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Interview: In Flames (Peter Iwers und Niclas Engelin) – Teil 2

Bock auf die Bühne

Jan Hoffmann am 12.09.2014

Bock auf die Bühne

Nachdem du in Teil 1 des Interviews erfahren hast, wie und mit welchem Equipment In Flames ihr neues Album „Siren Charms“ aufgenommen haben, erfährst du hier, warum die Schweden die Hansa Studios in Berlin so inspirierend fanden und was dich auf der Tour erwartet.

Weiter geht es mit unserem Interview mit Peter Iwers und Niclas Engelin von In Flames. Du hast Teil 1 verpasst? Kein Problem, einfach hier klicken.

MnS: Habt ihr die klassische Reihenfolge Drums – Bass – Gitarren eingehalten?
Peter: Ehrlich gesagt haben wir Drums, dann Gitarren und dann erst den Bass aufgenommen. Und da wir die Vocals wieder mit einem zusätzlichen Produzenten, Daniel Bergstrand, in einem weiteren Raum aufgenommen haben, konnten sie damit loslegen, sobald die Drums zu einem Song fertig waren. Sie haben dann einfach das komplette Projekt mit den Demo-Gitarren bekommen und Anders konnte direkt mit dem Gesang loslegen.  Deshalb wurden die Gitarren und der Bass bei einigen Songs sogar erst nach den Vocals aufgenommen.

MnS: Habt ihr das so gemacht, um mehr Zeit für die Vocals zu haben, da sie so essenziell für die Songs sind?
Peter:
Genau. Wir haben das bei den beiden Alben davor schon genauso gemacht, die Vocals gleichzeitig aufzunehmen. Es macht wirklich Spaß schon den Gesang zu hören wenn man selbst aufnimmt. Das bringt noch die eine oder andere Idee für eine Melodie hervor.

MnS: Habt ihr einen zusätzlichen Vocal-Produzenten, weil der Gesang so wichtig ist?
Niclas:
Es geht eher darum, sich im Studio absolut wohlzufühlen. Ich arbeite sehr gerne mit Roberto Laghi zusammen, Anders hingegen fühlt sich mit Daniel Bergstrand richtig wohl. Deshalb machen wir das so.

MnS: Ihr wart für die Aufnahmen zu „Siren Charms“ in den Hansa-Studios in Berlin. Habt ihr euch dort wohlgefühlt?
Peter:
Definitiv. Es war auf jeden Fall wichtig, unsere Produzenten dabei zu haben. Und dann war es im Studio sehr komfortabel für uns. Und die ganze Magie, die die Hansa Studios ausstrahlen, weil dort über die Jahre so viel tolle Musik geschaffen wurde war wirklich inspirierend. Einfach nur zu wissen, dass dort schon Leute wie U2 oder David Bowie waren. Das war sehr cool.
Niclas: Darüber hinaus war es einfach episch, im November sechs Wochen in den Hansa Studios in Berlin zu verbringen. Der ganze Vibe und die Umgebung – ich meine das ist gerade mal 100 Meter von der ehemaligen Mauer entfernt. Da werden einem all diese historischen Dinge richtig bewusst wenn man dort Zeit verbringt.

MnS: War euch diese Historie wichtig bei der Wahl der Hansa Studios, oder ging es auch darum nicht daheim zu sein um sich voll und ganz auf die Aufnahmen konzentrieren zu können?
Peter:
Es war ein bisschen von beidem. Wir haben ja unser Studio in Göteborg verkauft, diese Option gab es also schon mal nicht mehr. Wir mussten also woanders hingehen. Und dann wollten wir schon irgendwo hin, wo wir nicht einfach Abends heimgehen konnten und uns ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Und das Hansa ist eben ein legendäres Studio und wir wollten alle Teil seiner Geschichte werden. Und wir hatten auch gehofft dort inspiriert zu werden.
Niclas: Alleine der Raum in dem Daniel die Drums aufgenommen hat ist atemberaubend. Wenn man ihn sieht mit diesen speziellen Wänden und dem Hartholzboden denkt man erstmal nicht, dass er gut klingen würde. Aber das tut er. Dadurch hat Daniel noch mal besser gespielt.

On The Road Again

MnS: Werdet ihr euch auf der anstehenden Tour dann auf die neuen Songs konzentrieren oder spielt ihr eine ausgewogene Mischung?
Peter:
Es ist immer eine Mischung. Wir konzentrieren uns schon eher auf die neueren Alben. Aber wir packen natürlich immer wieder auch einen unserer Klassiker dazwischen.

MnS: Steht ihr drauf während der Tour in Kontakt mit euren Fans zu treten?
Peter:
Definitiv, so viel es geht. Ich meine wir lieben es alle daheim in Pubs und Restaurants zu gehen, und auch dort unsere Fans zu treffen. Darüber hinaus sind wir auch auf Facebook, Instagram und so weiter aktiv und beantworten dort Fragen. Heutzutage ist es ja viel einfacher mit seinem Fans zu interagieren als das früher der Fall war.

MnS: Würdet ihr sagen dass es auch wichtiger geworden ist, regelmäßig auf Tour zu gehen und mit den Fans ein enges Verhältnis zu pflegen, weil die Albumverkäufe immer weiter sinken?
Peter:
Ich finde es war schon immer wichtig mit den Fans zu interagieren. Ohne sie könnten wir das hier ganz offensichtlich nicht Fulltime machen. Wir waren aber auch schon immer eine hart arbeitende Band, gerade was Touren betrifft. So gesehen hat sich für uns nichts geändert. Wir gehen weiter sechs bis acht Monate pro Jahr auf Tour und werden das auch weiterhin so machen. Das war schon immer wichtig.

