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Kolumne: Phrasenmäher über das Schreiben von Texten

Kleines Detail, große Inspiration!

Phrasenmäher am 25.11.2015

Kleines Detail, ...

Wie kommen Bands eigentlich auf die Texte zu ihren Songs? Und was macht man, wenn einen die Muse einfach nicht küsst und die Inspiration auf sich warten lässt. Einfach dranbleiben, könnte die Lösung heißen, wenn man die neueste Kolumne von Phrasenmäher liest.

Und schon wieder sitze ich am Schreibtisch in meinem kleinen Arbeitszimmer. Die ersten Texte fürs neue Album sind fertig. Jannis hat „Klette sich wer kann“ in den Proberaum mitgebracht. Alle mochten es sofort. Irgendwie anders als unsere bisherigen Texte, und trotzdem fühlt es sich nach Phrasenmäher an. Weitere Lieder sind auch schon fast fertig. Und wir haben noch erste Ideen, über die wir alle sofort lachen. Daraus müssen halt nur noch Geschichten werden. Also sitze ich hier und versuche mich an einem witzigen Text. Aber heute ist mir nicht zum Lachen. Ich bin nicht lustig, sondern einfach nur traurig. Immer wieder breche ich ab. Ich habe das Gefühl, irgendwas Ehrliches aufschreiben zu müssen. Das, was ich gerade denke. Aber ist das nicht unpassend? Auf dem Stuhl wippend nehme ich einen Schluck aus der Tasse. „Ich bin da, du bist weg. Keine Antwort. Nix perfekt!“ tippe ich in mein leeres Dokument und denke: „Das ist doch nicht Phrasenmäher!“ Dann weiter: „Nur meinen Kaffee trinke ich gern, ich spür ein wenig wie wir uns entfernen“. Darauf erst mal einen weiteren Schluck aus der Tasse. Weg damit, entscheide ich! Aber nicht ganz. Zur Sicherheit lieber auf speichern klicken.

„Ja, wie entstehen denn eigentlich eure Texte?“ fragen uns schon immer viele Leute. „Ihr habt euch textlich ganz schön krass entwickelt“, meinen mittlerweile einige. Manche maulen aber auch: „Also für mich ist Phrasenmäher lustig. Das war auf dem ersten Album viel mehr!“ Mag beides sein. Aber vielleicht beantworten wir einfach die erste Frage. Bei uns entstehen die Texte vor allem durch Beobachtung. Das können Sätze sein oder Worte, die uns auffallen. Bewegungen oder Begebenheiten. Oder auch mal eine kleine verwelkte Pflanze.

Meistens sind es nicht die großen offensichtlichen Dinge. Obwohl wir häufig Anregungen dafür bekommen. „Schreibt doch mal ein Lied über Hashtags, die sind voll in!“ Oder auch: „Alter, die PKW-Maut ist scheiße. Macht mal einen Song draus.“ Ist beides doch zu offensichtlich, irgendwie langweilig. Ein Typ, der an der Mautstation aus dem Fenster guckt, weil die Rautetaste klemmt und sich deshalb in eine Person aus dem Nachbarauto verliebt! Das wäre spannend! Bei uns sind Texte zwar nicht immer per se lustig. Häufig haben wir aber Lust auf konkrete Situationen, ungewöhnliche Geschichten. Oder darauf, eine kleine Idee ins Unendliche auszuweiten. Möglichst viele Bilder dafür zu finden. Die größte Inspiration liegt oft im kleinsten Detail. Und das wirkt dann am Ende manchmal komisch.

Ich telefoniere mit Jannis und Martin. Wir besprechen einen weiteren Text. Um genau zu sein zwei. Jannis ist im Schreibflow. Ich nicht. Er hat zig Notizen in seinem Handy und spielt nun mit ihnen rum. Manches ist wirr, anderes megalustig. Einiges wirkt wütend. Bei mir läuft es hingegen gar nicht. „Alles wie immer!“ denke ich in meiner Scheißlaune. Ein resignierter Blick aus dem Balkonfenster. Sinnloses Starren. Ich sehe die Hauswand gegenüber, den Garten und den grauen Sommerhimmel in Hamburg. Nur eine Sache ist anders als sonst. Eine Pflanze am Geländer lebt nicht mehr. Der Basilikumstrauch ist tot! „Neulich hat sie davon doch noch was aufs Frühstücksbrot gelegt“, denke ich abgelenkt. „Wir haben ihm sogar einen Namen gegeben.“ Ich nehme einen Schluck aus meiner Tasse und erinnere mich an den Vormittag. Da waren doch noch ein paar Zeilen. Auf einmal fügen sich die Sätze zusammen. Die Geschichte des kleinen Basilikums wird zu meiner Geschichte. Oder viel besser: zu einer Geschichte. Sie erzählt etwas von mir, aber auch von vielen Beobachtungen, die mit hineinfließen. Sie ist nicht komisch, vielleicht etwas eigen. Und jetzt ist sie ein Lied. Ein Phrasenmäherlied.



Letzte Chance – noch nicht vorbei!

Zu „Der Basilikum ist tot“ haben Phrasenmäher gleich zwei Videos veröffentlicht: eine Klavierversion und Gitarrenversion. Beide hat die Band live & akustisch im Studio Nord Bremen eingespielt und aufgezeichnet. Im Moment touren Phrasenmäher mit ihrem neuen Album auch Deutschland. Noch vier Termine stehen auf dem Programm für 2015:

27.11.15: Hildesheim (Kulturfabrik Löseke)
28.11.15: Oberhausen (Zentrum Altenberg)
10.12.15: Stuttgart (clubCANN)
11.12.15: Weimar (Mon Ami)

Infos & Tickets: hochklappdings.de/termine
Phrasenmäher bei Facebook







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