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Interview: Disturbed (David Draiman & Dan Donegan)

Stärker denn je

Jan Hoffmann am 20.08.2015

Stärker denn je

Rund 4 Jahre, nach dem sie eine unbefristete Pause einlegten, melden sich Disturbed jetzt mit „Immortalized“ zurück. Wir trafen Sänger David Draiman und Gitarrist Dan Donegan zum Interview. Darin erzählen sie, warum die Pause wichtig für die Band war, welchen Sound sie für das neue Album angestrebt haben und worauf sie sich beim Neustart der Band besonders freuen.

Im Juli 2011 schockierte das Heavy-Rock-Quartett Disturbed seine Fans mit der Ankündigung, eine Pause unbestimmter Länge einzulegen. Und das, obwohl die letzten vier Alben bis dahin alle auf Platz 1 der US-Billboard-Charts gelandet waren, die Touren gut besucht waren und auch sonst nichts auf Streit hindeutete. Doch die Luft war wohl einfach raus. Statt sich also dazu zu zwingen, direkt weiterzumachen und dann vielleicht uninspirierte Musik abzuliefern und sich den Spaß an der Musik komplett zu rauben, nahm die Band sich lieber eine Auszeit.

Rund vier Jahre später kehren Disturbed mit dem neuen Album „Immortalized“ (zu deutsch: Unsterblich gemacht) zurück. Und wie! Denn das neue Album glänzt mit den typischen Disturbed-Trademarks wie fetten Riffs und dem einzigartigen Gesang von David Draiman, bringt aber gleichzeitig frischen Wind und reichlich Power mit. Diesen Schwung wollen Disturbed auch nutzen, um die Bühnen weltweit wieder zum Beben zu bringen. Obwohl die Fans dafür wohl noch bis nächstes Jahr Geduld haben müssen – denn jetzt steht erst mal die Promoarbeit für „Immortalized“ an. In diesem Rahmen trafen wir auch Frontmann David Draiman und Gitarrist und Produzent Dan Donegan zum entspannten Interview in einem Berliner Hotelzimmer.

Music nStuff: Hi Jungs, wie geht es euch? Wie fühlt es sich an, wieder im Sattel zu sitzen und mit der Arbeit fürs neue Album loszulegen?
David Draiman:
Es ist eine tolle Erfahrung. Man könnte fast sagen es ist wie sich wieder aufs Fahrrad zu setzen, aber ich würde sagen dass es sich diesmal um ein anderes Fahrrad handelt. Diese Erfahrung war auf verschiedenen Ebenen sehr befriedigend. Wir hatten ja schon seit einiger Zeit nicht mehr miteinander gearbeitet und hatten schon seit langem nicht mehr gemeinsam Songs geschrieben – seit dem Album „Believe“ (aus dem Jahr 2002; Anm. d, A.). Es war wirklich inspirierend und erfrischend, mit meinen „Brüdern“ in einem Raum zu sein und direkt neue Songs zu schaffen. Auch die Interaktion während des Aufnahmeprozesses war viel, viel flüssiger und zusammenhängend, jeder hatte die Möglichkeit die Teile des anderen zu kommentieren. Die Kooperationsbereitschaft und das Verlangen danach, in jede Richtung, in die wir gehen wollten, zu gehen, und jeden Schritt zu gehen, der dafür nötig wäre, waren einfach eine wundervolle Sache. Und sich dann zurückzulehnen und zu sehen, dass wir immer noch die Fähigkeit dazu haben, uns gemeinsam zusammenzuhocken und – in unseren Augen – richtig cooles Zeug zu schreiben, das ist die ganze Arbeit wert.

Das neue Album „Immortalized“ dürfte keinen Disturbed-Fan enttäuschen.

Mut zur Pause

People nStuff: War es also rückblickend die richtige Entscheidung, eine Pause einzulegen?
Dan Donegan:
Ich finde: ja. Wir befanden uns an einem Punkt unserer Karriere, an dem wir rund 11 Jahre On the Road waren, echt hart am Touren die meiste Zeit. Aber das dann auf dem Gipfel unseres Erfolges erstmal ruhen zu lassen, war eine schwere Entscheidung. Aber zu dem Zeitpunkt wollten wir den Fans und uns selbst ein wenig Pause geben, einen Schritt zurücktreten und einfach ein bisschen entspannen. Einfach die Maschine mal abstellen. Wir wollten auch nicht so vorhersehbar werden, in dem wir immer wieder die gleichen Routinen durchziehen. Das gab uns die Zeit und die Möglichkeit, unsere Situation wirklich schätzen zu lernen. Nicht, dass wir das vorher nicht getan hätten. Aber wenn du eine Pause einlegst und einen Schritt zurücktrittst, lernst du alles noch mehr zu schätzen. Was wir über die Jahre gemeinsam alles geschafft hatten und was die Fans uns zurückgegeben haben. Und als wir dann letztes Jahr angefangen haben uns darüber zu unterhalten, waren wir alle in der passenden Verfassung, wir waren alle dazu bereit, wieder loszulegen. David und ich waren wieder bereit dazu, uns gemeinsam in einen Raum zu hocken und Songs zu schreiben. Das war der einzige Weg, wie wir wieder zurückkommen wollten. Wenn wir alle gleich dachten und fühlten, und wirklich etwas zu bieten hätten. Und wie David schon gesagt hatte: Nach dem wir uns darüber unterhalten hatten, wieder loszulegen, waren wir wirklich aufgeregt und diskutierten gleich los. Und als wir dann wieder gemeinsam in einem Raum waren, war es nicht zu leugnen, dass es toll und inspirirend war, wieder im Songwriting-Mode zu sein.
David: Es ist ja toll, sich den Luxus von ProTools (ein bekanntes Aufnahmeprogramm; Anm. d. A.) und dem Herumschicken von Dateien zu gönnen – wir leben schließlich alle in verschiedenen Bundesstaaten. Das ist schon sehr hilfreich um Ideen auszutauschen. Aber wenn es dann darum geht, Dinge zu Ende zu bringen und Songs zu schreiben, dann geht eben nichts darüber, gemeinsam als Band in einem Raum zu sein – so sollte es sein. Und so war es auch zu Beginn der Band. Es war also nett, uns wieder daran zu erinnern, und zu dieser Art des Schreibens zurückzukehren. Und jetzt kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, es wieder anders zu machen. Jetzt wo wir wieder dazu zurückgekehrt sind, denke ich mir nur „Wow, nicht dass wir auf den vorherigen Alben auf etwas verzichtet hätten, aber so hat es doch etwas viel magischeres und führte auch zu einem deutlich besseren Ergebnis.

