, die wir in vielen Gesprächen immer wieder gehört haben, ist ganz klar: Die Musikinstrumenten- und Veranstaltungsbranche will eine Messe (oder auch mehrere) haben. Nur will eben fast jeder etwas anderes und hat deswegen individuelle Wünsche an den Messeveranstalter.

Diese Vielfalt elegant unter einen Hut zu bringen, das wird die Mammutaufgabe, die nun vor den zukünftigen Veranstaltern liegt. Wie kann man Business und Entertainment zusammenbringen? Wie macht man die Messe für Endkunden so attraktiv, dass diese auch eine weite Anreise und eventuelle Übernachtungskosten auf sich nehmen? Und was kann eine Messe leisten, was man im Internet oder dem Handel vor Ort eben nicht bekommt?

Hier sind unserer Meinung nach alle Beteiligten der Branche gefragt, Ideen zu entwickeln und Einsatz zu zeigen. Schließlich geht es darum, unsere Community, unsere Szene vital und aktiv zu halten und zu präsentieren. Und welchen besseren Platz für all das könnte es geben, als eine oder mehrere Messen. Also, lasst uns alle zusammenarbeiten, damit wir auch weiterhin tolle Veranstaltungen besuchen und gemeinsam die Musik (und alles, was dazugehört) feiern können.


P.S.: Bitte gib auch du der Messe Frankfurt dein persönliches Feedback – und zwar konstruktiv und sachlich. Denn nur, wenn dort auch ankommt, was du willst, kann der Veranstalter und alle Beteiligten darauf reagieren. Also, sei ein Teil der Szene und hilf mit die ProLight + Sound und die Musikmesse wieder besser und attraktiver zu machen. Meckern kann ja jeder – doch gemeinsam etwas Tolles zu gestalten, das ist jetzt gefragt. Wir von Music nStuff sind gerne mit dabei!

Du möchtest uns deine Meinung zur diesjährigen Musikmesse/Prolight + Sound mitteilen? Dann kommentier unter diesem Artikel oder schreib uns eine Mail an info@musicnstuff.de. Besten Dank.







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