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Interview: DSDS-Kandidaten Meltem, Yasemin, Christopher und Richard

Überraschend bodenständig

Octavian Rasinariu am 17.04.2014

Überraschend ...

Viele voreingenommene Musikerkollegen verurteilen das Thema „Casting-Shows“ mit vernichtenden Blicken. Bevor man sich jedoch ein Urteil bildet, sollte man auch die andere Seite betrachten. Wie wir feststellen durften, besitzen die DSDS-Kandidaten durchaus eine gesunde Selbsteinschätzung.

Die letzten DSDS-Kandidaten leben momentan in einem Film – in einem Film, der langsam aber sicher zu Ende geht. Sie wurden herausgerissen aus ihrer normalen Welt und verbringen nun jeden Tag mit ihrer Leidenschaft. Sie werden von Hunderttausenden Facebook-Fans geliebt und zugleich von vielen Musikern verspottet. Uns von People nStuff hat interessiert, ob die Sängerinnen und Sänger realisieren, was gerade mit ihnen passiert und wie sie damit umgehen wollen, falls die „Superstar-Seifenblase“ platzen sollte.

Meltem Acikgöz hat auf YouTube bereits 9.000.000 Klicks.

Interview: Meltem Acikgöz

People nStuff: Meltem, wie geht’s dir, wie war’s?
Meltem:
Mir geht’s super, ich bin sehr glücklich.

PnS: Warst du aufgeregt?
Meltem:
Ja, sehr. Heute war ich mega aufgeregt, schlimm. Seinen Namen als erstes aufgerufen zu hören beim Entscheid war ein krasses Gefühl. Da bin ich sofort auf den Boden gefallen.


PnS: Wieso bist du gerade zu DSDS gekommen?
Meltem:
DSDS war immer mein Traum. Ich habe jede Staffel verfolgt. Schließlich habe ich mich beworben, weil meine Familie und Freunde das auch wollten. Und das hat sehr gut geklappt.

PnS: Wie hat sich dein Leben verändert? Hast du noch Zeit für Familie und Freunde?
Meltem:
Wir sind in diesem Loft, üben und proben jeden Tag. Ab und zu kann ich sie mal anrufen und kurz mit ihnen sprechen, aber das geht dann auch ein bisschen schwer, weil wir uns nur auf unsere Performance konzentrieren. Und auch rausgehen ist momentan schlecht. In der Woche gehen wir vielleicht einmal für ein paar Stunden raus. Man vermisst es schon, mal wieder etwas zu unternehmen.

PnS: Kannst du komponieren?
Meltem:
Hab ich mal versucht, aber das hört sich schrecklich an. (lacht)

PnS: Es ist ja doch schwer, als DSDS-Kandidat längerfristig Erfolg zu haben. Das erste Jahr hast du viele Fans und viel zu tun, aber wo siehst du dich in zehn Jahren?
Meltem:
In zehn Jahren sehe ich mich mit einem eigenen Haus, einer Familie und Kindern. Ich mache jetzt seit zwei Jahren richtig Musik – auch über YouTube. Ich denke also nicht, dass es nach DSDS nicht klappen wird. Ich mache auf jeden Fall weiter.

PnS: Plan B?
Meltem:
Plan B ist auf jeden Fall YouTube. Ich habe 9.000.000 Klicks auf YouTube.

PnS: Hast du nach der Schule eine Ausbildung gemacht?
Meltem:
Nein, ich habe mit 18 bei McDonalds angefangen zu arbeiten. (lacht)

PnS: Ihr übt jeden Tag im Loft. Hat jeder von euch einen Vocalcoach?
Meltem:
Nee, wir haben zwei Vocalcoaches. Eine Dame und einen Herren. Die helfen uns aber allen. Manchmal sitzen wir alle zusammen und sie sagen ihre Meinung und geben Tipps – das finde ich richtig gut.