Sänger David Draiman ist bereit, es mit Meckerern im Internet aufzunehmen.

Gutes Internet, böses Internet

PnS: Wolltet ihr mit dem neuen Album denn in eine bestimmte Richtung gehen?
David:
Nein, so haben wir das noch bei keinem Album gemacht. Es ist nie unsere Absicht, die Dinge so voraus zu planen. Meiner Meinung nach kann so etwas aus der kreativen Perspektive eine Art Sterilisationsmittel darstellen. Wenn du die Sachen nicht einfach natürlich fließen lässt und tust, worauf du Lust hast, limitierst du dich selbst. Was diesmal besonders schön war, ist, dass wir uns selbst noch mehr geöffnet haben als früher. Und welche Beschränkungen auch immer wir im Kopf gehabt haben könnten – sie verschwanden einfach. Das hat es uns ermöglicht, uns voll zu entfalten und das fühlt sich wirklich gut an. Ich glaube die Leute werden dieses Album einzigartig finden. Ich hab das auch schon zu anderen gesagt: Unsere Meinung ist unsere Meinung – und die ist wie unser Kind. Und wir werden unser Kind immer lieben. Da sind wir nicht besonders objektiv, im Gegenteil. Wenn ein Künstler an den Punkt kommt, an dem sie sich mit dir hinsetzen und darüber sprechen, was sie geschaffen haben, dann sollten sie sich ziemlich überzeugt davon sein. – sonst macht es ja keinen Sinn sich zusammenzusetzen. Am Ende entscheiden sowieso die Fans. Aber meiner Meinung nach ist das unser vielseitigstes und einzigartiges Album bislang. Ob die Fans das genauso sehen, werden wir herausfinden, aber die Reaktionen auf die erste Single waren fantastisch. Und ich hoffe die Reaktionen auf das komplette Album werden ebenso positiv oder sogar noch besser sein.

PnS: Mögt ihr es also, dass die Fans ganz direkt und ungefiltert reagieren, wenn ihr etwas im Internet veröffentlicht? Das kann ja manchmal ganz schön heftig ausfallen.
David:
Ich lese diese Sachen nicht mehr.

PnS: Weil es manchmal ganz schön deprimierend sein kann?
David:
Nein, es ist überhaupt nicht deprimierend. Ich schau mir lieber die Zahlen an und freue mich über 3 Millionen Aufrufe in zwei Wochen – das ist sehr ermutigend. Ich lese die Kommentare nicht, weil die Leute, die etwas schreiben, meist diejenigen sind, die nichts Besseres zu tun haben. Der durchschnittliche Konsument, schaut es sich an oder eben nicht, er mag es oder eben nicht. Die Leute, die sich die Zeit nehmen um etwas zu schreiben und über uns lästern sollen uns nicht die Zeit stehlen.

PnS: Aber ist es nicht nett auch Sachen zu lesen wie „Oh, ich habe schon so lange darauf gewartet ...“?
David:
Es ist natürlich toll, so etwas zu lesen. Und wir versuchen natürlich so viel wie möglich mit den Fans zu interagieren. Schau, wir schauen alle noch auf die Facebook-Seite von Disturbed und lesen die ermutigenden Kommentare und so, aber das ist es nicht was und antreibt. Was uns Antreibt, ist unser Wunsch die Songs live zu spielen, unser Wunsch die Leute zu befreien, unser Wunsch die Leute zu stärken, dass sie sich die Sachen anhören und einen Grund haben, ihre Probleme für eineinhalb oder zwei Stunden zu vergessen. Das ist eine viel reinere Herangehensweise.

Das komplette Interview

Soweit zum Interview. Das komplette Gespräch mit David und Dan findest du hier:



Das neue Album „Immortalized“

Doch wie klingt denn nun das neue Album „Immortalized“? Kurz gesagt: Disturbed sind zurück. Und wie! Dem neuen Album merkt man die Pause, die das Quartett aus Chicago eingelegt hat, nicht an – oder wenn, dann nur, weil die Songs richtig gut geworden sind. Schon die treibende Vorab-Single „The Vengeful One“ zeigt die Richtung an, in die es geht – straight nach vorne, einfach direkt auf die 12. Was nicht heißen soll, dass das Album eindimensional wäre. Ganz im Gegenteil. Aber der Drive und mehr als reichlich Energie sind eben immer zu spüren. Disturbed-Fans werden es lieben. Und andere werden zu Disturbed-Fans werden. :)

Einen ersten Eindruck vom neuen Disturbed-Sound liefert das Video zur ersten Single „The Vengeful One“:



Weitere Infos: Disturbed im Web

Disturbed auf Facebook

 

 







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