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Interview: Slash

Einzylinder rocken besser

Jan Hoffmann am 17.09.2014

Einzylinder rocken ...

Seit dem 1987er Meilenstein „Appetite For Destruction“ von Guns n’ Roses ist Slash in der Riege der beliebtesten Gitarristen. Auch nach seinem Ausstieg bei der Sleaze-Rock-Legende machte der Mann mit dem auffälligen Zylinder weiter und erfreute seine Fans mit zahllosen Hammersongs – ob solo oder mit verschiedenen Bands. Anlässlich seines jetzt erscheinenden Albums „World On Fire“ trafen wir den sympathischen Bluesrocker zum Interview.

Egal ob es seine Silhouette ist oder sein Ton an der Gitarre – Saul Hudson, besser bekannt als Slash, erkennt man sofort. Er ist einfach ein herausstechender Musiker. Das bewies er bereits vor knapp 30 Jahren beim Guns-n’-Roses-Debüt „Appetite For Destruction“ – mit nicht einmal 22 Jahren. Schon damals hatte er einen extrem erwachsenen Sound – und setzte voll und ganz auf die Kombination aus Gibsons Les Paul und Marshall-Topteilen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wie er uns im Interview verriet.
 
People nStuff: Zuerst mal Glückwunsch zu deinem neuen Album. Ich finde, es ist richtig gut geworden. Es ist ja sehr energiegeladen und treibend. Gibt es dafür einen besonderen Grund?
Slash:
Ich glaube, es ist einfach das Zusammenspiel von Myles (Kennedy, Vocals), Brent (Fitz, Drums), Todd (Kerns, Bass) und mir. Wir lieben einfach, was wir machen und wir waren echt inspiriert, als wir ins Studio gingen, um an den Songs zu arbeiten. Wir hatten einfach jede Menge Spaß, das ist, glaube ich, das Wichtigste.

PnS: Hast du denn schon das Konzertpublikum im Kopf, wenn es ans Songwriting geht?
Slash:
Nein, ich habe nicht wirklich das Publikum im Kopf, wenn ich ein Riff oder einen Song schreibe. Aber ich denke schon an die Tour, wenn ich komponiere. Ich meine, ich liebe das Songwriting und die Aufnahmen, aber das alles mache ich nur aus einem Grund: um auf Tour zu gehen und Konzerte zu spielen.

PnS: Wie läuft das Songwriting normalerweise bei euch? Schreibst du alleine den kompletten Song oder arbeitet ihr alle zusammen?
Slash:
Ich habe immer viele Ideen für Songs, Riffs, Intros und so weiter. Und dann zeige ich den Jungs die wichtigsten Parts des Songs und wir jammen damit herum. Dabei bekomme ich dann schon eine gute Vorstellung davon, wie das Arrangement ungefähr aussehen soll. Danach schicke ich diese Version dann an Myles, egal, wo er gerade ist, und er sammelt seine Ideen. Das mache ich mit allen Songs. Und wenn Myles dann zurückkommt, zum Beispiel von einer Alter-Bridge-Tour, dann kommt er ins Studio und wir arbeiten alle zusammen, um das Arrangement mit den Vocals zu optimieren. Ich schreibe also das meiste der Musik und Myles kümmert sich dann um die Lyrics.

PnS: Du schreibst also keine Texte?
Slash:
Nein, lieber nicht, wenn ich nicht dazu gezwungen werde. (lacht)

Der Klassiker: Slash mit Gibson Les Paul und Marshall Stacks, so kennen und lieben ihn seine Fans.

Bock aufs Studio

PnS: Wie seid ihr die Aufnahmen zum neuen Album angegangen? Ich habe gelesen, dass ihr diesmal mehr Overdubs gemacht habt als beim letzten Mal.
Slash:
Stimmt. Wir haben diesmal auch als komplette Band aufgenommen. Beim vorherigen Album haben wir live aufgenommen und das dann einfach so gelassen. Das wollte ich deshalb so, weil es unser erstes Album war und es mich einfach interessiert hat, wie wir als Band klingen und ob wir das hinbekommen würden. Wir sind so eine gute Live-Band, ich wusste, dass das auch im Studio funktionieren würde, wenn wir die Songs durch die Preproduction gut genug könnten. Nachdem wir das aber schon gemacht hatten, wollte ich für das neue Album eher eine normale Herangehensweise. Deshalb haben wir die Songs schon live eingespielt, aber den Gitarren und den Sounds nachträglich mehr Aufmerksamkeit geschenkt und noch Harmonien dazugespielt und das Ganze mehr wie eine normale Produktion durchgezogen.

