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Interview: In Flames (Peter Iwers und Niclas Engelin) – Teil 1

Entspannt unter Zeitdruck

Jan Hoffmann am 08.09.2014

Entspannt unter ...

In Flames haben es erfolgreich geschafft, sich von einer im Underground sehr erfolgreichen Death-Metal-Band zu einem beinahe schon im Mainstream angekommenen Rock-Act zu entwickeln. Höre ich da „Ausverkauf!“? Mitnichten, denn die Schweden klingen immer zu 100 % nach In Flames und richten sich nicht nach irgendeinem Trend. Wir sprachen mit Bassist Peter Iwers und Gitarrist Niclas Engelin über das neue Album „Siren Charms“.

Manchmal kommt es anders als man denkt. Vor rund 25 Jahren gegründet entwickelte sich In Flames in den 1990ern als eine der Speerspitzen des Melodic-Death-Metal europäischer Prägung wund waren eines der Aushängeschilder des so genannten Göteborg-Sounds, der damals extrem viele Musiker beeinflusste und ohne den die ganze Metalcore-Bewegung die nach der Jahrtausendwende aus den USA über die Welt schwappte kaum vorstellbar ist. Doch schon bald fanden sich zunehmend moderne und elektronische Elemente im Sound des Quintetts – und Berührungsängste mit anderen Genres sind offenbar ein Fremdwort für die Schweden.

Spätestens seit den 2000er Jahren entziehen sich In Flames immer mehr jeglichen Genregrenzen und ziehen einfach ihr Ding durch – und das mit zunehmendem Erfolg. So sind sie nicht nur in ihrem Heimatland ständiger Gast in den Charts sondern auch in den USA und Deutschland. Hier schafften sie mit ihrem 2011er Werk „Sounds Of A Playground Fading“ sogar den Sprung an die Spitze der Top 100. Und auch live werden die Hallen immer größer. Man kann also davon ausgehen, dass die Erwartungen anlässlich des neuen Albums „Siren Charms “ sehr hoch sind. Wir sprachen mit Peter Iwers und Niclas Engelin über die Aufnahmen in Berlin, ihr Lieblingsequipment und die Zukunftspläne der Band.
 
Music nStuff: Ihr habt mit „Siren Charms“ ein richtig gelungenes Album am Start. War von Beginn an klar in welche Richtung es klanglich gehen sollte?
Peter Iwers:
Naja, wir entwickeln uns von Platte zu Platte. Wir machen nie zweimal das Gleiche. Es gab aber keine konkrete Entscheidung in eine bestimmte Richtung zu gehen. Das passiert bei uns ganz natürlich. Es fühlt sich auch nie wie ein großer Wechsel an, denn wir befinden uns ja die ganze Zeit in einem stetigen Prozess.

MnS: Seid ihr denn mit fertigen Songs ins Studio gegangen oder entstanden die erst dort?
Niclas Engelin:
Wir hatten schon einige Songs am Start, als es ins Studio ging. Björn, unser Riffmeister und Songwriter hatte einen ganzen Schwung Ideen in der Hinterhand. Wir waren also schon vorbereitet als wir uns Studio gingen. Dort hatten wir dann erstmal Arrangement-Sessions, bei denen wir die Ideen zu Songs zusammengefügt haben. Bei der Gelegenheit konnte auch jeder in der Band sagen, wie ihm die Ideen taugen und was man möglicherweise noch verbessern könnte.
Peter: Und die Songs ändern sich ja auch während der Aufnahmen noch. Sie sind erst dann fertig, wenn sie komplett aufgenommen sind. Einzelne Parts finden oft erst während der Aufnahmen ihren Platz, weil man während des Recordings ja auch inspiriert wird.

Niclas Engelin (links) und Peter Iwers (rechts) von In Flames nahmen sich Zeit für ein ausführliches Interview.

Auf nach Berlin

MnS: Diesmal wart ihr nur sechs Wochen im Studio. War es rückblickend eine gute Idee, sich zeitlich ein wenig Druck zu machen?
Peter:
Das hängt ein bisschen davon ab, wen du fragst. Daniel (Svensson (drums); Anm. d. A.) hatte definitiv Stress, in den rund zwei Wochen die er hatte, alle Schlagzeugspuren einzuspielen. Und das beinhaltete das Finden des perfekten Sounds und solche Sachen. Ich dagegen hatte keinen Probleme, ich mag es sogar, wenn ich einen gewissen zeitlichen Druck habe.Denn sonst hängt man zu viel rum und macht andere Sachen als man eigentlich machen sollte. Beim letzten Album hatten wir auch ein komplettes Demo erstellt bevor wir ins Studio gingen. Das haben wir diesmal nicht gemacht. So wie wir die Sachen das erste Mal aufgenommen haben so sind sie auch auf dem Album. Ich bin aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis und finde diese Arbeitsweise sehr gut, wie gesagt, ich mag es, ein bisschen Zeitdruck zu haben.
Niclas: Und wie Peter schon sagte, die Songs sind erst fertig, wenn sie komplett aufgenommen sind. Man hat ja so viele Farben und dem Song gewisse Schattierungen zu verleihen um mal etwas metaphorisch zu sprechen. Und deshalb ist ein Song eben auch erst fertig, wenn der letzte Akkord, der letzte Gesang aufgenommen ist. Am Anfang hat man eben diese Skizze und weiß so ungefähr wie es klingen wird. Aber am Ende, vier oder fünf Wochen später klingt es dann ganz anders. Das ist ja das Schöne an der Musik und daran, sie zu erschaffen.