PnS: Wie lange probt ihr am Tag?
Meltem:
Wir sind um neun, zehn Uhr startbereit und kommen dann erst so um acht bis zehn Uhr abends heim. Zwölf, dreizehn Stunden sind es auf jeden Fall am Tag.

PnS: Ist da Choreo mit inbegriffen?
Meltem:
Ja, die Choreo ist zwei, drei Tage vor dem Auftritt. Das ist dann noch krasser, weil wir in zwei Tagen die Choreo lernen müssen. Erst einmal beschäftigen wir uns mit dem Text, damit wir den können, und der Performance, wie wir auf der Bühne stehen müssen. Kleider werden gemacht, also so viele Sachen.

Mit 14 Jahren nahm Christopher Schnell zwei Jahre lang Gesangsunterricht.

Interview: Christopher Schnell

PnS: Christopher, wie war’s?
Christopher:
Aufregend. Ich muss das jetzt erstmal realisieren.

PnS: Hat es deine Stimme beeinträchtigt, dass du aufgeregt warst?
Christopher:
Ich glaube schon, dass sie beeinträchtigt war. Man atmet anders und ist einfach nur nervös.

PnS: Abseits von DSDS – hast du schon einmal versucht, auf anderen Wegen Musik zu machen?
Christopher:
Nein, ich bin wirklich das beste Beispiel für jemanden, der einen normalen Job hat und einfach sagt, Musik ist meine Leidenschaft, ich gehe zu DSDS.

PnS: Was ist dein normaler Job?
Christopher:
Immobilienmakler.

PnS: Wäre das eine Option für dich, wenn du sagst, mit der Musik wird’s nichts?
Christopher:
Ich habe es vorher schon gelebt – und werde es danach auch noch können.

PnS: Hast du ehemalige Freunde, die dich wegen DSDS nun nicht mehr mögen?
Christopher:
Nein, im Gegenteil, es melden sich sogar mehr Leute. (lacht) Aber die brauche ich auch nicht.
 
PnS: Es ist generell schwer, bei DSDS längerfristig Erfolg zu haben. Meinst du, das ist für dich kein Problem?
Christopher:
Ich glaube nicht, dass ich jetzt die Gesetze brechen werde. Ich bin realistisch.

PnS: Hattest du davor schon einmal Gesangsunterricht?  
Christopher:
Als ich 14 war, hatte ich für zwei Jahre Gesangsunterricht.

PnS: Komponierst du? Kannst du kreativen Input liefern?
Christopher:
Ja, klar kann ich.

PnS: Du klingst nicht überzeugt.
Christopher:
Nein, ich bin da realistisch und glaube nicht, dass es am Format DSDS liegt, sondern an den Menschen da draußen. In England, den USA – in jedem Land funktioniert das und die machen auch nichts anders. Es liegt einfach an der Mentalität. Wenn du in Deutschland eine Casting-Show gewinnst, sagen die Leute dir nach, du hast nichts dafür getan und kannst nicht singen. Ich glaube, das wird man nicht rausbekommen aus den Menschen. Aber die Leute, die DSDS gewinnen, haben einen Nummer-eins-Hit und die Option ist, nicht mitzumachen und keinen Nummer-eins-Hit zu haben. Von daher habe ich doch lieber einen Nummer-eins-Hit, habe zwei, drei erfolgreiche Jahre – aber besser, als kein erfolgreiches Jahr.

Yasemin Kocaks Freund ist stolz auf ihre Teilnahme bei DSDS.

Interview: Yasemin Kocak

PnS: Hallo Yasemin, wie alt bist du jetzt?
Yasemin:
20.

PnS: DSDS nimmt viel Zeit in deinem Leben ein. Hast du noch Zeit für Familie und Freunde?
Yasemin:
Die Zeit mit Familie und gerade mit meinem Freund ist natürlich viel weniger. Es ist schwierig, ja, aber mein Freund hält da zu mir und ich hoffe, dass es so weitergeht. Er ist super stolz. Natürlich vermisst er mich. Natürlich weint er, wenn ich nicht da bin. Hoffe ich für ihn, aber er steht trotzdem super hinter mir. (lacht)

PnS: War er schon mal live dabei?
Yasemin:
Ja, er ist jedes Mal in der Show. Solange er hinter mir steht, habe ich auch die Kraft. Würde er es nicht mehr tun, glaub ich, würde ich auch seelisch nicht mehr so stabil sein.