PnS: Bist du denn mit dem Ergebnis zufriedener als beim letzten Mal?
Slash:
Naja, wenn man live aufnimmt, schränkt man sich eben ein wenig ein. Man kann manche zweistimmigen Sachen dann einfach nicht machen. Aber der Hauptunterschied ist, dass ich sonst beim Gitarrensolo natürlich in den Lead-Sound wechsle und dann das Fundament verloren geht. Diesmal wollte ich, dass alles zusammenbleibt und schön fett klingt. Ich liebe es wirklich, wie das Album klingt, aber ich mag genauso, was wir damals bei „Apocalyptic Love“ gemacht haben.

PnS: Befasst du dich eigentlich auch mit der ganzen Aufnahmetechnik, mit der Auswahl von Mikrofonen usw.?
Slash:
Oh, ich benutze schon seit vielen Jahren das gleiche Mikrofon. Ein Marshall und ein Shure SM57 ist eine der besten Kombinationen überhaupt für Aufnahmen. Ich will das Ganze nicht unnötig kompliziert machen, wenn wir im Studio sind.

PnS: Unterscheidet sich denn dein Studio- sehr von deinem Live-Equipment?
Slash:
Naja, wenn ich auf Tour gehe, nehme ich hauptsächlich neues Equipment mit, neue Marshalls, neue Les Pauls. Ich will einfach kein Vintage-Equipment On The Road dabei haben. Wenn ich dagegen im Studio bin, dann bin ich wählerischer und nehme mir mehr Zeit, um auszuprobieren, welche Ampkombinationen am besten klingen. Und auch bei den Gitarren verwende ich ältere Instrumente.

Slash und seine Band sind ein eingespieltes Team.

Ein perfektes Paar

PnS: Bist du live ein Wireless- oder ein Kabelfan?
Slash:
Ich bevorzuge Kabel. Ich habe früher einige Zeit lang auch ein Wireless-System benutzt und es schon geschafft, da ein gutes Signal rauszubekommen, aber das war so ungefähr 1991 oder 1992. Seitdem habe ich kein Drahtlossystem gefunden, mit dem ich mich wohlfühle, deshalb verwende ich einfach ein Kabel.

PnS: Bei dir denken die meisten ja sofort an Gibson Les Paul und Marshall Amps. Bist du jemand, der gerne auch andere Sachen ausprobiert?
Slash:
Nein, es ist einfach die perfekte Kombination für mich. Meine Lebensaufgabe ist es, diesen Les-Paul-und-Marshall-Sound zu optimieren. Auf diesem Album habe ich alle Gitarren selbst aufgenommen. Auf dem rechten Speaker hörst du nur Les Paul und Marshall, auf dem linken Speaker habe ich eine ganze Reihe verschiedener Gitarren und Amps eingesetzt, um es anders klingen zu lassen. Unter anderem waren das Gibson Juniors, ES-135s, ES-175s, verschiedene Instrumente, um es anders klingen zu lassen als meinen gewöhnlichen Sound.

PnS: Dieses Album habt ihr mit Michael “Elvis” Baskette (u. a. Alter Bridge, Falling In Reverse, Incubus; Anm. d. A.) aufgenommen. Warum hast du dich für ihn entschieden?
Slash:
Naja, er hatte das letzte Alter-Bridge-Album gemacht, und ich mag den Bass- und Drumsound darauf sehr. Also habe ich Myles gefragt, und er hat mich Mike Baskette vorgestellt. Wir hatten dann ein tolles Gespräch über die Arbeit mit Bandmaschinen und seine Philosophie, was Gitarrenaufnahmen betrifft. Es hat einfach direkt gepasst. Und als wir mit ihm im Studio waren hat er sich als ein phänomenaler Produzent und Engineer entpuppt.