Aus den einst ungestümen Death Metallern sind Grandseigneurs des gepflegten Bretts geworden.

Es gibt ein Leben nach der Tour

MnS: Was macht ihr eigentlich, wenn ihr gerade nicht auf Tour oder im Studio seid. Habt ihr Hobbys?
Peter:
Wir haben alle verschiedene Projekte, die wir in unserer Freizeit betreiben. Ich beispielsweise habe mit Björn zusammen ein Restaurant und auch eine Familie um die ich mich kümmern möchte. Niclas hat noch andere Bands, Anders arbeitet noch bei einem Record Label, Daniel braut sein eigenes Bier. Jeder von uns macht etwas anderes. Das ist auch wichtig, seine Energie eine Zeit lang in etwas anderes zu stecken, damit man sich wieder voll und ganz auf In Flames fokussieren kann, wenn es an der Zeit ist. Aber man kann nicht nur als In Flames leben. Die Band ist zwar Prio 1 für uns alle, aber man muss von Zeit zu Zeit auch etwas anderes machen um nicht verrückt zu werden.

MnS: Habt ihr denn schon Pläne die über die anstehende Tour hinaus gehen?
Niclas:
Wir wollen uns einfach weiterentwickeln. Wir wollen an mehr Orten und für mehr Leute spielen. Wir haben jetzt Touren für die nächsten drei Jahre geplant, und danach werden wir sehen was passiert. Aber wenn man sich die bisherige Bandgeschichte so anschaut werden wir wohl ein weiteres Album machen – und dann geht alles wieder von vorne los.   

MnS: Habt ihr denn noch Träume, die ihr euch gerne erfüllen würdet? Beispielsweise eine Tour mit einer bestimmten Band oder eine Tour durch ein Land in dem ihr bislang noch nicht wart.
Niclas: Ich würde gerne mal mit Rush touren. Es wäre fantastisch, sie jeden Tag live zu sehen und mit ihnen über ihre Geschichte zu sprechen. Yes wäre auch toll.
Peter: Ich glaube sie veröffentlichen jetzt ein neues Album.
Niclas: Wirklich? Und es gibt einige Orte in Asien an die ich gerne mal wieder kommen würde. Eigentlich überall dahin, wo wir bisher noch nicht gespielt haben. Und an einige Orte wo wir schon waren, auch.



Inspiration für Innovation

MnS: Sind es Bands wie Rush oder Yes, die dich inspirieren? Ich denke mal, dass du auch einen Metal-Background hast.
Peter:
Ich habe einen Musik-Background. Ich habe mir immer alle Arten von Musik angehört. Und ich persönlich finde Leute wie Geddy Lee oder Chris Squire wirklich inspirierend. Ich habe mich nie als reinen Metalfan betrachtet, ich bin ein Musikliebhaber.

MnS: Findest du dass das wichtig ist, nicht nur einen Stil zu hören, um als Band seinen eigenen Sound zu entwickeln?
Peter:
Für uns ist es das. Es gibt Bands wie Iron Maiden oder AC/DC, die wir alle lieben, die es schaffen, immer wieder etwas ähnliches zu machen und dabei doch irgendwie immer eine neue Note hineinzubringen. Und es gibt Bands wie uns, die sich wohler fühlen, wenn sie sich jedes Mal weiterentwickeln. Das Wichtigste ist doch, Musik zu machen, die dich selbst glücklich macht. Und in welche Richtung auch immer uns dieser Weg führt, werden wir ihn gehen.

MnS: Damit setzt man sich natürlich – insbesondere im Internetzeitalter – der Gefahr negative Fanreaktionen aus. Wie geht ihr damit um?
Niclas:
Das ist doch ganz einfach: Wenn du uns nicht magst, dann hör unsere Musik nicht. Man muss es nicht komplizierter machen. Ich kann es manchmal schon irgendwie verstehen, wenn sich Leute darüber ärgern, dass wir unseren Sound ändern. Aber man darf nicht vergessen, dass wir auch nur Menschen sind. Wir machen die Musik, mit der wir uns wohlfühlen, wir können keine Musik für jemand anderen machen. Wir haben ja keinen Vertrag unterschrieben, dass wir für immer eine Melodic-Deathmetal-Band bleiben würden. Wir machen die Musik die wir mögen und hoffen, dass wir damit andere Leute inspirieren das auch zu machen und die Musik einfach zu genießen.


Das sind doch mal schöne Worte zum Ende die sich hoffentlich viele Musiker mal durch den Kopf gehen lassen. Wer jetzt Lust bekommen hat, sich In Flames auch mal live zu geben, die Jungs kommen auf eine ausgiebige Deutschland-Tour:

30.09.: Hamburg, Große Freiheit
03.10.: CH-Zürich, Komplex
24.10.: Frankfurt/Main, Jahrhunderthalle
25.10.: Kempten, Big Box
26.10.: Leipzig, Haus Auensee
27.10.: A-Wien, Gasometer
29.10.: Berlin, Columbiahalle
01.11.: Bochum, RuhrCongress

Weitere Infos: http://inflames.com/







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