PnS: Hast du auch Beziehungen, die drunter leiden?
Yasemin:
Nein, weil ich ganz tolle Freunde habe. Da bin ich echt glücklich drum und hoffe, dass es so bleibt.

PnS: Wie siehst du dich in zehn Jahren?
Yasemin:
Für mich ist ganz wichtig, dass ich Musik mache. Das heißt, dass ich auf jeden Fall meine Auftritte habe, dass ich auf Hochzeiten, Partys und so weiter singen kann – oder auf Events. Ich möchte Familie und auf jeden Fall Kinder haben, aber ich möchte eine Mutter sein, die super aussieht, super fit ist und nebenbei auch am Wochenende singt. (lacht)

PnS: Aber wie verdienst du dein Geld?
Yasemin:
Ich bin momentan Assistenz der Geschäftsführung im Eventbereich, aber es ist nicht mein Traumjob. Mein Traumjob ist natürlich das Singen.

Für Richard Schlögl gibt es jederzeit einen Weg zurück.

Interview: Richard Schlögl

PnS: Richard, wie war’s?
Richard:
Du, es war geil! (lacht)

PnS: Wo ist dein Kopf bei so einem Auftritt?
Richard:
Irgendwo. (lacht) Es passiert tatsächlich oft, dass ich Songs singe, die ich eigentlich super kenne. Ich sitze auf der Bühne, weiß, der Auftritt geht in fünf Sekunden los und ich hab den Text vergessen. Das ist bei mir Hardcore. Das habe ich heute zum ersten Mal nicht gehabt. Gott sei Dank. Naja, und man will keinen enttäuschen, man will weiterkommen und ... nicht nervös gibt’s nicht.

PnS: Wieso bist du gerade zu DSDS gegangen?
Richard:
Ich habe eigentlich gesagt, dass ich in meinem ganzen Leben nie mehr bei einer Casting-Show mitmachen werde, weil ich es in Österreich schon weit geschafft habe. Da bin ich damals Siebter geworden.

PnS: Wie viele Fans hast du auf Facebook?
Richard:
38.000 Likes. Mit Abstand die wenigsten. Man hat mich in Kuba nie gesehen.

PnS: Hast du Freunde, die sich seit DSDS von dir abgewendet haben?
Richard:
Nein, alle Freunde sind noch da. Ich schaue, dass ich so gut wie möglich den Kontakt pflegen kann. Klar, es ist nicht einfach, aber ich habe damals bei der anderen Casting-Show den Fehler gemacht, dass ich viele Freunde hängen gelassen habe. Das wird mir nicht mehr passieren. Wichtig ist, dass du eine Freundschaft pflegst. Wie eine Beziehung.

PnS: Du komponierst ja. Wie siehst du dich nach DSDS?
Richard:
Ich werde nach DSDS deutschen Pop-Rock machen. In die Richtung Andreas Bourani, Jupiter Jones, Christina Stürmer. Das einzige, was ich jetzt packen muss: Ich habe bis jetzt immer so Englisch-Pop-Rock geschrieben und jetzt muss ich deutsche Texte schreiben. Billige Schlagertexte kann ich, aber Texte mit hohem Niveau werden schwer.

PnS: Plan B?
Richard:
Ich arbeite als Kundenpersonalberater. Ich habe 30 Leute unter mir. Meine Kollegen vertreten mich und meine Firma bezahlt mein Gehalt weiter. (lacht) Ich kann meine Show abliefern und ganz egal, wann es vorbei ist: Ich habe mir daheim schon so viel aufgebaut und ich kann jederzeit zurück.







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