PnS: Ist dir dieses Feedback von jemandem außerhalb der Band wichtig?
Slash:
Ja, immer. Wenn ich im Studio bin, weiß ich, was ich möchte, wie das Arrangement sein soll und so weiter. Aber es ist immer gut, wenn noch jemand dabei ist, dem man vertraut und der einem Input geben kann, an den man sonst gar nicht gedacht hätte. Und eine der tollen Sachen an Mike ist, dass er die Fähigkeit besitzt, all die unfertigen Dinge aus Songs zu bereinigen, die ich nicht bemerke. Das hat auch was mit Disziplin zu tun. (lacht)

PnS: Du hast ja über die Jahre mit diversen Leuten zusammengearbeitet. Was reizt dich daran besonders?
Slash:
Ich mag es einfach nur zu spielen. Ich mag es mit unterschiedlichen Leuten zu arbeiten, ich mag es an unterschiedlichen Plätzen zu spielen und in Stilen, die ich mit meiner Band nicht mache. Das ist sehr lehrreich und macht mich zu einem besseren Musiker. Das macht einfach Spaß. Aber die Hauptsache ist wohl, dass ich einfach gerne spiele.

Slash ist immer noch voll bei der Sache und gibt immer Vollgas – auch nach über 30 Jahren im Musicbiz.

Bock auf die Bühne

PnS: Du hast ja in diesem Jahr in Sachen Touring noch einiges vor. Wie bereitest du dich darauf vor?
Slash:
Ach, das ist gar nicht so kompliziert. Wir proben ein bisschen, um alle Songs drauf zu haben, entscheiden, welche Nummern wir spielen. Wir haben ja mittlerweile echt viel Material, aus dem wir auswählen können. Deswegen proben wir auch so viele Songs. Ich möchte nämlich jeden Abend eine andere Setlist haben. Und danach gehen wir einfach nur noch raus und spielen.

PnS: Wie wählst du das Material für die Tour dann aus?
Slash:
Das ist einfach Gefühlssache. Es gibt natürlich auch einige Songs, die man spielen muss, die Singles und so, die das Publikum unbedingt hören will. Aber abgesehen davon haben wir viele Möglichkeiten und können einfach die Songs spielen, auf die wir Bock haben. Aber das wechselt wirklich jeden Abend.PnS: Was können deine Fans dann auf der anstehenden Tour erwarten? Zwei Stunden puren Rock?Slash: Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Wir haben zwar ein kurzes Akustikset, aber das möchte ich auf dieser Tour nicht spielen, ich will das Energielevel hoch halten.

PnS: Wie bereitest du deinen Körper auf die Tour vor? Es ist ja anstrengend, jeden Abend zwei Stunden zu spielen.
Slash:
Wir machen es einfach. Ich gehe schon ins Fitnessstudio und laufe ein wenig, wenn die Zeit es erlaubt, einfach um meine Kondition zu erhalten. Aber wir spielen ja sechs Abende pro Woche, da gewöhnt man sich schon an das Maß an Erschöpfung.

PnS: Du bist ja mittlerweile schon rund 30 Jahre im Musikbusiness. Ist es heutzutage schwerer für dich als früher?
Slash:
Ich finde, es ist leichter, weil ich nicht mehr die ganze Zeit berauscht bin, ich bin körperlich fitter als damals. Und ich war schon immer ein großer Freund von Touren. So gesehen ist es gut für mich, viel live zu spielen.

PnS: Gibt es denn auch schon Pläne für nächstes Jahr und darüber hinaus?
Slash:
Wir werden das komplette nächste Jahr auf Tour sein. Und weiter im Voraus plane ich nicht.

Soweit das Interview mit Slash. Einen ersten Eindruck vom Album „World On Fire“ bekommst du dir hier:


 

Übrigens: Slash kommt in diesem Herbst für zwei Konzerte auch nach Deutschland. Diese Termine solltest du dir schon mal vormerken:
22.11.: München, Zenith
23.11.: Köln, Palladium

Info: http://slashonline.com/







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