MnS: Hattet ihr denn bei diesem engen Zeitplan Gelegenheit mit verschiedenen Amps und Gitarren zu experimentieren oder benutzt ihr lieber immer das gleiche Equipment?
Niclas:
Wir haben uns schon am Anfang der Aufnahmen mit unserem Produzenten Roberto Laghi darüber unterhalten welche Amps und Instrumente wir ausprobieren wollten. Aber wir waren auch schon darauf vorbereitet.
Peter: Ich weiß ja, was ich als Bassist möchte, was für mich am besten klingt und auch mit den Gitarren optimal harmoniert. Wir haben einige kleiner Veränderungen ausprobiert, Pedale und solche Sachen. Außerdem haben wir sowohl für die Gitarren als auch für den Bass einen Kemper benutzt um dessen Sounds als zusätzlichen Kanal dazwischen zu können. Bei Bass habe ich zum Beispiel Space Distortion dazugepackt, was sich sehr gut mit den anderen Pedalen und Amps die ich so benutze ergänzt hat. Aber beim Grundsound sind wir bei unserem bewährten Equipment geblieben.

Auf „Siren Charms“ beweisen In Flames wieder mal ihr Händchen für großartige Melodien.

Die Bühne im Kopf

MnS: Benutzt ihr im Studio und auf Tour das gleiche Equipment?
Peter:
Auf Tour setze ich auf EBS Amps, im Studio benutze ich einen Ampeg – obwohl ich den EBS auch für einige Sachen benutzt habe. Live benutze ich auch ein paar Pedale, die ich hier eingesetzt habe.
Niclas: Naja, die Sachen die man im Studio macht, werden ja auf einem Album festgehalten. Deshalb muss man da sehr sorgfältig arbeiten, deshalb funktionieren die Sachen manchmal live eben nicht wirklich. Aufzunehmen und live zu spielen sind ja zwei verschiedene Dinge. Natürlich versucht man, die Songs live möglichst gut zu reproduzieren. Aber wir spielen Metal und das soll Unterhaltung sein. Deshalb geht es viel mehr darum einen gewissen Vibe zu erzeugen. Schau dir beispielsweise Steve Harris an und wie viel Spaß der auf der Bühne hat.

MnS: Denkt ihr denn während der Aufnahmen schon darüber nach, wie ihr den Song später live umsetzen könnt?
Peter:
Ja. Und fragen beispielsweise viele Leute ob wir nicht auch Songs von „The Jester Race“ oder „Lunar Strain“ live spielen könnten. Aber damals haben wir uns eben keine Gedanken gemacht, ob man den Song später auch live spielen könnte, wir haben es einfach aufgenommen. Heutzutage wollen wir alle Songs, die wir aufnehmen auch live spielen können. Wir können also keine 300 verschiedenen Gitarrenspuren aufnehmen. Man muss die Sachen einfach auch live umsetzen können.

MnS: Da ihr live auch Electrosounds dazumischt könntet ihr da auch Gitarren dazupacken.
Niclas:
Theoretisch ja, aber das machen wir nicht.

MnS: Da ihr ja auf den Live-Vibe viel wert legt: Versucht ihr auch, den im Studio zu erzeugen, etwa in dem ihr gewisse Sachen gemeinsam einspielt?
Peter:
Wir spielen alles Instrument für Instrument ein. Es ist einfach leichter, sich auf eine Sache auf einmal zu konzentrieren, besonders für den Produzenten. Der muss ja in den Gitarren-Modus oder den Bass-Modus kommen. Und das geht auf die Weise viel einfacher. Wir haben es in der Vergangenheit auch schon mal so gemacht, erst zu ein paar Songs die Drums aufzunehmen, dann den Bass und die Gitarren dazu und dann die nächsten drei Titel. Aber diesmal haben wir alle Songs getrennt gemacht.

Weiter geht's in Teil 2

In Teil 2 des Interviews gibt es noch mehr Details aus dem Studio, Infos, was dich auf der anstehenden Tour erwartet und du erfährst, was die Jungs so machen, wenn sie nicht gerade mit In Flames beschäftigt sind. Viel Spaß beim Lesen.Einen ersten Eindruck vom neuen In-Flames-Sound bekommst du hier:

 

Weitere Infos: http://inflames.com/







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